Heizung richtig einstellen

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Die richtige Einstellung: So wird die Heizung zum Energiesparer

Früher war die Sache einfach: brannte das Feuer im Herd, wurde es warm, ließ man es herunterbrennen, kühlte es sich im Raum ab, und wollte man es wärmer haben, legte man Holz oder Kohle nach. Zwar aufwendig, technisch aber unkompliziert. Moderne Heizungen hingegen sind komplexe technische Systeme, in die immer mehr Elektronik zur Regelung eingebaut wird. Geliefert werden sie in einer Werkseinstellung. Und wenn keiner etwas daran ändert, bleibt es auch so. Für die Verbrauchswerte ist dies jedoch fatal. Denn spielen alle Komponenten des Heizsystems von der Wärmeerzeugung bis zur Wärmeverteilung optimal zusammen, lassen sich zwischen 15 bis 30 Prozent Energie einsparen. Profitieren kann in Deutschland der überwiegende Teil der Haushalte davon: Laut Deutscher Energieagentur (Dena) gehen Experten davon aus, dass 80 Prozent aller Heizungsanlagen falsch eingestellt sind.

Heizung richtig einstellen © Alexander Raths, stock.adobe.com
Heizung richtig einstellen © Alexander Raths, stock.adobe.com
Tipp: Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Heizung richtig eingestellt ist, ist es sinnvoll, einen Heizungscheck oder eine Energieberatung durchführen lassen. Die Experten nehmen Ihr Heizsystem unter die Lupe und geben praktische Tipps, was sich an der Einstellung und auch darüber hinaus an der Anlage an sich verbessern lässt.
Eine optimal eingestellte Heizungsanlage spart Energie
Eine optimal eingestellte Heizungsanlage spart Energie

Sommer-, Winter-, Wochenbetrieb und der Unterschied von Tag und Nacht

Nahezu jeder Hersteller setzt bei der Entwicklung seiner Heizsysteme auf eine möglichst hohe Nutzerfreundlichkeit. Die Heizung bringt daher das Potenzial zur individuellen Einstellung mit, die jeder Heizungseigentümer selbst vornehmen kann. Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Sommer- und Winterbetrieb
  • Tag- und Nachtabsenkung
  • Optional Wocheneinstellungen

Gerade wenn die Heizung das warme Wasser zentral erzeugt, ist die Einstellung von Sommer- und Winterbetrieb wichtig. Während die Heizung im Winter Höchstleistungen erbringen und neben dem warmen Wasser auch ein hohes Maß an Raumwärme liefern muss, steht im Sommer lediglich der Warmwasserbedarf an. Im Sommerbetrieb bleibt der Heizkreislauf daher weitgehend abgeschaltet und die Heizung konzentriert sich auf die Warmwasserbereitung.

Doch nicht nur im Wechsel der Jahreszeiten, auch am Tag variiert der Wärmebedarf. Wenn nachts alle Bewohner schlafen, müssen die Räume nicht so stark aufgeheizt werden, als wenn sie voll genutzt sind. Die Dena empfiehlt eine Absenkung von bis zu vier Grad Raumtemperatur. Dasselbe gilt, wenn tagsüber alle Bewohner bei der Arbeit, in der Uni oder in der Schule sind.

Die Vorlauftemperatur zu senken spart Energie
Die Vorlauftemperatur zu senken spart Energie

Im Wochenverlauf wechselt der Wärmebedarf ebenfalls: Am Wochenende ist er in der Regel höher als an den Wochentagen. Abhängig vom Heizungsmodell lassen sich Wochenprofile erstellen, mit denen sich die erzeugte Wärmemenge an den individuellen Lebensalltag anpassen lässt.

Mit einem Außentemperaturfühler passt die Heizung ihre Leistung übrigens gleichzeitig auch an die jeweilige Witterung an.

Der Temperaturfühler misst die Außentemperatur
Der Temperaturfühler misst die Außentemperatur
Tipp: Bestimmte Heizung verschiedener Hersteller lassen sich auch in Smarthome-Systeme einbinden. Dann erfolgt die Einstellung der Heizung ganz komfortabel von jedem Ort per Smartphone oder Tablet. Ist die Heizung nicht smarthome-fähig, können intelligente Heizkörperventile sinnvoll sein. Sie stellen sicher, dass in den einzelnen Räumen die gewünschte, voreingestellte Temperatur konstant bleibt.
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Sparfaktor Vorlauftemperatur

Eine weitere Einstellung, die jede Heizungsanlage erlaubt, ist die richtige Vorlauftemperatur. Das Heizungswasser, das von der Heizung erwärmt in den Heizkreislauf geschickt wird, sollte so warm wie nötig, aber so kühl wie möglich sein. Dabei gelten folgende Voraussetzungen:

  • Heizsysteme mit klassischen Heizkörpern benötigen hohe Vorlauftemperaturen, je nach baulichem Zustand und Anlage von 65 bis 90 Grad Celsius
  • Heizsysteme mit großen Heizflächen (Fußbodenheizung) benötigen nur niedrige Vorlauftemperaturen von etwa 45 Grad Celsius
Die Heizkennlinie auch Heizkurve genannt bestimmt die Vorlauftemperatur
Die Heizkennlinie auch Heizkurve genannt bestimmt die Vorlauftemperatur
Einflussfaktoren auf die Vorlauftemperatur
Einflussfaktoren auf die Vorlauftemperatur
Tipp: Um die richtige Vorlauftemperatur der Anlage zu finden, empfiehlt es sich für den Laien, Rat bei einem SHK-Fachhandwerker zu suchen. Vorsicht ist bei der Vorlauftemperatur in der Warmwasserbereitung zu beachten. Wird sie zu weit abgesenkt, können sich im schlimmsten Fall Krankheitserreger wie Legionellen im Wassertank bilden.

Ideale Wärmeverteilung: Der hydraulische Abgleich

Um die bestmögliche Leistung zu bringen, muss die Wärme nicht nur effizient und in der richtigen Intensität erzeugt, sondern auch gleichmäßig in alle Teile des Heizsystems verteilt werden. Diese Wärmeverteilung lässt sich durch einen hydraulischen Abgleich der Anlage erzielen. Ein SHK-Fachhandwerker stellt das System mit Hilfe von Ventilen so ein, dass alle Heizkörper ideal mit Heizungswasser versorgt werden. Dabei gibt es zwei Vorgehensweisen:

  1. Die Heizlast wird für jeden Raum geschätzt
  2. Die Heizlast wird für jeden Raum exakt berechnet

Die zweite Vorgehensweise ist natürlich die genauere, schlägt sich allerdings auch in einem höheren Preis nieder. Laut Dena kann ein hydraulischer Abgleich bis zu vier Prozent des Energieverbrauchs einsparen. Das macht bei einem unsanierten Einfamilienhaus von 150 Quadratmetern Größe rund 120 Euro pro Jahr aus. Andere Quellen sprechen sogar von bis zu fünf Prozent Einsparung.

Gleichmäßige Erwärmung durch hydraulischen Abgleich
Gleichmäßige Erwärmung durch hydraulischen Abgleich
Tipp: Das regelmäßige Entlüften der Heizkörper gehört übrigens auch dazu, eine optimale Wärmeverteilung im Haus zu gewährleisten. Denn befindet sich Luft in den Heizkörpern, kann keine Wärme transportiert werden. Mindestens einmal im Jahr sollten die Betreiber daher die Heizkörper entlüften und anschließend den Anlagendruck im Heizsystem überprüfen.

Kleine Arbeiten, große Wirkung

Gerade bei älteren Heizungsanlagen lohnt sich auch der Blick auf die eingebaute Heizungspumpe. Das zählt zwar nicht zur Heizungseinstellung, bietet unter Umständen allerdings ein großes Sparpotenzial. Denn um Problemen bei der Wärmeverteilung vorzubeugen, wurden früher sehr große, überdimensionierte Heizungspumpen eingebaut. Inzwischen dürfen nur noch Hocheffizienzpumpen verbaut werden. Wird eine alte Heizungspumpe gegen so ein Modell ausgetauscht, lässt sich der Stromverbrauch der Heizungsanlage um bis zu 80 Prozent senken.

Ist die Heizungspumpe überdimensioniert wird es teuer
Ist die Heizungspumpe überdimensioniert wird es teuer

Ebenfalls sinnvoll ist die Dämmung der Heizungsrohre in einem unbeheizten Heizungskeller. Jeder gedämmte Meter spart rund acht bis zehn Euro pro Jahr ein.

Sinnvolle Maßnahme: Die Dämmung der Heizungsrohre
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