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Heizung richtig einstellen

Die richtige Einstellung: So wird die Heizung zum Energiesparer

Früher war die Sache einfach: brannte das Feuer im Herd, wurde es warm, ließ man es herunterbrennen, kühlte es sich im Raum ab, und wollte man es wärmer haben, legte man Holz oder Kohle nach. Zwar aufwendig, technisch aber unkompliziert. Moderne Heizungen hingegen sind komplexe technische Systeme, in die immer mehr Elektronik zur Regelung eingebaut wird. Geliefert werden sie in einer Werkseinstellung. Und wenn keiner etwas daran ändert, bleibt es auch so. Für die Verbrauchswerte ist dies jedoch fatal. Denn wenn Wärmeerzeugung, Regelung und Wärmeverteilung sauber aufeinander abgestimmt sind, lässt sich je nach Ausgangszustand spürbar Heizenergie sparen; co2online nennt für den hydraulischen Abgleich bis zu 15 Prozent. Profitieren kann in Deutschland der überwiegende Teil der Haushalte davon: Fachleute gehen davon aus, dass ein Großteil der Heizungsanlagen in Deutschland nicht optimal eingestellt ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein hydraulischer Abgleich kann laut co2online bis zu 15 Prozent Energie sparen; viele Anlagen laufen nicht im Optimum.
  • Die größten Hebel: Heizzeiten und Absenkung, passende Vorlauftemperatur, hydraulischer Abgleich und eine effiziente Pumpe.
  • Ab sechs Wohnungen/Nutzungseinheiten gelten Prüfpflichten nach § 60a/60b GModG; ältere §-60b-Anlagen sind bis 30. September 2027 zu prüfen.
Heizung richtig einstellen © Alexander Raths, stock.adobe.com
Heizung richtig einstellen © Alexander Raths, stock.adobe.com
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Tipp: Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Heizung richtig eingestellt ist, ist es sinnvoll, einen Heizungscheck oder eine Energieberatung durchführen lassen. Die Experten nehmen Ihr Heizsystem unter die Lupe und geben praktische Tipps, was sich an der Einstellung und auch darüber hinaus an der Anlage an sich verbessern lässt.
Eine optimal eingestellte Heizungsanlage spart Energie
Eine optimal eingestellte Heizungsanlage spart Energie

Sommer-, Winter-, Wochenbetrieb und der Unterschied von Tag und Nacht

Nahezu jeder Hersteller setzt bei der Entwicklung seiner Heizsysteme auf eine möglichst hohe Nutzerfreundlichkeit. Die Heizung bringt daher das Potenzial zur individuellen Einstellung mit, die jeder Heizungseigentümer selbst vornehmen kann. Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Sommer- und Winterbetrieb
  • Tag- und Nachtabsenkung
  • Optional Wocheneinstellungen

Gerade wenn die Heizung das warme Wasser zentral erzeugt, ist die Einstellung von Sommer- und Winterbetrieb wichtig. Während die Heizung im Winter Höchstleistungen erbringen und neben dem warmen Wasser auch ein hohes Maß an Raumwärme liefern muss, steht im Sommer lediglich der Warmwasserbedarf an. Im Sommerbetrieb bleibt der Heizkreislauf daher weitgehend abgeschaltet und die Heizung konzentriert sich auf die Warmwasserbereitung.

Schalten Sie den Warmwasserkreislauf der Heizung nicht aus
Schalten Sie den Warmwasserkreislauf der Heizung nicht aus

Doch nicht nur im Wechsel der Jahreszeiten, auch am Tag variiert der Wärmebedarf. Wenn nachts alle Bewohner schlafen, müssen die Räume nicht so stark aufgeheizt werden, als wenn sie voll genutzt sind. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Raumtemperaturen nicht unter 16 Grad Celsius fallen zu lassen; jedes Grad weniger entspricht ungefähr sechs Prozent weniger Heizenergie. Dasselbe gilt, wenn tagsüber alle Bewohner bei der Arbeit, in der Uni oder in der Schule sind.

Die Vorlauftemperatur zu senken spart Energie
Die Vorlauftemperatur zu senken spart Energie

Im Wochenverlauf wechselt der Wärmebedarf ebenfalls: Am Wochenende ist er in der Regel höher als an den Wochentagen. Abhängig vom Heizungsmodell lassen sich Wochenprofile erstellen, mit denen sich die erzeugte Wärmemenge an den individuellen Lebensalltag anpassen lässt.

Mit einem Außentemperaturfühler passt die Heizung ihre Leistung übrigens gleichzeitig auch an die jeweilige Witterung an.

Einmal im Jahr: die Einstell-Routine

Heizkörper entlüften und danach den Anlagendruck prüfen. schnell erledigt
Heizzeiten kontrollieren: Passen Tag-/Nachtabsenkung und Wochenprofil noch zum Alltag? größter Hebel
Sommer-/Winterbetrieb zum Saisonwechsel umstellen — Warmwasser läuft weiter.
Vorlauftemperatur hinterfragen: Räume schnell warm trotz milder Witterung? Heizkurve prüfen lassen.
Alle paar Jahre: hydraulischen Abgleich und Pumpenalter vom Fachbetrieb checken lassen. Fachbetrieb
Routine-Empfehlung heizsparer.de — Details in den verlinkten Beiträgen.
Der Temperaturfühler misst die Außentemperatur
Der Temperaturfühler misst die Außentemperatur
Tipp: Bestimmte Heizungen verschiedener Hersteller lassen sich auch in Smarthome-Systeme einbinden. Dann erfolgt die Einstellung der Heizung ganz komfortabel von jedem Ort per Smartphone oder Tablet. Ist die Heizung nicht smarthome-fähig, können intelligente Heizkörperventile sinnvoll sein. Sie stellen sicher, dass in den einzelnen Räumen die gewünschte, voreingestellte Temperatur konstant bleibt.

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Sparfaktor Vorlauftemperatur

Eine weitere Einstellung, die jede Heizungsanlage erlaubt, ist die richtige Vorlauftemperatur. Das Heizungswasser, das von der Heizung erwärmt in den Heizkreislauf geschickt wird, sollte so warm wie nötig, aber so kühl wie möglich sein. Dabei gelten folgende Voraussetzungen:

  • Heizsysteme mit klassischen Heizkörpern benötigen hohe Vorlauftemperaturen, je nach baulichem Zustand und Anlage meist 55 bis 75 Grad Celsius, bei sehr alten, unsanierten Anlagen auch mehr
  • Heizsysteme mit großen Heizflächen (Fußbodenheizung) benötigen nur niedrige Vorlauftemperaturen von etwa 30 bis 40 Grad Celsius
Die Heizkennlinie auch Heizkurve genannt bestimmt die Vorlauftemperatur
Die Heizkennlinie auch Heizkurve genannt bestimmt die Vorlauftemperatur
Einflussfaktoren auf die Vorlauftemperatur
Einflussfaktoren auf die Vorlauftemperatur
Tipp: Um die richtige Vorlauftemperatur der Anlage zu finden, empfiehlt es sich für den Laien, Rat bei einem SHK-Fachhandwerker zu suchen. Vorsicht ist bei der Vorlauftemperatur in der Warmwasserbereitung zu beachten. Wird sie zu weit abgesenkt, können sich im schlimmsten Fall Krankheitserreger wie Legionellen im Wassertank bilden.

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Ideale Wärmeverteilung: Der hydraulische Abgleich

Um die bestmögliche Leistung zu bringen, muss die Wärme nicht nur effizient und in der richtigen Intensität erzeugt, sondern auch gleichmäßig in alle Teile des Heizsystems verteilt werden. Diese Wärmeverteilung lässt sich durch einen hydraulischen Abgleich der Anlage erzielen. Ein SHK-Fachhandwerker stellt das System mit Hilfe von Ventilen so ein, dass alle Heizkörper ideal mit Heizungswasser versorgt werden. Dabei gibt es zwei Vorgehensweisen:

  1. Die Heizlast wird für jeden Raum geschätzt
  2. Die Heizlast wird für jeden Raum exakt berechnet

Die zweite Vorgehensweise ist natürlich die genauere, schlägt sich allerdings auch in einem höheren Preis nieder. Laut co2online lassen sich mit einem korrekt durchgeführten hydraulischen Abgleich bis zu 15 Prozent Heizenergie einsparen — im durchschnittlichen Einfamilienhaus rund 160 Euro pro Jahr, kombiniert mit einem Pumpentausch noch deutlich mehr.

Gleichmäßige Erwärmung durch hydraulischen Abgleich
Gleichmäßige Erwärmung durch hydraulischen Abgleich
Tipp: Das regelmäßige Entlüften der Heizkörper gehört übrigens auch dazu, eine optimale Wärmeverteilung im Haus zu gewährleisten. Denn befindet sich Luft in den Heizkörpern, kann keine Wärme transportiert werden. Mindestens einmal im Jahr sollten die Betreiber daher die Heizkörper entlüften und anschließend den Anlagendruck im Heizsystem überprüfen.
Heizung richtig einstellen © ZVSHK
Hydraulischer Abgleich

Hydraulischer Abgleich – Eine Einführung in das Thema Viele Heizungen arbeiten nicht optimal. Das bedeutet für Eigentümer wie Nutzer ein… weiterlesen

Kleine Arbeiten, große Wirkung

Gerade bei älteren Heizungsanlagen lohnt sich auch der Blick auf die eingebaute Heizungspumpe. Das zählt zwar nicht zur Heizungseinstellung, bietet unter Umständen allerdings ein großes Sparpotenzial. Denn um Problemen bei der Wärmeverteilung vorzubeugen, wurden früher sehr große, überdimensionierte Heizungspumpen eingebaut. Seit den EU-Ökodesign-Vorgaben kommen beim Neueinbau praktisch nur noch Hocheffizienzpumpen zum Einsatz. Wird eine alte Heizungspumpe gegen so ein Modell ausgetauscht, lässt sich der Stromverbrauch der Pumpe um bis zu 80 Prozent senken.

Ist die Heizungspumpe überdimensioniert wird es teuer
Ist die Heizungspumpe überdimensioniert wird es teuer

Ebenfalls sinnvoll ist die Dämmung der Heizungsrohre in einem unbeheizten Heizungskeller. Jeder gedämmte Meter spart laut co2online je nach Fall elf bis 19 Euro pro Jahr — und für zugängliche, bisher ungedämmte Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen außerhalb beheizter Räume ist die Dämmung nach GModG (Anlage 8) grundsätzlich vorgeschrieben.

Sinnvolle Maßnahme: Die Dämmung der Heizungsrohre
Sinnvolle Maßnahme: Die Dämmung der Heizungsrohre

Pflicht-Check für größere Gebäude: die Heizungsprüfung nach § 60b GModG

Für viele Mehrfamilienhäuser ist die Optimierung inzwischen keine reine Kür mehr: Nach § 60b des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, bisher GEG) müssen Heizungsanlagen mit Wasser als Wärmeträger in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten geprüft und bei Bedarf optimiert werden. Anlagen, die vor dem 1. Oktober 2009 eingebaut wurden, sind bis zum 30. September 2027 an der Reihe; nach dem 30. September 2009 eingebaute Nicht-Wärmepumpen müssen innerhalb eines Jahres geprüft werden, nachdem sie 15 Jahre in Betrieb sind. Geprüft wird genau das, worum es in diesem Beitrag geht: ob Heizzeiten, Vorlauftemperaturen und weitere Regelungs-Parameter effizient eingestellt sind. Wärmepumpen sind gesondert zu prüfen: Neue Wärmepumpen in Gebäuden ab sechs Wohnungen oder Nutzungseinheiten können nach § 60a GModG prüfpflichtig sein; bei älteren Wärmepumpen sollte die Pflicht im Einzelfall fachlich geklärt werden. Ein regulärer Heizungs-Check zählt nur, wenn eine fachkundige Person den §-60b-Prüfumfang abdeckt und Ergebnis sowie Optimierungsbedarf schriftlich dokumentiert.

Welche Einstellung bringt wie viel?

Nicht jeder Handgriff lohnt gleich. So sortieren sich die Maßnahmen aus diesem Beitrag.

Sofort angehen

Wirkung: hochAufwand: gering

  • Heizzeiten und Nachtabsenkung ans Leben anpassen
  • Sommerbetrieb aktivieren, statt durchzuheizen
  • Heizkörper entlüften und Druck prüfen
  • Heizungsrohre im kalten Keller dämmen — 11–19 €/m und Jahr (co2online)

Einplanen

Wirkung: hochAufwand: hoch

  • Hydraulischer Abgleich vom Fachbetrieb — bis zu 15 % (co2online)
  • Pumpentausch: bis zu 80 % weniger Pumpenstrom

Nebenbei mitnehmen

Wirkung: niedrigAufwand: gering

  • Außentemperaturfühler nutzen, falls vorhanden

Eher zurückstellen

Wirkung: niedrigAufwand: hoch

  • Vorlauf drastisch absenken ohne Beratung — Vorsicht bei Warmwasser (Legionellen)

Sortiert nach Wirkung (oben = mehr) und Aufwand (links = weniger).

Einordnung heizsparer.de; Einsparwerte: co2online.
Heizkurve, Quelle: Wikipedia
Heizkurve verstehen und richtig einstellen

Wenn man das Potenzial seiner Heizung optimal ausnutzen möchte, bildet die Heizkurve ein wichtiges Puzzleteil. Durch die Heizkurve wird bestimmt,… weiterlesen

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