Heizkörper mit modernen Thermostaten nachrüsten
Komfortgewinn und Energieeinsparung
Mechanische Heizkörperventile funktionieren grundsätzlich, erfordern aber konsequentes Nachregeln und bieten weniger Komfort. Es gibt moderne, elektronische Thermostatventile mit zahlreichen Funktionen, die die Raumtemperatur in allen Räumen wunschgemäß automatisch regulieren. Ein Austausch alter Heizkörperventile beziehungsweise ein Nachrüsten mit modernen Thermostatköpfen ist nicht nur mit einem enormen Zugewinn an Komfort verbunden, sondern kann auch dazu beitragen, die Energiekosten deutlich zu reduzieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Elektronische Thermostate regeln die Raumtemperatur automatisch nach Zeitplan und können je nach Ausgangslage etwa 10 % Heizenergie sparen.
- Einfache programmierbare Modelle gibt es etwa ab 10–20 €, smarte App-fähige meist ab etwa 40 € und je nach System auch über 100 €; die Amortisation hängt vom Heizverhalten und der Gerätezahl ab.
- Der Austausch gelingt selbst; wenig sinnvoll ist er nur bei trägen Flächenheizungen und im Passivhaus.

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Wann lohnt sich eine Nachrüstung mit modernen Thermostatventilen?
Ein Austausch lohnt sich vor allem bei klassischen Heizkörpern, unregelmäßigen Anwesenheitszeiten oder älteren, schwergängigen Thermostaten. Einfache programmierbare Modelle gibt es bereits ab etwa 10 bis 20 Euro; ob sich die Investition schnell amortisiert, hängt aber vom bisherigen Heizverhalten, vom Dämmstandard und von der Zahl der Heizkörper ab. In großen Wohnungen und Häusern mit vielen Heizkörpern oder auch bei Wohngemeinschaften, in denen die Bewohner unterschiedlichste Anwesenheitszeiten haben, ist eine Nachrüstung häufig sinnvoll. Auf diese Weise hat jeder Einzelne die Möglichkeit, die Heizzeiten des Heizkörpers den individuellen Bedürfnissen entsprechend einzustellen.
Auch bei älteren Heizkörperventilen ist ein Austausch ratsam. Sie sind oft nur schwer einstellbar, sodass immer wieder nachjustiert werden muss, bis die gewünschte Zimmertemperatur erreicht ist.
Lohnt sich die Nachrüstung bei Ihnen?
Ob sich elektronische Thermostate auszahlen, hängt vor allem von Ihrer Heizung und Ihrem Alltag ab. Die wichtigsten Fälle auf einen Blick:
| Ihre Situation | Nachrüstung sinnvoll? |
|---|---|
| Alte, schwergängige Heizkörperventile | Ja – mehr Komfort und spürbar weniger Verbrauch |
| Schlecht gedämmter Altbau | Ja – hier ist das Sparpotenzial am größten |
| Unregelmäßige Anwesenheit, WG, mehrere Räume | Ja – jeder Raum lässt sich per Zeitplan einzeln steuern |
| Fußboden- oder Wandheizung | Kaum – die Flächenheizung reagiert zu träge |
| Passivhaus / sehr gut gedämmt | Nur für Komfort – der Spareffekt ist gering |
Empfehlung: In den meisten Wohnungen und Häusern mit klassischen Heizkörpern lohnt sich die Nachrüstung. Wer oft vergisst, die Heizung herunterzudrehen, profitiert am stärksten.

Wie viel kann man durch elektronische Thermostate sparen?
Wie viel Energie durch programmierbare Thermostatventile eingespart werden kann, hängt vom Einzelfall ab. Während manche Hersteller und Heizungsbauer von 15 Prozent ausgehen, nennen die Verbraucherzentralen Werte um 10 Prozent.
Die tatsächlichen Einsparmöglichkeiten hängen von Faktoren wie dem persönlichen Verhalten, den Heizkörpern, den Thermostaten und dem Dämmzustand des Hauses beziehungsweise der Wohnung ab:
- Persönliches Verhalten: Man vergisst schon mal, die Heizung abzudrehen -> Umrüstung lohnt sich
- Thermostate: Alte Ventile an Heizkörpern -> Umrüstung lohnt sich
- Dämmzustand: Schlecht oder kaum gedämmter Altbau -> Umrüstung lohnt sich
- Heizung: Flächenheizung wie Fußbodenheizung oder Wandheizung -> Umrüstung nicht sinnvoll

Was können moderne Thermostatventile?
Elektronische Thermostatventile sind mit zahlreichen Funktionen ausgestattet, die den Heizkomfort erhöhen und Energie einsparen. Sie messen und zeigen die Temperatur auf das Grad genau und mit Nachkommastelle an, sodass eine ganz exakte Temperatureinstellung vorgenommen werden kann.
In den digitalen Thermostatkopf ist ein kleiner Controller integriert, der verschiedene Ein- und Ausschaltzeiten speichern kann. Ein Elektromotor stellt das Ventil dann so ein, dass die für die gewählte Temperatur erforderliche Wassermenge fließt. So genannte „Intelligente Thermostate“ sind sogar schon so weit, dass sie sich nach einer kurzen „Lernphase“ automatisch auf das Verhalten der Hausbewohner einstellen können. Außerdem können sie über das Internet mit Laptop oder Smartphone von allen Orten der Welt aus bedient werden.

Es gibt darüber hinaus programmierbare Thermostatventile, die über eine automatische Fenster- und Türerkennung verfügen. Über Sensoren erhalten sie die entsprechenden Signale und fahren dann bei offenen Türen oder Fenstern die Heizung sofort komplett herunter. Mechanische Heizkörperventile bewirken genau das Gegenteil: Sie sorgen dafür, dass die Heizung hochgefahren wird, wenn die Temperatur abrupt abfällt, um den Temperaturunterschied auszugleichen. Dadurch geht enorm viel Energie verloren.
Thermostat-Typen im Vergleich
Von der einfachen Zeitschaltung bis zum selbstlernenden Smart-Home-Ventil – die Typen unterscheiden sich in Funktion und Preis.
| Typ | Funktion | Preis | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Mechanisch | manuelle Drehregelung, keine Zeitsteuerung | < 15 € | Übergangslösung |
| Elektronisch programmierbar | feste Heizzeiten pro Tag/Woche | ab ~20 € | die meisten Haushalte |
| Funk / Zentralsteuerung | mehrere Räume zentral koordiniert | ab ~40 € | größere Wohnungen |
| Smart / App | Fernsteuerung, Fenster-/Anwesenheitserkennung, Lernfunktion | ab ~40 €, getestete Modelle teils >100 € | Smart-Home, max. Komfort |
Für den Spareffekt genügt meist ein programmierbares Modell; smarte Funktionen erhöhen vor allem den Komfort.

Wie funktioniert der Austausch von Heizkörper-Thermostaten?
Der Austausch des Thermostatkopfs ist meist einfach und kann häufig selbst durchgeführt werden: Der alte Kopf wird gelöst und der neue nach Bedienungsanleitung auf das vorhandene Ventil gesetzt. Wichtig ist vor dem Kauf vor allem die Anschlussart am Ventil, häufig M30 x 1,5; bei älteren Danfoss-, Oventrop- oder Spezialventilen ist oft ein Adapter nötig.
Am freiliegenden Ventil selbst sollten Sie beim reinen Thermostatkopf-Wechsel nichts ändern; dabei tritt kein Heizwasser aus. Muss dagegen das Ventilunterteil oder ein Anschlussstück ersetzt werden, ist das ein Eingriff in den Heizungskreislauf und sollte von einem Fachbetrieb ausgeführt werden.
Während sich der Thermostatkopf einfach selbst wechseln lässt, ist der Austausch des kompletten Ventils oder der Anschlussstücke deutlich aufwendiger: Dafür muss der Heizkreis teilweise entleert werden (Rohrzange beziehungsweise Schraubenschlüssel und ein Auffangbehälter sind nötig). Diese Arbeit überlässt man besser einem Fachbetrieb.
Vorteilhaft sind Anschlussstücke, die ganz absperrbar sind oder an denen die Durchflussmenge des Heizwassers einstellbar ist, denn so können bei Bedarf auch einzelne Heizkörper abmontiert werden, ohne dass der gesamte Heizungskreislauf entleert werden muss.

Zentralsteuerung per Funk oder per App
Einen Schritt weiter als programmierbare Thermostate gehen Funkthermostate. Mittels einer zentralen Steuerung lassen sich damit beispielsweise verschiedene Heizkörper in der Wohnung koordinieren. Ein anderes Anwendungsbeispiel ist das Ausschalten aller Heizungen mit einem einzigen Knopfdruck beim Verlassen der Wohnung. Noch komfortabler sind Thermostate, die sich per App über das Smartphone steuern lassen.

Einen weiteren großen Vorteil bieten Funkthermostate, wenn sie mit mobilen Temperaturfühlern und/oder Tür- und Fensterkontakten ausgestattet sind. Werden die Fühler im Raum angebracht, messen sie die Temperaturen sehr viel genauer, als wenn sie in der Nähe eines geöffneten Fensters oder womöglich hinter einer Gardine direkt am Heizkörper installiert werden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Modelle, in denen beispielsweise Bewegungsmelder integriert sind und die Heizung automatisch herunterfahren, wenn niemand im Raum ist.

Fazit
Elektronische oder programmierbare Thermostate erhöhen den Bedienungskomfort der Heizung deutlich. Besonders sinnvoll sind sie bei klassischen Heizkörpern, unregelmäßiger Anwesenheit und bisher wenig konsequentem Herunterregeln. Weniger Spareffekt bringen sie bei trägen Heizungssystemen wie Fußbodenheizungen oder bei sehr gut gedämmten Gebäuden. Je nach Ausgangslage können programmierbare Thermostate Energie und Kosten sparen; als Orientierungswert nennt das Umweltbundesamt etwa 10 % Heizenergie. Einfache programmierbare Modelle beginnen etwa bei 10 bis 20 Euro, smarte App-Modelle etwa ab 40 Euro und je nach System auch darüber.
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