Witterungsgeführte Regelung mit Außentemperaturregler
Bei der witterungsgeführten Regelung misst ein Außentemperaturfühler im Freien die Außenlufttemperatur; die eigentliche Regelung in der Heizungsanlage passt daraus über die Heizkurve die Vorlauftemperatur an. Wie das funktioniert und wie man den Fühler an der Außenfassade sinnvoll anbringt, erfahren Sie in diesem Artikel.
Heizungsregelung mit Außentemperaturregler: das Wichtigste in Kürze
- Die witterungsgeführte Regelung passt die Vorlauftemperatur automatisch an die Außentemperatur an — gesteuert über die individuell eingestellte Heizkurve.
- Damit das funktioniert, muss der Außenfühler richtig sitzen: nordseitig, in mittlerer Höhe und fern von Sonne und Wärmequellen.
- Für neue Zentralheizungen ist eine selbsttätige Regelung Pflicht (§ 61 GEG) — sie lässt sich in Bestandsgebäuden auch nachrüsten.

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So funktioniert eine witterungsgeführte Regelung
Der Außentemperaturfühler misst die Außentemperatur regelmäßig und liefert die Ergebnisse an die Heizungsanlage weiter. Aus den gemessenen Werten wird mithilfe der Heizkurve, auch Heizkennlinie genannt, die entsprechende Vorlauftemperatur für das Heizsystem ermittelt.
Diese bildet das Abhängigkeitsverhältnis von Vorlauftemperatur und Außentemperatur ab. Je niedriger die Außentemperatur ist, desto größer sind die Wärmeverluste des Gebäudes; damit die Räume trotzdem die gewünschte Temperatur halten, hebt die Regelung die Vorlauftemperatur im Heizkreis an.

Die Heizkurve wird je nach Heizsystem und Gebäude individuell vom Heizungsfachmann eingestellt.
Witterungsgeführte Regelung: Stärken und Grenzen
Vorteile
- Reagiert vorausschauend auf das Wetter und hält die Vorlauftemperatur gleichmäßig.
- Spart Energie, besonders in der Übergangszeit.
- Kann die GEG-Anforderung an die selbsttätige Regelung erfüllen, sofern die Anlage auch zeitabhängig steuert.
- Lässt sich in Bestandsgebäuden nachrüsten.
Nachteile
- Berücksichtigt keine inneren Wärmegewinne durch Sonne, Personen oder Geräte — Räume können dann zu warm werden.
- Die Genauigkeit hängt stark von der richtigen Montage des Außenfühlers ab.
- Bedarfsgerecht wird es oft erst mit Thermostatventilen oder einer Raumaufschaltung.
Außentemperaturregler richtig an der Fassade montieren
Die Montage des Außenfühlers ist entscheidend für eine effektive Regelung der Heizung. Sie hilft, Fehlmessungen zu vermeiden, kann Energie sparen und unterstützt ein stabiles Raumklima.
Der Regler sollte möglichst keine Extremwerte durch direkte Sonneneinstrahlung oder Ähnliches messen. Denn dann kann es passieren, dass die Heizung im Innern zu niedrig regelt und die Raumtemperaturen nicht ausreichen.
Außenfühler richtig montieren: die drei Schlüsselpunkte
Himmelsrichtung
Meist ideal sind Nord-, Nordost- oder Nordwestseite. Ost oder West nur ohne verfälschende Sonne; die Südseite nur dauerhaft abgeschattet und nach Herstellerangabe.
Abstand zu Wärmequellen
Nicht über Fenstern und Türen, unter Balkonen oder nahe Schornstein und Abluft montieren — das verfälscht die Messung.
Montagehöhe
Auf halber Gebäudehöhe anbringen; dort liefert der Fühler die besten Mittelwerte, nicht zu bodennah.

Himmelsrichtung beachten
Für die Montage eines Außenfühlers empfehlen viele Hersteller die Nord-, Nordost- oder Nordwestseite des Hauses. Steht diese nicht zur Verfügung, kommen je nach Anlage auch Ost- oder Westseiten in Betracht; wichtig ist, dass direkte Sonneneinstrahlung die Messung nicht verfälscht. Eine Südseite ist in der Regel ungünstig und sollte nur nach Herstellerangabe beziehungsweise bei dauerhaft abgeschattetem Fühler gewählt werden.
Zusätzliche Wärmequellen vermeiden
Überall, wo Wärme abgeben wird oder sich warme Luft stauen kann, sollte ebenfalls kein Außentemperaturregler angebracht werden. Das bedeutet, dass rund um Fenster und Türen oder unter Balkonen oder Fassadenvorsprüngen sowie in der Nähe von Schornsteinen oder der Austrittsstelle von warmer Abluft kein guter Platz zur Montage ist. Dies würde zur Verfälschung der weitergeleiteten Werte führen.
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Montagehöhe ist entscheidend
Bei der Montagehöhe ist der goldene Mittelweg anzustreben, sodass die Wärmesituation des Hauses oder der Etage möglichst gut erfasst werden kann. Soll eine witterungsgeführte Heizung ein ganzes Haus mit Wärme versorgen, empfiehlt es sich, nicht nur die oben genannten Parameter zu beachten, sondern den Außentemperaturregler auch auf halber Höhe anzubringen.
Von dort liefert der Fühler die besten Mittelwerte der vorherrschenden Temperaturen. Am Boden könnten diese beispielsweise nach einer langen kalten Nacht noch sehr niedrig sein, obwohl Sonnenstrahlen die Luft bereits gewärmt haben. Dadurch würde der Außenfühler die Heizung zu sehr hochfahren.
Witterungsgeführte Regelung nachrüsten
Witterungsgeführte Regelungen können in Bestandsgebäuden auch nachgerüstet werden – und wenn eine Zentralheizung die zentrale selbsttätige Regelung nach § 61 GEG noch nicht hat, ist die Nachrüstung bereits seit dem 30. September 2021 vorgeschrieben. Das Gebäudeenergiegesetz (§ 61 GEG) verlangt beim Einbau einer Zentralheizung zentrale selbsttätig wirkende Einrichtungen, die die Wärmezufuhr und elektrische Antriebe abhängig von der Außentemperatur (oder einer anderen geeigneten Führungsgröße) und der Zeit regeln.
Viele Heizungshersteller bieten für die unterschiedlichsten Heizungstypen entsprechende witterungsgeführte Reglungssysteme an. Drahtlose Varianten sind besonders geeignet für die Nachrüstung.
Als grobe Orientierung: Einfache witterungsgeführte Heizkreisregler mit Außenfühler liegen als Material häufig ab etwa 300 bis 400 Euro; Einbau, Verdrahtung und die Anpassung der Heizkurve kommen hinzu und hängen vom Heizgerät und Regelungssystem ab (Preisstand 2026).
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