Heizkennlinie

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Die Heizkennlinie: Heizkurve richtig einstellen

Die Heizkurve, fachspezifisch auch Heizkennlinie genannt, sorgt für die „ideale“ Temperatur der Heizungsanlage. Die Heizkennlinie ist die grafische Darstellung einer mathematischen Formel und beschreibt das Verhältnis zwischen der Außentemperatur und der Vorlauftemperatur.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Heizkurve legt fest, wie warm das Heizwasser je nach Außentemperatur wird – sie gilt nur für witterungsgeführte Regelungen.
  • Faustregel: Je kälter es draußen, desto höher die Vorlauftemperatur; oberhalb der eingestellten Heizgrenze (oft 12–17 °C) bleibt die Heizung aus.
  • Die Neigung steht für Heizfläche und Dämmung: flach (um 0,3) für Fußbodenheizung/Wärmepumpe, steil (1,4–1,6) für Altbau-Heizkörper.
  • Die optimale Einstellung findet man durch schrittweises Probieren und Protokollieren – im Zweifel mit Fachbetrieb.
Heizung richtig einstellen © Alexander Raths, stock.adobe.com
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Y = Y1 + (X – X1) * ((Y2 – Y1) / (X2 – X1))

Eine Heizkurve ist nur bei Heizungsanlagen mit einer sogenannten witterungsgeführten Regelung einzustellen. Um die Außentemperatur zu erfassen, verfügen solche Heizungsanlagen über einen oder mehrere Außentemperaturfühler. Die Außentemperatur ist in der Heizkennlinie die Führungsgröße. An ihr orientiert sich die Vorlauftemperatur der Heizungsanlage. Jede Veränderung hat somit Einfluss auf die Vorlauftemperatur. Der Verlauf der Heizkurve ist leicht gekrümmt, da die Wärmeabgabe der Heizflächen bei unterschiedlichen Temperaturen nicht linear verläuft.

Der Temperaturfühler misst die Außentemperatur
Der Temperaturfühler misst die Außentemperatur. Diese hat Einfluss auf die Vorlauftemperatur
Regel: Je niedriger die Außentemperatur, desto höher ist die Vorlauftemperatur!

Die Vorlauftemperatur bestimmt die Temperatur des Heizwassers und hat somit einen entscheidenden Einfluss auf die Effizienz der Heizungsanlage. Die Vorlauftemperatur ist daher der zentrale Punkt bei der Einstellung der Heizkurve.

Regel: Der obere Bezugspunkt vieler Heizkurven liegt bei etwa 20 °C Raum-/Außentemperatur. Die tatsächliche Heizgrenze ist jedoch gebäude- und regelungsabhängig und liegt oft bei etwa 12 bis 17 °C.

Der Auslegungspunkt der Heizkurve orientiert sich an der Norm-Außentemperatur des Standorts und der dafür notwendigen Vorlauftemperatur; aktueller Normbezug für die Heizlast ist DIN EN 12831-1 mit DIN/TS 12831-1.

Zu hohe Vorlauftemperaturen führen unter anderem zu steigenden Wärmeverlusten, zu niedrige Temperaturen verhindern, dass es ausreichend warm im Haus wird. Um die richtigen Werte zu finden, ist es ratsam, einen Heizungsfachmann hinzuzuziehen. Laien bleibt in der Regel nur, sich an Erfahrungswerten zu orientieren.

Heizkurve: die wichtigsten Begriffe

Heizkurve / Heizkennlinie

Zusammenhang zwischen Außen- und Vorlauftemperatur – je kälter draußen, desto wärmer das Heizwasser.

Neigung (Steilheit)

Wie stark die Vorlauftemperatur bei sinkender Außentemperatur steigt. Flach = Flächenheizung, steil = Altbau-Heizkörper.

Niveau

Hebt oder senkt die gesamte Kurve gleichmäßig – sinnvoll z. B. nach besserer Dämmung.

Führungsgröße

Der Messwert, an dem sich die Regelung orientiert – bei witterungsgeführten Anlagen die Außentemperatur.

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Beispielkonfigurationen:

Beispiele zur Heizkennlinie
Beispiele zur Heizkennlinie

Beispiel Heizkörper:

Ein Raum soll auf 20 °C erwärmt werden. Der dort verbaute Heizkörper ist für eine Vorlauftemperatur von 70 °C bei einer tiefsten Außentemperatur von minus 15 °C ausgelegt.

Die Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Raumtemperatur beträgt:

70 °C−20 °C = 50 °C

Die Differenz zwischen Raumtemperatur und Außentemperatur beträgt:

20 °C – (-15 °C) = 35 °C

Das Verhältnis zwischen 50 °C zu 35 °C beträgt:

50 °C / 35 °C = 1,43

=> entspricht in der Heizkennlinie einer Neigung von rund 1,4

Beispiel Fußbodenheizung:

Ein Raum soll auf 20 °C erwärmt werden. Die dort verbaute Fußbodenheizung ist für eine Vorlauftemperatur von 40 °C bei einer tiefsten Außentemperatur von minus 15 °C ausgelegt.

Die Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Raumtemperatur beträgt:

40 °C−20 °C = 20 °C

Die Differenz zwischen Raumtemperatur und Außentemperatur beträgt:

20 °C – (-15 °C) = 35 °C

Das Verhältnis zwischen 20 °C zu 35 °C beträgt:

20 °C / 35 °C = 0,57

=> entspricht in der Heizkennlinie einer Neigung von rund 0,6

Beispiel Wärmepumpe:

Ein Raum soll auf 20 °C erwärmt werden. Die Wärmepumpenanlage als Energieerzeuger ist für eine Vorlauftemperatur von 25 °C bei einer tiefsten Außentemperatur von minus 15 °C ausgelegt.

Die Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Raumtemperatur beträgt:

25 °C−20 °C = 5 °C

Die Differenz zwischen Raumtemperatur und Außentemperatur beträgt:

20 °C – (-15 °C) = 35 °C

Das Verhältnis zwischen 5 °C zu 35 °C beträgt:

5 °C / 35 °C = 0,14

=> entspricht in der Heizkennlinie einer Neigung von 0,14

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Heizkurve anpassen

Die Heizkurve wird an einem Regler der Heizungselektronik eingestellt. Dieser verändert mit Hilfe des Außentemperaturfühlers die Höhe der Vorlauftemperatur. Um die optimale Vorlauftemperatur zu finden, müssen oftmals verschiedene Einstellungen ausprobiert werden. Es empfiehlt sich ein Protokoll anzulegen, in dem die Einstellungen von Vorlauf- und Außentemperatur notiert werden.

Für das Niveau der Heizkurve bei einer bestehenden Anlage lassen sich folgende Anpassungen vornehmen:

  • Ist die Raumtemperatur grundsätzlich zu niedrig: Niveau erhöhen
  • Ist die Raumtemperatur insbesondere an kalten Tagen zu niedrig: Neigung erhöhen
  • Ist die Raumtemperatur in der Übergangszeit zu niedrig, an kalten Tagen aber ausreichend: Niveau erhöhen und Neigung senken
  • Ist die Raumtemperatur in der Übergangszeit zu hoch, an kalten Tagen aber ausreichend: Niveau senken und Neigung erhöhen
Für die optimale Heizkurve wird die Vorlauftemperatur angepasst
Für die optimale Heizkurve wird die Vorlauftemperatur angepasst
DIe Heizkurve sollte optimal eingestellt sein
Die Heizkurve sollte optimal eingestellt sein

Richtwerte für die Heizkurve

Welcher Wert bei der Neigung der Heizkurve eingestellt werden muss, hängt von vielen Faktoren ab und kann nicht pauschal bestimmt werden. Neben der Wärmedämmung des Gebäudes spielt auch die Art der Heizflächen eine Rolle.

Als Orientierungshilfe können folgende Richtwerte für die Neigung der Heizungskennlinie verwendet werden:

Richtwerte für die Neigung der Heizkurve

Die Neigung hängt von Heizfläche und Dämmung ab: je größer die Heizfläche und besser gedämmt, desto flacher die Kurve. Hersteller nennen für Wärmepumpen/Flächenheizung meist 0,2–0,4 (sehr gut gedämmt ggf. darunter). Die Werte sind Startpunkte – die Feinjustierung erfolgt nach Erfahrung.
Gebäude / HeizflächeNeigung (Richtwert)Einordnung
Wärmepumpe (niedrige Vorlauftemperatur)0,2–0,4sehr flach
Gut gedämmt + Fußbodenheizung0,3–0,5flach
Gut gedämmt + Heizkörper1,0–1,2mittel
Älteres Gebäude + Heizkörper1,4–1,6steil
Quelle: Orientierungswerte nach Viessmann und energie-experten
Heizkurve: Je besser die Dämmung desto flacher die Heizkurve
Heizkurve: Je besser die Dämmung desto flacher die Heizkurve

Heizkurve und Wärmepumpe: Eine flache Kurve zahlt sich aus

Je flacher die Heizkurve eingestellt werden kann, desto niedriger die Vorlauftemperatur – und desto effizienter arbeitet die Heizung. Das ist zugleich eine wichtige Voraussetzung für einen späteren Wärmepumpen-Betrieb, der auf niedrige Vorlauftemperaturen angewiesen ist. Kleine Absenkungen der Vorlauftemperatur können den Verbrauch reduzieren, solange die Wunschtemperaturen weiterhin erreicht werden – vorausgesetzt, Heizflächen und hydraulischer Abgleich passen.

Heizkurve, Quelle: Wikipedia
Heizkurve verstehen und richtig einstellen

Wenn man das Potenzial seiner Heizung optimal ausnutzen möchte, bildet die Heizkurve ein wichtiges Puzzleteil. Durch die Heizkurve wird bestimmt,… weiterlesen

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