Effiziente Heizungspumpe nutzen

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Digitales Heizungsthermostat
Heizungspumpe © VdZ

Wenn man schläft, sinkt die Herzfrequenz. Ganz anders sieht es aus, wenn einem ein Schreck in die Glieder fährt oder wenn man sich beim Sport nach Kräften austobt: Das Herz rast dann zeitweise so schnell, dass man es förmlich pochen hören kann. Ähnlich wie beim Herz-Kreislauf-System ist es auch beim Heiz-Kreislauf-System: Die Heizungspumpe hält den Kreislauf in Gang und sorgt dafür, dass das Trägermedium, beispielsweise Heizwasser, im Haus zirkuliert. Sinnvoll wäre es, wenn sich die Heizungspumpe wie das Herz den aktuellen Anforderungen anpasst und beispielsweise nur dann auf Hochtouren läuft, wenn es nötig ist. Die Realität sieht meist anders aus: Ältere Pumpen sind vielfach nicht regelbar und arbeiten auf konstant hohem Niveau, unabhängig davon, wie viel Heizwärme benötigt wird. Auch bei neueren Pumpen kann sich der Austausch lohnen, denn Hocheffizienz-Modelle machen sich insbesondere bei weiter steigenden Strompreisen schnell bezahlt.

Stromkosten sind entscheidender Kostenfaktor

Abgesehen von der unnötigen Energieverschwendung hat der konstante und ungeregelte Betrieb einer Heizungspumpe einen weiteren gravierenden Nachteil: Er kostet viel Geld. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) kann die Pumpe einen Anteil von bis zu einem Fünftel an den gesamten Stromkosten eines Haushalts verursachen. Dabei geht nicht nur der Dauerbetrieb ins Geld. Meist sind die Pumpen darüber hinaus oftmals falsch eingestellt oder überdimensioniert. Früher rechneten Installateure sicherheitshalber einen sogenannten Angstzuschlag ein, um sicherzugehen, dass das Gebäude auch bei Schwankungen im System warm genug wird. Im Rahmen des Optimus-Projekts, das Sie aus dem vorangegangenen Kapitel bereits kennen, wurde festgestellt, dass die Heizungspumpen in der Regel dreimal so groß sind wie nötig. Das Umweltreferat der Stadt Frankfurt hat errechnet, dass die mehr als 30 Millionen Umwälzpumpen, die derzeit in Deutschland im Einsatz sind, 15,6 Milliarden Kilowattstunden (kWh) im Jahr verbrauchen. Zum Vergleich: So viel Strom verbraucht der gesamte Bahnverkehr inklusive U- und S-Bahnen.

Der Stromverbrauch kann bei vielen Modellen bereits am Typenschild abgelesen werden. Ein Gang in den Keller zur Heizungsanlage lohnt sich, wenn man weiß, dass hocheffiziente Heizungspumpen und ein optimiertes Heizungssystem bis zu 80 Prozent der Stromkosten einsparen können. Moderne Hocheffizienz-Pumpen liefern schon mit einer Leistungsaufnahme von 15 kWh ausreichende Wärme. Ist die Angabe auf der eigenen Heizungspumpe bedeutend höher, sollte ernsthaft über einen Austausch nachgedacht werden. Angesichts der derzeitigen Strompreise von durchschnittlich etwa 29 Cent/kWh (Stand: Januar 2019) ist das Einsparpotenzial groß – und es wird umso größer, je höher die Strompreise steigen.

Heizungspumpe Strom sparen
Heizungspumpe Stromsparpotential, Bildquelle: co2online gGmbH

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Heizungen sind „intelligenter“ geworden

Grundsätzlich sind vier Pumpentypen zu unterscheiden. Komplett ungeregelte Standardpumpen werden bereits seit rund zwei Jahrzehnten nicht mehr eingebaut, sind unter Umständen aber noch in sehr alten Gebäuden in Gebrauch. Eine bessere, wenn auch in der Regel keine gute Energiebilanz weisen mehrstufige ungeregelte Heizungspumpen auf. Ähnlich wie bei einem Heizkissen lassen sich hier drei unterschiedliche Leistungsstufen einstellen, das System läuft also zumindest nicht permanent auf hohem Niveau.

Elektronisch druckgeregelte Heizungspumpen passen sich der Heizsituation im Gebäude selbsttätig an. Sie regeln sich hoch, wenn viele Heizungen aufgedreht sind, also viel Wärme benötigt wird. Lässt der Druck im Heizsystem nach, schrauben die Pumpen auch ihre Leistung automatisch nach unten. Nach Angaben der Stiftung Warentest läuft eine elektronisch druckgeregelte Heizung nur in sechs Prozent der Betriebszeit mit voller Leistung. Im Vergleich zu einer ungeregelten Pumpe, die ständig auf Hochtouren läuft, wird das Einsparpotenzial schnell deutlich.

Moderne Heizungspumpen: Hohe Effizienz, niedrige Kosten

Am modernsten und gleichzeitig am sparsamsten sind moderne geregelte Hocheffizienz-Pumpen. Vom Prinzip mit den druckgeregelten Pumpen vergleichbar, arbeiten sie mit einem optimierten und elektronisch geregelten Motor, der den Stromverbrauch auf Werte zwischen derzeit sechs und 30 Watt senkt. Die Preise für Hocheffizienz-Pumpen sind in den vergangenen Jahren gesunken, günstige Modelle sind bereits ab 100 Euro zuzüglich der Kosten für den Einbau erhältlich. Angesichts der Lebensdauer einer Heizungspumpe von durchschnittlich 15 bis 20 Jahren ist die Investition in eine effiziente Pumpe in den meisten Fällen eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung. Die Preise für Standardpumpen liegen zwar unter denen von Hocheffizienz-Pumpen, doch wird der Kostenvorteil schnell durch die jährlich anfallenden Verbrauchskosten zunichtegemacht.

Was beim Austausch der Heizungspumpe noch beachtet werden sollte

Ist die alte Pumpe in den Heizkessel integriert, sollte der Hersteller dem LfU zufolge gefragt werden, ob sie gegen eine Hocheffizienz-Pumpe ausgetauscht werden darf. Bei manchen dieser Modelle könne es sein, dass die Pumpenleistung nicht ausreicht, um das Wasser schnell genug vom Kessel in den Kreislauf zu pumpen. Unter Umständen könne dies zu einer Überhitzung und Beschädigung des Kessels führen.

Darüber hinaus sollte auf das Energielabel des gewünschten neuen Pumpenmodells geachtet werden. Ähnlich wie bei Kühlschränken oder anderen elektrischen Geräten zeigt ein Aufkleber mit Farbskala, welcher Leistungsklasse die Pumpe zuzurechnen ist. Hocheffizienzpumpen zählen zur Energieeffizienzklasse A.

Darüber hinaus ist der Austausch einer Heizungspumpe der ideale Zeitpunkt, um gleichzeitig einen hydraulischen Abgleich durchzuführen. Er kann die Energiekosten nochmals beträchtlich senken. Mehr zum hydraulischen Abgleich lesen Sie hier.


Weiterführende Informationen:

sparpumpe.de informiert über Heizungspumpen, Stromkosten und die
Förderung der KfW.
Infoblatt „Hocheffiziente Heizungsumwälzpumpen“ des Bayerischen Landesamt für Umwelt

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