Heizungspumpe modernisieren

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Heizungspumpe modernisieren und Energie sparen

Heizungspumpe modernisieren
Heizungskomponenten © Yury Maryunin, fotolia.com

Heizungspumpen sind eines der Verschleißteile einer Heizungsanlage, die für ihren Betrieb meist einen ordentlichen Beitrag zur Stromrechnung liefern. Am Ende einer normalen Laufzeit, die zwischen 10 – 15 Jahren liegt, ist meist die Technologie so vorangeschritten, dass eine Anpassung der Pumpe an den Stand der Technik wirtschaftlich ist.
Pumpen fördern das Heizwasser im Kreis, um die Wärme zu verteilen. Vor Jahrzehnten gab es noch Anlagen, die auf Pumpen verzichteten und alleine die Thermik als Umwälzmoter verwendet haben. Dies ist unwirtschaftlich, da Rohrdimensionen benötigt werden, die eine riesige Oberfläche zum Auskühlen darstellen.

Alte Heizungspumpen sind Stromfresser

Pro Heizperiode wälzen alten Heizungspumpen rund 6.000 Stunden lang warmes Wasser um. Dabei wird nicht berücksichtigt, ob die volle Leistung überhaupt vonnöten ist. Die Umwälzpumpe arbeitet also im Dauerbetrieb, ohne auf den Bedarf zu achten. Aus diesem Grund sind veraltete Modelle, die unreguliert arbeiten, immense Stromverschwender. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online hat am Beispiel eines Einfamilienhauses mit drei Personen errechnet, wie groß das Einsparpotenzial sein kann. So verbraucht eine alte Pumpe im Jahr 400 bis 600 Kilowattstunden (kWh) Strom. Bei einem angenommenen Strompreis von 29 Cent pro kWh entspricht das jährlichen Ausgaben von 116 bis 174 Euro. Eine moderne Pumpe benötigt lediglich 50 bis 100 kWh pro Jahr, verursacht also jährliche Ausgaben zwischen 14,5 und 29 Euro. Im Gegensatz zum Wärmeerzeuger ist der Austausch der Heizungspumpe schon für einen niedrigen dreistelligen Euro-Betrag zu bewerkstelligen. Die Materialkosten für die Pumpe allein liegen je nach Modell sogar weit darunter, sodass sich der Austausch insbesondere bei älteren Modellen sehr schnell amortisieren kann.

Heizungspumpe Strom sparen
Heizungspumpe Stromsparpotential, Bildquelle: co2online gGmbH

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Diese Pumpentypen gibt es

Im direkten Vergleich schneiden ungeregelte Heizungspumpen am schlechtesten ab. Einstufige Modelle sind längst veraltet und bieten keinerlei Möglichkeit, die Leistung individuell zu regeln. Mehrstufige ungeregelte Pumpen sind besser, aber nicht optimal. Sie lassen sich nur in begrenztem Maß steuern. Die Abstufungen sind bei in der Regel lediglich drei vorgegebenen Einstellungen viel zu ungenau, um die Leistung der Pumpe tatsächlich effizient an den Wärmebedarf der Bewohner anzupassen. Ein geringes Einsparpotenzial besteht immerhin, wenn die Leistung um eine oder zwei Stufen heruntergeregelt werden kann, ohne Abstriche bei der Wärmeversorgung in Kauf nehmen zu müssen.

Elektronisch geregelte Standard-Pumpen passen sich selbsttätig dem Druck im Heizungssystem an und liefern gerade so viel Wärme, wie sie im Haus oder in der Wohnung gerade benötigt wird. Da die Heizkörper so gut wie nie durchgängig auf höchster Stufe aufgedreht sind, laufen solche Systeme die meiste Zeit in relativ geringer Teillast – und verbrauchen somit viel weniger Strom als eine vollkommen ungeregelte Pumpe.

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Digitales Heizungsthermostat
Heizungspumpe © VdZ

Die technisch beste Lösung ist eine Hocheffizienz-Heizungspumpe. Auch sie ist elektronisch geregelt, verfügt aber über einen optimierten Motor, der die Leistungsaufnahme auf bis zu drei Watt senken kann. Diese Modelle sind zwar teurer als die Standard-Pumpen, jedoch hält sich die Investition bei Preisen von 100 Euro an aufwärts immer noch in überschaubarem Rahmen. Werkelt im Keller noch eine ungeregelte Heizungspumpe, hat sich die Investition in der Regel innerhalb von zwei Jahren amortisiert.

Allerdings gibt es selbst in diesem Segment noch Leistungsunterschiede. Seit 2013 gibt es keine neuen Umwälzpumpen mit den Energieeffizienzlabeln, wie sie etwa von Kühlschränken bekannt sind, mehr auf dem europäischen Markt. Gemäß Ökodesign-Richtlinie werden sie seitdem mit dem sogenannten Energieeffizienzindex (EEI) eingestuft. Sie gelten als hocheffizient, wenn der Index bei 0,20 oder darunter liegt.

Die optimale Dimensionierung der Heizungspumpe

Neben der Effizienz einer Heizungspumpe spielt ihre Dimensionierung eine große Rolle. Ist sie zu klein bemessen, arbeitet sie unter Umständen zu oft am Limit – mit den Folgen, dass sie schneller verschleißt und mehr Strom braucht als nötig. In älteren Gebäuden findet sich jedoch oftmals das Gegenteil. Ähnlich wie bei dem Wärmeerzeuger galt in früheren Zeiten oftmals das Credo: „Viel hilft viel“. Manche Anlagen sind mehrfach überdimensioniert und somit sehr viel größer und energiehungriger als für die zu beheizende Fläche eigentlich nötig.

Für die Berechnung der optimalen Leistung der Heizungspumpe gibt es Faustregeln wie jene, die das Energiereferat der Stadt Frankfurt veröffentlicht hat: Teilt man die beheizbare Wohnfläche durch 5, erhält man einen Richtwert für Standardpumpen. Bei einer zu beheizenden Fläche von 250 Quadratmetern entspricht dies also einer nötigen Leistung von 50 Watt. Bei Hocheffizienz-Pumpen wird durch 15 dividiert, so dass in diesem Beispiel eine Leistung von rund 17 Watt (250:15) benötigt würde.

Ist tatsächlich ein Austausch geplant, erweisen sich solche Überschlagsregeln jedoch als zu ungenau. Hier sollte ein Fachmann ans Werk, der nach Möglichkeit viel Erfahrung sowie Referenzen vorweisen kann.

Hydraulischer Abgleich ist Pflicht

Vor der Installation einer neuen Heizungspumpe ist ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage Pflicht. Wasser nimmt den Weg des geringsten Widerstands, was dazu führen kann, dass weiter vom Wärmeerzeuger entfernt stehende Heizkörper nicht so warm werden wie solche, die in seiner Nähe stehen. Anstatt die Heizung immer höher aufzudrehen oder gleich die gesamte Leistung der Anlage hochzufahren, ist es langfristig sinnvoller, den Abgleich trotz Kosten ab 300 Euro aufwärts durchzuführen. Anhand einer ausgiebigen Prüfung werden dabei alle Komponenten des Heizungssystems optimal aufeinander abgestimmt. Das erspart den Bewohnern nicht nur das Rauschen und Gluckern mancher Rohre mit Durchflussstörungen. Entscheidend ist, dass aufgrund des sparsameren Betriebs sowohl der Wärmeerzeuger als auch die Heizungspumpe mit einer möglichst niedrigen Leistung arbeiten. Das spart sowohl Brennstoffe als auch Stromkosten.

Bei der Auswahl einer Heizpumpe ist folgendes zu beachten

  • Welcher Volumenstrom muss gefördert werden bei welchem Netzwiderstand?
    Pumpen werden anhand ihren Pumpenkennlinie ausgewählt und eingebaut. Diese Kennlinie zeigt den förderbaren Volumenstrom in Abhängigkeit des Widerstandes. Daher sind beide Kenngrößen wichtig.
  • Wie hoch ist die Antriebsleistung?
    Moderne Pumpen erreichen mit wesentlich geringerer Antriebsleistung die gleiche Kennlinie wie ihre älteren Kollegen. Jedoch sind auch diese Formen – wesentlich billiger – nach wie vor auf dem Markt erhältlich. Eine intelligente Pumpenauswahl wird die günstigste und nicht die billigste Pumpe aufzeigen.
  • Ist ein Tausch bei gleichem Pumpensitz möglich?
    Ist der Pumpensitz der gleiche, können Pumpen meist sehr einfach mit Hilfe von 4 Imbusschrauben gewechselt werden. Doch Vorsicht: Auch die Form des Pumpensitzes trägt zur Verbesserung des Wirkungsgrades einer Pumpe bei. Auch wenn sie passen sollte kann u.U. ein Kompletttausch sinnvoll sein.
  • Wird Wechsel- oder Drehstrom benötigt?
    Zur Vorbereitung der elektrischen Anschlussart sind solche Daten notwendig. Elektrische Anschlüsse müssen stets vom Elektriker durchgeführt werden.
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