Sinkt der Druck in der Heizung ab, wird das von den Hausbesitzern meist erst bemerkt, wenn die Heizkörper kalt bleiben. Ein langsamer Druckverlust über den langen Einsatz einer Heizung ist sogar normal. Allerdings können auch andere Ursachen dahinterstecken, wenn die Heizung Druck verliert.
Wer die ersten Anzeichen erkennt und die möglichen Ursachen einschätzen kann, kann frühzeitig reagieren und die Auswirkungen mildern. So kommt es nicht zu einer kalten Heizung und diese wird vor Schäden bewahrt.
Lesen Sie hier, wie Sie merken, wenn Ihre Heizung Druck verliert und welche Gründe das haben kann.
Heizung verliert Druck: das Wichtigste in Kürze
- Ein langsamer Druckverlust über die Jahre ist normal — fällt der Druck schnell oder unter 1,0 bar, steckt meist ein Defekt dahinter.
- Im Einfamilienhaus liegt der übliche Heizungsdruck bei kalter Anlage meist zwischen 1,0 und 2,0 bar, ablesbar am Manometer nahe dem Kessel.
- Häufige Ursachen sind zu häufiges Entlüften, eine undichte Leitung, ein defektes Ausdehnungsgefäß oder ein defektes beziehungsweise falsch ausgelegtes Sicherheitsventil.
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Wie erkennt man den Druckverlust?
Ist der Heizkörper erst einmal kalt, ist die Ratlosigkeit über die Ursache meist groß. Ein Blick auf das Manometer der Heizung reicht aus, um zu erkennen, ob ein Druckverlust im Heizsystem Schuld daran ist.

Wer es erst gar nicht so weit kommen lassen möchte, blickt in regelmäßigen Abständen zur Kontrolle auf das Manometer seiner Heizung. So können eventuelle Druckverluste schnell erkannt und dann auch behoben werden.

In vielen Einfamilienhäusern zeigt das Manometer bei kalter Anlage etwa 1,0 bis 2,0 bar an; bei zwei Geschossen sind häufig rund 1,2 bis 1,8 bar passend, höhere Gebäude benötigen mehr Druck. Der genaue Sollwert steht in der Anlagenunterlage oder wird vom Fachbetrieb festgelegt. Sinkt der Wert unter etwa 1,0 bar, sollte Heizwasser nachgefüllt und bei wiederholtem Druckverlust die Anlage geprüft werden.
Heizungsdruck am Manometer richtig einordnen
| Anzeige am Manometer | Bedeutung | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| unter 1,0 bar | zu niedrig — Heizkörper können kalt bleiben | Heizwasser nachfüllen; bei wiederholtem Abfall prüfen lassen |
| 1,0–2,0 bar | häufiger Betriebsbereich (kalte Anlage) | im üblichen Bereich — Druck gelegentlich kontrollieren |
| über 2,5 bar | zu hoch — Sicherheitsventil kann öffnen | Ursache vom Fachbetrieb klären lassen |
Faustregel: Der Vordruck des Ausdehnungsgefäßes liegt bei etwa der statischen Anlagenhöhe in Metern geteilt durch 10 plus rund 0,2 bar; der Fülldruck der kalten Anlage meist etwa 0,3 bar darüber. Die genauen Werte legt der Fachbetrieb fest. Das Sicherheitsventil öffnet je nach Anlage meist bei 2,5 bis 3,0 bar.

Gründe für einen sinkenden Heizungsdruck
Häufiges Entlüften
Beim Entlüften der Heizung wird das Entlüftungsventil der Heizkörper so lange geöffnet gehalten, bis keine Luft mehr austritt und Wasser kommt. Wird dies sehr häufig wiederholt, kann es zu einem Wasserverlust kommen, der wiederum zu einem sinkenden Heizungsdruck führt.

Denn je mehr Wasser aus dem Heizungssystem genommen wird, desto geringer ist der Druck in der Heizung. Wer also öfter die Heizung entlüftet, sollte den Druck im Auge behalten und gegebenenfalls Heizwasser nachfüllen.
Schäden an der Heizung
Wenn die Heizungsanlage irgendwo beschädigt ist und durch ein Leck Wasser austreten kann, dann führt dies ebenfalls zu einem sinkenden Heizungsdruck. Ist das Loch groß und viel Heizwasser kann austreten, werden sich die Auswirkungen schnell auf dem Manometer zeigen.

Schwieriger ist es, wenn das Wasser nur langsam, tröpfelnd austritt. Dann wird der Schaden meist sehr spät entdeckt. Zumal wenn die undichte Stelle an einer Stelle liegt, die schwer einsehbar ist und zum Beispiel in der Wand liegt.
Ansonsten verraten nasse Stellen oder gar Wasseransammlungen eine undichte Leitung.
Eine undichte Stelle direkt am Heizkessel ist während des Heizbetriebs kaum feststellbar. Denn das austretende Heizwasser verdampft bei der Verbrennung gleich und sammelt sich nicht an. Wird die Heizung abgeschaltet, sieht man das Wasser dann schnell unter dem Kessel.
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Ausdehnungsgefäß beschädigt
Warmes Wasser dehnt sich aus. Die Rohrleitungen können dies nur bedingt aufnehmen, dafür ist dann das Ausdehnungsgefäß einer Heizung zuständig. Hier wird der Druck ausgeglichen und möglichst konstant gehalten.

Ist das Ausdehnungsgefäß defekt, kann es zu einem sinkenden Druck in der Heizung kommen.

Sicherheitsventil defekt oder falsch ausgelegt
Das Sicherheitsventil schützt die Heizung vor zu hohem Druck, indem es bei seinem Ansprechdruck Heizwasser austreten lässt. In geschlossenen Heizungsanlagen sind je nach Ausführung häufig 2,5 oder 3,0 bar üblich. Verliert die Heizung über das Sicherheitsventil Wasser, ist eher ein undichtes, verschmutztes, zu niedrig eingestelltes oder falsch ausgelegtes Ventil die Ursache — oder der Anlagendruck steigt wegen eines defekten Ausdehnungsgefäßes zu stark an.
Wasser am Ablauf des Sicherheitsventils sollte deshalb ein Fachbetrieb prüfen. Ein intaktes Sicherheitsventil öffnet nicht wegen „zu kleiner Größe“ früher, sondern bei seinem festgelegten Ansprechdruck.
Druck gefallen — was ist jetzt zu tun?
1. Sinkt der Druck nur langsam über Monate oder über die Heizsaison?
2. Muss trotz Nachfüllen immer wieder Wasser nach?
Sicherheitsventil bei Heizungen
Sicherheitsventil bei Heizungen – wichtige Schutzfunktion vor zu hohem Druck Heizsysteme verteilen Wärme über Rohrsysteme mit Wasser als Trägermedium. Damit… weiterlesen










