Heizungsprobleme – Fragen und Antworten
Das Wichtigste in Kürze
- Gluckern oder teilweise kalte Heizkörper gehen meist auf Luft zurück – Entlüften löst das Problem in wenigen Minuten.
- Einen klemmenden Thermostatstift lösen Sie oft selbst – Kopf abnehmen und Stift vorsichtig hineindrücken; tropfende Anschlüsse und quietschende Brenner sind Fachbetriebs-Sache.
- Bleiben Heizkörper dauerhaft ungleich warm, kann ein hydraulischer Abgleich helfen; vorher sollten auch Luft, Ventile, Pumpe und Heizkurve geprüft werden.

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Im Folgenden werden einige Probleme beschrieben, die häufiger an Heizungsanlagen auftreten. Einige können Sie leicht selbst beheben, bei anderen ist es ratsam, einen Fachmann zu konsultieren.
- Was ist zu tun, wenn sich nur der untere Teil des Heizkörpers aufheizt?
- Was ist zu tun, wenn sich nur der obere Teil des Heizkörpers aufheizt?
- Was ist zu tun, wenn der Heizkörper unten kalt bleibt, obwohl er entlüftet wurde?
- Was ist zu tun, wenn sich der Heizkörper zu Beginn der Heizphase nicht oder nicht richtig aufwärmt?
- Was ist zu tun, wenn der Heizkörper rauscht und gluckert?
- Was ist zu tun bei Knarren, Knacken und Klopfen des Heizungssystems?
- Was ist zu tun, wenn einige Heizkörper dauerhaft eine schwache Leistung bringen?
- Wie entlüfte ich die Heizung?
- Was kann man tun, um einfach und effizient das Potential der Heizung voll auszuschöpfen?
- Wo kann ich Fachbetriebe für Heizungen finden?
Was ist zu tun, wenn sich nur der untere Teil des Heizkörpers aufheizt?
Wird nur der untere Teil bzw. die Region um den Wassereinlass warm, befindet sich Luft im Heizkörper. Damit der Heizkörper wieder seine volle Heizwirkung entfalten kann, muss er entlüftet werden. (siehe: Wie entlüfte ich die Heizung?)

Was ist zu tun, wenn sich nur der obere Teil des Heizkörpers aufheizt?
Wärmt sich nur der obere Teil auf, während der untere Bereich deutlich kühler bleibt, ist das zunächst kein Fehler: Das Heizwasser gibt im Heizkörper Wärme ab und kühlt dabei ab – unten ist er betriebsbedingt kühler. Bleibt der untere Bereich dagegen vollständig kalt, obwohl der Vorlauf heiß ist und der Raum nicht warm wird, kann der Durchfluss im Heizkörper gestört sein. Dies kann zwar am Ablauf der Heizung reguliert werden, allerdings sind die Einstellungen in der Regel genau auf das jeweilige Heizsystem abgestimmt. Daher empfiehlt es sich, zunächst relevante Teile wie bspw. die Umwälzpumpe von einem Installateur auf ihre Funktionstüchtigkeit hin überprüfen zu lassen, bevor andere Einstellungen vorgenommen werden.

Was ist zu tun, wenn der Heizkörper unten kalt bleibt, obwohl er entlüftet wurde?
Bleibt der untere Bereich des Heizkörpers dauerhaft kalt, obwohl keine Luft mehr im System ist, kann sich Schlamm im Heizkörper abgesetzt haben. Er entsteht über die Jahre durch Korrosion im Heizungswasser: Feine Rost- und Magnetitpartikel sinken an den tiefsten Punkt und behindern dort die Zirkulation. Ein möglicher zusätzlicher Hinweis ist stark verfärbtes, fast schwarzes Wasser beim Entlüften – die sichere Diagnose übernimmt der Fachbetrieb. In diesem Fall hilft es, die Heizung spülen zu lassen: Ein Fachbetrieb entfernt die Ablagerungen mit einem Spülgerät aus Heizkörpern und Rohrleitungen. Damit das Problem nicht wiederkehrt, kann er zusätzlich einen Schlamm- beziehungsweise Magnetitabscheider einbauen und die Qualität des Heizungswassers prüfen.
Was ist zu tun, wenn sich der Heizkörper zu Beginn der Heizphase nicht oder nicht richtig aufwärmt?
In der Übergangsperiode, wenn wieder begonnen wird zu heizen, kann es vorkommen, dass aufgrund zunächst niedriger Starteinstellungen das Heizsystem noch nicht auf vollen Touren arbeitet und die Heizkörper entsprechend lange brauchen, um sich aufzuwärmen. Dies ist kein Defekt und müsste sich nach einiger Zeit von selbst beheben. Bleiben alle Heizkörper trotz ausreichend hoher Raum-Solltemperatur und laufender Anlage kalt, lassen Sie Regelung, Pumpe und Wärmeerzeuger fachlich prüfen. Die fünf häufigsten Ausfallursachen und was Sie jeweils tun können, beschreibt unser Ratgeber Heizung funktioniert nicht.
Bei dieser Gelegenheit kann es ratsam sein, statt einer Reparatur eine neue und energiesparende Komponente installieren zu lassen. Ist es nur ein Heizkörper, welcher seinen Dienst verweigert, kann dies an einem blockierten Thermostatventil liegen. Während des Sommers, wenn nicht geheizt wird und das Ventil entsprechend nicht genutzt wird, kann es sich festsetzen, dies kommt häufiger vor. Drehen Sie das Thermostat voll auf. Lässt sich der Thermostatkopf nach Herstelleranleitung abnehmen, können Sie den freiliegenden Ventilstift vorsichtig hineindrücken; bleibt er fest, sollte ein Fachbetrieb prüfen. Sie können dem Festsetzen vorbeugen, indem Sie während der Sommermonate das Thermostat gelegentlich auf- und wieder zudrehen.

Was ist zu tun, wenn der Heizkörper rauscht und gluckert?
Glucksende, blubbernde und rauschende Geräusche deuten meist darauf hin, dass sich Luft in den Rohren des Heizkörpers befindet. Dieses Problem können Sie ganz einfach innerhalb weniger Minuten beheben, indem Sie Ihren Heizkörper entlüften. (siehe: Wie entlüfte ich die Heizung?) Es empfiehlt sich, vor Beginn der Heizsaison im Herbst, alle Heizkörper vorsorglich zu entlüften, da eingeschlossene Luft die Heizwirkung mindert und so auch den Energieverbrauch ansteigen lässt. Sollten die Geräusche nach dem Entlüften nicht nachlassen, gibt es unter Umständen eine andere Ursache für die Störung. In diesem Fall sollten Sie einen Installateur beauftragen.

Was ist zu tun bei Knarren, Knacken und Klopfen des Heizungssystems?
Derartige Geräusche können auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Häufig bewirken Temperaturänderungen ein Knacken und Klopfen der Rohre, da sich das Metall bei Hitze ausdehnt und bei Erkalten wieder zusammenzieht. Dies kann der Fall sein, wenn die Geräusche in Verbindung mit einem Wechsel der Heizphase auftreten, also zeitlich begrenzt sind. Dagegen lässt sich nur schwer etwas tun, außer man achtet auf eine konstante Temperatur der Heizung, was allerdings nicht sonderlich energiesparend ist. Manchmal kommt es vor, dass bei der Installation der Heizkörper Vor- und Rücklaufrohre vertauscht wurden. Dies kann sich dann in Form klappernder Thermostatventile äußern.
Das Vorlaufrohr transportiert das heiße Wasser in den Heizkörper und sitzt in der Regel oben am Thermostat, das unten angebrachte Rücklaufrohr bringt das abgekühlte Wasser wieder zum Heizkessel. Die Geräusche werden hier durch die verkehrte Fließrichtung des Wassers durch die Ventile verursacht. Die korrekte Fließrichtung ist auf den meisten Thermostaten in Form eines Pfeiles verzeichnet. Sie können diesen Fehler überprüfen, indem Sie alle Thermostate ausdrehen und die Heizung abkühlen lassen. Wenn Sie die Thermostate dann wieder aufdrehen und das obere Wasserrohr sich zuerst erwärmt, können Sie eine falsche Installation ausschließen.

Erwärmt sich zuerst das Rücklaufrohr, kann der Fehler rasch behoben werden, indem bspw. ein anderes Ventil eingebaut wird. Kommt das Knacken oder Klopfen aus der Wand oder Decke, deutet dies darauf hin, dass die Heizungsrohre nicht spannungsfrei verlegt und gelagert sind. Temperaturbedingte Dehnungen können sich dann zum Teil recht geräuschvoll entladen, bspw. an einer Rohrschelle. Es kann auch vorkommen, dass die Kalt- und Warmwasserleitung sich an einer Stelle zu nahe kommen und bei Temperaturveränderungen vibrierend gegeneinander schlagen. Die Ursache sollte ein Fachbetrieb prüfen; je nach Leitungsführung lassen sich Rohrbefestigung, Dämmung oder Armaturen korrigieren, ohne pauschal eine Wand zu öffnen.
Dringen laut quietschende Geräusche aus der Richtung Ihrer Heizzentrale, kann dies vom Ölbrenner herrühren, dessen Ölzufuhr nicht mehr ausreichend gewährleistet ist und infolge dessen die Pumpe nicht mehr reibungslos läuft. In diesem Fall sollten Sie sofort die Heizung abschalten und einen Fachmann rufen.
Heizungsgeräusche: Was steckt dahinter?
Gluckern und Blubbern selbst lösbar
Luft im Heizkörper – entlüften, danach Wasserdruck prüfen und bei Bedarf Wasser nachfüllen.
Knacken beim Aufheizen meist harmlos
Wärmedehnung der Rohre – tritt zeitlich begrenzt auf und braucht in der Regel keine Reparatur.
Klappernde Ventile Fachbetrieb
Kann auf eine falsche Fließrichtung oder zu hohen Differenzdruck hinweisen – ein Fachbetrieb sollte die Ursache prüfen.
Quietschen aus dem Heizraum sofort handeln
Mögliches Ölbrenner- oder Pumpenproblem – Heizung abschalten und den Fachbetrieb rufen.
Was ist zu tun, wenn einige Heizkörper dauerhaft eine schwache Leistung bringen?
Gerade bei älteren Heizungsanlagen kommt es häufig vor, dass die Heizkörper nicht mehr alle die gleiche Heizleistung erbringen. Während einige bereits auf geringer Stufe sehr warm werden, bleiben andere Heizkörper bei voll aufgedrehten Thermostaten allenfalls lauwarm. Dieses Problem ist meist nicht mit dem Entlüften der Heizkörper zu beheben. Hier handelt es sich um ein unreguliertes Heizsystem.
Abhilfe schafft ein hydraulischer Abgleich: Infolge einer genauen Analyse aller heizungsrelevanten häuslichen Gegebenheiten werden Heizungsanlage und Heizkörper so eingestellt, dass fortan ausgeglichene Druckverhältnisse eine optimale Energieversorgung gewährleisten. Ergebnis eines hydraulischen Abgleichs sind nicht nur wieder voll funktionstüchtige Heizkörper, sondern auch beträchtlich gesunkene Energiekosten.
Heizungsproblem: selbst beheben oder Fachbetrieb rufen?
1. Wird ein Heizkörper nicht richtig warm oder gluckert er?
2. Bleibt der Heizkörper trotz zugedrehtem Thermostat dauerhaft warm?
3. Tritt Wasser aus oder quietscht es laut aus der Heizzentrale?

Wie entlüfte ich die Heizung?
Wenn Sie Zugang zur zentralen Heizung haben, prüfen Sie vor und nach dem Entlüften, ob der Wasserdruck im Normbereich ist (meist farblich gekennzeichnet). Welcher Druck korrekt ist und ob Wasser nachgefüllt werden darf, ergibt sich aus der Herstelleranleitung; bei einer Zentralheizung im Mehrfamilienhaus stimmen Sie sich mit der Verwaltung ab. Drehen Sie das Thermostatventil vollständig auf und lassen Sie den Heizkörper warm werden. Das Entlüftungsventil sitzt meist oben seitlich am Heizkörper. Öffnen Sie es mit einem passenden Entlüftungsschlüssel nur so weit, bis Luft entweicht, und schließen Sie es wieder, sobald Wasser austritt. Halten Sie dabei einen kleinen Behälter und einen Lappen bereit.

Um Leistungseinbußen oder lästige Geräusche zu vermeiden, sollten regelmäßig zu Beginn der Heizperiode die Heizkörper entlüftet werden. Damit ist sichergestellt,… weiterlesen
Was kann man tun, um einfach und effizient das Potential der Heizung voll auszuschöpfen?
Mit wenigen Handgriffen können Sie nicht nur eine bessere Heizwirkung erzielen, sondern auch noch Energie sparen und das Raumklima verbessern:
- Achten Sie darauf, dass der Heizkörper frei steht
- Achten Sie darauf, dass das Thermostat „atmen“ kann und nicht hinter einem Vorhang o.ä. verdeckt liegt
- Stoßlüften: Alle Fenster für 5 Minuten geöffnet sorgen für einen weitaus besseren Luftaustausch als einzelne Fenster ganztägig auf Kippe
- Vor Beginn der Heizsaison und nach jedem Wassernachfüllen die Heizkörper entlüften

Sinnvoll ist es auch, sich über die Sanierung der Heizung Gedanken zu machen, sofern es sich um eine Altanlage handelt. Ein hydraulischer Abgleich und eine passend eingestellte effiziente Umwälzpumpe können Komfort und Effizienz verbessern. Ob sich die Kosten schnell amortisieren, hängt vom Ausgangszustand, den Energiepreisen und nötigen Zusatzarbeiten ab. Für Förderungen oder Steuerermäßigungen gelten je Maßnahme eigene technische Mindestanforderungen, die vor der Beauftragung geprüft werden sollten. Welche Einsparungen realistisch sind, zeigen unsere Praxisbeispiele zur Heizungsoptimierung; ob und wie der Staat solche Maßnahmen fördert, bündelt unser Ratgeber Fördermittel für die Heizung.

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