Der Wasserdruck in der Heizungsanlage: Was tun, wenn der Druck abfällt?
In jeder Heizungsanlage herrscht ein bestimmter, optimierter Druck, um das im Heizkreis zirkulierende Wasser umzuwälzen. Über diesen Kreislauf gibt das im Heizkessel erwärmte Heizwasser seine Wärmeenergie über die Heizkörper oder Flächenheizung an die Räume ab. Der Betriebsdruck entsteht durch Füllmenge, statische Anlagenhöhe und Druckhaltung; die Heizungspumpe erzeugt vor allem die Strömung im Heizkreis. In der Nähe des Heizkessels findet sich ein Manometer, an dem nicht nur der aktuell herrschende Druck im Heizkreislauf ablesen lässt. Hier ist auch der maximal mögliche Druck des jeweiligen Heizkreislaufs markiert sowie der Minimaldruck.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Betriebsdruck einer Hausheizung liegt meist zwischen 1,0 und 2,0 bar; die grüne Markierung am Manometer zeigt den optimalen Bereich.
- Fällt der Druck ab, steckt meist entweichende Luft oder ein kleines Leck dahinter – nach dem Entlüften kann man Wasser oft selbst nachfüllen.
- Beim Nachfüllen auf die Wasserqualität nach VDI 2035 achten; bei wiederkehrendem Druckverlust oder Leckverdacht einen Fachbetrieb hinzuziehen.


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Den notwendigen, anlagenspezifischen Wasserdruck für die Heizungsanlage ermittelt in der Regel der Heizungsfachmann. Als Richtwert kann man sich jedoch für den Mindestdruck merken: Pro Meter Höhenunterschied zwischen Druckhaltung beziehungsweise Wärmeerzeuger und höchstem Heizkörper werden überschlägig 0,1 bar Druck benötigt. Beträgt der Höhenunterschied zwischen Heizkessel und Heizkörper 10 Meter, ist also ein Wasserdruck von 1,0 bar notwendig. Auf diesen Minimalwert, werden noch rund 0,3 bar hinzugegeben, um eventuelle Druckverluste auszugleichen. Den genauen, für die Heizungsanlage spezifischen Druck, berechnet der Fachmann bei der Heizungsinstallation.
Welcher Wasserdruck ist normal?
Richtwerte für ein Ein- oder Zweifamilienhaus; maßgeblich ist die grüne Markierung am Manometer Ihrer Anlage. Das Sicherheitsventil öffnet meist bei etwa 3 bar.

Druckverlust
Obwohl die Heizungsanlage ein in sich geschlossenes System ist, gelangt Luft in den Kreislauf. Dies kann einerseits durch den im Wasser enthaltenen Anteil Luft, aber auch durch nicht ganz dichte Ventile erfolgen. Ist im Heizkreislauf zu viel Luft enthalten, führt dies zu einer geminderten Heizleistung. Deshalb muss die Heizungsanlage regelmäßig entlüftet werden. Beim Entlüften der Heizung wird das Entlüftungsventil der Heizkörper so lange geöffnet, bis keine Luft mehr austritt und Heizwasser aus dem Ventil tritt. Da grundsätzlich auch ein bestimmter Anteil des Heizungswassers austritt, kann es zu einem Wasserverlust im Heizkreislauf kommen, der wiederum zu einem sinkenden Heizungsdruck führt. Denn je mehr Wasser aus dem Heizungssystem genommen wird, desto geringer ist der Druck in der Heizung.

Ein weiterer Druckverlust kann entstehen, wenn die Heizungsanlage beschädigt ist und durch ein Leck Wasser austritt. Ist das Leck groß und tritt viel Heizwasser aus, werden sich die Auswirkungen schnell auf dem Manometer zeigen. Schwieriger ist es, wenn das Heizwasser nur langsam, tröpfelnd austritt. Dann wird der Schaden meist sehr spät entdeckt, zumal, wenn die undichte Stelle an einer Stelle liegt, die schwer zu entdecken ist und womöglich ein Rohr, das in der Wand verlegt ist, betrifft.

Eine undichte Stelle kann auch direkt am Heizkessel auftreten. Sie ist während des Heizbetriebs allerdings kaum feststellbar. Denn das austretende Heizwasser verdampft bei der Verbrennung gleich und sammelt sich nicht an. Wird die Heizung abgeschaltet, kann man das austretende Heizwasser sehr schnell unter dem Kessel feststellen.

Warmes Wasser dehnt sich aus. Die Rohrleitungen können dies nur bedingt aufnehmen, das Ausdehnungsgefäß gleicht die Druckunterschiede mithilfe einer Membran aus und hält ihn möglichst konstant. Ist das Ausdehnungsgefäß jedoch defekt, kann es ebenfalls zu einem sinkenden Druck in der Heizungsanlage kommen.


Äußerst selten, aber auch möglich: Das Sicherheitsventil ist falsch ausgewählt, verschmutzt oder defekt. Es schützt die Heizung vor zu hohem Druck, indem es beim eingestellten Ansprechdruck öffnet und Heizwasser austreten lässt. Spricht es zu früh an oder schließt nicht mehr dicht, kann das zu Druckverlust führen. Das sollte ein Fachbetrieb prüfen.
Es kann auch zu einem zu hohen Druck in der Anlage kommen. Ein zu hoher Wasserdruck kann an einem defekten Ventil im Ausdehnungsgefäß liegen. Aber auch Fehler bei der Auslegung können zu einem zu hohen Anlagendruck führen. Werden einzelne Komponenten ausgetauscht, so können die Druckverhältnisse sich ebenso ändern. Aus der Heizungsanlage sollte man selbst Wasser nur im absoluten Ausnahmefall ablassen, besser ist es auf jeden Fall, einen Fachmann zu Rate zu ziehen.
Wie oft sollten Sie den Wasserdruck kontrollieren?
Ein Blick aufs Manometer gehört zur einfachsten Heizungspflege: Prüfen Sie den Druck am besten zu Beginn der Heizperiode und danach gelegentlich während der kalten Monate – vor allem, wenn einzelne Heizkörper nicht mehr richtig warm werden oder gluckern. Sinkt der Druck nur langsam, aber immer wieder, deutet das eher auf eine undichte Stelle als auf eingeschlossene Luft hin. Dann sollte ein Fachbetrieb die Ursache suchen, bevor ein verstecktes Leck einen Wasserschaden anrichtet.
So erhöhe ich den Wasserdruck
Ein zu geringer Wasserdruck in der Heizungsanlage führt dazu, dass womöglich nur die Heizkörper warm werden, die sich nah am Heizkessel befinden. Gleichzeitig führt dies zu einem erhöhten Energieverbrauch. Nach dem Entlüften kann man durchaus auch selbst Wasser nachfüllen.
Heizwasser richtig nachfüllen
Pumpe aus, Ventile auf
Umwälzpumpe ausschalten und alle Thermostatventile öffnen, damit sich der Druck gleichmäßig verteilt.
Druck am Manometer prüfen
Aktuellen Wert ablesen – Ziel ist der grün markierte Bereich, meist zwischen 1,0 und 2,0 bar.
Schlauch luftfrei anschließen
Schlauch erst mit Wasser füllen, bis er blasenfrei ist, dann über die vorgesehene Füllarmatur mit Systemtrenner am Einfüllstutzen anschließen.
Langsam auffüllen
Ventil und Wasserhahn öffnen und den Druck beobachten; bei Erreichen des optimalen Bereichs sofort schließen – nicht überfüllen.
Entlüften und nachkontrollieren
Schlauch demontieren, Heizung vorsichtig entlüften und den Druck danach erneut prüfen.
Im Zweifel Fachbetrieb
Bei unklarer Wasserqualität, fest verbauter Trinkwasser-Verbindung oder wiederkehrendem Druckverlust einen Heizungsfachbetrieb hinzuziehen.
Wollen Sie selbst Heizwasser nachfüllen, dient das Manometer der Heizungsanlage als Orientierungshilfe. In der Regel ist auf dem Manometer eine grüne Markierung angebracht, die den optimalen Druckbereich für die Heizungsanlage anzeigt.
Sie sollten allerdings die Wasserhärte Ihres Trinkwassers und die Heizleistung Ihrer Heizung kennen! Denn je nach Wasserhärte kann das falsche Heizungswasser zu Schäden an der gesamten Heizungsanlage führen. Für das Heizungswasser sind VDI 2035 und Herstellervorgaben maßgeblich; die Trinkwasserverordnung ist vor allem beim Anschluss an die Trinkwasserinstallation und der Absicherung gegen Rückfließen relevant. Das heißt: Das Wasser muss klar und frei von Ablagerungen sein. Nach VDI 2035 gilt dabei ein nach Anlagengröße gestaffelter Höchstwert für die Wasserhärte – je größer und leistungsstärker die Heizung, desto weicher muss das Wasser sein. Nach VDI 2035 gilt für die Wasserhärte ein nach Anlagengröße gestaffelter Höchstwert: Je größer und leistungsstärker die Heizung und je mehr Wasser sie fasst, desto weicher (kalkärmer) muss das Füllwasser sein. Bei sehr kleinen Anlagen genügt oft normales Leitungswasser, größere Anlagen brauchen enthärtetes oder vollentsalztes Wasser; die genauen Grenzwerte richten sich nach dem spezifischen Anlagenvolumen in Litern je Kilowatt. Ist das Füllwasser härter, muss es vor dem Einfüllen enthärtet oder entsalzt werden – viele Hersteller empfehlen heute generell entsalztes (demineralisiertes) Heizungswasser, um Kalkablagerungen und Korrosion vorzubeugen. Wer sich unsicher ist, sollte auf jeden Fall einen Heizungsinstallateur beauftragen!

Und so gehen Sie konkret vor:
Zunächst schalten Sie die Umwälzpumpe der Heizung aus und öffnen alle Thermostatventile. Kontrollieren Sie den Wasserdruck am Manometer. Die Einstellbereiche sind darauf gekennzeichnet. In der Regel zeigt eine grüne Markierung den Bereich an, der für die Heizungsanlage optimal ist.
Einige Heizungsanlagen verfügen über eine Füllarmatur zwischen Heizungsanlage und Trinkwassersystem. Diese Verbindung muss über eine geeignete Sicherungseinrichtung, meist einen Systemtrenner, gegen Rückfließen abgesichert sein. Zum Nachfüllen öffnen Sie nur die vorgesehenen Ventile laut Betriebsanleitung, beobachten das Manometer und füllen nicht zu viel Heizungswasser nach.
Ist keine direkte Verbindung installiert, müssen Sie einen Schlauch auswählen, der über den für Ihre Heizungsanlage passenden Anschluss verfügt. Die genauen Anforderungen sind in der Betriebsanleitung beschrieben. Ein einfacher Gartenschlauch reicht nur als kurzzeitige Verbindung und nur, wenn die Trinkwasserinstallation über eine geeignete Sicherungseinrichtung/Systemtrenner geschützt ist. Um Heizungswasser nachzufüllen, schließen Sie zunächst den Schlauch an einem Wasseranschluss an und füllen ihn mit Wasser auf, bis es aus dem Schlauch tritt. Erst dann schließen Sie den Schlauch an die Heizungsanlage an. Dadurch verhindern Sie, dass Luft ins Heizsystem gelangt.
Verbinden Sie den mit Waser vollgelaufenen Schlauch mit dem Einfüllstutzen der Heizungsanlage. Er kann sowohl am Vorlauf wie auch am Rücklauf angebracht sein. Öffnen Sie das Ventil am Einfüllstutzen und drehen dann den Wasserhahn auf. Die Anlage ist dann ausreichend gefüllt, wenn das Manometer einen Wert im optimalen Bereich anzeigt.
Sobald ausreichend Wasser nachgefüllt wurde, schließen Sie den Wasserhahn wieder. Nicht vergessen: das Ventil am Einfüllstutzen schließen und die Thermostatventile wieder öffnen Demontieren Sie anschießend den Schlauch. Um eventuell in das System gelangte Luft zu entfernen, sollten Sie die Heizung sicherheitshalber noch einmal vorsichtig entlüften. Kontrollieren Sie danach noch einmal den Wasserdruck.
Empfehlenswert ist ein Wartungsvertrag mit dem Heizungsinstallateur. Er stellt sicher, dass Ihre Heizungsanlage auf Dauer effizient arbeitet. Bei der jährlichen Überprüfung wird immer auch der Wasserdrucks der Heizungsanlage kontrolliert. Ist er nicht im optimalen Bereich, wird bei der Wartung das Heizungswasser nachgefüllt oder vermindert.

Sinkt der Druck in der Heizung ab, wird das von den Hausbesitzern meist erst bemerkt, wenn die Heizkörper kalt bleiben.… weiterlesen




