Regeneratives Heizen: Diese Möglichkeiten gibt es
Regenerativ heizt, wer dazu regenerative Energien nutzt. Regenerative oder auch erneuerbare Energieträger werden definiert als die Energiequellen, die – aus menschlicher Sicht betrachtet – unerschöpflich sind, also Sonne, Wind, Geothermie oder aus nachwachsenden Rohstoffen stammen (Holz, Biogas). Regeneratives Heizen ist damit ein wichtiger Baustein für die Energiewende weg von fossilen Energien.
Rechtsstand August 2026: Die frühere 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien (§ 71 GEG) ist entfallen. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG): Die Heizungsart ist wieder frei wählbar. Für neu eingebaute fossile Heizungen im Bestand steigt ab 2029 der Mindestanteil klimafreundlicherer Brennstoffe.
Heizungsregeln 2024 – 2045: die wichtigsten Etappen
- 01.01.2024GEG-Novelle: Neu eingebaute Heizungen in Neubaugebieten mussten fortan zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
- 13.05.2026Regierungsentwurf zur Ablösung der 65-%-Pflicht (freie Heizungswahl) — vom Bundeskabinett beschlossen; Start des Gesetzgebungsverfahrens.
- 30.06.2026Ursprünglich geplanter Großstadt-Stichtag der 65-%-Pflicht — kam nicht mehr zur Anwendung: Erst verschoben, dann entfiel die Pflicht mit dem GModG komplett.
- 10.07.2026Bundestag und Bundesrat beschließen das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG): Die 65-%-Pflicht entfällt vollständig; verkündet am 28.07.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226), in Kraft seit dem 29.07.2026.
- 30.06.2028Frist der kommunalen Wärmeplanung für kleinere Gemeinden — sie läuft weiter; die früher daran gekoppelte 65-%-Pflicht ist mit dem GModG entfallen.
- 01.08.2028Der Klimageschwindigkeitsbonus (seit 21.07.2026: 16 %) sinkt halbjährlich um 4 Prozentpunkte und entfällt für Anträge ab dem 01.08.2028 vollständig. Die jeweils geltenden Konditionen bündelt der zentrale Fördermittel-Ratgeber.
- 01.01.2045Zieljahr Klimaneutralität: Das frühere Betriebsverbot ab Ende 2044 ist entfallen; geplant ist, dass Heizbrennstoffe ab 2045 vollständig klimaneutral sein müssen (Gesetz dazu bis Ende 2026 angekündigt).

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In dieser Übersicht werden daher folgende Heiztechniken kurz betrachtet:
Solarthermische HeizungHolz-, Holzpellets- und HackschnitzelheizungWärmepumpenKontrollierte WohnraumlüftungBiogasanlagen
Wärmepumpe für mein Haus — passt das? Die 5-Punkte-Vorprüfung
Solarthermische Heizung

Zunächst sind aktive und passive Heizungsformen zu unterscheiden, die gemeinsam haben, dass sie die Sonne als Wärmequelle nutzen.
Eine aktive solarthermische Heizung sammelt die Wärmestrahlen über Kollektoren ein und stellt sie dem Heizsystem zur Verfügung. Die Sonnenstrahlung wird von Flach- oder Röhrenkollektoren aufgenommen und in thermische Energie gewandelt. Diese thermische Energie wird an eine Trägerflüssigkeit abgegeben, meist ist dies ein Glykol-Wasser-Gemisch. Diese Mischung ist frostsicher und für den Einsatz bei Lufttemperaturen unter null Grad Celsius im Winter notwendig. Eine Umwälzpumpe sorgt dann für den notwendigen Wärmetransport im sogenannten Solarkreis Und erwärmt das Wasser im Pufferspeicher, das dann für den Heizkreislauf genutzt wird. Kollektoren gibt es als Flachkollektoren oder Vakuumröhrenkollektoren. Letztere haben einen höheren Wirkungsgrad.

Von einer passiven Solartechnik spricht man, wenn Ausrichtung und Größe transparenter Bauteile, vor allem Fensterflächen, sowie Verschattung und Speichermassen so geplant werden, dass solare Wärmegewinne im Winter nutzbar sind und sommerliche Überhitzung vermieden wird. Solare Gewinne werden in der energetischen Bilanzierung von Gebäuden berücksichtigt. Auch eine Südausrichtung und eine passende Gebäudegeometrie werden in modernen Passiv- und Niedrigenergiehäusern genutzt.
Heizen mit Holz

Heizen mit Holz nutzt nachwachsende Rohstoffe, ist aber nicht automatisch klimaneutral. Das Umweltbundesamt rechnet seit März 2024 die bei der Verbrennung freigesetzten CO2-Emissionen aus Waldholz mit an; die Klimabilanz hängt von nachhaltiger Herkunft, Transportwegen, Wirkungsgrad der Feuerstätte und Nutzungskonkurrenzen des Rohstoffs Holz ab. Hinzu kommen Feinstaub, Kohlenmonoxid sowie weitere Schadstoffe, weshalb insbesondere Einzelöfen kritisch betrachtet werden. Geeignete Abgasfilter und moderne, emissionsarme Anlagen können Partikel deutlich mindern, ersetzen aber nicht die fachgerechte Auslegung und den korrekten Betrieb.
Heizen mit Holz: Wie klimaneutral ist es wirklich?
Wie schneiden die regenerativen Systeme im direkten Vergleich ab? Die folgende Übersicht ordnet Wärmequelle, typische Eignung, Strombedarf und Platzbedarf ein.
Regenerative Heizsysteme im Überblick
| System | Wärmequelle | Typische Eignung | Strombedarf | Lagerraum |
|---|---|---|---|---|
| Solarthermie | Sonne | Ergänzung zur Warmwasser- & Heizungsunterstützung; selten Vollversorgung | gering (Pumpe, Regelung) | kein Brennstofflager; Pufferspeicher nötig |
| Wärmepumpe | Umweltwärme (Luft, Erdreich, Wasser) | Vollheizung; effizient bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Auch im Altbau möglich, wenn Gebäude, Heizflächen und Planung passen | Strom für den Verdichter; Effizienz hängt von der Jahresarbeitszahl (JAZ) ab | nein |
| Holzkessel / Pellet | nachwachsender Brennstoff | Vollheizung; gut für Bestand mit höherer Vorlauftemperatur | Hilfsstrom für Förderung und Zündung; Brennstoffpreis von der Stromentwicklung weitgehend entkoppelt, aber Pelletpreise eigenständig volatil | ja (mehrere m³ pro Heizsaison) |
| Biogas | vergorenes organisches Material | Anschluss vor allem in ländlichen Regionen mit Biogas-Anlage oder Biomethan-Gasnetz | gering (Anlagentechnik) | nein |
| Fernwärme | je nach Netz: Biomasse, Biogas, Abwärme, KWK, fossil — Erzeugungsmix beim Anbieter erfragen | vor allem in Städten; keine eigene Heizanlage nötig (Übergabestation) | gering (Pumpenstrom) | nein |
| BHKW | Brennstoff variabel (fossil oder regenerativ) | nur bei ganzjährig hohem Wärme- & Strombedarf (MFH, Gewerbe, Hotels) | liefert Strom selbst | je nach Brennstoff |
Hinweis: Konkrete Anschaffungskosten und Förderhöhen ändern sich kontinuierlich — bei Planung aktuellen Stand prüfen und Energieberatung nutzen.
Es gibt viele verschiedene Arten an Holzheizungen, aus denen gewählt werden kann:
- Einzelöfen, wie Kachelöfen, Kaminöfen, offene Kamine
- Holzkessel
- Holzpelletsheizungen
- Hackschnitzelheizungen

Einzelöfen
Einzelöfen also Kaminöfen, Kachelöfen oder auch offene Kamine sind in der Regel auch Designelemente des jeweiligen Raumes. Neben der Möglichkeit, durch einen Ofen in dem jeweiligen Raum seinen individuellen Stil auszudrücken, liefern gerade Kachelöfen, aber eben auch Kaminöfen und offene Kamine eine wohlige Wärme. Diese wird insbesondere bei extremen Witterungen als wohlig empfunden. Die in Kachelöfen entstehende Strahlungswärme wird von Menschen als besonders angenehm empfunden.
Holzkessel
Holzkessel sind zentrale Heizkessel einer Heizungsanlage , in denen sogenanntes Stück- oder Scheitholz verbrannt wird. Moderne Scheitholzkessel sind hocheffizient, bedienungsfreundlich und haben einen hohen Wirkungsgrad.
Pellets und Holzschnitzel
Die wesentlich bequemere Form beim Heizen mit Holz ist der Einsatz automatischer Kessel und Transportsysteme für Holzpellets oder Hackschnitzel. Bei entsprechend ausgelegten Anlagen werden die Brennstoffe per Förderschnecke oder Saugsystem aus dem Lager zum Kessel transportiert; manuelles Nachlegen wie bei Scheitholz entfällt dann weitgehend. Holzpellets sind genormte, unter Druck gepresste Stäbchen aus Sägemehl oder Spänen. Zertifizierte Pellets nach ENplus bzw. DIN EN ISO 17225-2 haben 6 mm oder 8 mm Durchmesser bei einer Pellet-Länge bis 40 mm. Pellets bestehen häufig aus Nebenprodukten der Holzindustrie. Hackschnitzel sind weniger verdichtet und benötigen deshalb mehr Lagerraum pro Energiemenge; dafür ist ihre Herstellung in der Regel weniger aufwendig als die Pelletproduktion.
Wärmepumpen

Wärmepumpen nutzen Umweltenergie und bringen diese mithilfe eines Verdichters auf ein höheres Temperaturniveau; die Wärme wird anschließend an den Heizkreis, einen Warmwasserspeicher oder bei Bedarf an einen Pufferspeicher übertragen.
Folgende Wärmepumpen sind verbreitet:
- Luft-/ Wasser – Wärmepumpen
- Sole / Wasser Wärmepumpen
- Wasser / Wasser – Wärmepumpen
- Luft / Luft – Wärmepumpe

Wärmepumpen nutzen das „Kühlschrank-Prinzip“ – allerdings umgekeht. Bei jeder Wärmepumpe wird ein Medium über einen Kompressor verdichtet. Bei der Verdichtung erhöht sich die Temperatur des Mediums. Diese Wärme kann anschließend an das Heizsystem abgegeben werden. Nach dem Abkühlen des Mediums wird es über ein Ventil entspannt, was bedeutet, dass der Druck wieder abnimmt. Dabei nimmt die Temperatur ebenfalls ab und der Prozess kann aufs Neue stattfinden
Wärmepumpen sind nur dann zu 100 % regenerativ, wenn der benötigte Strom aus regenerativen Energiequellen (Photovoltaik oder Windenergie) stammt.
Luft / Wasser – Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen wird die Wärme der Umgebungsluft genutzt. Dies funktioniert auch bei niedrigen Außentemperaturen, allerdings sinkt dann der Wirkungsgrad der Luft- / Wasserwärmepumpe. Ausgedrückt wird die Effizienz einer Wärmepumpe in Jahresarbeitszahl (JAZ) und/oder Leistungszahl (COP) oder SCOP. Dabei wird das Verhältnis von der benötigten Energie (Strom für den Verdichter) zur erzeugten Heizwärme betrachtet.
Effizienter sind meist jene Wärmepumpen, die die Wärme von Erdreich oder Grundwasser nutzen. Die Temperaturen sind wesentlich konstanter oder in der Regel deutlich höher bei höherem Wärmebedarf. Die Investitionen sind allerdings auch deutlich höher.
Vorteile von Wärmepumpen Alternative Energien liegen voll im Trend. Zum einen durch die politische Entwicklung – weg von der Atomenergie,… weiterlesen
Wohnraumlüftung

Bei der kontrollierten Wohnraumlüftung wird der Wärmebedarf für die Erwärmung der von außen zugeführten Frischluft gesenkt. Besonders in gut gedämmten und luftdicht ausgeführten Neubauten oder sanierten Bestandsgebäuden sorgt ein Lüftungssystem mit Wärmetauscher dafür, dass Wärme aus der Abluft zurückgewonnen und der Zuluft zugeführt wird. Werte bis etwa 90 % beziehen sich dabei auf die zurückgewonnene Wärmeenergie aus der Abluft; die tatsächliche Heizenergie-Ersparnis des Gebäudes hängt von Gebäudezustand, Anlagen-Wirkungsgrad und Nutzerverhalten ab. Die Verbraucherzentrale empfiehlt einen Wirkungsgrad über 80 %.

Biogasanlagen

Wärme aus Biogasanlagen ist ebenfalls regenerativ. Biogas entsteht, wenn organisches pflanzliches oder tierisches Material unter Luftabschluss vergärt – zum Beispiel Bioabfälle, Gülle, Mist oder nachwachsende Rohstoffe. Die notwendige Anlagentechnik verlangt allerdings hohe Investitionen und Biogasanlagen findet man überwiegend im ländlichen Bereich. Im städtischen Bereich kann teilweise per Fernwärme regenerativ erzeugte Energie bezogen werden, sofern es ein ausgebautes Fernwärmenetz und entsprechende Kraftwerke wie beispielsweise Biomasse-Heizkraftwerke gibt.
Blockheizkraftwerk

Ein ganzes Kraftwerk im eigenen Keller? Auch das ist möglich. Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen gleichzeitig Wärme und Strom und können sowohl mit fossilen als auch mit regenerativen Brennstoffen betrieben werden. Kleine Mini- und Mikro-BHKW-Varianten gibt es auch für Wohngebäude. Wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sind sie vor allem dann, wenn ganzjährig ein hoher Wärme- und Strombedarf besteht; die Energieberatung der Verbraucherzentrale ordnet kleine BHKW eher größeren Gebäuden, Mehrfamilienhäusern oder kleineren Betrieben zu. Als grober Praxiswert gelten mehrere tausend Betriebsstunden pro Jahr, häufig rund 5.000; die konkrete Wirtschaftlichkeit muss individuell berechnet werden. Für typische Einfamilienhäuser sollte die Eignung deshalb individuell geprüft werden, insbesondere wenn keine erneuerbaren Brennstoffe verfügbar sind.
Die Kraftpakete kommen vor allem für jene infrage, die neu bauen oder die komplette Wärme- und Energieversorgung eines Hauses auf eine neue Technik umstellen wollen. Dies wird wirtschaftlich in den meisten Fällen nur aufgehen, wenn das Gebäude ohnehin von Grund auf saniert oder renoviert werden soll. Als Ersatz für ein bestehendes Heizungssystem allein scheiden BHKWs in der Regel aus, bei umfassenderen Maßnahmen können sie eine lohnende Alternative sein. Weit verbreitet sind BHKW in Betrieben, in denen sowohl Wärme wie Strom benötigt wird (also etwa Krankenhäuser, Hotels, Bäckereien, Schwimmbäder).
Moderne Heizungstechnologien: Alternativen zur klassischen fossilen Energie Ein Wechsel von fossilen Heizenergien wie Gas, Öl und Kohle hin zu erneuerbaren… weiterlesen



