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Wie funktioniert eine Lüftungsanlage

Wie funktioniert eine Lüftungsanlage und welche Arten gibt es?

Eine gute Raumluftqualität sorgt für Wohlbefinden und Gesundheit. Dafür ist ein hoher Sauerstoffgehalt bei einem geringen Kohlendioxidwert ebenso entscheidend wie eine niedrige Belastung durch Schadstoffe, Pollen oder unangenehmen Gerüche. Zudem sollte die relative Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch und nicht zu niedrig sein. Experten empfehlen einen Wert zwischen 30 und 60 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Lüftungsanlage saugt verbrauchte Luft ab und führt gefilterte Frischluft zu – bei geschlossenen Fenstern und ohne regelmäßiges Fensteröffnen.
  • Ein Wärmetauscher überträgt die Wärme der Abluft auf die Zuluft; so gehen nur wenig Heizenergie und Komfort verloren.
  • Zentrale Anlagen verteilen die Luft über ein Kanalnetz, dezentrale Geräte belüften einzelne Räume über die Außenwand.
  • Filter, Sommerbypass und Enthalpietauscher erhöhen Luftqualität und Komfort; Filter müssen regelmäßig gewechselt werden.
Zentrales Lüftungsgerät © Buderus
Zentrales Lüftungsgerät © Buderus
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Bei sehr luftdicht gebauten oder energetisch sanierten Gebäuden reicht der zufällige Luftaustausch über Fugen oft nicht mehr aus. Allein durch Fensterlüftung ist es sehr schwer, eine hohe Luftqualität zu erreichen. Eine automatisierte Lüftungsanlage sorgt selbsttätig für eine gutes Raumklima. Die Bewohner haben damit weniger Lüftungsaufwand; Filterwechsel und Wartung bleiben dennoch nötig.

Wie eine Lüftungsanlage funktioniert, lesen Sie nachfolgend.

Funktionsprinzip einer automatisierten Lüftung

Eine Lüftungsanlage saugt die verbrauchte Luft aus den Räumen ab und ersetzt sie durch Frischluft von außen. Dabei bleiben die Fenster geschlossen, der Luftaustausch findet bei zentralen Anlagen über zwei Öffnungen im Haus statt und bei einer dezentralen Anlage über einzelne Geräte.

Das Luftkanalsystem wird montiert © Marlon Bönisch, stock.adobe.com
Bei zentralen Lüftungsanlagen wird das Luftverteilsystem meist in der Decke verlegt © Marlon Bönisch, stock.adobe.com

Ein Luftkanalsystem verbindet bei zentralen Anlagen die Wohnräume und das zentrale Lüftungsgerät. Es wird entweder in der Decke oder im Fußboden verlegt. Dezentrale Geräte werden in einzelnen Räumen installiert, dafür ist eine Wandbohrung nötig.

Deckenmontage einer zentralen Lüftungsanlage © Gerd, stock.adobe.com
Deckenmontage einer zentralen Lüftungsanlage © Gerd, stock.adobe.com

Dadurch wird auch in sehr gut gedämmten und luftdichten Gebäuden ein optimaler Luftaustausch gewährleistet.

Funktionsschemas: Zentrale und Dezentrale Lüftungsanlagen in der Übersicht
Funktionsschemas: Zentrale und Dezentrale Lüftungsanlagen in der Übersicht

Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung besonders effizient

Entscheidet man sich für eine Lüftungsanlage, ist die effiziente Ausnutzung der Wärme meist ein wichtiges Kriterium. Die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung sorgt dafür, indem sie der Abluft die Wärme entzieht und für die Erwärmung der Frischluft verwendet.

Dies geschieht über einen Wärmetauscher, der das Herzstück dieser Art von Lüftungsanlage ist. Mit diesen Systemen sind Wärmebereitstellungsgrade von bis zu etwa 95 Prozent möglich. Damit arbeiten die Anlagen besonders effektiv, sparen Energie sowie Geld ein und schaffen ein angenehmes Raumklima.

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Zentrales Gerät verteilt die Luft

Bei einer zentralen Wohnraumlüftung gibt es ein kompaktes Gerät, das Außenluft ansaugt und in den Wohnräumen über ein Leitungssystem verteilt. Dieses Lüftungsgerät ist nicht groß und kann beispielsweise unterm Dach platziert werden.

Zentrale Wohnraumlüftung © Kermi GmbH
Zentrale Wohnraumlüftung © Kermi GmbH

Gleichzeitig wird die verbrauchte Luft aus den Wohnräumen abgesaugt und nach außen geführt. Dadurch wird das Lüften weitgehend unabhängig von den Fenstern durchgeführt. Für den notwendigen Luftaustausch muss kein Fenster geöffnet werden.

Tipp: Als hygienischer Richtwert gelten etwa 30 Kubikmeter Außenluft pro Stunde und Person; die konkrete Auslegung erfolgt nach Lüftungskonzept.

Wärmetauscher als Herzstück

Bevor die Abluft nach draußen abgegeben wird, strömt sie durch einen Wärmetauscher. Dort wird die Wärme der Abluft an die frische Zuluft übertragen. Mehr zu den verschiedenen Verfahren der Wärmerückgewinnung lesen Sie hier.

Betreiber von Wohnraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung berichten teilweise in der kalten Jahreszeit von einer zu trockenen Raumluft. Die Luftfeuchtigkeit kann hier unter die empfohlene Mindestfeuchte von 30 Prozent fallen.

Die Lüftungsanlage wärmt die Luft mit einem Wärmetauscher
Die Lüftungsanlage wärmt die Luft mit einem Wärmetauscher

Abhilfe soll ein sogenannter Enthalpietauscher schaffen. Bei diesem Verfahren wird die in der Abluft enthaltene Feuchtigkeit zurückgewonnen, indem der Wasserdampf durch eine Membran diffundiert. Diese Feuchte wird dann an die Zuluft abgegeben. Die Luftströme bleiben getrennt; Filter und Membran verringern je nach Gerät die Übertragung von Partikeln. Geruchs- oder Gasübertragungen lassen sich jedoch nicht in jedem Fall vollständig ausschließen. Kritikpunkt dabei ist, dass die Feuchterückgewinnung nicht reguliert werden kann. Lesen Sie mehr dazu hier.

Wärmetauscher und Enthalpietauscher im Vergleich

MerkmalWärmetauscher (Standard)Enthalpietauscher
Rückgewinnungnur WärmeWärme und Feuchtigkeit
Trockene Raumluft im Winterkann auftretenwird gemildert
PrinzipWärme wird über getrennte Tauscherflächen übertragenWasserdampf diffundiert durch eine Membran
Feuchte-Rückgewinnung steuerbarentfälltje nach Gerät
Typischer EinsatzStandardlösungbei zu trockener Raumluft, höherer Komfortanspruch
Quelle: Bundesverband für Wohnungslüftung
Tipp: Durch die zugeführte Feuchte aus der Abluft, lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen verbessern.

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Sommerbypass vermeidet unnötige Erwärmung

Einige Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung sind mit einem Sommerbypass ausgestattet. Im Sommer wäre es kontraproduktiv, wenn die Zuluft noch zusätzlich erwärmt werden würde. Deshalb hat man eine Umgehung für die Abluft eingerichtet, damit dies verhindert wird.

Dezentrale Lüftungsgeräte sind kompakt

Bei dezentraler Lüftung entfällt das Rohrleitungssystem, da lediglich ein Raum belüftet wird. Die wesentlichen Bestandteile des Lüftungsgeräts sind gleich wie bei zentralen Geräten. Zwischen der Wetterschutzhaube an der Wand und der Innenblende zum Raum hin, befinden sich ein Ventilator, der abwechselnd die notwendigen Luftströme erzeugt und ein Wärmespeicher.

Dezentrale Wohnraumlüftung © Buderus
Dezentrale Wohnraumlüftung © Buderus
Tipp: Auch dezentrale Geräte werden mit Wärmerückgewinnung angeboten.

Filter sorgen für saubere Luft

Zusätzlich können die Lüftungsanlagen mit Pollen- oder Feinfiltern ausgestattet werden. Nicht nur Allergiker schätzen eine saubere Raumluft. Über Aktivkohlefilter können auch schlechte Gerüche ferngehalten werden.

Damit Lüftungsanlage und Filter dauerhaft hygienisch arbeiten, sollten die Filter regelmäßig nach Herstellerangabe gewechselt werden – je nach Modell und Belastung typischerweise alle drei bis sechs Monate. Verschmutzte Filter mindern den Luftdurchsatz und lassen den Stromverbrauch der Ventilatoren steigen.

Ausstattung moderner Lüftungsgeräte

Sommerbypass: leitet die Abluft im Sommer am Wärmetauscher vorbei, damit die Zuluft nicht zusätzlich erwärmt wird.
Enthalpietauscher: gibt einen Teil der Abluftfeuchte an die Zuluft zurück und mildert zu trockene Raumluft.
Pollen- und Feinfilter: halten Pollen und Feinstaub zurück – ein Vorteil besonders für Allergiker.
Aktivkohlefilter: reduzieren Gerüche; viele Filter lassen sich bei Bedarf nachrüsten.
Tipp: Oft können die Filter in Lüftungsanlagen bei Bedarf auch nachgerüstet oder aufgestockt werden.
Haus mit dezentraler Wohnraumlüftung © Kermi GmbH
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