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Kaminofen nutzen

Heizkosten sparen mit Kaminöfen

Viele Verbraucher nutzen einen Kaminofen, um Heizkosten zu senken und gleichzeitig wohlige Atmosphäre ins Wohnzimmer zu holen. Wer sich einen Kaminofen anschafft oder einen bestehenden Ofen weiter betreiben will, sollte allerdings einige Regeln kennen – vor allem zu Schadstoff-Grenzwerten, zum Schornsteinfeger und zur Wahl des Brennholzes.

Kaminofen © D. Ott, stock.adobe.com
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Darauf muss man beim Heizen mit einem Kaminofen achten

Die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) regelt die Schadstoffgrenzwerte für Kamin- und Kachelöfen. Seit dem 1. Januar 2015 gilt die zweite Stufe der Verordnung für neue Öfen mit deutlich strengeren Grenzwerten für Kohlenmonoxid (CO) und Feinstaub. Auch für ältere Bestandsöfen wurden Austauschfristen gestaffelt nach Baujahr eingeführt.

Was Kaminofen-Betreiber wissen müssen

Schadstoff-Grenzwerte für neue Öfen (1. BImSchV Stufe 2): Für viele Scheitholz-Einzelraumfeuerstätten gelten maximal 1,25 g/m³ Kohlenmonoxid und 0,04 g/m³ Staub; Herde haben beim CO teils 1,50 g/m³, Pelletöfen strengere Werte. Der Mindestwirkungsgrad hängt von der Feuerstättenart ab — zum Beispiel 70 % bei Dauerbrand-Raumheizern, 73 % bei Zeitbrand-Raumheizern, 75 % bei geschlossenen Kamineinsätzen und 80 % bei Kachelofeneinsätzen. Werte bezogen auf 13 % Sauerstoff im Abgas.
Übergangsfristen für Bestandsöfen: Bei Einzelraumfeuerungsanlagen, die vor dem 22. März 2010 errichtet wurden, zählen vor allem das Datum auf dem Typschild und der Nachweis der Grenzwerte. Kann die Einhaltung der Grenzwerte nicht belegt werden, mussten Anlagen mit Typschilddatum ab 1. Januar 1995 bis vor 22. März 2010 spätestens bis 31. Dezember 2024 stillgelegt, mit einer Einrichtung zur Staubminderung nachgerüstet oder ersetzt werden. Ausnahmen gelten zum Beispiel für bestimmte offene Kamine, Grundöfen, Herde und Backöfen unter 15 kW sowie Anlagen, die die einzige Heizquelle einer Wohneinheit sind.
Ecodesign-Richtlinie: Seit 1. Januar 2022 müssen Kaminöfen, die in den EU-Verkehr gebracht werden, der Ecodesign-Verordnung (EU) 2015/1185 entsprechen. Die CE-Kennzeichnung ist Pflicht — Öfen ohne CE-Kennzeichnung dürfen in Deutschland nicht in Betrieb genommen werden.
Verbrennungsluft bei Neubauten und Sanierung: Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bisher GEG) enthält keine pauschale Pflicht, jeden Kaminofen mit externem Luftanschluss auszuführen. Entscheidend sind Landes-Feuerungsverordnung, Herstellerzulassung, Lüftungskonzept und Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger. Bei dichten Gebäudehüllen oder gleichzeitiger Abluftanlage ist ein raumluftunabhängiger Ofen mit externer Verbrennungsluftzufuhr häufig die sicherere beziehungsweise abnahmefähige Lösung.
Schornsteinfeger: Einbau, Inbetriebnahme und der regelmäßige Betrieb werden vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger geprüft. Vor jeder Anschaffung ist ein Beratungstermin mit dem Schornsteinfeger sinnvoll — er kennt die örtlichen Vorgaben und die Anforderungen an Schornstein und Aufstellraum.
Quelle: 1. BImSchV §§ 4, 26 (gesetze-im-internet.de); Umweltbundesamt — Kleinfeuerungsanlagen; Ecodesign-Verordnung (EU) 2015/1185; GModG · Stand 2026
Brennholz: Frisches Holz: Nein Danke!
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Das richtige Holz ist entscheidend

In einem Kaminofen darf ausschließlich naturbelassenes, lufttrockenes Holz verheizt werden. Es darf weder beschichtet noch lackiert oder mit Schadstoffen behandelt sein. Die 1. BImSchV begrenzt die Holzfeuchte auf maximal 25 Prozent – in der Praxis sollte das Holz aber unter 20 Prozent Restfeuchte liegen, um effizient und schadstoffarm zu verbrennen. Frisch geschlagenes Holz erreicht diesen Wert nach typisch zwei Jahren ofengerechter Lagerung.

Zum Anheizen eignet sich schmal gespaltenes Holz mit einem Holzanzünder am besten – so kommt die Brennkammer schnell auf Betriebstemperatur. Bei zu dicken Holzscheiten oder bei zu viel Holz auf einmal entstehen unverbrannte Gase und damit unnötig viele Schadstoffe. Auch eine ausreichende Luftzufuhr ist wichtig, vor allem in der Anheizphase. Lieber öfter kleine Holzmengen nachlegen, als den Ofen einmal überfüllen.

Welches Brennholz für den Kaminofen?

HolzartHeizwert (lufttrocken)BrenneigenschaftEignung
Bucheca. 4,0 kWh/kg bzw. 1 900 kWh/Raummeterruhige, lange Glut; wenig Funkensehr gut — Klassiker für Kaminöfen
Eicheca. 4,2 kWh/kg bzw. 2 100 kWh/Raummeterhohe Gluthitze, langsame Verbrennungsehr gut — vor allem als Nachlegeholz
Birkeca. 4,3 kWh/kg bzw. 1 780 kWh/Raummeterschöne Flamme, ätherische Öle in der Rindegut — beliebt zum Anheizen
Fichte/Kieferca. 4,4 kWh/kg bzw. 1 520 kWh/Raummeterbrennt schnell, hoher Funkenflug, harzhaltignur in Kombination mit Hartholz; nicht als Hauptbrennstoff

Wichtig: Heizwert je Raummeter unterscheidet sich stärker als je Kilogramm, weil Hartholz dichter ist. Wer beim Brennholzkauf auf den Preis je kWh achten will, vergleicht den Preis je Raummeter geteilt durch den Heizwert je Raummeter.

Quelle: Umweltbundesamt — Schadstoffarmes Heizen mit Holz; FNR — Heizwert-Tabellen Brennholz · Stand 2026

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Einmal im Jahr Wartung für Kaminöfen

Ein guter Indikator für eine saubere Verbrennung ist die Asche: ist sie hell und fein, wurde das Holz vollständig verbrannt. Sind Holzreste oder dunkler Ruß zu sehen, deutet das auf eine unvollständige Verbrennung hin – meist wegen zu feuchtem Holz, zu großer Holzscheite oder zu geringer Luftzufuhr.

Die Asche verrät wie gut das Holz gebrannt hat
Die Asche verrät wie gut das Holz gebrannt hat

Der Kaminofen sollte einmal jährlich von einem Fachbetrieb gewartet werden, um einwandfreien Betrieb sicherzustellen. Zusätzlich legt der Feuerstättenbescheid die Schornsteinfegerarbeiten fest: Bei festen Brennstoffen geht es vor allem um Kehrarbeiten nach Nutzungsintensität; die Feuerstättenschau erfolgt durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger in der Regel zweimal innerhalb von sieben Jahren. Diese Termine sind gesetzlich vorgeschrieben.

Wer sich tiefer einarbeiten möchte: das Umweltbundesamt stellt die Broschüre „Heizen mit Holz“ zum kostenlosen Download bereit. Sie liefert kompakte Tipps zum schadstoffarmen Betrieb und zur richtigen Brennholzauswahl.

Das ist beim Kauf von Kaminöfen wichtig

Beim Kauf eines Kaminofens sollte vor allem auf zwei Kennzeichnungen geachtet werden: das CE-Zeichen (Konformität mit EU-Richtlinien) und die Bestätigung, dass der Ofen die 2. Stufe der 1. BImSchV einhält. Seit dem 1. Januar 2022 müssen Kaminöfen außerdem der Ecodesign-Verordnung (EU) 2015/1185 entsprechen – diese Anforderungen sind in der Regel mit den nationalen 1.-BImSchV-Werten kompatibel, aber im Detail gelten die jeweils strengeren Werte.

Kaminofen: Erst prüfen, dann einbauen
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Nachträglicher Einbau von Kaminöfen – geht das?

Kaminöfen können grundsätzlich auch nachträglich eingebaut werden. Mieter brauchen vorab die schriftliche Zustimmung des Vermieters. Voraussetzung für den Einbau ist ein vorhandener oder nachrüstbarer Schornstein. Fehlt ein Schornstein, lässt er sich häufig als doppelwandiges Edelstahl-Außenrohr an der Fassade nachrüsten; das Abgasrohr des Kamins wird dann durch die Hauswand mit dem Außenschornstein verbunden. Auch hier muss der Bezirksschornsteinfeger vor der Inbetriebnahme einbezogen werden.

Vorschriften für einen Kaminofen
Vorschriften für einen Kaminofen

Beim Brandschutz gelten klare Abstandsregeln: der Kamin muss mit ausreichendem Abstand zu brennbaren Stoffen aufgestellt werden – die genauen Mindestabstände stehen in der Aufstellanleitung des Herstellers. Steht der Ofen auf einem Holz- oder Parkettboden, ist eine Bodenplatte aus Glas oder Metall Pflicht; sie muss seitlich und nach vorne über den Ofen hinausragen.

Kaminofen: Die Voraussetzungen müssen stimmen
Kaminofen: Die Voraussetzungen müssen stimmen

In Neubauten und nach luftdichtheitsrelevanten Sanierungen ist die Verbrennungsluftversorgung besonders zu prüfen; eine pauschale Pflicht aus dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) für raumluftunabhängige Kaminöfen gibt es so nicht. Maßgeblich sind vor allem Landes-Feuerungsverordnung, Herstellerangaben, Lüftungskonzept und die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger. Bei Lüftungsanlage, Abluft-Dunstabzug oder sehr dichter Gebäudehülle ist ein Ofen mit externer Verbrennungsluftzufuhr häufig erforderlich oder zumindest die sicherere Planung.

Wegen dieser regulatorischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen lohnt sich ein Termin mit dem Bezirksschornsteinfeger immer schon VOR der Kaufentscheidung. Er kennt die örtlichen Vorgaben und kann Fehlinvestitionen vermeiden – schließlich ist er auch derjenige, der den Ofen am Ende abnimmt.

Kaminofen mit Bodenplatte aus Glas © Lilli, stock.adobe.com
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Umweltfreund „Kaminfeuer“?

Holz als Brennstoff ist in den vergangenen Jahren wegen der Feinstaubbelastung in die Diskussion geraten. Die Umweltbilanz hängt stark von Ofen, Brennstoff und Bedienung ab. Heizen mit Holz wird häufig als „CO2-neutral“ bezeichnet. Klimatisch ist das aber verkürzt: Beim Verbrennen entsteht sofort CO2, zusätzlich können Methan, Lachgas und Ruß sowie Emissionen aus Ernte, Aufbereitung und Transport anfallen. Besser ist deshalb die Formulierung: Holz kann gegenüber fossilen Brennstoffen nur dann Vorteile haben, wenn es regional aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder aus nicht anderweitig nutzbaren Resthölzern stammt und in einem modernen, richtig betriebenen Ofen verbrannt wird. Zur Reduktion von Feinstaubemissionen können zudem nachträglich Staubabscheider eingebaut werden – bei älteren Bestandsöfen sollte vorab mit Schornsteinfeger und Fachbetrieb geklärt werden, ob Nachrüstung, Austausch oder Stilllegung technisch und wirtschaftlich sinnvoller ist.

Heizen mit Holz kann co2-neutral sein, wenn die Bäume extra dafür gepflanzt werden
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Kaminofen © D. Ott, stock.adobe.com
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