Umweltfreundlich Heizen

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Regenerativ Heizen
Regenerativ heizen © Zolwik, fotolia.com

Der Austausch von Heizungsanlagen ist ein langwieriges Geschäft. Erneuerbare Energien spielen bei den Wärmeerzeugern mit rund 3 Millionen Wärmepumpen, Pelletheizungen und weiteren nachhaltigen Heiztechniken bisher nur eine Nebenrolle. Die Zuwachsraten sind beträchtlich, doch waren 2016 nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie nur 18 Prozent der mehr als 20 Millionen installierten Wärmeerzeuger effizient und gleichzeitig mit erneuerbaren Energien betrieben.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, seine Heizungsanlage zu modernisieren, sollte die regenerativen Energiequellen auf jeden Fall mit ins Kalkül ziehen. Die Anlagen sind mittlerweile ausgereift und erreichen einen Nutzungsgrad von weit über 90 Prozent. Ihre Rohstoffe, etwa Holz oder Sonnenstrahlen, sind nahezu unbegrenzt verfügbar und damit ein Ausweg aus der Preisspirale, die sich bei den fossilen Energiequellen auch künftig weiter nach oben drehen dürfte. Auch unter Umweltgesichtspunkten sind Erneuerbare langfristig vorteilhafter.

Heizen mit Sonnenwärme

Solarthermie Leistung
Solarthermie Dach © Eberhard Ruder, fotolia.com

Solarthermie bezeichnet die Gewinnung von Nutzwärme aus der Sonnenenergie. Sie reicht zwar nicht aus, um den Heizbedarf einer Immobilie zu decken, und wird in der Regel vor allem zur Trinkwassererwärmung genutzt. Es gibt aber auch Anlagen, die sich zusätzlich zur Heizungsunterstützung eignen. Eine Heizungsmodernisierung bietet eine gute Gelegenheit, regenerative Energien in das hauseigene Heizsystem einzubinden.
Wie viel Prozent des Bedarfs durch die Sonnenwärme geliefert werden kann, bezeichnet der „solare Deckungsgrad“. Bei kombinierten Anlagen kann als Richtwert gelten, dass rund 20 Prozent der Heizenergie eingespart werden kann. Konkret hängt dies von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Kollektorfläche, dem individuellen Heizbedarf sowie dem baulichen Zustand des Hauses beziehungsweise der Wohnung. Bedacht werden sollte außerdem, dass die Heizung meistens in den kälteren Jahreszeiten benötigt wird, wenn die Sonne nicht scheint. Daher ist der Einbau eines Wärmespeichers bei Nutzung dieser Technologie sowohl räumlich als auch finanziell mit in die Planung einzubeziehen.

Tipp: Wir haben viele weitere Informationen zur Solarthermie veröffentlicht
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Ganz und gar kein Holzweg: Die Pelletheizung

Pelletheizung Umwelteigenschaften
Pelletheizung & Umwelt © Zihe, fotolia.com

Im Gegensatz zur Solarthermie kann der Umstieg auf eine Pelletheizung ein anderes Heizsystem komplett ersetzen. Zu den Vorteilen des Rohstoffes Holz, den die Menschheit schon seit vielen tausend Jahren zur Gewinnung von Wärme nutzt, zählen seine heimische Verfügbarkeit und seine schadstoffarme Verbrennung. Hinzu kommt, dass Holz stetig nachwächst und das Material für die gepressten Pellets ohnehin bei der Holzverarbeitung, beispielsweise in der Möbelindustrie, anfällt.

Dem stehen vor allem hohe Einstandskosten gegenüber. Der Einbau einer Holzpellet-Zentralheizung oder die Umrüstung einer bestehenden Anlage können eine Investition nötig machen, die bis zu doppelt so hoch liegt wie bei einer Öl- oder Gasheizung. Auch muss oftmals erst der Platz für die Brennkammer und den Vorrat sowie die Zuführung des Brennstoffes geschaffen werden. Im Betrieb macht das Heizsystem die Kosten nach und nach wieder wett, da die Pellets als nachwachsender Rohstoff aller Voraussicht nach dauerhaft günstiger sein werden als fossile, und damit nur begrenzt verfügbare Rohstoffe.

Tipp: Weitere Infos zur Pelletheizungen und Holzheizungen.

Bei Wärmepumpen ist erhöhte Vorsicht geboten

Wärmepumpe
Wärmepumpe © Martin Winzer, fotolia.com

Wärmepumpen entziehen, vereinfacht ausgedrückt, der Umgebung Wärme und leiten sie zu Heizzwecken in die Wohnung. Die Wärmegewinnung aus dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Luft hat allerdings auch Nachteile, und daher scheiden sich an dieser Technik die Geister. Zwar kann die Umwelt dauerhaft und gratis angezapft werden. Die Wärmepumpe benötigt jedoch für die Umwandlung der Umgebungswärme auf das in der Regel höhere Temperaturniveau, das für die Heizung benötigt wird, viel Energie. Diese muss von außen zugeführt werden und kann bei steigenden Strompreisen schnell einen Strich durch die Rechnung des Immobilienbesitzers machen. Hinzu kommt, dass manche Haushalte eine Wärmepumpe vor allem aus Umweltgesichtspunkten anschaffen. Wird die Pumpe dann mit teurem Strom aus ökologisch fragwürdigen Quellen betrieben, hilft das weder der Natur noch den Nutzern.

Darüber hinaus ist eine Wärmepumpe nur dann sinnvoll, wenn zahlreiche Voraussetzungen für ihren effizienten Betrieb erfüllt sind. So weist beispielsweise der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) darauf hin, dass die vorhandene Wärmeverteilung und die nutzbare Wärmequelle vor allem bei Altbauten selten für die Technik geeignet sind. Ob sich der Einbau tatsächlich lohnt, sollte also zunächst an Ort und Stelle im Beisein eines Fachmanns geklärt werden. Da mittlerweile jede vierte Heizung in Neubauten ein Wärmepumpen-Modell ist, lohnt sich auch eine Nachfrage im Bekanntenkreis. Die Chancen, dass jemand darunter ist, der von seinen Erfahrungen mit der Technik berichten kann, ist groß.

Tipp: Wir haben viele weitere Informationen zur Wärmepumpe veröffentlicht

BHKWs: Kraftpakete im Keller erzeugen Wärme und Strom

Mikro-BHKW
Mikro-BHKW, © ASUE, SenerTec

Ein ganzes Kraftwerk im eigenen Keller? Auch das ist mittlerweile möglich. Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen gleichzeitig Wärme und Strom und können sowohl mit fossilen als auch mit regenerativen Brennstoffen betrieben werden. Seit einiger Zeit sind sogenannte Mini- und Mikro-BHKWs auf dem Markt, die speziell für kleine Wohneinheiten und Einfamilienhäuser konzipiert wurden. Damit haben sich auch die Investitionskosten verringert. Der vzbv bezeichnet sie als „ökologisch wie ökonomisch“ empfehlenswert, vor allem, wenn sie mit erneuerbaren Energien gespeist werden können.
Die Kraftpakete kommen vor allem für jene infrage, die neu bauen oder die komplette Wärme- und Energieversorgung eines Hauses auf eine neue Technik umstellen wollen. Dies wird wirtschaftlich in den meisten Fällen nur aufgehen, wenn das Gebäude ohnehin von Grund auf saniert oder renoviert werden soll. Als Ersatz für ein bestehendes Heizungssystem allein scheiden die BHKWs in der Regel aus, bei umfassenderen Maßnahmen können sie eine lohnende Alternative sein.

Tipp: Wir haben viele weitere Informationen zur BHKWs veröffentlicht

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