Heizkessel modernisieren

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Sanierung des Heizkessels bzw. Wärmeerzeugers

Heizkessel modernisieren
Heizkessel © Buderus

Das Herzstück einer Heizungsanlage ist der Kessel. Ist eine Sanierung des Kessels fällig, kann man durch eine detaillierte Planung und gut gesteuerte Realisierung das Optimum für die Gesamtanlage und den eigenen Geldbeutel erreichen. Besteht die Chance, dass nicht unmittelbar aufgrund von Schadensereignissen ein neuer Erzeuger fällig wird, sollte ein solcher Tausch natürlich im Sommer erfolgen.

Der Wärmeerzeuger: Herzstück einer Heizungsanlage

In Deutschland dominieren Gas- und Öl-Heizkessel: Einer Studie des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) zufolge beträgt ihr Anteil an den zentralen Hauswärmeerzeugern etwa 85 Prozent. Die Modernisierungsquote liege bei zirka drei Prozent pro Jahr, bei Öl-Heizkesseln sogar nur bei einem Prozent. „Hält das geringe Modernisierungstempo an, wird ein Großteil der Heizungen im Jahr 2030 über 30 oder gar 40 Jahre alt und entsprechend ineffizient sein“, erklärt Andreas Lücke vom BDH. Schon heute seien von den aktuell 21,3 Millionen Wärmeerzeugern 2,7 Millionen über 25 Jahre alt.

Auf die richtige Größe kommt es an

Heizungscheck Kessel
Heizungskessel Check © ZVSHK

Dass veraltete Wärmeerzeuger unnötig viel Energie verbrauchen – und damit gleichzeitig mehr Schadstoffe ausstoßen als moderne Geräte, liegt nicht nur daran, dass sie nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Vielfach wurden die Geräte in einer Zeit eingebaut, als die Knappheit der Ressourcen vielen Menschen noch nicht so präsent war wie heute, und als die Energiepreise noch erheblich niedriger lagen. So wurde manch ein Wärmeerzeuger sehr viel größer dimensioniert, als es tatsächlich nötig war. Heute hat sich dieser Sicherheitspuffer zu einem Bumerang entwickelt, der viele Immobilienbesitzer teuer zu stehen kommt.

Wie groß und leistungsfähig der Wärmeerzeuger idealerweise sein sollte, kann beispielsweise nach DIN 4701 (Wärmebedarfsberechnung) ermittelt werden. Da allerdings weitere individuelle, aber entscheidende Faktoren wie eine Wärmedämmung oder die im Durchschnitt im Haushalt benötigte Wärme berücksichtigt werden müssen, sollte die Berechnung einem Fachmann überlassen werden. Außerdem empfiehlt es sich meist, zusätzlich zum Heizkessel einen Warmwasser-Speicher zu installieren.

Zur Prüfung der Gegebenheiten vor Ort bietet sich der Heizungs-Check nach DIN 15378 an. Er wird beispielsweise von Heizungs- und Sanitärfachbetrieben angeboten und kostet zwischen 100 und 200 Euro. Das Geld ist gut investiert, zumal ein qualifizierter Betrieb über viel Erfahrung beim Austausch von Heizungsanlagen verfügt und somit gleichzeitig Tipps zur weiteren Optimierung oder bezüglich zu empfehlender Marken geben kann.

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Wann lohnt sich ein Austausch?

Grundsätzlich gilt, dass sich ein Austausch des Wärmeerzeugers umso eher lohnt, je älter das bisherige Modell ist. Bei Spezialkesseln hält sich der Nutzungsgrad zum einen in engen Grenzen, zum anderen sind ältere Modelle teilweise nur für einen einzigen Brennstoff wie etwa Öl konzipiert und lassen sich nicht umrüsten. Hinzu kommt ein im Vergleich zu modernen Geräten erhöhter Ausstoß an Schadstoffen. Ihr Austausch gegen einen Brennwert-Kessel lohnt sich in der Regel fast immer.

Danach eroberten zunehmend Niedertemperatur-Kessel den Markt. Sie galten eine Weile lang als Maß der Dinge, da sie durch eine gute Steuerung sowie Vor- und Rücklauftemperaturen in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur effizient arbeiteten – für die Verhältnisse der 1980er- und 1990er-Jahre. Die technische Entwicklung hat auch sie eingeholt. Sie sind der Brennwert-Technik unterlegen und sollten ersetzt werden. Einen Vorteil haben sie jedoch: Sie sind günstig in der Anschaffung und eignen sich eventuell als Ersatz für den Fall, dass größere Investitionen sowie größere Eingriffe in die Heizungsanlage vermieden werden sollen.

Brennwerttechnik Vergleich Niedertemperaturtechnik
Brennwerttechnik Vergleich Niedertemperaturtechnik, Bildquelle: Institut für Wärme und Oeltechnik e. V.

Das Maß der Dinge: Die Brennwert-Technik

Die Brennwert-Technik hat sich schon seit geraumer Zeit zu einer sehr effizienten Alternative zu herkömmlichen Heizkesseln entwickelt. Mit ihr können Nutzungsgrade von bis zu 98 Prozent erreicht werden. Zum Vergleich: Alte Öl- oder Gas-Heizkessel kommen oftmals auf einen Nutzungsgrad von gerade einmal 60 bis 70 Prozent, der Rest geht verloren. Das liegt unter anderem daran, dass die Abgase ungenutzt abgeleitet werden. Bei Brennwert-Kesseln dagegen wird dem im Rauchgas gebundenen Wasserdampf zusätzlich die Kondensationswärme entzogen und in die Heizungsanlage eingespeist.

Brennwerttechnik Prinzip
Brennwerttechnik Prinzip und Funktionsweise, Bildquelle: Institut für Wärme und Oeltechnik e. V.

Die Brennwert-Technik hat sich aufgrund ihrer Effizienz bereits in den 1990er-Jahren als Standard durchgesetzt. Da der Wärmeerzeuger oder komplette Heizungsanlagen jedoch in der Regel selten und wenn, dann nur nach sehr langer Nutzungsdauer ausgetauscht werden, kommt sie immer noch nicht flächendeckend zum Einsatz. Obwohl nach Angaben des BDH mehr als die Hälfte der in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger mittlerweile Gas-Brennwertgeräte sind, liegt ihr Anteil im Bestand derzeit bei lediglich rund 20 Prozent. Das entspricht etwa 4 Millionen Gas-Brennwertkesseln.
Hinzu kommt, dass nach Angaben der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online nur ein Drittel der Brennwertkessel in Deutschland optimal arbeitet. Bei einer optimierten Einstellung könne schon gegenüber einem 15 bis 20 Jahre alten Standardkessel mehr als zehn Prozent Energie pro Jahr, bei älteren Geräten bis zu 25 Prozent eingespart werden.

Brennwertkessel Vergleich Kosten Nutzen
Brennwertkessel Vergleich Kosten Nutzen, Bildquelle: co2online gGmbH

Doppelt wärmt besser: Hybrid-Heizungen

Eine Möglichkeit, die Vorteile mehrerer Systeme miteinander zu kombinieren, sind Hybrid-Heizungen. Sie verknüpfen die moderne und hocheffiziente Brennwert-Technik mit der Nutzung regenerativer Energiequellen, beispielsweise einer Solaranlage. Scheint die Sonne, wird die kostenlose Wärme genutzt. Ist der Wärmebedarf höher, beispielsweise im Winter, wird auf den effizienten Brennwert-Kessel zurückgegriffen. Je nach Dimensionierung und Technik muss dabei allerdings mit Kosten bis im fünfstelligen Bereich gerechnet werden, sofern die Anlage nicht schrittweise erneuert und erweitert wird.

Wichtige Fragen bei der Heizkessel Sanierung

  • Optimale Größenordnung wählen
    Zu große Wärmeerzeuger werden in der Regel häufiger takten, das heißt sie zünden öfter. Bei diesem Vorgang ist der Verschleiß und der Wirkungsgrad ähnlich wie bei einem Auto, nämlich miserabel. Zu kleine Wärmeerzeuger sind nicht in der Lage, die Wohneinheit ausreichend zu erwärmen.
  • Auf Modulierbarkeit der Leistung achten
    Mit der Modulation der Leistung erreicht man eine meist angepasste langlaufende Brennzeit. Weniger Startvorgänge sind die Folge.
  • Möglichst regenerative Energieformen wählen
    Der Vorteil der regenerativen Energien liegt in der Verfügbarkeit der Wärmequelle. Meist fallen hier keine Verbrauchskosten an.
  • Bei Öl- oder Gaskesseln: Brennwerttechnik wählen
    Die Brennwerttechnik entzieht dem gasförmigen Wasseranteil im Abgas latent die Wärme. Das heißt, dass das Abgas gleich warm bleibt. Gleichzeitig kondensiert gasförmiges Wasser und gibt Wärme in das Heizwasser ab oder erwärmt die Verbrennungsluft vorab.
  • Auf Einbringungsöffnungen und genügend Aufstellungsplatz achten
    Der falsche Platz oder die falsche Öffnung sind meist eine kleine Katastrophe. Man bemerkt in der Regel in solchen Fällen den Mangel zu spät. Eine Korrektur ist in der Regel mit zusätzlichen Investitionen verbunden.
  • Entwässerungsanschluss vorhanden?
    Wozu entwässern? Überdruckventile oder das kondensierende Abgas müssen entwässert werden. Ist eine solche nicht vorhanden, scheitert der geplante Aufstellungsort.
  • Speicher ersetzen
    Meist werden Speicher durch Korrosion an Verbindungsstellen oder Schweißnähten fällig zum Ersetzen. Dabei sind Speicher wesentliche Einflussfaktoren des Wirkungsgrades einer Anlage.
  • Optimale Größenordnung wählen
    Zu große Speicher verlieren sehr viel Energie. Zu kleine Speicher können eine Kapazität nicht aufnehmen, die zur Verfügung stehen würde. Aus diesem Grund sind Speicher stets von Experten auszulegen.
  • Sind Anschlüsse für unterschiedliche Wärmeerzeuger vorhanden?
    Wird bivalent, also mit zwei Wärmeerzeugern (z.B: eine Unterstützung einer Solaranlage) gearbeitet, benötigt ein Speicher idealerweise mehrere Anschlüsse.
  • Kann der Speicher die Wärme schichten?
    Schichtenspeicher haben den Vorteil, dass Nutzwärme entsprechend wirtschaftlich zur Verfügung gestellt werden kann. Während im oberen Bereich der Speicher noch ausreichend Wärme liefert, kann der kühle untere Teil bereits durch eine Solaranlage zusätzliche Wärme speichern. Es gibt noch zig andere Beispiele. Man merkt also: für den Speicher ist ein Fachmann zuständig.
  • Auf Einbringungsöffnungen und genügend Aufstellungsplatz achten
    Auch Speicher sind neben den Wärmeerzeugern meist kostenintensiv. Daher kann eine Fehlplanung teuer werden.
  • Entwässerungsanschluss vorhanden?
    Muss der Speicher entleert werden, ist die Erreichbarkeit eines Entwässerungsanschlusses nötig.
  • Welche Wärme verliert der Speicher im Betrieb?
    Die bisherigen Betriebstemperaturen müssen mit dem sanierten Speicher wieder entnommen werden können. Ist dies nicht der Fall, kann die Funktionsfähigkeit der Gesamtanlage darunter leiden.

Kesseltausch lohnt sich auch für die Umwelt

CO2 Emissionen Heizkessel
Neuer Heizkessel spart CO2 Emissionen, Bildquelle: Initiative Erdgas pro Umwelt

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