Rohrleitungen modernisieren spart Energie
Das Rohrleitungssystem ist eine Komponente der Heizungsanlage, die bei einer Heizungsmodernisierung meist nicht im Fokus steht. Aus gutem Grund: Der Austausch des gesamten Rohrsystems ist bei einer Unterputz-Verlegung mit einem sehr großem Aufwand verbunden und aus wirtschaftlicher Sicht kaum lohnend. Mit dem Wärmeerzeuger, der Heizungspumpe und der Heizungsregelung gibt es Ansatzpunkte, die mit weniger Investitionen mehr Ertrag bringen. Im Neubau oder bei der Kernsanierung einer Immobilie sollte den Heizungsrohren aber mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein kompletter Rohrtausch lohnt fast nur bei Kernsanierung oder Defekt — Dämmen ist der schnelle, günstige Hebel.
- GEG verlangt Dämmung zugänglicher Leitungen in unbeheizten Räumen; bei selbstgenutzten Ein-/Zweifamilienhäusern kann § 73 greifen.
- Bei Neuverlegung entscheiden Durchmesser und Material über Effizienz und Lebensdauer.

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Dämmung von Heizungsrohren ist notwendig

Dass man die Heizungsrohre nicht einfach austauschen kann, bedeutet nicht, dass es keine Möglichkeiten gibt, auch diese Heizungskomponente zu modernisieren. Liegen nicht gedämmte Rohre in ungeheizten Räumen wie beispielsweise im Keller, können diese zu einem erheblichen Energieverlust führen, bevor die Wärme überhaupt dort ankommt, wo sie eigentlich gebraucht wird: bei den Heizkörpern.
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt vor, dass bisher ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen, die durch unbeheizte Räume führen, gedämmt werden müssen (§ 69 Abs. 2 GEG). Für Wohngebäude mit höchstens zwei Wohnungen gibt es weiterhin eine GEG-Ausnahme: Hat der Eigentümer am 1. Februar 2002 eine Wohnung selbst bewohnt, muss die Nachrüstung nach § 73 GEG erst ein neuer Eigentümer binnen zwei Jahren nach dem ersten Eigentumsübergang erfüllen. Unabhängig von der rechtlichen Detailfrage gilt: Die Maßnahme ist günstig und spart sofort Energie — wer sie aufschiebt, verheizt bares Geld.

Die Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft (VdZ) weist außerdem darauf hin, dass die Rohrleitungen in sehr gut gedämmten Gebäuden wie etwa Niedrigenergie- oder Passivhäusern sogar im beheizten Bereich gedämmt werden sollten. Andernfalls könne „eine unkontrollierte Wärmeabgabe an den zu beheizenden Raum“ erfolgen.
Die Mindestdämmdicke richtet sich dem GEG zufolge (Anlage 8) nach dem Innendurchmesser der Leitung: Bei Rohren bis 22 Millimeter sind mindestens 20 Millimeter Dämmung gefordert, bei 22 bis 35 Millimetern mindestens 30 Millimeter, bei größeren Leitungen bis 100 Millimeter eine Dämmdicke gleich dem Innendurchmesser. Diese Werte gelten für Dämmmaterialien mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro Meter und Kelvin (W/(m·K)); bei besser dämmenden Materialien sind entsprechend geringere Dicken zulässig. Wichtig ist darüber hinaus, dass die Dämmung auch an Abgängen, Verzweigungen und Bögen erfolgt.
Rohre tauschen oder nur dämmen?
1. Sind Leitungsabschnitte undicht, stark korrodiert oder verkalkt?
2. Liegen ungedämmte Rohre in Keller oder unbeheizten Räumen?

Planung ist das A und O
Bei einem Neubau oder bei der Sanierung des Rohrleitungssystems ist eine genaue Planung gefordert. Vor allem der Rohrleitungsdurchmesser ist zu beachten. Der Durchmesser der Leitungen hängt von einigen Faktoren ab. Neben der Heizlast ist die Art der Wärmeerzeugung, die Vor- und Rücklauftemperatur und die Differenz zwischen den beiden (die sogenannte Spreizung) entscheidend. Ist der Rohrdurchmesser zu klein, wird unnötig viel Energie verbraucht und es können deutliche Strömungsgeräusche in den Leitungen zu hören sein. Ist der Rohrdurchmesser zu groß, können unnötige Verluste entstehen.

Neben dem Durchmesser der Heizungsrohre ist auch auf die richtige Auswahl des Rohrmaterials zu achten. Es gibt Rohrleitungen aus Kupfer, Stahl, Edelstahl und aus Kunststoff. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile.
Rohrmaterialien im Vergleich
| Material | Korrosion | Wärmedehnung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Kupfer | beständig | hoch | Klassiker bei der Modernisierung; Dehnung bei der Verlegung einplanen |
| Stahl | anfällig | gering | druckfest und temperaturbeständig, im Neubau kaum noch üblich |
| Edelstahl | beständig | sehr gering | langlebig, aber teuer |
| Kunststoff (PE-X/PP) | beständig | hoch | leicht, preiswert, glatte Oberfläche — Temperaturgrenzen je nach Material beachten, vor allem bei Fußbodenheizungen üblich |

Mehrschichtverbundrohre: der Standard bei der Sanierung
Bei Sanierungen und in Neubauten sind Mehrschichtverbundrohre heute eine gängige Wahl. Sie kombinieren innen- und außenliegende Kunststoffschichten (PE-X oder PE-RT) mit einer dünnen Aluminiumschicht dazwischen. Das macht sie sauerstoffdicht, formstabil nach dem Biegen und deutlich dehnungsärmer als reine Kunststoffrohre — drei Eigenschaften, die bei klassischen Kunststoffleitungen Schwachpunkte sind. Verarbeitet werden sie meist mit Pressfittings, was die Montage gegenüber gelöteten Kupferleitungen beschleunigt. Für die Anbindung von Heizkörpern und für Fußbodenheizungen werden sie deshalb besonders häufig eingesetzt; lediglich bei dauerhaft sehr hohen Systemtemperaturen bleiben Metallrohre im Vorteil.
Modernisierung von Einrohrsystemen
Bei den Heizungsleitungen wird zwischen Einrohr- und Zweirohrsystemen unterschieden. Bei einem Zweirohrsystem ist jeder Heizkörper mit einer Vor- und einer Rücklaufleitung ausgestattet.


Zwischen 1975 und 1985 wurden vor allem Einrohr-Systeme verbaut, von denen derzeit immer noch schätzungsweise mehr als eine Million in Betrieb sind. Sie haben zwei entscheidende Nachteile: Da alle Heizkörper durch ein einziges Rohrsystem miteinander verbunden sind, nimmt die Heizleistung mit jedem Heizkörper ab, der weiter hinten an der Versorgungsleitung hängt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die gesamte Anlage unnötig viel Energie braucht, damit auch der letzte Heizkörper noch ausreichend warm wird.
Die Sanierung eines Einrohrsystem oder der Ersatz durch ein Zweirohrsystem ist mit hohem Aufwand verbunden. Auf lange Sicht reduzieren sich aber Kosten und Energieverluste. Umso mehr, wenn sie von Optimierungsmaßnahmen wie einem hydraulischen Abgleich oder einer Wärmedämmung begleitet werden.
Mögliche Hinweise zur Modernisierung des Rohrleitungssystems
- Werden Flächenheizungen nicht mehr warm?
Dies kann an Ablagerungen liegen, die sich über Jahre gebildet haben. - Müssen die Rohrleitungen gespült werden (Ablagerungen)?
Eine Rohrspülung kann Ablagerungen ausspülen und das Rohrleitungssystem schützen. - Sind Abschnitte des Rohrleitungssystems undicht oder defekt?
Beschädigte Rohrleitungen können größere Wasserschäden verursachen und müssen unbedingt ersetzt werden. - Wird das gleiche oder verträgliches Material verwendet?
Werden unterschiedliche Metalle kombiniert, kann Kontaktkorrosion auftreten; deshalb sollte der Fachbetrieb geeignete Fittings, Übergangsstücke und die Wasserqualität prüfen. - Wird beim Verlegen die Längendehnung beachtet?
Lange, gerade Strecken führen bei entsprechender thermischer Längendehnung zu Spannungen an den Verbindungen und können zu Undichtigkeiten führen. Die Längendehnung verschiedener Materialien wird mit dem Längenausdehnungskoeffizienten beschrieben. Je größer er ist, desto mehr dehnt sich ein Material bei Wärme aus:
| Material | mm/(m x K) |
|---|---|
| Stahl | 0,012 |
| Kupfer | 0,017 |
| Edelstahl | 0,01 |
| PVC | 0,07 |
| PP | 0,16 |
| PE | 0,15 |
Heizungsrohre: Damit alles im Fluss bleibt Heizungsrohre transportieren das im Heizkessel erwärmte Wasser in die Heizkörper und führen dieses auch… weiterlesen



