Mehr als die Summe der einzelnen Teile: Weitere Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung
Der Austausch oder die Optimierung einzelner Bestandteile einer Heizungsanlage kann ein sinnvoller Schritt sein. Gleichzeitig hat jede Modifikation Auswirkungen auf das gesamte Heizungssystem. Damit eine Optimierung mit Einsparungen an einer Stelle nicht zu Mehrausgaben an anderer Stelle führt, muss bei einer Heizungsmodernisierung immer auf die Wechselwirkungen zwischen den Komponenten Rücksicht genommen werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Jede Änderung wirkt aufs ganze System — Komponenten immer im Zusammenspiel planen.
- Reihenfolge zählt: erst Gebäudehülle und Wärmebedarf klären, dann den Wärmeerzeuger dimensionieren.
- Kleine Hebel wie Pumpe, Abgleich und Regelung sparen auch ohne Komplettumbau spürbar.

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Viele Faktoren beeinflussen die benötigte Heizleistung und die damit verbundenen Ausgaben. Eine Dämmung von Fassade, Dach oder die Dämmung der Kellerdecke beispielsweise können die Anforderungen an eine Heizungsanlage signifikant verändern. Ist etwa die Dämmung einer Immobilie in naher Zukunft geplant, sollten gleichzeitig die Leistungswerte der Heizung unter die Lupe genommen werden. Bei Systemen, deren einzelne Komponenten nicht ausgetauscht werden können oder sollen, bietet eine Heizungsoptimierung in Verbindung mit einer baulichen Maßnahme Ansatzpunkte, um Geld zu sparen.

Heizungsanlage sollte ganzheitlich betrachtet werden

Die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Heizungskomponenten sind vielfältig. Ausgangspunkt einer Modernisierung der Heizungsanlage ist der Wärmeerzeuger, bei herkömmlichen Heizungsanlagen also der Heizkessel, bei modernen Heizungen die Wärmepumpe. Wird der Wärmeerzeuger ausgetauscht, ist ein Blick auf andere wesentliche Komponenten notwendig. Zu prüfen ist dann beispielsweise, ob die Heizungspumpe oder die Abgasleitung zum System passen und ob neue Thermostate oder Heizkörper notwendig sind. Ist ein kompletter Wechsel des Heizsystems oder des Energieträgers geplant, dann ist es notwendig, auch die anderen Komponenten auf einen nötigen Austausch hin zu untersuchen:
Die Heizungsregelung sorgt dafür, dass die Wärme an jedem Ort des Systems so bereitgestellt wird, wie sie gerade benötigt wird. Moderne Heizungsregelungen sind witterungsgeführt, das heißt, sie passen die notwendige Vorlauftemperatur dem Wetter und dem Heizbedarf an und senken nachts die Temperatur ab. Sie lassen sich bei Bedarf auch in Smart Home-Lösungen integrieren.
Die Heizungspumpe bringt den Heizkreislauf in Schwung. Werden die Heizkörper ungleichmäßig schnell warm oder erreichen sie gar nicht die gewünschte Temperatur, ist abzuklären, woran das liegt. Entweicht die Wärme durch mangelhafte Dämmung der Heizungsrohre, oder müssen die Heizkörper entlüftet werden? Sind diese Faktoren ausgeschlossen, ist es möglich, dass die Pumpe möglicherweise falsch eingestellt oder defekt ist. Veraltete Heizungspumpen sind nicht regelbar und oft überdimensioniert, solche Modelle verbrauchen unnötig viel Strom. Sparsame Hocheffizienzpumpen bringen dieselbe Heizleistung, arbeiten aber sehr viel effizienter. Ein Austausch veralteter Heizungspumpen lohnt sich daher fast immer.

Welche Maßnahme zuerst sinnvoll ist, hängt von Heizlast, Vorlauftemperatur und vorhandenen Heizflächen ab. Der Austausch von Rohrleitungen oder Heizkörpern ist aufwendig; bei Wärmepumpen oder niedrigen Vorlauftemperaturen können größere Heizflächen aber entscheidend sein. Bei einer kompletten Sanierung sollten sie allerdings auch betrachtet werden. Steigt man von einer fossilen Heizung mit vergleichsweise hohen Vorlauftemperaturen auf eine Wärmepumpe um, kann es eben auch notwendig werden, die Heizkörper auszutauschen.
Beim Tausch des Wärmeerzeugers mitprüfen

In vielen Haushalten wird die Straße mitgeheizt

Ein sinnvoller Zeitpunkt für die Erneuerung der Heizungsanlage ist, wenn Bestandteile des Hauses oder der Wohnung gedämmt werden und/oder neue Fenster eingesetzt werden. Sie verändern die Wärmebilanz und somit auch den Leistungsbedarf des Heizsystems. Wird die Wärme effektiv im Haus gehalten, sinkt die Heizlast; bei einer Modernisierung oder Neuinstallation kann der Wärmeerzeuger deshalb nach einer Heizlastberechnung oft kleiner dimensioniert werden. Das spart sowohl Kosten in der Anschaffung als auch im langfristigen Betrieb. Hinzu kommt, dass der Wert der Immobilie gesteigert wird.
Eine ganzheitliche Gebäudemodernisierung bietet außerdem eine gute Möglichkeit, auch regenerative Energien wirtschaftlich in das Heizsystem einzubinden. Bei der Wahl der Heiztechnik sollte das nicht außer Acht gelassen werden, denn ein Heizungstausch ist meist eine Entscheidung für etwa 20 Jahre. Es ist absehbar, dass die erneuerbaren Energien weiter an Bedeutung gewinnen werden.
Mit einer guten Dämmung von Fassade, Dach und Keller sind signifikante Einsparungen bei den Heizkosten möglich, bei einer Umwandlung in ein Passivhaus sogar bis zu einem Minimum. Das überrascht nicht, wenn man weiß, dass etwa zwei Drittel des Energieeinsatzes in einem privaten Haushalt für die Heizung benötigt werden. Nach Angaben der Energieberatung der Verbraucherzentrale entweichen in ungedämmten Einfamilienhäusern zwei Drittel davon über die Außenwände, das Dach und den Keller nach außen – ungenutzt. Der konkrete Verlust ist schwer zu beziffern, da die Gegebenheiten individuell unterschiedlich sind. Künftige Energiepreise bleiben unsicher; deshalb sollte die Wirtschaftlichkeit mit mehreren Preisannahmen gerechnet werden, statt allein mit steigenden Preisen. Lassen Sie sich von Fachleuten durchrechnen, ob sich für Sie aktuell eine Wärmedämmung mit gleichzeitiger Heizungsmodernisierung lohnt und wann sie sich voraussichtlich amortisiert hat.

Die richtige Reihenfolge: Sanierungsfahrplan statt Einzelmaßnahmen
Damit die Wechselwirkungen nicht zur Kostenfalle werden, hat sich die Reihenfolge „von außen nach innen“ bewährt: erst die Gebäudehülle einschätzen, dann den Wärmebedarf neu berechnen und zuletzt den Wärmeerzeuger samt Verteilung dimensionieren. Wer mehrere Maßnahmen plant, kann sie mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) aus der geförderten Energieberatung in eine wirtschaftlich sinnvolle Etappenfolge bringen — eine gründliche Bestandsaufnahme liefert dafür die Datengrundlage. So wird vermieden, dass eine neue Heizung für das ungedämmte Haus dimensioniert wird und nach der Dämmung dauerhaft zu groß läuft.
Ganzheitlich modernisieren: die sinnvolle Reihenfolge
Gebäudehülle einschätzen
Dämmung von Dach, Fassade, Kellerdecke und Zustand der Fenster bewerten — geplante Maßnahmen mitdenken.
Wärmebedarf neu berechnen
Nach (geplanter) Dämmung sinkt der Bedarf — die Heizlast bestimmt die Größe der neuen Anlage.
Wärmeerzeuger wählen
System und Energieträger passend zu Gebäude, Wärmeplanung und Budget festlegen.
Verteilung und Übergabe optimieren
Pumpe, hydraulischer Abgleich, Regelung und gegebenenfalls Heizflächen ans neue System anpassen.
Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Steht bald ein möglicher Umzug bevor oder ist die Haushaltskasse aktuell zu klein für eine umfassende Modernisierungsmaßnahme? Dann bietet die Optimierung der vorhandenen Heizungsanlage eine gute Lösung, um mit wenig Geld Effizienzgewinne zu erzielen. Hier spielt der hydraulische Abgleich eine große Rolle. Darüber hinaus bieten automatisierte Steuerungslösungen, kleine Änderungen im Nutzungsverhalten und das Ausbessern von Schwachstellen, die unter anderem durch natürlichen Verschleiß entstehen können, praktische Einsparpotenziale.
Fazit
Steht die Modernisierung oder die Sanierung einer Heizung an, dann sollte das gesamte System betrachtet werden. Eine ganzheitliche Maßnahme betrachtet auch Komponenten wie die Heizungssteuerung und die Heizungspumpe. Nur mit optimal aufeinander abgestimmten Komponenten lassen sich alle Einsparpotenziale realisieren.
Die Komplettsanierung der Heizungsanlage Die Komplett-Sanierung der Heizungsanlage umfasst, wie der Begriff nahelegt, nicht nur die notwendige Erneuerung einzelner Komponenten,… weiterlesen



