Heizungsanlage mit Solarthermie kombinieren
Kombinationen von Heizungsanlagen mit Solarthermie sind seit den 1990er Jahren auf dem Markt.
Das Wichtigste in Kürze
- Solarthermie lässt sich mit praktisch jedem Wärmeerzeuger kombinieren — von Gas bis Wärmepumpe.
- Herzstück ist der Pufferspeicher; Schichtenspeicher nutzen die Solarwärme am effizientesten.
- Gut ausgelegt deckt die Anlage rund 50 bis 60 Prozent des jährlichen Warmwasser-Energiebedarfs.

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Solarthermie als Komponente, die Sonnenenergie entweder zur Trinkwassererwärmung oder zur zusätzlichen Heizungsunterstützung nutzt, kann mit quasi jedem Wärmeerzeuger kombiniert werden.
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) anstelle des früheren Gebäudeenergiegesetzes (GEG): Die feste 65-Prozent-Erneuerbaren-Vorgabe für neue Heizungen ist entfallen, die Heizungsart kann wieder frei gewählt werden. Solarthermie lässt sich damit frei mit jedem Wärmeerzeuger kombinieren — über die Kombination entscheidet in erster Linie der Nutzen. Die früheren Sonderregeln für Gas-Solar-Hybridheizungen sind entfallen. Wird eine neue Gasheizung in ein Bestandsgebäude eingebaut, zählen ab 2029 steigende Anteile klimafreundlicherer Brennstoffe — eine Solarthermie-Anlage kann daran mitwirken. Wie groß ihr Beitrag ausfällt, sollte ein Fachbetrieb oder Energieberater durchrechnen. Auch mit Pelletheizungen oder Wärmepumpen lässt sich Solarthermie kombinieren.

Solarthermie kann auch nur zur Trinkwassererwärmung genutzt werden. Meist wird aber die Solarthermie mit der Heizungsanlage kombiniert. Bei dieser Kombination wird gerade im Sommer, aber auch in Frühjahr und Herbst viel Energie durch die Solarthermie eingespart. Im Sommer kann der Wärmeerzeuger – ob Gas-, Pelletheizung oder Wärmepumpe – komplett ausgeschaltet bleiben, da die Solarthermieanlage allein für das warme Wasser sorgt.
In allen anderen Fällen unterstützt die Solarthermie die Heizungsanlage, die entsprechend seltener arbeiten muss.
Wesentliche Komponente, ohne die die Kombination aus Heizungsanlage mit einer Solarthermie nicht funktioniert, ist der Pufferspeicher. Hier wird die Wärme aus der Solaranlage im Wasser gespeichert, bis sie benötigt wird, entweder für die Heizung oder zur Trinkwassererwärmung.
Passt die Solar-Kombination zu Ihrem Haus?
1. Gibt es eine wenig verschattete Dachfläche Richtung Süd, Südost oder Südwest?
2. Ist Platz für einen ausreichend großen Pufferspeicher vorhanden?

Es gibt verschiedene Speicherarten, die für eine Heizungskombination mit Solarthermie geeignet sind. Infrage kommen sogenannte Zweispeicher-Systeme, die allerdings die Solarthermie nicht optimal ausnutzen. Kombispeicher verfügen dagegen über zwei Wärmetauscher im selben Speicher. Es sind sowohl Tank-im-Tank-Speicher auf dem Markt wie auch Speicher mit Frischwasserstation. Empfehlenswert für die Kombination mit Solarthermie sind insbesondere sogenannte Schichtenspeicher. Schichtenspeicher sind höchst effizient, weil die solare Wärme optimal genutzt werden kann. Zudem besteht bei Schichtenspeichern auch die Möglichkeit, weitere Wärmequellen wie etwa einen Kamin mit Wassertasche zu integrieren.
Speicherarten für die Solar-Kombination
| Speicherart | Prinzip | Eignung für Solarthermie |
|---|---|---|
| Zweispeicher-System | Getrennte Speicher für Heizung und Warmwasser | möglich, nutzt die Solarwärme aber nicht optimal |
| Kombispeicher (Tank-im-Tank) | Warmwasserbereitung im integrierten Innentank | gut — kompakte Standardlösung |
| Kombispeicher mit Frischwasserstation | Warmwasser wird im Durchfluss hygienisch erwärmt | gut — hygienisch und flexibel |
| Schichtenspeicher | Wärme lagert sich in Temperaturschichten ein | besonders effizient; weitere Quellen integrierbar |

Wer seine Heizung mit Solarthermie kombiniert, spart Heizkosten
Wie groß die Ersparnis ausfällt, hängt von Auslegung und Verbrauch ab: Eine richtig dimensionierte Solarthermieanlage deckt übers Jahr typischerweise rund 50 bis 60 Prozent des jährlichen Warmwasser-Energiebedarfs; heizungsunterstützende Anlagen liefern zusätzlich einen Beitrag zur Raumwärme, vor allem in der Übergangszeit. Finanziell hilft der Staat mit: Solarthermieanlagen gehören zu den förderfähigen Heizungstechniken der KfW-Heizungsförderung mit 30 Prozent Grundförderung, zu der je nach Situation Boni hinzukommen können. Bei fossilen Brennstoffen kann auch die CO2-Bepreisung die Wirtschaftlichkeit verbessern; ab 2026 gilt zunächst ein Preiskorridor, danach hängt der Preis vom Emissionshandel ab.

Fazit
Viele wassergeführte Zentralheizungen lassen sich mit Solarthermie kombinieren. Die Solarkollektoren auf dem Dach nutzen die Sonnenenergie zur Erwärmung des Brauchwassers oder zur Heizungsunterstützung. Eine passend ausgelegte Solarthermieanlage kann den Wärmeerzeuger entlasten und Brennstoff beziehungsweise Strom einsparen; wie groß der Effekt ist, hängt von Dach, Speicher, Verbrauch und Regelung ab.
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