Funktional und immer öfter Designobjekte: Die Heizkörper
Heizkörper sind die am deutlichsten sichtbaren Komponenten einer Heizungsanlage. Ihre Funktion besteht darin, die Wärme an den Raum abzugeben. Heizkörper sind zwar langlebige Komponenten. Aus mehreren Gründen kann sich eine Modernisierung aber lohnen. Werden die Heizkörper modernisiert, steht nicht nur ihre Funktion im Vordergrund, sondern immer öfter auch ihr Design.
Das Wichtigste in Kürze
- Heizkörper sind langlebig — ein Austausch lohnt vor allem beim Wechsel des Wärmeerzeugers, bei Rostschäden oder aus Designgründen.
- Für eine Wärmepumpe zählt weniger das Alter als die Heizfläche: Großzügig ausgelegte Heizkörper funktionieren oft auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen.
- Wer den kompletten Austausch scheut, senkt mit neuen programmierbaren Thermostaten schon mit kleinem Budget den Energieverbrauch.

Heizung-Konfigurator:
Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!
Oftmals veraltet
Bei der Sanierung eines Hauses werden die Heizkörper fast immer ausgetauscht. Wird lediglich renoviert, scheuen dagegen viele vor einem Austausch zurück. Dabei gibt es vielfältige Gründe für neue Heizkörper.
Wird etwa die bisherige Heizung ausgetauscht und durch ein modernes Hybridmodell oder eine Wärmepumpe ersetzt, sollten die vorhandenen Heizkörper geprüft werden. Reichen Größe und Heizleistung für niedrige Vorlauftemperaturen aus, können sie bleiben; sonst werden einzelne Heizkörper vergrößert oder ersetzt. Nur wenn im Heizungssystem alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind, kann die Heizung effizient und optimal arbeiten.
Heizkörper sollten außerdem modernisiert werden, wenn sie größere irreparable Rostschäden aufweisen. Wer hier nicht reagiert, nimmt langfristig Wasserschäden durch tropfendes Heizungswasser in Kauf.


Oft werden Heizkörper bei einer Renovierungs- oder Modernisierungsmaßnahme am oder im Haus jedoch nicht berücksichtigt. Erhält das Haus eine Fassadendämmung oder wird der Wärmeerzeuger beziehungsweise die Heizungspumpe ausgetauscht, hat das in der Regel erhebliche Auswirkungen auf das Binnenklima im Gebäude und damit auch auf die Heizkörper. Ältere Modelle sind aber nicht immer mit jeder moderneren Wärmeerzeugungs-Technik kombinierbar. Bei niedrigen Vorlauftemperaturen, wie etwa beim Einsatz einer Wärmepumpe, kommt es vor allem auf die Heizfläche an: Viele bestehende Heizkörper sind großzügig ausgelegt und geben auch bei Vorlauftemperaturen bis etwa 55 °C noch genug Wärme ab — knapp bemessene Radiatoren stoßen dagegen an ihre Grenzen und müssen dann durch größere Flächen oder speziell entwickelte Niedertemperatur-Heizkörper ersetzt werden.
Heizkörper und niedrige Vorlauftemperaturen
Moderne Heizungstechnik arbeitet mit möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen — das spart Energie und ist die Voraussetzung dafür, dass später eine Wärmepumpe effizient läuft. Entscheidend ist dabei die Heizfläche: Je größer sie ist, desto niedriger kann die Vorlauftemperatur ausfallen, ohne dass es im Raum kühler wird. Deshalb haben moderne Heizkörper große, oft mehrlagige Flächen, und einige Wärmepumpen-Heizkörper unterstützen die Wärmeabgabe zusätzlich mit einem leisen Ventilator. Ob die vorhandenen Heizkörper für niedrige Temperaturen ausreichen, lässt sich nicht am Alter ablesen, sondern zeigt sich erst über eine Heizlastberechnung und einen hydraulischen Abgleich, der das Heizwasser gleichmäßig auf alle Räume verteilt. Wer seine Heizkörper modernisiert, sollte die spätere Wärmeerzeugung deshalb von Anfang an mitdenken.
Heizkörpertypen und niedrige Vorlauftemperatur
| Bauart | Wärmeabgabe | Eignung für niedrige Vorlauftemperatur |
|---|---|---|
| Alte Rippen-/Gliederheizkörper | träge, Leistung stark größenabhängig | Einzelfall prüfen |
| Plattenheizkörper | schnell, kompakt | bedingt — auf Größe achten |
| Röhren-/Designheizkörper | je nach Fläche | bedingt |
| Niedertemperatur-/Wärmepumpen-Heizkörper | große Fläche, oft mit Ventilator | gut geeignet |
| Flächenheizung (Fußboden/Wand) | große Fläche, gleichmäßig | sehr gut geeignet |
Bei der Modernisierung der Heizkörper sollte auch der Standort berücksichtigt werden. Der klassische Platz unter dem Fenster ist zwar in vielen Fällen nach wie vor empfehlenswert, weil dort einströmende Kaltluft abgefangen und Wärme ungehindert in den Raum abgegeben wird. Bei einer guten Isolierverglasung und einer gedämmten Fassade ist das Argument aber weniger schlagend als früher, als der Fensterbereich kälter war als der Rest des Zimmers. Moderne Heizkörper sind für den Betrieb in gedämmten Wohnungen und an nahezu beliebigen Standorten in den Räumen optimiert.
Modernes Design bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten

Nicht zuletzt diese Freiheit der Platzwahl hat zu einem wahren Schub an Design-Innovationen auf dem Heizungsmarkt geführt. Die weißen, gerippten „Ziehharmonika“-Modelle gehören zwar in vielen Haushalten immer noch zum Standard. Bei der Modernisierung der Heizungsanlage oder gar einem Neubau lohnt sich jedoch ein Blick auf das aktuelle Marktangebot. Galt es früher noch, die unschönen Radiatoren möglichst gut, womöglich durch eine Verkleidung, zu kaschieren, bieten neuere Heizkörper-Modelle die Möglichkeit, sie als bewusstes Stilmittel in die Inneneinrichtung zu integrieren. Ob rund oder eckig, uni oder in bunten Farben, ob als Flächenmodell oder in Säulenform – das Angebot an Formen, Farben und Größen ist nahezu unbegrenzt.


Die gute Funktion der Heizkörper – die Wärme an den Raum bedarfsgerecht und effizient abzugeben – und funktionales Design sollten Hand in Hand gehen. Das ist zum einen der Fall, wenn sie schnell auf Änderungen des Wärmebedarfs reagieren und Wärme ohne Verzögerung an den Raum weitergeben können. Dazu tragen zum anderen beispielsweise optimierte Bauformen bei, die mittels großer Wärmeübertragungsflächen viel Strahlungswärme abgeben, die aber aufgrund ihrer geringen Bautiefe trotzdem nahezu in jedes Raumkonzept eingebunden werden können.

Der Austausch von Heizkörpern kann, je nach gewählten Modellen eine mittlere bis große Investition sein. Allerdings kann der Aufwand geringgehalten werden, wenn die Heizkörper am selben Platz montiert werden. Dann sind unter Umständen lediglich passende Anschlussstücke notwendig. Der Austausch von Heizkörpern kann durch geübte Heimwerker auch selbst vorgenommen werden. Für die Dimensionierung der Heizkörper sollte man sich allerdings an einen Fachmann wenden.
TIPP
Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice: Preise von Heizungs-Fachbetrieben vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen
„Kleine Lösung“ Thermostatwechsel

Wer die Modernisierung und einen Komplettaustausch der Heizkörper scheut, kann durch den Austausch der Thermostate schon viel Energie sparen. Neue Thermostate sind auch für ältere Heizkörper erhältlich. Schauen Sie mal nach: Häufig sind die Thermostate genauso alt wie die Heizkörper selbst und wurden nie ausgetauscht.
Günstige programmierbare Thermostate sind bereits für einen niedrigen zweistelligen Betrag erhältlich. Sie können Energie sparen — das Umweltbundesamt nennt etwa 10 % Einsparpotenzial, die Verbraucherzentrale betont aber die Abhängigkeit vom bisherigen Heizverhalten — und bringen mehr Komfort bei geringen Kosten. Moderne Thermostate können erkennen, wenn ein Fenster geöffnet wurde. Dann regeln sie die Heizung automatisch runter. Wenn nur der Thermostatkopf gewechselt wird und das Ventil funktioniert, muss in der Regel kein Fachbetrieb ins Haus kommen. Auf eventuell nötige Adapter für die vorhandenen Anschlüsse sollte beim Kauf geachtet werden; bei defektem Ventil ist ein Fachunternehmen zuständig.
Lohnt sich bei Ihnen eine Heizkörper-Modernisierung?
Vier typische Ausgangslagen — mit jeweils einer klaren Empfehlung.
WennDie Heizung wird auf eine Wärmepumpe umgestellt
Dann Heizflächen prüfen lassen
Erst Heizlastberechnung und hydraulischer Abgleich zeigen, ob die vorhandenen Heizkörper genügen oder größere Flächen nötig sind.
WennEin Heizkörper rostet sichtbar oder ist undicht
Dann Austausch nötig
Durchgerostete Heizkörper riskieren Wasserschäden — hier ist der Tausch keine Frage der Optik mehr.
WennDie Heizkörper funktionieren, wirken aber altmodisch
Dann Design-Austausch optional
Moderne Bauformen sind frei platzierbar und werden zum Gestaltungselement — ein Komfortgewinn, aber kein Muss.
WennNur der Energieverbrauch soll sinken, kleines Budget
Dann Thermostate tauschen
Programmierbare Thermostate senken den Verbrauch spürbar und lassen sich meist ohne Fachbetrieb montieren.
Faustregel: Je niedriger die nötige Vorlauftemperatur, desto wichtiger ist die Heizfläche — die Beratung durch Fachbetrieb oder Energieberater ersetzt der Überblick nicht.
Fazit
Heizkörper geben nicht nur Wärme an den Raum ab. Sie sind immer öfter auch Design- und Gestaltungsobjekte für Badezimmer und Wohnräume. Bei durchgerosteten Heizkörpern ist ein Austausch allerdings keine Frage der Ästhetik mehr, sondern notwendig. Dies gilt ebenso, wenn die Heizungsanlage ausgetauscht wird und die alten Heizkörper funktional nicht mehr zu ihr passen.
Heizkörper
Heizkörper sorgen dafür, dass die in der Heizzentrale produzierte Wärme an die verschiedenen Räume eines Gebäudes weiter transportiert wird.Im Handel… weiterlesen










