Wasserführender Kaminofen: Komponenten, Vorteile und Nachteile
Ein Standard-Kaminofen ist lediglich an einen Schornstein angeschlossen, durch den die beim Heizen entstehenden Abgase nach außen geführt werden. Die entstehende Wärme heizt auch nur den Raum auf, in dem der Kaminofen steht. Das kann gerade in gut gedämmten Neubauten schnell zu einer Überhitzung des Raums führen. Der richtige Weg dagegen ist ein Ofen mit kleinerer Nennwärmeleistung – nicht ein zu großer Ofen, der dauerhaft mit wenig Holz betrieben wird. Denn ein gedrosselter Ofen verbrennt unvollständig, rußt und stößt mehr Schadstoffe aus.
Ein wasserführender Kaminofen oder auch ein sogenannter Kaminofen mit Wassertasche funktioniert dagegen anders. Als Wassertasche wird ein Wärmetauscher bezeichnet, der im Kaminofen eingebaut ist und der Kaminofen ist an das Heizungssystem angeschlossen. (Es gibt für ältere Kaminöfen auch Wassertaschen zum Nachrüsten, die aber kaum eine Rolle spielen.)
Das Wichtigste in Kürze
- Nur ein Teil der Leistung geht ins Wasser: Bei 15 kW Nennleistung sind es typischerweise rund 8,5 kW.
- Thermische Ablaufsicherung und Rücklaufanhebung sind Sicherheitstechnik – und ohne Pufferspeicher funktioniert das System nicht.
- Mit Montage und Pufferspeicher grob 3.700 bis 6.500 Euro – als alleinige Heizung taugt der Ofen nicht.

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Über den Wärmetauscher werden dem wasserführenden Kaminofen Teile der produzierten Wärme entzogen. Diese Wärme wird genutzt, um das Wasser im Pufferspeicher zu erwärmen. Er hat damit also dieselbe Funktion wie etwa eine angeschlossene Solarthermie-Anlage.
Ein Teil der entstehenden Wärme wird also direkt in das Heizsystem gespeist, nur die restliche Wärmeenergie wärmt den Raum direkt.
Übrigens ist die Kombination von Kaminofen mit Wassertasche und Solartherme zur Unterstützung einer Heizung besonders effizient. Beide Systeme zusammen können über lange Zeiträume im Frühling und Herbst genug Wärme für die Warmwasserproduktion und einen geringen Heizbedarf abdecken.

Komponenten des Kaminofens mit Wassertasche
Ein Kaminofen mit Wassertasche ist damit auch deutlich komplexer gebaut und auch schwieriger anzuschließen als ein normaler Kaminofen. Im Kaminofen mit Wassertasche ist dieser Wärmetauscher im Allgemeinen in den Ofen integriert. Zusätzlich zum Anschluss an den Schornstein muss der Kaminofen aber auch an das Heizungssystem angeschlossen werden.
Dazu werden sowohl Vorlauf- wie Rücklaufleitungen benötigt, die an den Kamin angeschlossen werden müssen. Nicht vergessen werden darf die thermische Ablaufsicherung: Sie ist bei wasserführenden Feuerstätten nach DIN EN 12828 als Sicherheitseinrichtung vorzusehen und leitet bei Überhitzung Kaltwasser durch einen zweiten, den sogenannten Sicherheitswärmetauscher, und von dort in den Abfluss. Dafür braucht der Ofen einen Kaltwasser- und einen Abwasseranschluss – zusammen mit Vor- und Rücklauf sind es also vier Leitungen.
Der Rest der Anlage steht im Keller – und er ist kein Zubehör, sondern Teil der Sicherheitskette. Ein wasserführender Ofen darf weder überhitzen noch zu kalt gefahren werden: Läuft zu kaltes Wasser in die Wassertasche, schlägt sich im Brennraum und im Abgasweg Kondensat nieder, und das führt zu Korrosion und am Ende zu einer Versottung des Schornsteins. Welche Bauteile dafür zusammenspielen müssen, zeigt die folgende Übersicht.
Das gehört zum Anschluss dazu


Wasserleistung, Raumleistung – und wie groß der Pufferspeicher sein muss
Ein wasserführender Kaminofen gibt seine Nennwärmeleistung nicht komplett ans Heizsystem ab. Sie teilt sich auf in einen wasserseitigen und einen luftseitigen Anteil, und die Aufteilung schwankt je nach Modell deutlich – häufig liegen wasserführende Öfen zwischen 40 und 70 Prozent Wasseranteil. Ein Ofen mit 15 Kilowatt Nennwärmeleistung liefert also typischerweise rund 8,5 Kilowatt ins Wasser und 6,5 Kilowatt in den Aufstellraum. Wer die Zahlen verwechselt, kauft entweder einen zu schwachen Ofen für die Heizungsunterstützung – oder einen, der den Wohnraum überheizt. In den technischen Daten stehen beide Werte getrennt; danach sollte man auswählen.
An der Wasserleistung hängt auch die Größe des Pufferspeichers – und der wird oft zu klein gewählt. Ist er voll, kann der Ofen seine Wärme nicht mehr abgeben und läuft heiß; genau dann greift die thermische Ablaufsicherung, die eigentlich nur eine Notbremse sein soll. Wie groß der Speicher mindestens ausfallen muss, lässt sich überschlagen:
Überschlag: Wie groß der Pufferspeicher mindestens sein muss
Vorteile eines wasserführenden Kaminofens
Ein ganz großer Vorteil des Kaminofens mit Wassertasche ist die hervorragende Ausnutzung der entstehenden Wärme. Diese wird ja nicht nur genutzt, um den einzelnen Raum zu heizen, in dem der wasserführende Kaminofen steht. Vielmehr kommt die entstehende Wärme über das Heizungssystem den restlichen Räumen im Haus zugute.
Das führt gleichzeitig zu einem Punkt, den sehr viele Ofen-Besitzer als großen Vorteil empfinden: Der Raum, in dem der Ofen aufgestellt ist, überheizt sich auch bei einem großen, lodernden Feuer nicht so schnell.
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff – automatisch klimaneutral ist das Heizen damit aber nicht. Das Umweltbundesamt berücksichtigt in seinem CO₂-Rechner seit März 2024 zusätzliche Emissionsfaktoren für das Heizen mit Holz; hinzu kommt, dass Holzfeuerungen eine wesentliche Feinstaubquelle sind. Der wasserführende Ofen nutzt die eingesetzte Energie immerhin deutlich besser aus als ein reiner Raumheizer: Die Wärme, die sonst ungenutzt im Aufstellraum verpufft, landet im Heizsystem. Sauberer wird der Brennstoff dadurch aber nicht.
Nachteile des Kaminofens mit Wassertasche
Es gibt natürlich durchaus auch Nachteile bei den wasserführenden Kaminöfen. Sie sind in der Anschaffung deutlich teurer als ein normaler Kaminofen: Solide Geräte liegen bei rund 2.000 bis 3.000 Euro, wasserführende Pelletöfen bei 3.000 bis 8.000 Euro. Mit Montage und hydraulischem Anschluss sind realistisch 3.000 bis 5.000 Euro einzuplanen, der Pufferspeicher schlägt mit weiteren 700 bis 1.500 Euro zu Buche. Je nach Ausstattung, Gerätewahl und baulicher Situation landet ein solches Projekt damit grob im Bereich von 3.700 bis 6.500 Euro – nach oben ist die Spanne offen.
Dazu kommt der Platzbedarf: Ohne Pufferspeicher lässt sich ein wasserführender Ofen nicht sinnvoll betreiben, und der will im Keller oder Hauswirtschaftsraum untergebracht werden. Und schließlich bleibt der Ofen ein handbeschicktes Gerät – er liefert nur dann Wärme ins Heizsystem, wenn tatsächlich jemand einheizt. Als alleinige Heizung taugt er deshalb nicht.
Fazit
Ein Kaminofen mit Wassertasche holt aus dem eingesetzten Holz deutlich mehr heraus als ein reiner Raumheizer, weil ein Großteil der Wärme im Heizsystem landet statt im Aufstellraum. In Kombination mit einer Solarthermie-Anlage kann er die Heizung in der Übergangszeit spürbar entlasten. Er ersetzt sie aber nicht: Der Ofen muss von Hand befeuert werden, und der Aufwand für Pufferspeicher, Sicherheitstechnik und Hydraulik ist erheblich. Wer diesen Aufwand nicht scheut und ohnehin Zugang zu günstigem Brennholz hat, bekommt eine wirkungsvolle Heizungsunterstützung – wer nur gelegentlich ein Feuer genießen will, fährt mit einem einfachen Kaminofen besser.
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