Heizungssteuerung und -regelung modernisieren
Die Heizungssteuerung und -regelung ist sozusagen das Gehirn der Heizungsanlage. Sie steuert die Heizungsanlage so, dass die vom Nutzer gewünschte Temperatur in verschiedenen Räumen zu jeder Zeit erreicht wird und die Heizungsanlage dabei möglichst sparsam arbeitet. Eine veraltete Heizungsregelung verbraucht mehr Energie und bietet weniger individuelle Steuerungsmöglichkeiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Regelung ist das Gehirn der Heizung: Eine veraltete Steuerung verschenkt Energie bei jedem Betriebszyklus.
- Bei Zentralheizungen sind witterungsgeführte Regelungen meist die bessere Basis, weil sie die Vorlauftemperatur automatisch an Außentemperatur und hinterlegtes Zeitprogramm anpassen.
- Ohne individuell eingestellte Heizkurve nützt die beste Regelung wenig.
Eine Heizungsregelung ist übrigens keine Kür, sondern Pflicht: Schon die Heizungsanlagen-Verordnung der 1990er Jahre verlangte eine selbsttätige Regelung. Heute schreibt das Gebäudeenergiegesetz vor, dass Zentralheizungen mit selbsttätig wirkenden Einrichtungen ausgestattet sein müssen, die die Wärmezufuhr abhängig von der Außentemperatur oder einer anderen geeigneten Führungsgröße sowie der Zeit regeln (§ 61 GEG). Zusätzlich ist eine raumweise Regelung der Raumtemperatur vorgeschrieben, etwa über Thermostatventile (§ 63 GEG).

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Aufgabe und Arten der Heizungssteuerung
Die Heizungsregelung übernimmt die Aufgabe, den Wärmeerzeuger so ein- und auszuschalten, dass in jedem Raum genau die Raumtemperatur erreicht wird, die zu dem jeweiligen Zeitpunkt erwünscht wird.
Bei einer raumtemperaturgeführten Heizungsregelung erhält die Steuerungseinheit am Heizkessel ihr Signal von einem Thermostat, das in einem Raum montiert ist – und der die restlichen Räume repräsentiert. Ist in diesem Raum die gewünschte Temperatur erreicht, wird der Heizkessel mit weniger Leistung arbeiten. Es leuchtet schnell ein, dass diese Art der Regelung unzureichend ist und einerseits zu viel Energie verbraucht und andererseits auch unkomfortabel ist. Die Temperatur in allen Räumen hängt direkt von dem „Führungsraum“ ab. Ist dieser zum Beispiel durch eine Südlage grundsätzlich wärmer als Räume ohne Sonneneinstrahlung, wird in anderen Räumen die Wohlfühltemperatur womöglich nicht erreicht. Umgekehrt gilt aber auch: Hängt der Thermostat dagegen in einem wenig geheizten Zimmer, dann werden andere Räume überheizt.

In den meisten Wohngebäuden energiesparender und komfortabler sind dagegen außentemperatur- oder witterungsgeführte Heizungssteuerungen — vorausgesetzt, Heizkurve und raumweise Regelung sind sauber eingestellt. Bei dieser Regelungsart reagiert die Steuerung auf die Außentemperatur und regelt entsprechend die Vorlauftemperatur der Heizung.
Raumgeführt oder witterungsgeführt?
| Kriterium | Raumtemperaturgeführt | Witterungsgeführt |
|---|---|---|
| Führungsgröße | Temperatur in einem Referenzraum | Außentemperatur |
| Genauigkeit | abhängig vom Führungsraum | witterungsabhängige Vorlauftemperatur, raumweise Regelung zusätzlich |
| Typischer Einsatz | Etagenwohnung, kleine Anlagen | Ein- und Mehrfamilienhäuser |
| Effizienz | begrenzt | hoch |

Keine Heizungsregelung ohne Heizkurve
Ohne Heizkurve ist eine effiziente Heizungsregelung allerdings nicht möglich. Das sieht jeder ein, wer sich vorstellt, dass bei niedrigen Außentemperaturen die Heizungssteuerung für eine höhere Vorlauftemperatur der Heizung sorgt und jeden Raum damit versorgt.

Die Heizkurve oder Heizkennlinie richtet sich nach vielen Faktoren, zum Beispiel Dämmung des Gebäudes, Wärmebedarf der Bewohner, Art der Heizung (also zum Beispiel Gasbrennwerttherme oder Wärmepumpe und Heizkörper (Flächenheizung oder Heizkörper). Eine Heizkurve ist also individuell für jedes Haus einzustellen. Die vielen Einflussfaktoren sorgen auch für viele Steuerungsmöglichkeiten bei der Heizkurve. Nur wenn diese optimal eingestellt ist, arbeitet die Heizungsanlage zufriedenstellend und wärmt effizient und entsprechend dem Bedarf.

Eine moderne Heizungsregelung spart Energie
Heizungsregelungen werden kontinuierlich weiterentwickelt, da sie große Potenziale beim Energie sparen bieten. Moderne programmierbare Heizungssteuerungen bieten umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Zudem lassen sich Heizungssteuerungen etwa per App oder Sprachregelung bedienen und bieten sogar Möglichkeiten der Ferndiagnose, sollte die Steuerung mal nicht richtig funktionieren.
Eine moderne Heizungssteuerung bietet vielfältige Einstellmöglichkeiten:
- Verknüpfung mehrerer Wärmeerzeuger, zum Beispiel bei Hybridheizungen, wobei auch eine Wärmequelle bevorzugt eingesetzt werden kann.
- Individuell programmierbare Profile für jeden Wochentag
- Automatische Anpassung der Heizkurve durch „Selbstlernen“ des Reglers
- Voreingestellte Programme, die über eine „Taste“ direkt einstellbar sind wie etwa die Partytaste: Die Heizung arbeitet weiter und die Nachtabsenkung wird einmalig ausgesetzt. Am nächsten Abend arbeitet die Regelung wieder wie eingestellt. Bei einer Urlaubstaste wird für eine gewünschte Zeit die Heizung abgesenkt, weil die Bewohner abwesend sind.
- Berücksichtigung der Wetter- und Standortdaten der Heizungsanlage. Eine intelligente Steuerung, die diese Daten mitberücksichtigt, ist noch sparsamer. So wird zum Beispiel die Heizung nicht eingeschaltet, wenn bekannt ist, dass die Sonne bald scheint und die Räume aufwärmen wird.

Moderne Heizungsregelungen bieten außerdem:
- Schnittstellen zu Diagnosewerkzeugen
- Anzeige historischer Verläufe
- Verknüpfungen zu Serviceportalen, Servicetechnikern
Heizungsprüfung: ältere Anlagen in großen Mehrfamilienhäusern müssen optimiert werden
Wie wichtig eine richtig eingestellte Regelung ist, zeigt auch der Gesetzgeber: Wasserführende Heizungen in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten müssen grundsätzlich einer Heizungsprüfung mit Optimierung unterzogen werden (§ 60b GEG). Anlagen, die vor dem 1. Oktober 2009 eingebaut wurden, müssen bis zum 30. September 2027 geprüft werden; jüngere Nicht-Wärmepumpen innerhalb eines Jahres, nachdem sie 15 Jahre alt geworden sind. Bei Wärmepumpen und Gebäudeautomation greifen je nach Einbauzeitpunkt eigene Prüf- oder Ausnahmevorschriften (§ 60a, § 60b Absatz 7 GEG). Was dabei konkret geprüft wird, zeigen die vier Prüfpunkte im Überblick unten — allesamt Stellschrauben, die direkt mit der Regelung zusammenhängen. Wer die Regelung ohnehin modernisiert, kann einen wichtigen Teil vorbereiten; Pumpenprüfung, Dämmung und Dokumentation sollten aber ausdrücklich mitbeauftragt werden.
Die vier Prüfpunkte der Heizungsprüfung
Technische Parameter
Sind Regelung und Wärmeerzeuger effizient eingestellt — passt die Heizkurve zum Gebäude?
Heizungspumpe
Arbeitet eine effiziente Pumpe im System oder lohnt der Tausch?
Dämmung
Sollten Rohrleitungen oder Armaturen nachgedämmt werden?
Vorlauftemperatur
Lässt sich die Vorlauftemperatur absenken, ohne Komfort zu verlieren?
Fazit
Eine moderne Heizungsregelung bietet vielfache Einstellmöglichkeiten und sorgt für einen effizienten, sehr sparsamen Verbrauch. Moderne Heizungsregelungen, kombiniert mit programmierbaren Thermostaten, sorgen für eine komfortable, Energie sparende Heizung.
Wer seine bestehende Heizungssteuerung austauschen will, sollte sich an den Heizungsfachmann wenden, der abschätzen kann, ob eine neue Heizungsregelung den gewünschten Effekt haben wird.
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