Hydraulischer Abgleich: FAQ

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Hydraulischer Abgleich – häufige Fragen

Häufige Fragen und Antworten © Zerbor, stock.adobe.com
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Was ist ein hydraulischer Abgleich und wie funktioniert er?

Ziel dieser Maßnahme ist es, das Heizsystem derart abzustimmen, dass überall die benötigte Energie bzw. Warmwassermenge unter optimalen Bedingungen zirkulieren kann und somit nicht mehr wie zuvor einzelne Heizkörper unter- bzw. überversorgt sind. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies die Sicherstellung, dass die Heizung so funktioniert, wie sie es soll. Am Anfang eines hydraulischen Abgleichs steht ein recht aufwändiges Mess- und Rechenverfahren, in welches zahlreiche Variablen wie Raumgrößen, Wandflächen, Fenster, das Heizungsrohrnetz usw. einbezogen werden. Aus den bestehenden Daten werden die erforderlichen Eingriffe in das Heizungssystem berechnet. Mittlerweile gibt es hierfür spezielle Datenschieber und Software, die es den Installateuren vereinfachen, zu gültigen Ergebnissen zu kommen. Schließlich werden die Ergebnisse vor Ort umgesetzt, indem an den Heizkörpern die entsprechenden Einstellungen vorgenommen werden, die eine künftige optimale Energienutzung gewährleisten. Dabei wird die Wassermenge, die durch die Heizkörper fließt, genau festgelegt und der Druck im Rohrnetz angepasst.

Weitere Informationen: So funktioniert der hydraulische Abgleich

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Wann ist ein hydraulischer Abgleich notwendig?

Grundsätzlich ist ein hydraulischer Abgleich immer sinnvoll. Bei der Installation neuer Heizungsanlagen ist er mittlerweile vorgeschrieben. Aber auch bestehende Heizungen können mit einem hydraulischen Abgleich optimiert werden. Die meisten Menschen wissen nicht, ob ihre bestehende Heizung hydraulisch einreguliert worden ist. Da nach Expertenschätzungen bis zu 85% des Gebäudebestandes in der Bundesrepublik noch mit alten, unregulierten Heizsystemen ausgestattet ist, kann davon ausgegangen werden, dass bei
einer älteren Heizung Sanierungsbedarf besteht. Dies gilt vor allem, wenn die Heizleistung nicht mehr den Anforderungen entspricht.

Folgende Punkte lassen auf die Notwendigkeit eines hydraulischen Abgleichs schließen:

  • die Leistung der Heizkörper ist unterschiedlich, einige werden sehr warm, andere nicht
  • die Heizleistung lässt sich schwer regulieren
  • Heizungs- bzw. Strömungsgeräusche, wie z.B. Pfeifen und Rauschen, treten bei Betrieb auf
  • die Thermostate bzw. die Thermostatventile geben Geräusche von sich

Manchmal genügt es, die Heizkörper zu entlüften. Allerdings behebt dies nicht die grundsätzlichen Defizite einer unregulierten Heizungsanlage. Im Durchschnitt ist nach Expertenangaben bei einer Heizung mit abgeglichener Hydraulik von einer Energieersparnis von 15% auszugehen.

Hydraulischer Abgleich: Auch bei alten Heizungsanlagen sinnvoll
Hydraulischer Abgleich: Auch bei alten Heizungsanlagen sinnvoll

Ist bei allen Heizungen auch nachträglich ein hydraulischer Abgleich möglich?

Auch bei älteren Heizungsanlagen ist ein hydraulischer Abgleich nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll. Allerdings kann der Abgleich je nach Heizsystem mehr oder weniger aufwändig sein. Je nach Ausstattung müssen unter Umständen die Heizkörper mit voreinstellbaren Thermostatventilen nachgerüstet werden, da für den hydraulischen Abgleich diese Ventile den Ergebnissen entsprechend justiert werden. Ein neues voreinstellbares Thermostatventil ist im Handel ab etwa 30 Euro erhältlich. Auch ist der Abgleich von Einrohrheizungen komplizierter als der von Zweirohrheizungen, aber für einen Experten ist dies kein großes Problem. Sind alle Voraussetzungen gegeben, kann auch eine alte Heizung abgeglichen werden. Auch bei Fußbodenheizungen empfiehlt sich diese Modernisierungsmaßnahme, wenngleich sie systembedingt in der Regel etwas komplizierter ist als bei Heizkörper basierten Heizsystemen.

Voreinstellbare Ventile sind Voraussetzung für den Hydraulischen Abgleich
Voreinstellbare Ventile sind Voraussetzung für den Hydraulischen Abgleich

Macht eine neue Heizungspumpe den hydraulischen Abgleich überflüssig?

Nein. Eine neue Heizungspumpe arbeitet zwar effizienter und bedarfsgerechter, allerdings vermag sie nicht die Defizite auszugleichen, die unregulierte Heizsysteme verursachen. Nur ein hydraulischer Abgleich stellt sicher, dass die Heizungspumpe die erforderliche Wassermenge alle Heizkörper mit dem notwendigen Druck passiert. Idealerweise sieht eine Heizungssanierung sowohl den Einbau einer modernen Umwälzpumpe als auch einen hydraulischen Abgleich vor. Förderprogramme für neue Heizungsanlagen der KfA-Bankengruppe sowie der BAFA setzten seit September 2011 sogar beide Modernisierungsmaßnahmen voraus.

Kann jeder einen hydraulischen Abgleich vornehmen?

Eine hydraulische Einregulierung setzt eine komplexe Analyse voraus. Nur ein Fachmann verfügt über das notwendige Know-How und die Kenntnis der speziellen Berechnungsverfahren. Es wird davon abgeraten, als Laie „auf gut Glück“ die Heizkörper zu justieren. Zudem gelten staatlicherseits nur solche Maßnahmen als förderungswürdig, die von entsprechend ausgebildeten Installateuren durchgeführt und bescheinigt worden sind.

Der hydraulische Abgleich ist ein Fall für den Profi
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Was kostet ein hydraulischer Abgleich?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, da viele Faktoren eine Rolle spielen. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Kosten eines hydraulischen Abgleichs mit der Wohnungs- bzw. Hausgröße steigen. Denn für jeden Heizkörper wird mittels eines komplexen Berechnungsverfahren die spezifische Heizlast analysiert. Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen: Je mehr Heizkörper, desto höhere Kosten. Unter Umständen müssen auch noch moderne Thermostate nachgerüstet werden. Für ein Einfamilienhaus muss mit einer Summe ab 500 Euro gerechnet werden. Da sich diese Investition innerhalb weniger Jahre amortisiert, ist ein hydraulischer Abgleich immer lohnenswert – und bei neuen Anlagen mittlerweile auch vorgeschrieben.

Weitere Informationen: Was kostet der hydraulische Abgleich

Der Hydraulische Abgleich lohnt sich finanziell
Der Hydraulische Abgleich lohnt sich finanziell

Wird der hydraulische Abgleich gefördert?

Da es sich bei dem hydraulischen Abgleich um eine energiesparende Modernisierungsmaßnahme handelt, ist er in Förderprogramme der KfW, der BAFA und einiger Kommunen eingebunden. Die Vielzahl von Fördermöglichkeiten macht es ratsam, mit einer Energieberaterin oder einem kompetenten Installateur vor Ort einen Beratungstermin zu vereinbaren. Diese Experten sind meist über die aktuellsten Fördermöglichkeiten informiert und können auch darüber Auskunft geben, welche Sanierungsmaßnahme im Einzelfall die sinnvollste ist. Der hydraulische Abgleich als alleinige Sanierungsmaßnahme kann zwar im Einzelfall auch sinnvoll sein, wird aber nicht gefördert. Als Energiesparmaßnahme sowie als eine Voraussetzung dafür, an Förderungen bspw. für eine neue Heizung zu gelangen, ist der Abgleich unbedingt empfehlenswert.

Weitere Informationen: Förderung des hydraulischen Abgleichs

Wissenswertes und Tipps

Link: Ein Video der deutschen Energieagentur (dena) veranschaulicht das Thema hydraulischer Abgleich.

Tipp: Wenn der hydraulische Abgleich in der kalten Jahreszeit vorgenommen wird, kann anhand der optimierten Heizleistung der gewünschte Erfolg gleich spürbar wahrgenommen werden. Grundsätzlich ist er aber jederzeit durchführbar.

Umweltschutz: Laut der unabhängigen Beratungsgesellschaft www.co2online.de könnte in Deutschland der Ausstoß von ca. 10 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich vermieden werden, würde an allen Heizungsanlagen ein hydraulischer Abgleich vorgenommen werden.

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