Heizung Altbau

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Welche Heizung eignet sich für den Altbau: Moderne Technik für das alte Haus

Alte Heiztechnik und unzureichende Dämmung – diese beiden Faktoren machen das Heizen im Altbau teuer. Wer also bei der Sanierung seine Heizungsanlage erneuern will, sollte erst einmal den Zustand und die Grundbedingungen seines alten Hauses analysieren und seine Investitionsmöglichkeiten klären.

Fachwerkhaus © Pixel62, stock.adobe.com
Fachwerkhaus © Pixel62, stock.adobe.com

Zu den häufigsten Problemen gehören bei vielen Altbauten schlecht gedämmte Wände und Fenster. Fehlende oder mangelhafte Dämmung der Wände ist dafür verantwortlich, dass ein großer Anteil der Wärme aus dem Wohnraum nach außen verloren geht. Dies zeigt sich daran, dass die Innenflächen der Hausaußenwände relativ kühl bleiben. Eine zusätzliche Schwachstelle in der Gebäudehülle sind die sogenannten Heizkörpernischen in den Außenwänden, die in der Regel unterhalb der Fenster eingelassen wurden, um die Heizkörper aufzunehmen. Das hat zwar Freiheiten für die Einrichtung der Räume geboten, doch sie schaffen aber unerwünschte Wärmebrücken.

Altbausanierung © By Studio, fotolia.com
Bei der Altbausanierung die Heizung nicht vergessen © By Studio, fotolia.com

Kondensiert hier warme Luft entsteht Feuchtigkeit. Und Feuchtigkeit kann an den Wänden sehr schnell zu Schimmel führen. Werden die betroffenen Wandflächen dann auch noch durch Möbel oder andere Gegenstände verdeckt, hat Schimmel die besten Voraussetzungen.

Wer also über eine neue Heizungsanlage nachdenkt, sollte in der richtigen „Reihenfolge“ mit seiner Sanierung anfangen. Gehen Sie Schritt für Schritt vor! Erst Dämmen, dann Heizen! Im Idealfall sollten Sie die Heizungssanierung als Komplettpaket planen. Handelt man umgekehrt, wird die Anlage zu groß dimensioniert. Dies bedeutet höhere Investitionskosten und danach eine schlechtere Auslastung der Heizung.

Auch wenn es sich im ersten Moment merkwürdig anhört: Legen Sie vor der Sanierungsmaßnahme fest, welches Ziel Sie mit der Sanierung verfolgen und welche Investitionskosten Sie zur Verfügung zu haben. Man neigt bei Sanierungen sehr schnell dazu, sich zu verzetteln.

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Gas- und Ölheizung für niedrige Investitionskosten

Wenn Ihnen niedrige Investitionskosten wichtig sind, dürfte eine Gasheizung in Frage kommen. Ist kein Gasanschluss vorhanden, bleibt auch die Ölheizung eine klare Alternative. Dabei ist die Brennwerttechnik heute das Maß aller Dinge. Hier wird der Wasserkreislauf nicht nur durch die unmittelbare Verbrennungshitze erwärmt. Auch die gesamte Abwärme der Abgase wie auch die Kondensationswärme findet Verwendung. Das sorgt für einen sehr hohen Wirkungsgrad.

Gas Brennwert Wandheizkessel © Buderus
Gas Brennwert Wandheizkessel © Buderus

Der größte Vorteil der Gas- und Ölheizungssysteme ist ihre Flexibilität. Wenn in Ihrem Altbau bereits eine Zentralheizung installiert war, kann in vielen Fällen das vorhandene Heizrohrsystem verwendet werden. Dies bedeutet eine erhebliche Einsparung bei der Installation der neuen Heizungsanlage.

Gas Brennwerttechnik und Solarthermie passen gut zusammen
Gas Brennwerttechnik und Solarthermie passen gut zusammen

PRO Gas- und Ölheizung

  • für fast jeden Altbau geeignet
  • sehr hoher Wirkungsgrad
  • geringe Anschaffungskosten
  • keinerlei Beeinträchtigung der Altbau-Optik
  • kann mit Solartenergie kombiniert werden

CONTRA Gas- und Ölheizung

  • CO2-Emissionen
  • deutlich steigende Gas- und Ölpreise
  • ab 2026 „veraltete“ Heiztechnik
  • die Ölheizung benötigt einen separaten Tankraum
  • Brennwerttechnik erfordert die Modernisierung des Kamins

Moderne Technologien für langfristige Einsparungen

Wenn Ihnen langfristige Ersparnisse wichtig sind, sollten Sie auf moderne Technologien zurückgreifen. Hier sind zwar die Investitionskosten oft höher, aber die Betriebskosten sind geringer und moderne Heizungstechnologie ist oft umweltschonender. Wer sich jedoch für Wärmepumpe oder Pelletheizung entscheidet, muss vorab für die entsprechende Wärmedämmung des Hauses sorgen. Sonst verpufft die Einsparung.

Bevor Sie mit der Heizungssanierung loslegen: Unbedingt beim Heizungsexperten eine detaillierte Heizlastberechnung erstellen lassen! Sie ist unbedingt notwendig, um Ihren Wärmebedarf festzustellen und um ihre Heizungsanlage dimensionieren zu können.

Holzheizungen

Holzheizung bedienen © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
Holzheizung bedienen © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

War Holz als Energieträger bisher eine Nischenanwendung, haben moderne Holzheizungen im Zuge der Klima-Diskussion deutlich an Bedeutung gewonnen. Vom Prinzip her ähneln sie den Gas- oder Ölheizungen. Die Verbrennungshitze wird zum Erwärmen eines Wasserkreislaufs verwendet, mit dessen Hitze die Heizkörper erwärmt werden und diese Wärme abstrahlen. Heizungssysteme mit Holz arbeiten mit drei Varianten: Es werden ganze Holzscheite verbrannt, kleine „Hackschnitzel“ verwendet oder Holzpellets verheizt.

Die Holzheizung emittiert wenig CO2 und viel Feinstaub
Die Holzheizung emittiert wenig CO2 und viel Feinstaub

Heizungssysteme mit Holz sind klimaneutral, aber keineswegs emissionsfrei oder umweltschonend! Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Und jeder Baum der verbrannt wird, hat während seines Wachstums genau so viel CO2 aufgenommen, wie er beim Verbrennungsprozess abgibt. Dennoch: beim Verbrennen wird CO2 abgegeben. Holzheizungen sind somit nicht emissionsfrei. Und insbesondere bei der Verbrennung von Holzscheiten werden beträchtliche Mengen mikroskopisch kleiner Rußpartikel freigesetzt, sprich Feinstaub erzeugt.

PRO Holz

  • Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und klimafreundlich
  • Zur Vorratshaltung von Hackschnitzel und Pellets kann der ehemalige Raum für den Heizöltank verwendet werden
  • Hackschnitzel- und Pellet-Systeme funktionieren vollautomatisch
  • keine baulichen Veränderungen am Altbau notwendig
  • Hackschnitzel- und Holzscheitanlagen können mit allen Holzarten betrieben werden
  • keine Wartung
  • Kombination mit Solaranlage möglich

Contra Holz

  • CO2– und Feinstaub-Emissionen
  • Holzscheit-Systeme müssen manuell bestückt werden
  • Lagerraum notwendig
  • schwankender Holzpreis

Wärmepumpen

Eine weitere Option für eine Heizung im Altbau ist die Wärmepumpe. Sie entzieht der Umgebung Wärme und wandelt sie durch Kompression zu Heizungswärme um. Dafür benötigt sie allerdings einen gewissen Stromanteil. Wärmepumpen gibt es als Luft-, Erd- oder Solewärmepumpen.

Luftwärmepumpe © Kange Studio, stock.adobe.com
Luftwärmepumpe © Kange Studio, stock.adobe.com

Grundwasser (Sole) als Wärmequelle ist aus energetischer Sicht ideal, bedeutet aber durch notwendige Bohrungen einen höheren Aufwand und damit höhere Kosten. Erdwärmepumpen beziehen ihre Wärme entweder aus einer Bohrung mit darin verbrachten Sonden oder aus im Boden ausgebrachten Rohrleitungen. Das setzt aber genügend Garten voraus.

Wärmepumpe: Effikivität und Effizienz hängt von der Temperatur des Mediums ab
Wärmepumpe: Effikivität und Effizienz hängt von der Temperatur des Mediums ab

In der Anschaffung am günstigsten sind Luft-Wärmepumpen, da die Wärmequelle Luft mit wenig Aufwand erschlossen werden kann. Man unterscheidet Modelle zur Innen- oder Außenaufstellung beziehungsweise so genannte Split-Anlagen, wo in der Regel Ventilator, Verdichter und Verdampfer in der Außeneinheit verbleiben, während Verflüssiger, Umwälzpumpe, Hydraulik und Regelung im Hausinneren aufgestellt werden. Eine individuelle Wirtschaftlichkeitsbetrachtung aller in Frage kommenden Varianten ermittelt die günstigste Wärmepumpe.

Jedoch wird nur etwa 75% der Wärme (je nach Ausführung) dem Grundwasser, der Erde oder der Luft entzogen. Die restlichen 25% entstehen durch Strom. Im Sommer kann die Wärmepumpe (je nach Ausführung) allerdings auch kühlen.

Pro Wärmepumpe

  • kein Platzbedarf; kann nach örtlichen Begebenheiten auch außerhalb des Hauses aufgestellt werden
  • kein CO2-Ausstoß; emissionsfrei
  • kein Kamin notwendig
  • wärmt im Winter, kühlt im Sommer
  • Kombination mit Solaranlage möglich

Contra Wärmepumpe

  • hohe Installationskosten bei Erdwärme- und Solewärmepumpen
  • Stromverbrauch
  • entsprechende Dämmung des Gebäudes zwingend notwendig
  • Flächen- oder Niedertemperatur-Heizkörper notwendig

Solaranlagen

Dabei wird der Vorlauf für den Heizkreislauf dem oberen Teil des Warmwasserspeichers entnommen, weil dort höhere Temperaturen herrschen. Ist die Sonneneinstrahlung zu gering, heizt ein separater oder in den Warmwasserspeicher integrierter Wärmeerzeuger die Wassertemperatur nach. Auf diese Weise können rund 25% des Heizenergiebedarfs mit Solarenergie gedeckt werden.

Solarthermie-Anlage auf einem Hausdach © Eberhard Rudert, stock.adobe.com
Solarthermie-Anlage auf einem Hausdach © Eberhard Rudert, stock.adobe.com

Solarkollektoren stellen die umweltfreundlichste Variante der Wärmeerzeugung dar, da durch sie keinerlei CO₂-Emissionen erzeugt werden. Sie sind in den meisten Fällen kostengünstig und einfach zu installieren. Ihr Einbau ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn Sie ohnehin die Heizungsanlage erneuern. Die anfallenden Mehrkosten halten sich dann im Rahmen.

Solarthermie: Vorteile und Nachteile
Solarthermie: Vorteile und Nachteile

ProSolaranlage

  • Solaranlagen verbrauchen keine Energie außer der Solarumwälzpumpe
  • kein CO2-Ausstoß; emissionsfrei
  • bei Dacherneuerung kaum Installationsaufwand

ContraSolaranlage

  • Statik des Dachs muss geprüft werden
  • Effektivität abhängig von der Dachfläche ab
  • Altbau-Optik durch Kollektoren beeinträchtigt

Förderangebote

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützen Sie bei Ihrer Heizungsmodernisierung Ihres Altbaus finanziell.

Fördermittel nutzen © DOC RABE MEDIA, stock.adobe.com
Fördermittel nutzen © DOC RABE MEDIA, stock.adobe.com

Die BAFA bezuschusst:

  • Biomasseanlage bis zu 8.000 Euro pro Vorhaben
  • Wärmepumpe Wasser, Luft und Erde bis zu 15.000 Euro pro Vorhaben
  • Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) – Förderung der Modernisierung von Heizungsanlagen bei Nutzung erneuerbarer Energien
  • Nachträgliche Optimierung geförderter Anlagen – einmaliger Zuschuss

Die KfW bietet die Programme:

  • Einzelmaßnahme Programm 167 – eine Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien; Kombination mit BAFA-Förderung möglich
  • Einzelmaßnahme Programm 151 oder 430 – eine kombinierte Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien und fossiler Energieträger
  • Einzelmaßnahme Programm 152 oder 430 – eine Heizungsanlage auf Basis fossiler Energieträger

Klimagesetz:

„Austauschprämie“ mit einem Förderanteil von 40% für ein neues, effizienteres Heizsystem. Für alle derzeit mit Heizöl und anderen auf fossiler Basis betriebenen Heizungen ab zehn Jahre im Bestand. Umstellung auf erneuerbare Wärme, oder, wo dies nicht möglich ist, auf effiziente hybride Gasheizung.

Fazit

Die „richtige“ Heizung für Ihren Altbau gibt es leider nicht: Denn so unterschiedlich wie die Bauten und ihre Lage sind, wiegen jeweils auch die Vor- und Nachteile der Systeme. Ein Vorteil kann allerdings sein, dass Sie mehrere Möglichkeiten kombinieren. Etwa die Wärmepumpe mit Photovoltaik-Elementen oder eine Gasheizung mit einer Solaranlage.

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