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Energieberater finden

Fachkundiger Rat beim Thema Energiesparen und der energetischen Sanierung sind nicht immer einfach und kostenlos zu erhalten. Angesichts der aktuellen Entwicklungen herrscht auch große Verunsicherung gerade bei der Heizungsmodernisierung und der richtigen Wahl einer neuen Heizung. Dieser Artikel zeigt mehrere Möglichkeiten, die richtige Beratung zu finden, für verschiedene Zielgruppen auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mieter erhalten bei den Verbraucherzentralen günstige bis kostenlose Energie-Checks.
  • Für geförderte Sanierungen ist eine Beratung durch einen gelisteten Energieeffizienz-Experten meist Pflicht.
  • „Energieberater“ ist kein geschützter Titel – achten Sie auf Eintrag in der Expertenliste und Unabhängigkeit.
Energieberatung © Doc Rabe Media, stock.adobe.com
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Welche Energieberatung passt zu Ihrer Situation?

WennSie wohnen zur Miete

Dann Verbraucherzentrale

Günstige oder kostenlose Basis-Checks und Vor-Ort-Beratung zum Energiesparen im Haushalt.

WennSie besitzen ein Haus und wollen sanieren

Dann Energieberatung für Wohngebäude

Vom BAFA geförderte Beratung durch einen Energieeffizienz-Experten – oft Voraussetzung für Fördermittel.

WennSie kaufen oder verkaufen ein Haus

Dann Informationsgespräch nach dem GModG

Käufer eines Ein- oder Zweifamilienhauses müssen nach Übergabe des Energieausweises ein Beratungsgespräch führen – sofern es kostenlos angeboten wird (§ 80 Abs. 4 GModG).

Energiespar-Hilfe für Mieter

Für Mieter bieten sich zunächst die Verbraucherzentralen an. Hier gibt es allgemeine Ratschläge zum Energiesparen in Mietwohnungen. Da die Verbraucherzentralen staatlich unterstützt werden, können sie die Energieberatung kostengünstig oder sogar kostenlos anbieten. Es werden kostenlose Basis-Checks angeboten, während für die weiterführenden Energie-Checks ein kleiner Beitrag fällig wird. Auch können mit den Beratern Vor-Ort-Termine vereinbart werden. Dabei sollte eine genaue Bestandsaufnahme der vorhandenen und ständig im Betrieb befindlichen elektrischen Geräte stattfinden. Der viel erwähnte Stand-by-Betrieb Fernseher und PC und die vorbildliche Verwendung abschaltbarer Steckleisten ist nur ein kleiner Teil der kompetenten Einsparberatung.

In der Heizungstechnik werden Thermostate und Regelungstechnik geprüft. Auch bei der Warmwasserbereitung können Einsparmöglichkeiten aufgezeigt werden. Die Verbraucherberatungen geben auch Hinweise, wie das eigene Nutzerverhalten den Energieverbrauch beeinflusst und beim Sparen helfen kann.

Heizkosten © Alexander Raths, stock.adobe.com
Der Energieberater gibt Tipps zum Heizkosten sparen © Alexander Raths, stock.adobe.com

Darüber hinaus gibt es auch auf vielen Energiespar-Portalen im Internet Hilfen und Tipps zum Energiesparen.

Ratgeber & EnergiespartippsEbooks Energie sparen

Energiespar-Hilfe für Hausbesitzer

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bisher GEG) sieht beim Verkauf eines Wohngebäudes mit höchstens zwei Wohnungen ein informatorisches Beratungsgespräch vor: Hat der Käufer den Energieausweis erhalten, muss er dieses Gespräch führen – allerdings nur, wenn es als einzelne Leistung unentgeltlich angeboten wird (§ 80 Abs. 4 GModG).

Es dreht sich um den Energieausweis und um kostengünstige Modernisierungsmöglichkeiten. Durchführen darf es nur, wer nach dem GModG zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigt ist.

Eine generelle Pflicht nach dem GModG, vor jeder Sanierung einen Energieberater hinzuzuziehen, gibt es dagegen nicht. Wer aber Fördermittel nutzen möchte, kommt um eine qualifizierte Fachberatung in der Regel nicht herum.

Energieberater, die diese Gespräche kostenfrei anbieten, sind zum Beispiel über den GIH Bundesverband (Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker e.V.), zu erfahren.

Wenn Sie Fördermittel nutzen möchten, prüfen Sie zuerst das konkrete Programm: Bei der Heizungsförderung der KfW kann die Bestätigung je nach Vorhaben durch einen Energieeffizienz-Experten oder ein Fachunternehmen erfolgen. Die BAFA-geförderte „Energieberatung für Wohngebäude“ ist ein eigenes Beratungsprogramm; der Zuschuss beträgt 50 % des förderfähigen Beratungshonorars und ist je nach Gebäudegröße auf einen Höchstbetrag begrenzt. Passende Fachleute finden Sie über die Energieeffizienz-Expertenliste der dena.

Getrennt davon fördert das BAFA im Rahmen der BEG-EM energetische Fachplanung und Baubegleitung nur im Zusammenhang mit bestimmten geförderten Einzelmaßnahmen. Der Fördersatz beträgt 50 % der förderfähigen Ausgaben; die förderfähigen Ausgaben sind je nach Gebäudegröße gedeckelt.

Einen Energieausweis darf nur eine nach § 88 GModG ausstellungsberechtigte Person erstellen; das muss nicht zwingend eine umfassende Energieberatung sein.

Der Energieausweis liefert Daten zur Energieeffizienz
Der Energieausweis liefert Daten zur Energieeffizienz

Bei einer BAFA-geförderten Energieberatung für Wohngebäude ist die Vor-Ort-Aufnahme des Ist-Zustands vorgesehen; dabei werden Gebäudehülle und Anlagentechnik erfasst. Hilfreich ist es, wenn zur Erstbesichtigung schon Unterlagen zum Gebäude bereitgestellt werden können. Der Energieberater freut sich über Pläne und Zeichnungen sowie Listen der verbauten Materialien, Angaben über bereits getätigte Sanierungen und Energiekostenabrechnungen. Daraus kann der Fachmann mit Hilfe entsprechender Software einen detaillierten Bericht über den Istzustand des Gebäudes herleiten und die energetische Bewertung auch mit einem Energieausweis darlegen.

Nach den Vorgaben des BAFA müssen dann Maßnahmeempfehlungen ausgesprochen werden, die langfristig das Ziel der kompletten energetischen Sanierung des Hauses zur Folge haben. Dabei muss immer die Wirtschaftlichkeit der Sanierungen oder auch Teilsanierungen im Vordergrund stehen.

Ein berechtigter Ausweisaussteller erstellt den Energieausweis
Ein berechtigter Ausweisaussteller erstellt den Energieausweis
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Energieberater suchen und finden

Mehrfach hat es in der Vergangenheit negative Berichte über die Tätigkeit von Energieberatern gegeben. Leider ist der Begriff „Energieberater“ keine geschützte Bezeichnung. Allerdings haben sowohl die dena (Deutsche Energie Agentur) als auch diverse Verbände von Energieberatern Datenbanken aufgelegt, in denen kompetente Energieberater gelistet sind. So werden beispielsweise in der Energieeffizienz-Expertenliste www.energie-effizienz-experten.de nachweislich qualifizierte Fachkräfte geführt; die dena prüft Qualifikationen und stichprobenartig Arbeitsergebnisse. Gleiches gilt für den GIH, der auf seiner Website die Suche nach kompetenten Beratern ermöglicht – auch für die Beratung vor dem Heizungstausch (die frühere gesetzliche Pflichtberatung ist seit Juli 2026 entfallen).

So erkennen Sie einen qualifizierten Energieberater

Eintrag in der Expertenliste Für geförderte Beratungen muss der Berater in der Energieeffizienz-Expertenliste (dena) geführt sein – einsehbar auf energie-effizienz-experten.de.
Unabhängig und produktneutral Ein guter Berater empfiehlt Maßnahmen statt bestimmter Fabrikate und hat kein eigenes Verkaufsinteresse.
Qualifikation und Referenzen Fragen Sie nach Ausbildung und bisherigen Projekten – etwa über Verbände wie den GIH.
Achtung: kein geschützter Titel „Energieberater“ darf sich theoretisch jeder nennen – verlassen Sie sich auf gelistete, qualifizierte Fachleute.
Für geförderte Sanierungen ist meist ein Energieeffizienz-Experte nötig
Für geförderte Sanierungen ist meist ein Energieeffizienz-Experte nötig

Der Sanierungsfahrplan als Wegweiser

Eine ausführliche Vor-Ort-Beratung mündet häufig in einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Darin schlägt der Energieberater die sinnvollen Maßnahmen in einer aufeinander abgestimmten Reihenfolge vor und ordnet sie nach Wirkung und Wirtschaftlichkeit. So sanieren Sie Schritt für Schritt statt planlos – und vermeiden, dass eine Maßnahme die nächste erschwert. Vergleichen Sie anschließend die Angebote der Fachbetriebe sorgfältig.

Fazit

Nicht nur bei gesetzlich vorgesehenen Informationsgesprächen nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz oder bei Förderprogrammen mit Fachnachweis ist es sinnvoll, qualifizierten Rat einzuholen. Für Mieter kann sich das sehr schnell lohnen, da die Beratungen durch die Verbraucherzentralen kostengünstig oder kostenlos sind.

Aber gerade bei der Auswahl der richtigen Heizung oder sinnvollen Möglichkeiten zur Heizungsmodernisierung können Hauseigentümer von der Energieberatung profitieren, zumal die derzeit schnell wechselnden Förderungsrichtlinien für Privatpersonen sehr unübersichtlich sind.

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