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Heizkosten pro Quadratmeter

Wärmeleistung pro Quadratmeter: So finden Sie heraus, was Sie voraussichtlich bezahlen

Vor 1919 gebaute Gebäude verströmen einen alten Charme und sind nicht nur in Großstädten beliebt.

Auf der anderen Seite weisen unsanierte Altbauten oft eine schlechte Energiebilanz auf. Eine lückenhafte Dämmung im Dachbereich, undichte Fenster und eine mangelhafte Fassadendämmung führen dazu, dass bis zu 50 Prozent der Wärme über die Außenhülle des Gebäudes verloren geht. Auch Bauten aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts schneiden nicht unbedingt besser ab. Erst ab Ende der Siebzigerjahre wurde wegen der Ölkrise eine energiesparende Bauweise wichtig und entsprechende Vorschriften erlassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Den ersten Anhaltspunkt für die Heizkosten pro Quadratmeter liefert der Endenergiebedarf aus dem Energieausweis.
  • Faustformel: Endenergiebedarf (kWh/m²) × Energiepreis (Euro/kWh) = jährliche Heizkosten pro Quadratmeter.
  • Der Gebäudezustand ist der größte Hebel: unsanierte Altbauten verbrauchen ein Vielfaches eines Niedrigenergiehauses.
  • Kurzfristig hilft niedrigere Raumtemperatur – jedes Grad weniger spart rund 6 Prozent Heizenergie.
Altes Gebäude mit ungedämmter Fassade © christophotograph, stock.adobe.com
Ungedämmte Fassaden, Dachstühle, Keller und Fenster sorgen in vielen Altbauten für hohe Heizkosten © christophotograph, stock.adobe.com
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Am meisten sind die Wände und das Dach für den Wärmeverlust verantwortlich. Kommt noch eine alte Heizungsanlage dazu, ist der Energieverbrauch mitunter mehr als dreimal so hoch wie in einem Niedrigenergiehaus. Die untenstehende Tabelle gibt Richtwerte für die erforderliche Wärmeleistung pro Quadratmeter je nach Gebäudeart an.

Wärmeleistung pro Quadratmeter nach Gebäudetyp

Unsanierter Altbau (120–200 W/m²)
Sanierter Altbau (60–100 W/m²)
Niedrigenergiehaus / EnEV (40–60 W/m²)
KfW-55-Haus (30–50 W/m²)
Passivhaus (max. 10 W/m²)

Die Werte sind grobe Heizlast-Richtwerte in W/m², keine Verbrauchswerte in kWh/m²·a. Für die Auslegung einer Heizung zählt die Berechnung nach DIN EN 12831; für Heizkosten ist der Endenergiebedarf aus Energieausweis oder Heizspiegel aussagekräftiger.

Quelle: DIN EN 12831-1/DIN/TS 12831-1 (Berechnungsmethodik); Richtwert-Spannen redaktionell
Altbauten sind charmante Energiefresser
Altbauten sind charmante Energiefresser

Wie berechne ich meine voraussichtlichen Heizkosten pro Quadratmeter?

Wer eine Wohnung oder ein Haus kaufen möchte oder gerade neu in eine Wohnung oder in ein Haus eingezogen ist, möchte vielleicht wissen, mit welchen Heizkosten ungefähr zu rechnen ist, ohne auf die erste Heizkostenabrechnung zu warten.

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Den ersten Anhaltspunkt stellt der Energieausweis des Hauses oder der Wohnung dar. Hier ist auf einer Farbskala der Wärmebedarf pro Jahr und Quadratmeter angegeben.

Der Energieausweis liefert Daten zur Energieeffizienz
Der Energieausweis liefert Daten zur Energieeffizienz
Energieausweis © Alexander Raths, stock.adobe.com
Bei diesem Haus liegt der Energiebedarf im grünen Bereich © Alexander Raths, stock.adobe.com

Wichtig für die Berechnung der Heizkosten pro Quadratmeter ist der Endenergiebedarf. Der Wert beschreibt, wie viel Energie pro Jahr und Quadratmeter das Gebäude unabhängig vom Energieträger braucht, um beheizt zu werden. Der Primärenergiebedarf ist dagegen abhängig von der verwendeten Energiequelle und berücksichtigt den gesamten Energieaufwand, beispielsweise die für die Rohöl- oder für die Gasförderung und auch die für den Transport des Brennstoffs erforderliche Energie. Er dient eher als Maß für die Nachhaltigkeit eines Hauses.

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Ist der Endenergiebedarf bekannt, wird er mit den aktuellen Energiekosten pro Kilowattstunde für den Energieträger multipliziert, um die Heizkosten pro Quadratmeter abzuschätzen. Wird zum Beispiel mit Gas geheizt, liegt eine aktuelle Rechengröße im Frühjahr 2026 bei rund 0,11 bis 0,12 Euro pro Kilowattstunde. Bei einem Verbrauch von 150 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter kommt man also auf etwa 18 Euro pro Jahr und Quadratmeter.

Heizkosten pro Quadratmeter überschlagen

Endenergiebedarf (aus Energieausweis)150 kWh/m² pro Jahr
Energiepreis Gas (Beispiel)0,12 Euro/kWh
Heizkosten pro Quadratmeter≈ 18 Euro/m² pro Jahr
Wohnfläche90 m²
Geschätzte Jahres-Heizkostenrund 1.620 Euro
Eigenes Rechenbeispiel heizsparer.de · Energiepreis-Größenordnung Heizspiegel 2025 · Stand 2026
Hinweis: Möchten Sie die Gesamtkosten ermitteln, multiplizieren Sie den Wert pro Quadratmeter mit der Fläche. In unserem Beispiel geben Sie für eine 90-Quadratmeter-Wohnung voraussichtlich rund 1.620 Euro pro Jahr aus.

Heizkosten pro Quadratmeter mithilfe des Heizspiegels berechnen

Liegt kein Energieausweis vor, dienen die Angaben im Heizspiegel als Richtwert. Das Dokument, das vom Deutschen Mieterbund und CO₂-online jährlich herausgegeben wird, schätzt den Wärmebedarf pro Quadratmeter abhängig vom Energieträger, von der Wohnfläche und vom energischen Zustand des Hauses. Er basiert auf Angaben von mehreren tausend Mietern und Hausbesitzern sowie auf Messungen.

Zwar ist im Heizspiegel nicht explizit vom energetischen Zustand des Gebäudes die Rede. Man kann jedoch für eine erste Schätzung von folgenden Werten ausgehen:

  • In einem Niedrigenergiehaus (KfW 55) ist die Spalte „niedrig“ (grün) relevant.
  • Bei sanierten Altbauten oder Gebäuden, die zwischen 1977 und 2002 errichtet wurden, zählt die Spalte „mittel“ (gelb).
  • Bei unsanierten Häusern, die vor 1977 gebaut wurden, trifft die Spalte „erhöht“ (rot) am ehesten zu.

Beispiele für den Energieverbrauch pro Quadratmeter

Energieträger / HeizsystemNiedrig [kWh/m²·a]Mittel [kWh/m²·a]Erhöht [kWh/m²·a]Zu hoch [kWh/m²·a]
Erdgasbis 62bis 121bis 207ab 208
Heizölbis 100bis 165bis 263ab 264
Fernwärmebis 38bis 89bis 191ab 192
Wärmepumpebis 20bis 36bis 82ab 83
Holzpelletsbis 74bis 148bis 249ab 250
Heizspiegel 2025: Vergleichswerte für Gebäude mit 80 bis 150 m² Gesamtfläche, Abrechnungsjahr 2024, inklusive Raumwärme und Warmwasserbereitung
Mit dem Heizspiegel lassen sich die Heizkosten schätzen
Mit dem Heizspiegel lassen sich die Heizkosten schätzen

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Beispiele für die Kosten pro Quadratmeter

Die unterstehende Tabelle zeigt Heizspiegel-2025-Werte für Gebäude mit 80 bis 150 Quadratmetern beheizter Gesamtfläche. Wichtig: Bei einer Wohnung in einem größeren zentral beheizten Haus zählt im Heizspiegel die Gesamtfläche des Gebäudes, nicht nur die Wohnungsfläche. Die Werte dienen deshalb als Orientierung, nicht als Tarifprognose; regionale Preise können deutlich abweichen.

Energieträger / HeizsystemNiedrig [€/m²·a]Mittel [€/m²·a]Erhöht [€/m²·a]Zu hoch [€/m²·a]
Erdgasbis 6,90bis 13,60bis 23,20ab 23,21
Heizölbis 9,90bis 16,40bis 26,10ab 26,11
Fernwärmebis 6,40bis 15,20bis 32,50ab 32,51
Wärmepumpebis 5,10bis 9,20bis 21,10ab 21,11
Holzpelletsbis 4,40bis 8,80bis 14,80ab 14,81
Heizspiegel 2025: Heizkosten für Gebäude mit 80 bis 150 m² Gesamtfläche, Abrechnungsjahr 2024, inklusive Raumwärme und Warmwasserbereitung
Heizkosten, © Wolfgang S, stock.adobe.com
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Hohe Heizkosten: So viel sparen Sie, wenn Sie die Temperatur senken

Folgende Parameter beeinflussen die Heizkosten pro Quadratmeter:

  • Gebäudezustand (Dämmung)
  • Energieträger und Zustand der Heizungsanlage
  • Heiz- und Lüftungsverhalten

Allein mit einer effizienten Fassadendämmung sparen Sie bis zu 19 Prozent der Heizkosten ein. Auf den Zustand des Gebäudes haben Millionen Mieter in Deutschland jedoch keinen Einfluss, und auch Hausbesitzer verfügen angesichts hoher Material- und Lohnkosten nicht immer über die finanziellen Ressourcen, um das Gebäude zu sanieren.

Fassadendämmung bei modernem Haus © schulzfoto, stock.adobe.com
Über die Fassade verliert ein Gebäude am meisten Wärme © schulzfoto, stock.adobe.com
Eine gute Dämmung hält die Energie im Haus
Eine gute Dämmung hält die Energie im Haus

In diesem Fall hilft es nur, die Temperatur zu drosseln. Jedes Grad geringere Raumtemperatur spart circa 6 Prozent an Heizkosten. Zwar ändert sich die optimale Raumtemperatur je nach Raumnutzung. Jedoch reichen laut Experten im Schlafzimmer genauso wie in der Küche um die 18 Grad. Auch das richtige Lüftungsverhalten trägt dazu bei, Ihr Portemonnaie zu schonen.

Nicht jeder Raum benötigt die gleichen Temperaturen
Nicht jeder Raum benötigt die gleichen Temperaturen

Heizkosten: Wie kann ich clever sparen?

Die Raumtemperatur zu senken, ist eine sehr effiziente Maßnahme, um die Heizkosten zu begrenzen, dennoch gibt es Grenzen. So sollten Wohn- und Schlafräume in der Heizperiode tagsüber mindestens 16 bis 18 Grad warm sein; bei schlechtem Bauzustand kann mehr nötig sein, um Schimmelbildung zu vermeiden. Zusätzlich helfen folgende Maßnahmen dabei, den Wärmebedarf zu senken:

  • Verkleiden Sie die Heizungsrohre. Allein mit einfachen Schaumstoffverkleidungen sparen Sie bis zu fünf Prozent an Wärme pro Jahr.
Sinnvolle Maßnahme: Die Dämmung der Heizungsrohre
Sinnvolle Maßnahme: Die Dämmung der Heizungsrohre
Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer
Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer
  • Optimieren Sie die Heizkurve. Wenn Sie die Vorlauftemperatur abhängig von der Soll-Temperatur senken, benötigt die Anlage weniger Wärme.
Eine optimierte Heizkurve spart Energie
Eine optimierte Heizkurve spart Energie
Schimmel © branislav, fotolia.com
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