Heizungsvergleich: Welche Heizung ist für mich die Richtige?
Wer eine neue Heizung braucht, hat die Qual der Wahl: vom Brennwertkessel über die Wärmepumpe bis zur Pelletheizung ist das Angebot groß. Die Entscheidung ist seit Sommer 2026 wieder offener geworden, denn das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat die frühere Vorgabe gestrichen, dass jede neue Heizung mindestens zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen muss. Umso stärker entscheiden jetzt das Gebäude selbst, die laufenden Kosten und die verfügbaren Fördermittel darüber, welches System sich für Sie rechnet.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt nicht die eine beste Heizung – welches System passt, hängt von Gebäude, Dämmzustand, Energiebedarf und Ihren Zielen ab.
- Wärmepumpe, Biomasse und Solarthermie sind die zukunftsfähigen Optionen; bei Öl und Gas belasten CO₂-Preis und Brennstoffkosten die Wirtschaftlichkeit.
- Seit Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz: Die 65-Prozent-Vorgabe und die Austauschpflicht für alte Kessel sind entfallen.
- Eine intakte Heizung dürfen Sie weiterbetreiben – ob sich ein Tausch lohnt, zeigen Heizlast, Angebote, Förderung und Energiekosten.

Heizung-Konfigurator:
Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!
Ein entscheidendes Kriterium bei der Entscheidung für eine Heizung ist, ob eine Heizung ersetzt werden soll oder ob eine Heizung für einen Neubau geplant wird.
Vor dem Heizungstausch: Diese Punkte klären

Heizen im Altbau
Ist Ihre Heizung 15 Jahre oder älter, raten Heizungsexperten zu einer Prüfung, ob sich ein Austausch lohnt. Mit zunehmendem Alter steigen oft Reparaturrisiko und Ersatzteilfrage. Ob ein Austausch wirtschaftlich ist, hängt aber vom Zustand, Verbrauch und Sanierungsplan des Hauses ab. Fällt die Entscheidung für eine Modernisierung, sparen Sie nicht nur Energiekosten, Sie schonen auch die Umwelt. Welches Heizsystem sich genau für Ihren Altbau eignet, hängt vom Zustand der Bausubstanz, der vorhandenen Installation des bestehenden Heizungssystems und natürlich von den individuellen Ansprüchen und finanziellen Möglichkeiten ab. Passt die neue Heizungsanlage nicht zur vorhandenen Installation und zu den Heizkörpern, kann der Austausch mit erheblichen Baumaßnahmen und Kosten verbunden sein. Ein Heizungsaustausch im Bestand sollte immer mit einem Heizungsfachmann und einem Energieberater diskutiert werden.

Beim Austausch der Heizungsanlage gibt der gesetzliche Rahmen den Takt vor – und der hat sich zuletzt grundlegend geändert. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das frühere Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst hat. Für Hauseigentümer sind zwei Punkte entscheidend: Die Vorgabe, dass jede neue Heizung mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen muss, ist gestrichen – die Heizungsart ist damit weitgehend frei wählbar. Neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen müssen ab 2029 aber steigende Anteile klimafreundlicherer Brennstoffe nutzen; für Neubauten gilt ab 2030 zusätzlich der Nullemissionsstandard. Und auch die frühere Austauschpflicht für Konstanttemperaturkessel ab 30 Betriebsjahren gibt es nicht mehr: Eine funktionierende Heizung dürfen Sie weiterbetreiben und reparieren lassen.
Wer sich für ein überwiegend erneuerbares System entscheidet, hat weiterhin die Wahl zwischen Biomasseheizungen, Wärmepumpen und Hybridheizungen. Wer dagegen neu auf Gas oder Öl setzt, muss ab 2029 einen stufenweise steigenden Mindestanteil klimafreundlicherer Brennstoffe einsetzen. Für Neubauten bleibt die Obergrenze für den Jahres-Primärenergiebedarf maßgeblich; bei bestehenden Gebäuden greifen Anforderungen vor allem bei bestimmten Änderungen. Im Energieausweis werden Kennwerte zur energetischen Qualität ausgewiesen; bei Verkauf oder Vermietung ist er grundsätzlich vorzulegen. Ausnahmen gelten etwa für kleine Gebäude und für Baudenkmäler bei Verkauf oder Vermietung.
Für den Austausch gilt keine pauschale 30-Jahres-Frist mehr; in größeren Gebäuden können für ältere Anlagen weiterhin Prüf- und Optimierungspflichten gelten. Wann sich ein Tausch lohnt, entscheidet damit vor allem die Wirtschaftlichkeit. Dafür sprechen vor allem drei Anzeichen: ein Kessel, der noch mit konstant hoher Vorlauftemperatur arbeitet und damit deutlich mehr Brennstoff verbraucht als ein moderner Brennwertkessel; häufiger werdende Reparaturen und schlechter verfügbare Ersatzteile; und ein Energieträger, dessen Kosten über die CO₂-Bepreisung zusätzlich unter Druck stehen. Wer den Zeitpunkt selbst wählen kann, ist im Vorteil – ein geplanter Austausch lässt sich fördern und in Ruhe vergleichen, ein Notfalltausch nach einem Defekt selten.

Heizen im Neubau
Wer eine Heizungsanlage für einen Neubau plant, kann die Heizungsart seit der Gesetzesreform frei wählen – die 65-Prozent-Vorgabe gilt auch hier nicht mehr. Für Neubauten gilt weiterhin: Der Jahres-Primärenergiebedarf darf höchstens 55 Prozent des Werts des Referenzgebäudes erreichen. Diese Grenze gilt bereits seit dem 1. Januar 2023; die freie Heizungswahl entbindet nicht von den übrigen Neubauanforderungen. Dieses Niveau ist mit einer rein fossilen Heizung praktisch nicht zu erreichen, sodass im Neubau meist Wärmepumpe, Fernwärme, Holzheizung oder eine solar unterstützte Lösung zum Zug kommen.
Zwar ist die Anschaffung von Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energieträgern meist mit höheren Investitionskosten verbunden. Im Neubau steht jedoch nicht die Heizungsförderung für den Einzeltausch im Vordergrund: Sie richtet sich an bestehende Gebäude. Ob für ein Neubauvorhaben Fördermittel in Frage kommen, hängt von den Bedingungen des jeweiligen Programms für das Gesamtgebäude ab.
| Heizung | Altbau | Neubau |
|---|---|---|
| Gasheizung |
|
|
| Ölheizung |
|
|
| Wärmepumpe |
|
|
| Holz/Pellets |
|
|
| Solarthermie |
|
|
CO₂-Emissions-Vergleichsrechner: Klimabilanz verschiedener Heizsysteme im Überblick Wie klimafreundlich ist Ihre Heizung? Der CO₂-Emissions-Vergleichsrechner ermöglicht es Ihnen, den jährlichen Treibhausgasausstoß unterschiedlicher… weiterlesen
Online-Rechner: Heizkosten und Brennstoffe vergleichen
Energieträger im Vergleich
Erdgas: Gas war jahrelang der Klassiker unter den Heizungsanlagen. Angesichts des politischen Ziels der Klimaneutralität wird sich das in absehbarer Zeit ändern. Die frühere Pflicht, Gasheizungen mit Konstanttemperaturkessel nach 30 Betriebsjahren auszutauschen, ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz entfallen. Wirtschaftlich bleibt der Ersatz eines solchen Altkessels trotzdem sinnvoll: Er verbraucht deutlich mehr Brennstoff als ein moderner Brennwertkessel – und Brennstoff wird teurer. Wer heute neu eine Gasheizung in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss sie ab 2029 mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicherer Brennstoffe betreiben – dieselbe Staffel gilt für Öl und Flüssiggas.
Bei Erneuerung im Bestand ist in aller Regel eine Modernisierung des Abgassystems notwendig, weil moderne Brennwertkessel verbaut werden. Neben relativ günstigen Anschaffungskosten sollte man jedoch daran denken, dass der Gaspreis sich durch die steigende CO2-Bepreisung weiter verteuern wird. Ist kein Gasanschluss vorhanden, kann eine Gasheizung auch mit Flüssiggas betrieben werden. Flüssiggas setzt allerdings einen Tank für die Lagerung voraus.

Öl: Öl ist in Deutschland nach wie vor ein häufig genutzter Energieträger für Heizungsanlagen. Ein Auslaufmodell bleiben Ölheizungen trotzdem – nicht mehr wegen einer Austauschpflicht, die es seit Juli 2026 nicht mehr gibt, sondern wegen der absehbaren Betriebskosten.
Neue Ölheizungen sind seit der Gesetzesreform wieder zulässig, auch als reine Ölheizung. Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Öl- oder Gasheizung in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss sie allerdings mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicherer Brennstoffe betreiben: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Erfüllen lässt sich das auch mit einer Hybridlösung aus Ölkessel und Wärmepumpe oder Solarthermie. Hinzu kommt der Preisdruck: Für 2026 gilt im nationalen Emissionshandel ein Preisrahmen von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂. Das EU-Emissionshandelssystem ETS 2 soll nach aktuellem EU-Beschluss 2028 vollständig starten; die künftigen Kosten sind nicht verlässlich vorherzusagen.

Holz/Pellets: Der Energieträger Holz erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Ob ganze Holzscheite, Hackschnitzel oder Pellets – der nachwachsende Rohstoff erlaubt ein effizientes Heizen, wobei auch die Preise für Holz in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind.
Voraussetzung für Holzheizungen: Neben der Lagermöglichkeit für Holzscheite, Hackschnitzel oder Pellets ist auch zu klären, ob die Belieferung problemlos erfolgen kann. Biomasseheizungen sind auch nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz ausdrücklich zugelassen und werden weiterhin staatlich gefördert – eine Übersicht finden Sie in unserem Fördermittel-Ratgeber.

Sonne: Heizen mit Sonnenenergie ist eine der umweltfreundlichsten Arten zu heizen. Jedoch ist eine Solarthermieanlage fast immer auf eine zusätzliche Heizung angewiesen. Meist werden Solarthermieanlagen genutzt, um vorhandenen Gas- oder Ölheizungen zu unterstützen und Heizkosten einzusparen. Für Solarthermieanlagen können Fördermittel in Anspruch genommen werden.

Umweltwärme: Bei Wärmepumpen stehen drei verschiedene Wärmequellen zur Auswahl: Sole, Wasser und Luft. Je nach Wahl ist ein relativ hoher baulicher Aufwand notwendig. Ein Vorzug ist, dass die Wärmepumpe selbst einen geringen Platzbedarf hat.
Wer eine Wärmepumpenheizung plant, kann von zahlreichen Fördermitteln profitieren. Wärmepumpen sind die Heizungen der Zukunft. Sie nutzen Umweltwärme und können mit selbst produziertem Solarstrom diese Umweltwärme als Heizung nutzbar machen.

Elektrizität: Elektroheizungen wie Nachtspeicher oder Elektro-Direktheizungen eignen sich vor allem als Zusatz- oder Übergangslösung. Für eine Vollversorgung sollten Sie Strombedarf und laufende Kosten besonders kritisch vergleichen. Sie werden heute hauptsächlich nur noch als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen installiert, um mehr Wohnkomfort zu erreichen.
Dazu gehören Elektro-Fußbodenheizungen im Badezimmer oder Infrarot-Heizflächen. Deutlicher Nachteil: Elektrizität hat als Energieträger einen vergleichsweise hohen und sehr stark schwankenden Preis.


Heizungssysteme: CO2-Emissionen im Vergleich
Fazit:
Welches Heizungssystem für Sie das Beste ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Vielmehr hängt die Entscheidung von persönlichen Zielen (Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Wohnkomfort) ebenso wie von den örtlichen Gegebenheiten sowie dem Energiebedarf ab.
Konkret heißt das: Ist Ihre Heizung intakt, haben Sie keinen gesetzlichen Zeitdruck mehr – seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz dürfen Sie sie weiterbetreiben und den Wechsel in Ruhe planen. Steht ohnehin ein Austausch an, lohnt der Blick auf erneuerbare Systeme: Wärmepumpe, Holz- oder Pelletheizung und solar unterstützte Hybridlösungen sind zukunftssicher und können bei Erfüllung der jeweiligen Förderbedingungen staatlich gefördert werden (eine Übersicht bietet unser Fördermittel-Ratgeber). Eine unabhängige Energieberatung und der Vergleich mehrerer Angebote helfen, die für Ihr Gebäude wirtschaftlichste Lösung zu finden.

Vergleich gängiger Heizungssysteme
Will man die verbreiteten Heizungen vergleichen, so muss man neben den Anschaffungs- und den laufenden Kosten auch Kriterien wie Platzbedarf, Zukunftsfähigkeit, Umweltfreundlichkeit und mögliche Fördermittel betrachten. Während Öl-, Gas- und Holzheizungen preiswerter in der Anschaffung sind, punkten Wärmepumpen oder Solarheizungen mit ihrer Umweltfreundlichkeit, den Betriebskosten und der Zukunftsfähigkeit sowie den möglichen Fördermitteln.
Die tatsächlichen Kosten sind stets abhängig von den baulichen Gegebenheiten vor Ort, der individuellen Wohnsituation und dem in Deutschland regional unterschiedlichen Preisgefüge. Deshalb können die Werte stark abweichen. Nicht erfasst wurden regionale Fördermöglichkeiten. Eine detaillierte Beratung für Ihre Heizung bekommen Sie vom Heizungsfachmann vor Ort!
Welche Heizung passt zu Ihrer Ausgangslage?
Welches System sinnvoll ist, hängt stark vom Gebäude ab – diese vier Ausgangslagen geben eine erste Orientierung.
WennNeubau oder gut gedämmter Altbau mit Fußboden- oder Flächenheizung
Dann Wärmepumpe (Luft, Sole oder Wasser)
Niedrige Vorlauftemperaturen machen die Wärmepumpe hier besonders effizient – ideal in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage.
WennSanierter Altbau mit normalen Heizkörpern
Dann Wärmepumpe prüfen, sonst Hybrid- oder Pelletheizung
Oft genügen schon einzelne größere Heizkörper, damit eine Wärmepumpe wirtschaftlich läuft. Eine Hybridlösung überbrückt sehr kalte Tage.
WennUnsanierter Altbau mit hohem Wärmebedarf
Dann Heizlast, Heizflächen und Sanierungsoptionen prüfen
Vor dem Heizungstausch lohnt sich die Verbesserung der Gebäudehülle – sie senkt den Bedarf und erweitert die Auswahl an effizienten Systemen.
WennKein Gasanschluss, ländliche Lage mit Platz
Dann Pellet- oder Scheitholzheizung, alternativ Wärmepumpe
Holz ist regional verfügbar und unabhängig vom Gasnetz; eine Wärmepumpe braucht keinen Brennstoffvorrat, aber einen passenden Stromtarif.
| Heizung | Öl | Gas | Holz | Solarthermie-Ergänzung | Wärme pumpe | Elektro heizung | Fern wärme |
| Anschaffungskosten | ++ | ++ | ++ | +++ | + | ++ | +++ |
| lfd. Kosten | — | — | – | +++ | +* | — | — |
| Umwelt | — | — | + | +++ | +++ | – | ++ |
| Zukunfts-fähigkeit | — | — | + | +++ | +++ | +* | +++ |
| Förderung | – | – | + | +++ | +++ | – | +++ |
Heizungsvergleich: Heizungssysteme in vergleichender Darstellung Sie sind Bauherr und brauchen eine Heizungsanlage? Sie sanieren und überlegen, welches Heizungssystem sich für… weiterlesen



