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Strom sparen: Küche

Strom sparen in der Küche

Wer beim Kochen, Backen, Spülen, Kühlen und Einfrieren Strom sparen möchte, der beginnt am besten beim Gerät selbst: Herde, Backöfen, Kühl- und Gefrierschränke sollten am besten einer möglichst hohen Energieeffizienzklasse entsprechen – Kühlgeräte und Geschirrspüler tragen seit 2021 die neue Label-Skala von A bis G, Backöfen noch die ältere von A+++ bis D. Diese Geräte sind zwar in der Anschaffung meist etwas teurer als solche einer geringeren Energieeffizienzklasse. Ob sich der höhere Kaufpreis rechnet, hängt vom konkreten Jahresverbrauch, Strompreis und der Nutzung ab; vergleichen Sie deshalb die kWh-Angaben auf dem Label. Ein weiterer Stellhebel, in der Küche Strom zu sparen, ist das eigene Verhalten. Generell birgt die Küche viel Energie-Einsparpotential.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr als ein Viertel des Haushaltsstroms entsteht rund ums Kühlen, Kochen und Spülen – die Küche ist damit einer der größten Strom-Hebel.
  • Ohne Neukauf sparen: Deckel auf den Topf, Restwärme nutzen, Eco-Programme wählen und den Kühlschrank auf 7 °C stellen.
  • Beim Neukauf auf die Energieeffizienzklasse achten – Kühlgeräte und Geschirrspüler tragen die neue A-bis-G-Skala, Backöfen noch A+++ bis D.
Herdplatte mit Kochtopf © alephnull, stock.adobe.com
Strom sparen in der Küche © alephnull, stock.adobe.com
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Strom-Hotspot Küche

über 25 %des Haushaltsstroms entstehen rund ums Kühlen, Kochen, Backen und SpülenKühl- und Gefriergeräte ≈ 11 %, Kochen ≈ 9 %, Geschirrspülen ≈ 8 %
Quelle: BDEW, Stromverbrauch im Haushalt nach Anwendungen · Stand 2021

Einsparmöglichkeiten beim Spülen

Beim Neukauf einer Spülmaschine sollte man, neben dem Stromverbrauch, auch auf den Wasserverbrauch achten. Sparsame aktuelle Geräte kommen im Eco-Programm mit rund 9 bis 11 Litern pro Spülgang aus – ältere Maschinen brauchen oft deutlich mehr. Die neuen EU-Label für Geschirrspüler helfen bei der Einschätzung des Stromverbrauchs weiter.

Bei Geschirrspülern sollte man unbedingt darauf achten, das richtige Spülprogramm zu wählen. Dieses sollte abgestimmt sein auf den Verschmutzungsgrad und die Art des Geschirrs. Wer möglichst wenig auf Vollprogramme, sondern stattdessen auf Energiesparprogramme zurückgreift, kann viel Strom sparen. Eco-Programme verbrauchen weniger Strom, auch wenn sie manchmal länger laufen.

Auch die Temperatur macht viel aus: Für normal verschmutztes Geschirr reichen häufig 50 bis 55 °C, höhere Temperaturen sind eher bei starker Verschmutzung nötig – und je niedriger die Temperatur, desto geringer der Stromverbrauch. Geschirr muss vorher nicht abgespült werden (Wasser und Energie sparen). Normal verschmutztes Geschirr wird im Geschirrspüler problemlos sauber.

Für kleine Haushalte reichen oft Geschirrspüler mit 45 cm Breite vollkommen aus. Besser diese komplett beladen als ein 60 cm breites Gerät halbvoll laufen lassen.

Geschirrspüler © photopixel, stock.adobe.com
Geschirrspüler am besten nur komplett voll laufen lassen © photopixel, stock.adobe.com

Nur Töpfe und Pfannen, die stark verschmutzt sind, kann man vorher kurz einweichen. Dadurch kann man vermeiden, dass man die Töpfe mit einem Vollprogramm spülen muss, sondern kann stattdessen ein energiesparenderes Programm auswählen. Um lange Freude an der Spülmaschine zu haben, sollten Verbraucher gelegentlich das Sieb säubern. Damit bleibt das Gerät länger funktionsfähig.

Das Spülmaschinensieb sollte regelmäßig gesäubert werden
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Einsparmöglichkeiten bei Kühl- und Gefrierschränken

Wer ein neues Kühlgerät anschafft, sollte neben der Energieeffizienzklasse auch auf die richtige Größe achten. Zu große Geräte mit hoher Leerfläche verbrauchen mehr Strom als nötig. Als Faustregel der Verbraucherzentrale gelten 100 bis 150 Liter Nutzinhalt für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte plus rund 50 Liter für jede weitere Person. Für eine vierköpfige Familie reicht demnach meist ein Gerät mit 200 bis 250 Litern Fassungsvermögen.

Kühlschränke sollten außerdem nicht zu kalt eingestellt sein. Wer glaubt, eine geringere Temperatur mache Lebensmittel grundsätzlich haltbarer, der irrt. Für die meisten Lebensmittel reicht 7 °C im mittleren Fach aus; empfindliche Ware gehört in kältere Zonen, dauerhaft deutlich kälter als nötig erhöht aber den Stromverbrauch. Im Gefrierfach sollte die Temperatur bei minus 18 Grad liegen. Tiefere Temperaturen sind nicht notwendig. Lediglich beim Einfrieren größerer Mengen sollte für kurze Zeit die Temperatur abgesenkt werden.

Die Wahl des Aufstellorts kann Strom sparen: Kühl- und Gefrierschränke gehören nicht neben Wärmequellen. Sie sollten also nicht neben Heizungen, Backöfen, Herden, Waschmaschinen oder Geschirrspülern aufgestellt werden, da diese Geräte Wärme abgeben. Der Kühlschrank muss diese erhöhte Temperatur mit stärkerer Leistung ausgleichen: Höherer Energieverbrauch mit höheren Kosten ist die Folge.

Kühlschrank © Africa Studio, stock.adobe.com
Kühl- und Gefrierschränke gehören nicht neben Wärmequellen © Africa Studio, stock.adobe.com

Speisen und Getränke, die in den Kühlschrank gestellt werden, sollten immer vollständig abgekühlt sein und nicht lauwarm in den Kühlschrank gestellt werden. Auch beim Einfrieren sollten Verbraucher darauf achten, dass die Speisen komplett abgekühlt sind und tiefkühlgerecht verpackt wurden.

Regelmäßiges Abtauen erhöht die Funktionsfähigkeit von Gefrierschränken. Ist die Eisschicht dicker als einen Zentimeter, ist es höchste Zeit, das Gerät abzutauen. Sogar Eisschichten von geringerer Dicke erhöhen allerdings schon den Stromverbrauch.

Ein Kühlschranktablett für kürzere Öffnungszeiten
Ein Kühlschranktablett für kürzere Öffnungszeiten

Sinnvoll ist außerdem, Ordnung im Kühlschrank zu halten. Wer schon vorher weiß, wo welche Lebensmittel im Kühlschrank gelagert sind, findet sie schneller. Dies bedeutet kürzere „Öffnungszeiten“ und damit weniger Stromverbrauch. Generell sollte die Tür so kurz wie möglich offenstehen.

Zudem sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Lüftungsschlitze des Kühlgeräts nicht verstellt sind, das treibt unweigerlich den Energieverbrauch in die Höhe.

Tipp: Nutzen Sie unseren Stromtarifrechner um ihren Strompreis zu vergleichen

Einsparmöglichkeiten beim Kochen

Zunächst einmal kann sich die Wahl des richtigen Kochgeschirrs auf den Stromverbrauch beim Elektroherd auswirken. Gute Töpfe helfen Energie sparen. Woran man gute Töpfe erkennt? Sie haben in der Regel glatte Böden, die sich nach innen wölben. Diese Wölbung hat gravierende Auswirkungen auf den Energieverbrauch.

Wenn die Töpfe nämlich später erhitzt werden, dehnt sich der Boden aus, so dass sie dann flächig auf der Herdplatte stehen. „Tanzende“ Töpfe sind ein Zeichen für qualitativ minderwertigeres Kochgeschirr, da sich hier der Boden nicht ausdehnt. Er bleibt gewölbt und hat so schlechten Kontakt zur Herdplatte.

Schnellkochtöpfe verkürzen je nach Speise die Garzeit deutlich und können dadurch Energie sparen; die konkrete Stromersparnis hängt von Herd, Menge und Gericht ab. Schnellkochtöpfe aus Alu erhitzen sich schnell. Gusstöpfe brauchen zum Erwärmen zwar länger als Alutöpfe, halten die Hitze aber auch entsprechend gut. Das bedeutet ein deutlich früheres Abschalten des Herdes und somit eine Stromersparnis. Hochwertige Töpfe aus Edelstahl haben sogenannte Sandwichböden aus mehreren Metallschichten, teilweise Kupfer oder Aluminium, die eine bessere Wärmeleitung aufweisen als Edelstahl.

Energie sparen in der Küche
Energie sparen in der Küche

Zudem sollte der Topf die Kochplatte von der Größe her genau bedecken. Sind Töpfe zu klein für die Platte, verpufft unnötig Energie. Als Faustregel gilt: Schon ein bis zwei Zentimeter Überstand der Platte können den Energieverbrauch um 20 bis 30 Prozent erhöhen. Bei Töpfen, die zu groß sind, wird ebenfalls mehr Strom verbraucht, da sich die Garzeit verlängert.

Auch die Deckel sollten genau auf die Töpfe passen. Wenn sie nicht richtig aufliegen, verschließen sie den Topf nicht vollständig. Das bedeutet, dass Wärme, die eigentlich im Topf bleiben sollte, in die Küche entweicht. Beim Kochen sollte der Topf daher immer geschlossen bleiben. Ohne Deckel braucht derselbe Kochvorgang etwa doppelt so viel Energie – das zeigt eine Beispielrechnung des Bundeswirtschaftsministeriums. Auch ein nur schräg aufgelegter Deckel lässt laufend Wärme entweichen. Neugierigen Köchen können Glasdeckel helfen. So müssen sie die Töpfe zum Hineinschauen nicht öffnen.

Wasserkocher: Die richtige Füllmenge spart Energie
Wasserkocher: Die richtige Füllmenge spart Energie

Wenig Wasser beim Kochen zu verwenden, ist ebenfalls ein guter Tipp zum Stromsparen in der Küche. Bei zu viel Wasser dauert es entsprechend lange, bis es erhitzt oder zum Kochen gebracht wurde. Die erhöhte Leistung spiegelt sich in einem hohen Stromverbrauch wider. Beim Nudelkochen sparen Sie vor allem durch wenig Wasser, Deckel und Restwärme: Nach kurzem Aufkochen können viele Nudeln bei geschlossenem Deckel weiterziehen; die genaue Zeit richtet sich nach Sorte und Packungsangabe.

Bei klassischen Elektrokochfeldern können Sie bei Gerichten mit längerer Garzeit einige Minuten vor Ende abschalten und Restwärme nutzen; bei Induktion funktioniert das kaum. Beim Backofen sind es sogar zehn Minuten, wenn die Backzeit länger als 40 Minuten beträgt.

Besonders sparsam sind übrigens Induktionsherde. Sie verbrauchen verglichen mit Ceranfeldern je nach Quelle rund 20 bis 25 % weniger Strom, weil die Wärme direkt im Topfboden entsteht.

Einsparmöglichkeiten beim Backen

Verfügt der Backofen über eine Umluftfunktion, so sollte man diese, wenn möglich nutzen. Die Temperatur bei Umluft liegt 20 bis 30 Grad unter der, die fürs Backen mit Ober- und Unterhitze benötigt wird. Das spart je nach Quelle rund 15 bis 20 Prozent Strom. Wer zudem aufs Vorheizen verzichtet, kann noch zusätzlich Energie sparen.

Energie sparen mit Herd und Ofen
Energie sparen mit Herd und Ofen
Tipps zum Strom sparen beim Backofen
Tipps zum Strom sparen beim Backofen

Ebenso wie beim Kochen die Töpfe, so sollte beim Backen immer die Backofentür geschlossen bleiben. Mit jedem Öffnen der Backofentür entweicht Wärme; öffnen Sie die Tür deshalb nur, wenn es wirklich nötig ist, damit der Ofen nicht nachheizen muss.

Sofort-Check: Strom sparen ohne Neukauf

Geschirrspüler und Waschmaschine voll beladen und das Eco-Programm wählen – es läuft länger, spart aber Strom und Wasser.
Kühlschrank auf 7 °C stellen, Gefrierfach auf −18 °C – kälter kostet nur unnötig Strom.
Gefrierfach und Gefrierschrank abtauen, sobald sich eine sichtbare Eisschicht gebildet hat.
Topf passend zur Platte wählen und den Deckel aufsetzen – offene Töpfe brauchen etwa doppelt so viel Energie.
Restwärme nutzen: klassische Elektrokochfelder und Backofen einige Minuten vor Ende abschalten; bei Induktion bringt das kaum etwas.
Kleine Mengen im Wasserkocher, in der Mikrowelle oder im Toaster erhitzen statt auf der Platte oder im großen Ofen.

Kleine Geräte, große Wirkung

Für kleine Portionen lohnt sich der große Backofen oft nicht: Mikrowelle, Toaster, Wasserkocher oder eine Heißluftfritteuse erhitzen deutlich kleinere Garräume und kommen daher mit weniger Strom aus. Brötchen werden im Toaster knusprig, Wasser kocht im Wasserkocher schneller und günstiger als auf der Herdplatte – und ob sich eine Heißluftfritteuse gegenüber dem Backofen rechnet, zeigt unser Airfryer-Backofen-Vergleich. Der große Ofen bleibt die richtige Wahl, wenn mehrere Bleche gleichzeitig hineinkommen.

Fazit

Durch die Wahl Strom sparender Geräte und ein wenig aufmerksames Verhalten lässt sich in der Küche viel Strom einsparen, ohne dass die Koch- und Backergebnisse darunter leiden. Selbstverständlich sollte auch in der Küche eine LED-Beleuchtung sein. Wer zudem noch die Heizung für die Küche auf nur 18 Grad einstellt, der spart doppelt: Weniger Heizenergie fällt an und Kühl- und Gefrierschrank müssen weniger arbeiten, um niedrige Temperaturen zu erreichen.

Gas Kochfeld © Kristina Blokhin, stock.adobe.com
Strom sparen beim Kochen und Backen

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