Kostensparende Kühlung der eigenen vier Wände im Sommer
Die meisten von uns lieben warme Temperaturen. Den Sommer verbinden wir trotz globaler Klimaprobleme noch immer mit positiven Erfahrungen. Schwimmen im erfrischenden See oder Meer, von den wärmenden Sonnenstrahlen trocknen lassen, danach ein leckeres Eis am Kiosk. In den eigenen vier Wänden kann die sommerliche Hitze schnell zum Problem werden. Hier erfahren Sie, was Sie gegen die hohen Temperaturen in Schlafzimmer, Wohnzimmer und Co machen können.
Das Wichtigste in Kürze
- Tagsüber Fenster geschlossen halten und verschatten, gelüftet wird früh morgens und abends – das kühlt ganz ohne Strom.
- Außenliegender Sonnenschutz wie Rollläden, Jalousien oder Markisen wirkt deutlich besser als Vorhänge auf der Innenseite.
- Ein Ventilator kostet über den Sommer nur wenige Euro Strom – mobile Klimageräte kühlen zwar, sind aber deutlich teurer.

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Hitze: Ein globales Problem, das immer mehr zunimmt
Wenn wir nicht gerade spaßigen Freizeitaktivitäten am Wasser nachgehen, können die sommerlichen Temperaturen zur echten Plage werden. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts starben in Deutschland im Sommer 2022 rund 4.500 Menschen an den Folgen von Hitze; für 2023 wurden rund 3.100 und für 2024 rund 2.800 hitzebedingte Sterbefälle geschätzt. Für den Sommer 2025 lag die vorläufige RKI-Schätzung bei rund 2.500 bis 2.600. Auch Innenräume schützen nicht automatisch: In stark aufgeheizten Wohnungen können Kreislaufbeschwerden und andere hitzebedingte Gesundheitsprobleme auftreten.
Angenehme Temperaturen im Innenbereich
Wenn das Außenthermometer die 30-Grad-Marke erreicht hat, kann es je nach Lage und Gebäude in unserem Zuhause unangenehm werden. Die meisten Menschen empfinden eine Raumtemperatur von 20 bis 23 Grad Celsius als angenehm. Wenn diese überschritten wird, beginnt unsere Konzentration und unser Wohlbefinden zu leiden. Die idealen Temperaturen im Innenbereich gestalten sich je nach Raum übrigens folgendermaßen:
| Raum | Ideale Wohlfühltemperatur in °C |
|---|---|
| Badezimmer | 22 bis 24 |
| Wohnzimmer | 20 bis 22 |
| Kinderzimmer und Büro | 20 |
| Küche | 18 bis 20 |
| Schlafzimmer | 16 bis 18 |
Tipps zum Kühlen der Wohnung
Eine Klimaanlage kann Abhilfe schaffen. Allerdings ist ein solches Gerät mit Kosten verbunden. Und da die Hitzeperioden immer häufiger und länger werden, macht sich der Einsatz einer Klimaanlage sehr schnell auf der Stromrechnung bemerkbar.
Es gibt allerdings auch einige kostenfreie Möglichkeiten, das Aufheizen der Räume zu bremsen und die gefühlte Temperatur zu senken.
Der Anti-Hitze-Tagesplan
Früh morgens: querlüften
In den frühen Morgenstunden ist die Luft am kühlsten – Fenster und Türen weit öffnen und für Durchzug sorgen, damit die kühle Luft hereinkommt.
Tagsüber: Fenster zu, Sonne aussperren
Fenster geschlossen halten und Rollläden, Jalousien oder Vorhänge schließen – außenliegender Sonnenschutz hält die Hitze am wirksamsten ab.
Abends: wieder öffnen
Sobald es draußen kühler ist als drinnen, erneut querlüften. Ein Ventilator mit Blickrichtung Fenster hilft, die warme Luft hinauszubefördern.
Nachts: kühle Helfer fürs Schlafzimmer
Leichte Bettwäsche verwenden und mit kalt gefüllter Wärmflasche oder gekühltem Pyjama schlafen – das senkt das Wärmeempfinden ohne Strom.
Tipp 1: Richtig lüften
Der Drang, das Fenster aufzureißen, um Luft in einen stickigen Raum hereinzulassen, ist verständlich. Allerdings hat dies bei heißen Außentemperaturen meist nicht den gewünschten Effekt. An Sommertagen ist es sinnvoll, das Fenster nur am Morgen und Abend zu öffnen, um Ihr Zuhause mit frischer Luft auszufüllen. Während der heißen Mittagszeit sollten Sie hingegen die Fenster geschlossen halten, um die Hitze nicht hineinströmen zu lassen.

Tipp 2: Sonne am Eindringen durch die Fenster hindern
Wirklich effektiv ist es zudem, die Sonnenstrahlen auszusperren, indem Sie Vorhänge tagsüber zuziehen. Durch die Fenster dringt die Mittagshitze sonst fast ungehindert ins Innere Ihres Zuhauses und heizt die Räume unnötig auf. Am Abend werden Sie deutlich merken, ob den ganzen Tag über Sonne in Ihre Räume dringen konnte oder Vorhänge dies verhinderten.

Tipp 3: Ventilator richtig einsetzen
Ein Ventilator ist ein wohltuendes Utensil, das sowohl tagsüber als auch nachts beim Schlafen für einen angenehmen Windzug sorgt. Allerdings reguliert ein solches Gerät die Temperatur nicht herunter. Daher sollten Sie den Ventilator nur anschalten, wenn Sie sich auch tatsächlich im Zimmer befinden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Ventilator dazu zu nutzen, die warme Luft nach außen zu transportieren. Wenn Sie morgens oder abends lüften, können Sie das Hilfsmittel also mit den Rotorblättern Richtung Fenster aufstellen und somit die warme Luft nach draußen manövrieren.
Eine Schale mit Eiswürfeln vor dem Ventilator kann den Luftstrom kurzfristig kühler wirken lassen. Eine Klimaanlage ersetzt das aber nicht: Ventilatoren senken nach Angaben des Umweltbundesamtes nicht die Raumtemperatur, sondern vor allem die gefühlte Temperatur auf der Haut.

Tipp 4: Wohntextilien entfernen
Anders als im Winter, in dem Teppiche und Co für ein angenehmes Gefühl in Ihrem Zuhause sorgen, trüben Wohntextilien im Sommer eher den Wohlfühlfaktor. Das liegt daran, dass Teppiche, Kissen und andere Stoffutensilien die Wärme aus der Luft aufnehmen und sie im Anschluss nach und nach an den Raum abgeben. Auch wenn es sich dabei nur um wenig Wärme handelt, macht es einen deutlichen Unterschied. Verbannen Sie deshalb Wohntextilien während der heißen Sommermonate am besten in den Keller!
Tipp 5: Lauwarm statt eiskalt duschen
Klar, eine kalte Dusche klingt nach der idealen Methode, um den Körper herunterzukühlen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Wer eiskalt duscht, spürt zwar für kurze Zeit einen angenehmen Effekt. Jedoch ziehen sich bei kaltem Wasser die Blutgefäße zusammen – der Körper hält die Wärme zurück und heizt anschließend spürbar nach. Daher ist eine lauwarme Dusche die bessere Methode, um abzukühlen: Sie kühlt sanft, ohne dass der Körper mit zusätzlicher Wärmeproduktion gegensteuert.
Tipp 6: Ungenutzte Elektrogeräte abstellen
Ob Ladegeräte, Fernseher oder Stereoanlage – von laufenden Elektrogeräten geht Betriebswärme aus. Sogar im Standby-Zustand. Sie können dies ganz einfach überprüfen, indem Sie die Hand auf das Gehäuse von Laptop und Co legen. Wenn Sie die Elektrogeräte ganz ausstellen und auch nicht im Stand-by laufen lassen, sorgen Sie zudem nicht nur für kühlere Räume, Sie sparen auch Strom.
Tipp 7: Angenehm schlafen mit kleinen kühlenden Helfern

Gerade in der Nacht sind angenehme Raumtemperaturen essenziell, damit Sie einen erholsamen Schlaf finden. Wenn im Schlafzimmer zu heiße Temperaturen herrschen, müssen Sie nicht unbedingt die Raumtemperatur nach unten regulieren, um kühle Bedingungen zu schaffen. Legen Sie beispielsweise Ihren Pyjama vor dem Schlafen in den Gefrierschrank und genießen Sie das angenehm kalte Gefühl auf der Haut. Das warme Schlafzimmer wird sich dann nicht länger unangenehm heiß, sondern angenehm warm anfühlen. Auch eine umfunktionierte, mit kaltem Wasser gefüllte Wärmeflasche kann das Wärmeempfinden senken. Von einer kalten Dusche vor dem Schlafen ist aus den bereits genannten Gründen abzuraten.
Ventilator, mobiles Klimagerät oder feste Klimaanlage?
Wenn Lüften und Verschatten nicht mehr ausreichen, stellt sich die Gerätefrage – und sie ist vor allem eine Stromkostenfrage. Ein Ventilator verbraucht so wenig Strom, dass über einen ganzen Sommer meist nur wenige Euro zusammenkommen. Mobile Monoblock-Geräte kühlen zwar spürbar, gelten aber als ineffizient: Durch den Abluftschlauch im gekippten Fenster strömt ständig warme Luft nach, sodass viel Strom für vergleichsweise wenig Wirkung verbraucht wird. Welche Lösung zu Wohnsituation und Budget passt, zeigt der Überblick:
Drei Wege zur kühleren Wohnung
Alle drei Optionen lindern die Hitze – sie unterscheiden sich aber deutlich bei Stromverbrauch, Wirkung und Aufwand.
VentilatorSparsamste Lösung
Bewegt die Luft und kühlt über die Haut – die Raumtemperatur selbst sinkt nicht.
Geeignet fürSchlafzimmer, Homeoffice und alle Mietwohnungen
Mobiles KlimagerätTeurer Kompromiss
Monoblock-Gerät mit Abluftschlauch – kühlt tatsächlich, aber mit hohem Stromeinsatz.
Geeignet fürEinzelne Hitzetage, wenn kein fester Einbau möglich ist
Split-KlimaanlageWirksam mit Einbau
Fest installiertes Gerät mit Außeneinheit – kühlt effizient und vergleichsweise leise.
Geeignet fürEigentum und dauerhaft stark aufgeheizte Räume

Richtig heizen im Sommer: Darauf müssen Sie achten Sommer, Sonne, Wärme – in der warmen Jahreszeit wird in der Regel… weiterlesen



