Strom sparen beim Kochen und Backen

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Clever kochen und backen – mit Energiespareffekt

Statistisch gesehen macht der Stromverbrauch beim Kochen etwa 10 Prozent des gesamten Verbrauches aus – bei einem Zweipersonenhaushalt. Doch wie wir wissen, ist nicht nur die Anzahl der Personen in einem Haushalt maßgeblich. Noch mehr fallen wohl Ess- und Kochgewohnheiten ins Gewicht.

Daher überlegen Sie doch mal, welcher „Kochtypus“ Sie sind: Mutter einer 5-köpfigen Familie, die Sie jeden Tag mit einer selbstgekochten Mahlzeit versorgen; Vater eines 3-Personen-Haushaltes, der in der Regel täglich etwas Warmes auf den Tisch bringt, ab und an aber auch einen Lieferdienst in Anspruch nimmt. Oder sind Sie Single, wie fast die Hälfte der Haushalte in Deutschland, und kochen abends – als Ausgleich zur Berufstätigkeit – leidenschaftlich gerne. Vielleicht greifen Sie zum Feierabend aber auch, nach einem ausgewogenen Essen mittags, gerne mal auf ein Fertiggericht zurück.

Herdplatte mit Kochtopf © alephnull, stock.adobe.com
Herdplatte mit Kochtopf: Strom sparen beim Kochen © alephnull, stock.adobe.com

Fertiggerichte – besser als ihr Ruf

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) macht auf seiner Website folgende Rechnung auf: Eine Fertigpizza aufbacken kostet circa 17 Cent an Strom. Wiederholt man den Vorgang ein Mal die Woche, macht das in einem Jahr circa 9 Euro aus.

Das verschafft einen Eindruck von den Kosten. Doch Energie sparen kann man beim Aufbacken einer Pizza, eines Flammkuchens – wenn das Ergebnis knusprig sein soll – kaum. Das sieht bei tiefgefrorener Lasagne oder asiatischer Gemüsepfanne anders aus. Denn hier kann man sich das Aufheizen des Herdes oft sparen: einfach in den Backofen schieben, einschalten und nach vorgegebener Zeit prüfen, ob das Gericht gar ist. Eine weitere Möglichkeit, sich ein schnelles Abendessen zuzubereiten, sind etwa Gerichte zum Erhitzen – vielleicht eine Kräutersuppe oder ein Kartoffelcurry. Hier braucht die Mikrowelle lediglich ein paar Minuten zum Aufwärmen.

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Think small – bei Küchengeräten

Apropos Mikrowelle, eine Alternative zum Backofen ist die Mikrowelle mit Backfunktion. Der Innenraum ist wesentlich kleiner, also muss weniger Energie eingesetzt werden. Eine Pizza passt rein, aber auch ein kleiner selbstgerührter Kuchen in der reduzierten Form. Das kann eine Alternative zum Backofen sein oder zusätzlich angeschafft werden, eben für kleine Gerichte oder Backwaren.

Die kleinere Variante zu wählen, wie bei der Mikrowelle, kann man in der Küche zum Prinzip erklären. Will ich Brötchen aufbacken – nehme ich statt des Backofens den Toaster, das Eiweiß kann ich vielleicht auch von Hand aufschlagen und den Mixer im Schrank lassen. Setze ich Wasser für Pasta oder Kartoffeln auf – reicht für eine oder zwei Portionen bestimmt der kleinere Topf.

Überhaupt, gibt es nicht sehr viele elektrische Geräte in Ihrer Küche, die eher unnötig sind? Wohl nicht die Kaffeemaschine, aber das elektrische Messer oder die elektrische Brotschneidemaschine.

Von Töpfen mit Deckeln und Restwärme

Bestimmt gehört es zu Ihrer Arbeitsweise, beim Erhitzen von Wasser im Topf einen Deckel zu verwenden. Zur Bestätigung, dass Sie das Richtige tun, hier noch mal eine Rechnung vom BMWI: Erhitzt man auf einem Glaskeramikfeld einen Topf, der bis oben hin mit Wasser gefüllt ist, benötigt man auf einem Glaskeramikfeld rund 0,5 Kilowattstunden (kWh). Das sind rund 15 Cent pro Kochvorgang. Setzt man auf den Topf den passenden Deckel, reduziert sich der Verbrauch um die Hälfte.

Im Beispiel wurde ein Topf bis oben hin gefüllt, was in der Regel absolut unnötig ist. Daher testen Sie selbst, wie viel Wasser Sie tatsächlich benötigen, um die vorgesehene Portion Spaghetti, Basmati-Reis oder Kartoffeln zu garen. Bestimmt ist noch eine Wasserreduzierung drin. Bleiben wir in der Szene: Die Nudeln kochen zwischenzeitlich, Sie drehen die Hitze zurück, damit nichts überkocht. Hier können Sie noch mehr tun: Schalten Sie bereits ein paar Minuten, bevor die angegebene Garzeit abgelaufen ist, das Kochfeld komplett aus. Es wird keine Energie mehr verbraucht, denn Sie nutzen nun die Restwärme.

Gewölbte Unterböden und fest verschlossener Schnellkochtopf

Ihre Töpfe und Pfannen haben sich bisher gut bewährt. Das ist schön. Dennoch: Wird es nicht vielleicht Zeit für ein neues Kochset? Testen Sie einfach mal, ob die Unterböden Ihrer Töpfe und Pfannen beim Erhitzen wirklich eben auf dem Kochfeld aufliegen – das nämlich ist ein wichtiges Kriterium zum Energiesparen. Falls Sie sich für eine Neuanschaffung entscheiden – ob gusseiserner Bräter oder schicke Edelstahlpfanne – achten Sie beim Kauf darauf, dass der Unterboden gewölbt ist. Hört sich absurd an, macht aber Sinn. Denn nur dann liegt der heiße Unterboden eben auf dem Kochfeld.

Hintergrund: Wenn der Boden einer Pfanne, eines Topfes gewölbt ist, so ist das kein Konstruktionsfehler, sondern äußerst sinnvoll. In der Fachsprache heißt es Hohlwölbung. Abhängig von Größe, Randhöhe, dem verwendeten Metall haben gute Pfannen im kalten Zustand eine Wölbung am Unterboden. Das physikalische Gesetz dazu ist die Ausdehnung von Metallen bei Erwärmung. Und das ist auch der Grund für die professionelle Gestaltung der Unterböden. Eine Ausdehnung zur Seite ist begrenzt. Wäre der Unterboden eben, so würde er sich beim Erhitzen ausdehnen, wölben und dadurch nicht mehr plan auf der Herdplatte liegen. Daher wird mit der Wölbung im kalten Zustand vorgegriffen.

Energiesparend ist der Dauerbrenner Schnellkochtopf. Was zuerst zur Zeitersparnis gedacht war, auch zum schonenden Zubereiten, bewährt sich mittlerweile als Energiesparschwein. Im Schnellkochtopf wird wiederum ein physikalisches Gesetz genutzt, dass nämlich der Siedepunkt von Wasser vom Luftdruck der Umgebung abhängig ist. Der Druck im Topf ist so groß, dass das Wasser erst bei etwa 110 bis 120 Grad Celsius kocht, so entsteht heißer und dichter Dampf. Der Topf muss natürlich mit einem Deckel mit Dichtungsring fest verschlossen sein. Der heiße Dampf lässt Lebensmittel im Topf schneller garen. Das spart Energie und Wasser, zudem sollen mehr Mineralstoffe und Vitamine erhalten bleiben.

Hitze im Backofen voll und ganz nutzen

Dass man sich häufig das Vorwärmen beim Backofen sparen kann, haben wir bereits besprochen. Bestimmt hat Ihr Backofen eine Umluftfunktion – wenn Sie die vorwiegend nutzen, spart das erheblich Energie: Die Temperatur fürs Backen und Garen ist 20 bis 30 Grad Celsius niedriger, auch kann man mehrere Bleche auf einmal einschieben. Nichtsdestotrotz gilt auch hier, die Restwärme zu nutzen, also frühzeitig abzuschalten. Außerdem: Verzichten Sie darauf, die Backofentür unnötig zu öffnen – damit keine Wärme entweichen kann.

Welcher Herd, welches Kochfeld ist das Beste?

Die Frage lässt sich leicht beantworten – der Gasherd ist am effizientesten. Das Kochfeld, der Backofen ist mit Einschalten einsatzbereit, aufwärmen, vorwärmen ist nicht nötig. Im Durchschnitt kostet eine Kilowattstunde Strom um die 30 Cent, die Kilowattstunde Gas etwa 6 Cent. Die Energiekosten können um die Hälfte niedriger sein, so die Verbraucherzentrale.

Gas Kochfeld © Kristina Blokhin, stock.adobe.com
Das Gas Kochfeld ist am effizientesten © Kristina Blokhin, stock.adobe.com

Der Großteil der deutschen Haushalte kocht allerdings elektrisch, doch vielleicht lohnt es sich nachzufragen, ob ein Gasanschluss vorhanden ist. Wenn es beim Elektroherd bleibt, ist das europäische Energielabel sehr informativ, die Angaben beziehen sich jedoch nur auf den Backofen, nicht auf das Kochfeld:

Es hat sich bestimmt schon herumgesprochen: Die traditionellen gusseisernen Kochplatten verbrauchen am meisten Strom, da eine kompakte Masse aufgeheizt werden muss. Außerdem halten sie sehr lange die Hitze, die man allerdings – siehe oben – als Restwärme nutzen kann. Glaskeramik-Kochfelder sind effizienter; sie reagieren schneller, da weniger Masse erhitzt werden muss. Sie sind wohl auch im Großteil der Haushalte zu finden. Bei den Induktionskochzonen wird die Hitze direkt am Topfboden erzeugt, das Kochfeld bleibt fast kalt. Die Energieeffizienz ist also hoch. Allerdings muss das Kochgeschirr einen magnetischen Boden haben. Aber vielleicht ist Ihr relativ neues Kochgeschirr bereits für die Induktion einsatzbereit.

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