Clever kochen und backen – mit Energiespareffekt
Statistisch gesehen macht der Stromverbrauch beim Kochen und Backen knapp zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs eines Haushalts aus. Doch wie wir wissen, ist nicht nur die Anzahl der Personen in einem Haushalt maßgeblich. Es fallen auch Ess- und Kochgewohnheiten ins Gewicht.
Es gibt natürlich große Unterschiede beim Energiebedarf – je nachdem, welcher „Kochtypus“ Sie sind: Mutter einer 5-köpfigen Familie, die sie jeden Tag mit einer selbstgekochten Mahlzeit versorgen; Vater eines 3-Personen-Haushaltes, der in der Regel täglich etwas Warmes auf den Tisch bringt, ab und an aber auch einen Lieferdienst in Anspruch nimmt. Oder sind Sie Single, wie rund vier von zehn Haushalten in Deutschland, und kochen abends – als Ausgleich zur Berufstätigkeit – leidenschaftlich gerne. Vielleicht greifen Sie zum Feierabend aber auch gerne mal auf ein Fertiggericht zurück oder belassen es bei einem kalten Salat oder belegten Brot.
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Fertiggerichte – besser als ihr Ruf
Nach einer Beispielrechnung des Bundeswirtschaftsministeriums kostet das Aufbacken einer Fertigpizza rund 17 Cent an Strom – die Größenordnung passt auch beim aktuellen Durchschnittsstrompreis von rund 37 Cent je Kilowattstunde (BDEW, Frühjahr 2026). Wiederholt man den Vorgang ein Mal pro Woche, macht das in einem Jahr circa 9 Euro aus.
Nicht vergessen sollte man in diesem Zusammenhang, dass das Backen der Fertigpizza vorher auch schon Energie verbraucht hat.
Energie sparen kann man dennoch beim Erwärmen von Fertiggerichten: Einfach auf das Aufheizen des Backofens verzichten und erst einschalten, wenn das Gericht im Ofen steht – das gilt zum Beispiel auch bei tiefgekühlten Pommes frites. Und den Backofen kurz vor Ende wieder ausschalten. Noch besser: Manche Fertiggerichte lassen sich auch in der Mikrowelle auftauen/aufwärmen. Dies ist eine sehr energiesparende Methode.
Think small – bei Küchengeräten
Apropos Mikrowelle, eine Alternative zum Backofen ist die Mikrowelle mit Backfunktion. Der Innenraum ist wesentlich kleiner, also muss weniger Energie eingesetzt werden. Eine Pizza passt rein, aber auch ein kleiner selbstgerührter Kuchen. Das kann eine Alternative zum Backofen sein oder zusätzlich angeschafft werden, eben für kleine Gerichte oder Backwaren.
Die kleinere Variante zu wählen, wie bei der Mikrowelle, in der Küche zum Prinzip zu erklären, ist überhaupt eine gute Idee. Will ich Brötchen aufbacken – nehme ich statt des Backofens den Toaster, das Eiweiß kann ich vielleicht auch von Hand aufschlagen und den Mixer im Schrank lassen. Setze ich Wasser für Pasta oder Kartoffeln auf – reicht für eine oder zwei Portionen bestimmt der kleinere Topf.
Überhaupt, gibt es nicht sehr viele elektrische Geräte in Ihrer Küche, die eher unnötig sind? Vielleicht nicht die Kaffeemaschine, aber das elektrische Messer oder die elektrische Brotschneidemaschine. Auch eine Heißluftfritteuse folgt dem Think-small-Prinzip: Ob sie sich gegenüber dem Backofen rechnet, zeigt unser Airfryer-Backofen-Vergleich.

Von Töpfen mit Deckeln und Restwärme
Sehr sinnvoll ist es, beim Erhitzen von Wasser im Topf einen Deckel zu verwenden. Eine häufig zitierte Beispielrechnung aus der Energiespar-Kampagne des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt die Größenordnung: Kocht man in einem offenen Topf 500 g Kartoffeln, benötigt man auf einem Glaskeramikfeld rund 0,5 Kilowattstunden (kWh) – beim Durchschnittsstrompreis von 37 Cent je Kilowattstunde sind das gut 18 Cent pro Kochvorgang. Mit passendem Deckel sinkt der Energiebedarf deutlich; Verbraucherzentralen empfehlen deshalb grundsätzlich, mit Deckel und möglichst wenig Wasser zu kochen.

Im Beispiel wurde ein Topf bis oben hin gefüllt, was in der Regel absolut unnötig ist. Daher testen Sie selbst, wie viel Wasser Sie tatsächlich benötigen, um die vorgesehene Portion Spaghetti, Reis oder Kartoffeln zu garen. Bestimmt ist noch eine Wasserreduzierung drin. Um noch mehr Strom zu sparen: Schalten Sie bereits ein paar Minuten, bevor die angegebene Garzeit abgelaufen ist, das Kochfeld komplett aus. Es wird keine Energie mehr verbraucht, denn Sie nutzen nun die Restwärme.

Gewölbte Unterböden und fest verschlossener Schnellkochtopf
Auch mit der Auswahl des richtigen Kochgeschirrs lässt sich Energie sparen. Testen Sie einfach mal, ob die Unterböden Ihrer Töpfe und Pfannen beim Erhitzen wirklich eben auf dem Kochfeld aufliegen – das nämlich ist ein wichtiges Kriterium zum Energiesparen. Falls eine Neuanschaffung ansteht: Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Unterboden leicht gewölbt ist. Nur dann liegt der heiße Unterboden eben auf dem Kochfeld.
Besonders energiesparend kochen lässt sich mit einem Schnellkochtopf. Was zuerst zur Zeitersparnis gedacht war, auch zum schonenden Zubereiten, bewährt sich mittlerweile beim Energiesparen. Im Schnellkochtopf ist der Druck im Topf so groß, dass das Wasser erst bei etwa 110 bis 120 Grad Celsius kocht, so entsteht heißer und dichter Dampf. Der Topf muss natürlich mit einem Deckel mit Dichtungsring fest verschlossen sein. Der heiße Dampf lässt Lebensmittel im Topf schneller garen. Das spart Energie und Wasser, zudem sollen mehr Mineralstoffe und Vitamine erhalten bleiben.
Hitze im Backofen voll und ganz nutzen
Dass man sich häufig das Vorwärmen beim Backofen sparen kann, wurde oben bereits erwähnt. Moderne Backöfen haben eine Umluftfunktion – wird diese vorwiegend genutzt, spart das erheblich Energie: Die Temperatur fürs Backen und Garen ist 20 bis 30 Grad Celsius niedriger, auch kann man mehrere Bleche auf einmal einschieben. Nichtsdestotrotz gilt auch hier, die Restwärme zu nutzen, also frühzeitig abzuschalten. Außerdem: Verzichten Sie darauf, die Backofentür unnötig zu öffnen – damit keine Wärme entweichen kann.


Welcher Herd, welches Kochfeld ist das Beste?
Bei den reinen Energiekosten liegt der Gasherd vorn: Am Kochfeld steht die Flamme sofort zur Verfügung; beim Backofen lässt sich Vorheizen – wie bei Elektroöfen – bei vielen Gerichten vermeiden. Zudem kostet die Kilowattstunde Gas deutlich weniger als Strom. Im Durchschnitt kostet eine Kilowattstunde Strom Anfang 2026 rund 37 Cent, die Kilowattstunde Gas je nach Vertrag etwa 11 bis 12 Cent (BDEW-Preisanalysen). Einen Teil des Preisvorteils frisst allerdings der geringere Wirkungsgrad der offenen Gasflamme wieder auf – die eingesetzte Energie am effizientesten nutzt das Induktionskochfeld.
Gasherd: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Die Kilowattstunde Gas kostet nur rund ein Drittel des Stroms (BDEW-Preisanalysen 2026)
- Sofort volle Hitze, stufenlos und direkt regelbar
- Kochstellen vieler Gasherde lassen sich auch ohne Netzstrom nutzen; moderne Geräte können elektrische Zündung oder Sicherheitselektronik haben
Nachteile
- Offene Flamme nutzt die Energie schlechter als ein Induktionsfeld
- CO₂-Preis verteuert fossiles Erdgas schrittweise weiter
- Gasanschluss nötig; Verbrennungsabgase in der Raumluft – regelmäßig lüften

Der Großteil der deutschen Haushalte kocht allerdings elektrisch, doch vielleicht lohnt es sich nachzufragen, ob ein Gasanschluss vorhanden ist. Wenn es beim Elektroherd bleibt, ist das Energieeffizienzlabel informativ. Backöfen tragen das europäische Energielabel in der heute relevanten Form seit 2015; die Skala reicht weiterhin von A+++ bis D – eine Umstellung auf die neue A-bis-G-Skala steht hier aus. Die Angaben beziehen sich jedoch nur auf den Backofen, nicht auf das Kochfeld (Quelle: Umweltbundesamt).

Es hat sich bestimmt schon herumgesprochen: Die traditionellen gusseisernen Kochplatten verbrauchen am meisten Strom, da eine kompakte Masse aufgeheizt werden muss. Außerdem halten sie sehr lange die Hitze, die man allerdings – siehe oben – als Restwärme nutzen kann. Glaskeramik-Kochfelder sind effizienter; sie reagieren schneller, da weniger Masse erhitzt werden muss. Bei den Induktionsherden wird die Hitze direkt am Topfboden erzeugt, das Kochfeld bleibt fast kalt. Die Energieeffizienz ist besonders hoch. Allerdings muss das Kochgeschirr im Boden eine ferromagnetische Schicht haben. Das lässt sich leicht überprüfen: Ein Magnet haftet am Topfboden. Neuere Töpfe verfügen aber auch über ein entsprechendes Symbol am Boden.
Elektrische Kochfelder im Vergleich
| Merkmal | Gusseiserne Platte | Glaskeramik (Ceran) | Induktion |
|---|---|---|---|
| Aufheizen und Reaktion | träge, lange Nachwärme | mittel | sehr schnell |
| Energieausnutzung | gering | mittel | hoch |
| Restwärme nutzbar | ja, ausgeprägt | ja | kaum |
| Besonderheit | robust, günstig | verbreiteter Standard | braucht ferromagnetisches Kochgeschirr |
Fazit
Beim Kochen und Backen entscheidet vor allem das Verhalten: Deckel auf den Topf, Restwärme von Platte und Ofen nutzen, Umluft statt Ober- und Unterhitze und kleine Portionen in kleinen Geräten zubereiten. Wer neu kauft, fährt bei der Energieausnutzung mit einem Induktionskochfeld am besten. Weitere Spartipps rund um Spülen, Kühlen und Beleuchtung bündelt unser Ratgeber Strom sparen in der Küche.
Strom sparen in der Küche Wer beim Kochen, Backen, Spülen, Kühlen und Einfrieren Strom sparen möchte, der beginnt am besten… weiterlesen



