Stromsparen im Wohnbereich
Es gibt zwei große Bereiche, in denen Verbraucher im Wohnbereich neben der Beleuchtung Strom sparen können: Zum einen gibt es rund um die Unterhaltungselektronik viele Möglichkeiten, Strom zu sparen. Und zum anderen lässt sich im Homeoffice und rund ums Internet und PC allerhand Energie einsparen. Wir haben für Sie wertvolle Tipps zusammengefasst.
Das Wichtigste in Kürze
- Unterhaltungselektronik und Bürogeräte verbrauchen auch scheinbar ausgeschaltet Strom – Stand-by und Schein-Aus summieren sich übers Jahr spürbar.
- Schaltbare Steckerleisten und Master-Slave-Leisten trennen mehrere Geräte mit einem Klick wirklich vom Netz.
- Beim Neukauf bei Monitoren auf das EU-Energielabel achten, bei Rechnern auf Verbrauchsdaten und Umweltzeichen wie den Blauen Engel.

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Spartipps im Bereich Unterhaltungselektronik
Gerade im Bereich der Unterhaltungselektronik wird enorm viel Strom verbraucht. Ein Flachbild-TV, DVD-Spieler, Hifi-Geräte oder kabellose Telefone sind in vielen Haushalten vorhanden. Die Crux an der Sache: Viele dieser Geräte verbrauchen permanent Energie, da sie nie komplett vom Stromnetz genommen werden und sind immer auf Stand-by. Zu erkennen ist das an dem roten Lämpchen am Gerät, das auch dann leuchtet, wenn das Gerät mittels Fernbedienung ausgeschaltet wurde.

Ein wichtiger Tipp zum Kostensparen ist daher, diese Stand-By-Funktion möglichst zu vermeiden. Am einfachsten geschieht das, indem man diese Geräte an Steckerleisten mit Ein-/Ausschaltmöglichkeit anschließt. So können alle Geräte mit einem einzigen Klick komplett ausgeschaltet werden. Auch wenn neue, von der EU-Ökodesign-Verordnung erfasste Geräte je nach Bereitschaftsart nur zwischen 0,5 und 8 Watt im Stand-by- oder Netzwerk-Bereitschaftsmodus verbrauchen dürfen, summiert sich das: co2online beziffert das Sparpotenzial durch konsequentes Abschalten auf durchschnittlich rund 165 Euro im Jahr.

Verbraucher sollten zudem schon beim Neukauf auf Energieeffizienz achten. Bereits im Geschäft sollte man nach dem Stromverbrauch des Gerätes im Betrieb und während des Stand-By-Modus fragen. Ein Gerät ist dann besonders energieeffizient, wenn der Stand-By-Verbrauch unter einem Watt liegt. Selbst im Dauer-Stand-by entspricht das nur Kosten von rund drei Euro im Jahr. Besonders bei TV-Receivern oder Rekordern mit Aufnahme- und Timer-Funktionen kann dies relevant werden, weil sie sich nicht vom Stromnetz nehmen lassen, ohne dass Programmierungen verloren gehen. Gerade hier ist also ein geringer Verbrauch im Stand-By wichtig.


Fernsehgeräte sollten Betriebsschalter haben
Zudem sollte man abklären, ob das Gerät über einen Ein-/Aus-Schalter verfügt, mit dem es komplett abgeschaltet werden kann. Sollte es einen solchen Schalter am Gerät nicht geben, hilft nur, den Stecker aus der Steckdose zu ziehen. Oder eben ein schaltbare Steckerleiste dazwischenzuschalten. Es gibt inzwischen auch Fernseher mit Auto-Off-Schaltern. Das heißt, dass sie sich von selbst abschalten, wenn sie eine gewisse Zeit im Stand-By-Modus waren.
Neben der Stand-By-Funktion oder Bereitschaftshaltung ist auch das sogenannte Schein-Aus ein heimlicher Stromfresser. Das heißt, dass die Geräte immer noch Energie verbrauchen, obwohl sie scheinbar abgeschaltet sind. Bei zwischen 0,1 und zehn Watt können die Leerlaufverluste bei Fernsehern liegen. Weitere Geräte sind WLAN-Router, TV-Receiver und Streaming-Boxen, Spielkonsolen, schnurlose Telefone sowie Smart-Speaker. Wenn möglich, sollten auch diese Geräte an Steckerleisten angeschlossen werden.
Spartipps im Bereich Home-Office, PC und EDV
Wer sich einen neuen Laptop, ein neues Notebook oder einen PC zulegt, sollte schon beim Händler den Stromverbrauch erfragen. Über jede Art von Hardware liegen technische Datenblätter vor, die Aufschluss über den Stromverbrauch während des Betriebs und im Standby geben. Das früher verbreitete Energy-Star-Label spielt in der EU kaum noch eine Rolle. Orientierung bieten heute das EU-Energielabel für Monitore sowie Umweltzeichen wie der Blaue Engel für besonders sparsame Rechner.
Ähnlich wie bei der Unterhaltungselektronik sollten auch im heimischen Arbeitszimmer alle Geräte möglichst an Steckerleisten angeschlossen werden, um so den Stand-By-Betrieb zu reduzieren.
Eine Möglichkeit fürs Homeoffice sind sogenannte Master-Slave-Steckdosenleisten: Der Rechner kommt an die Master-Steckdose, Monitor, Lautsprecher oder Drucker an die Slave-Steckdosen. Schaltet der Rechner ab, trennt die Leiste die Peripheriegeräte automatisch; wenn Sie den PC länger nicht nutzen, ist eine komplett abschaltbare Steckdosenleiste noch konsequenter.

Drucker und Stand-By – nicht immer ein Nachteil
Vor allem ältere Drucker schlucken im Stand-By-Betrieb viel Strom. Steht ein solches Gerät täglich rund 20 Stunden in Bereitschaft, kommen leicht 100 Kilowattstunden und mehr zusammen. Das macht beim aktuellen Durchschnittsstrompreis von rund 37 Cent je Kilowattstunde etwa 40 Euro im Jahr aus. Einziger Haken: Bei vielen Tintenstrahldruckern kann komplettes Trennen vom Strom zusätzliche Reinigungsdurchgänge auslösen und Tinte verbrauchen. Bei Laserdruckern spielt dieser Tinten-Effekt nicht; hier überwiegt meist das Abschalten, wenn das Gerät selten gebraucht wird. Die Entscheidung liegt hier beim Verbraucher: Will er lieber Tinte sparen oder Strom?
Externer Bildschirm – Energiefresser
Viele Nutzer nutzen neben dem Bildschirm ihres Notebooks einen zweiten Bildschirm. Bildschirme benötigen je nach Größe unterschiedlich viel Energie. Der Energieverbrauch ist auch abhängig von der Helligkeit, die eingestellt wird.
Ein moderner 24-Zoll-Monitor benötigt je nach Modell und Helligkeit etwa 15 bis 40 Watt, größere oder ältere Modelle auch deutlich mehr. Läuft ein zweiter Monitor mit 30 Watt täglich 7 Stunden mit (typische Homeoffice-Zeit), summiert sich das auf gut 0,2 Kilowattstunden am Tag – über ein Arbeitsjahr rund 45 Kilowattstunden, die sich auf der Stromrechnung bemerkbar machen.
Der Energiespartipp lautet hier also: Wenn externer Monitor, dann ein kleineres Modell und dieses nicht mit voller Leuchtkraft einstellen. Hinzu kommt: Keinen Bildschirmschoner nutzen, sondern Monitor zwischendurch ausschalten!
Bei der Wahl eines effizienten Monitors kann das EU-Energielabel helfen, bei dem auf einen Blick der Energieverbrauch für 1000 h Betriebszeit erkennbar ist.
Energiesparfunktionen aktivieren: PC, Monitor und Router richtig einstellen
Viel Sparpotenzial steckt in Einstellungen, die nur einmal vorgenommen werden müssen: In den Energieoptionen von Windows und macOS lässt sich festlegen, dass Rechner und Monitor nach wenigen Minuten Inaktivität automatisch in den Ruhezustand wechseln – das spart ganz ohne Komfortverlust. Ein Bildschirmschoner spart dagegen nichts, er verbraucht weiter Strom. Auch viele WLAN-Router bieten in ihrem Menü eine Zeitschaltung, die das Funknetz nachts automatisch abschaltet. Wer solche Funktionen einmal einrichtet, spart dauerhaft – ohne täglich daran denken zu müssen.
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