Der Kühlschrank gehört zu den stromintensivsten Haushaltsgeräten. Sparsame aktuelle Geräte ohne Eisfach kommen mit rund 90 Kilowattstunden im Jahr oder weniger aus – die Verbraucherzentrale nennt diesen Wert als Obergrenze für einen effizienten 150-Liter-Kühlschrank. Ältere Geräte ohne aktuelles Energielabel liegen oft um ein Mehrfaches darüber und können die Stromkosten um 100 Euro und mehr pro Jahr erhöhen.
Egal ob neues oder altes Gerät – ein vereister Kühlschrank treibt die Kosten unnötig nach oben. Im Folgenden erklären wir Ihnen daher, wie Sie das Abtauen Ihres Kühlschranks am besten vornehmen können.
Das Wichtigste in Kürze
- Eis wirkt wie eine Dämmschicht: Schon ein Zentimeter erhöht den Stromverbrauch um 10 bis 15 Prozent.
- Zum Abtauen Stecker ziehen, Lebensmittel kühl zwischenlagern und das Eis nie mit Messer oder spitzen Gegenständen lösen.
- Geräte ohne No-Frost-Technik regelmäßig abtauen – spätestens bei sichtbarer Eisschicht, gut planbar vor dem Urlaub.
Ursachen für vereiste Wände an Kühl- und Gefrierschrank
Feuchtigkeit und Wärme sind die Hauptursachen für vereiste Wände an Kühl- und Gefrierschrank. Wenn die Kühlschranktür beim Einräumen oder auf der Suche nach dem gewünschten Lebensmittel mal etwas länger offensteht, dringt warme Luft ins Innere. Auch eine poröse Dichtung an alten Geräten lässt Luft ins Innere gelangen und sorgt für vereiste Wände und noch viel schlimmer: einen erhöhten Stromverbrauch.

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Kühlschrank richtig abtauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Vereiste Wände an Kühl- und Gefrierschrank wirken wie eine Dämmschicht und treiben deshalb den Stromverbrauch unnötig nach oben – schon eine ein Zentimeter dicke Eisschicht erhöht ihn laut Verbraucherzentrale um 10 bis 15 Prozent. Das Abtauen des Kühlschranks ist kein aufwendiges Unterfangen. Alles, was Sie benötigen ist ein wenig Zeit und die Möglichkeit, die Lebensmittel, die sich noch im Kühlschrank befinden und verderblich sind, an einem kühlen Ort unterzustellen.
Schritt 1: Legen Sie die nötigen Hilfsmittel bereit!
Um Ihren Kühlschrank abzutauen, benötigen Sie keinerlei Werkzeug, nur einige Putzutensilien, um das Eis zu sammeln und das Wasser, das beim Abtauen entsteht wegzuwischen. Um Ihren Kühlschrank von unnötigem Eis zu befreien und den Wärmetauscher zu säubern, sollten Sie Folgendes im Vorfeld bereitlegen:
- Handbesen
- Wischlappen
- Handtücher
Schritt 2: Ziehen Sie den Stecker aus der Steckdose!
Den Kühlschrank von der Stromversorgung zu kappen, hat gleich mehrere Gründe. Zum einen löst sich durch die erhöhten Temperaturen im Gerät das Eis, das sich angesammelt hat. Zum anderen sparen Sie Energie. Wenn Sie den Kühlschrank nämlich in Betrieb lassen und die Tür fürs Abtauen die ganze Zeit offensteht, arbeitet das Gerät weiter und verbraucht unnötig Energie, während die Tür offensteht. Und der wohl wichtigste Grund: Wenn Sie auch den Wärmetauscher an der Rückseite reinigen wollen, kann es im schlimmsten Fall zu einem Stromschlag kommen, da an der Rückseite Elektronik verbaut ist.
Schritt 3: Stellen Sie die Lebensmittel an einem kühlen Ort unter!
Wenn Sie sich vornehmen, Ihren Kühlschrank zu enteisen, bietet es sich an, im Vorfeld bereits einen Großteil der frischen Lebensmittel zu verbrauchen und dies nicht direkt nach dem großen Wocheneinkauf zu tun. Natürlich verbleiben immer ein paar Lebensmittel im Kühlschrank. Diese können Sie für die Zeit des Abtauens an einem kühlen Ort, wie auf dem Balkon oder der Terrasse, unterstellen. Allerdings sollten Sie offene Lebensmittel in einem Behältnis aufbewahren, damit sich keine Tiere daran zu schaffen machen können.
Wenn es zu warm draußen ist, eignet sich auch der Keller oder vielleicht finden Sie einen freundlichen Nachbarn, bei dem Sie die Lebensmittel während des Abtauens unterbringen können. Ansonsten können Sie bei hohen Temperaturen auch auf eine Kühlbox zurückgreifen oder Kühlakkus in das Behältnis, in denen Sie die Lebensmittel unterbringen, legen.

Schritt 4: Entfernen Sie das Eis!
Sobald der Strom abgestellt und der Kühlschrank leer ist, können Sie alle Zwischenböden und das Gemüsefach aus dem Kühlschrank entfernen. Das erleichtert das Abtauen und die Reinigung im Anschluss.
Wenn sich viel Eis in Ihrem Gefrierschrank angesammelt hat, können Sie eine Schüssel mit warmem Wasser im Inneren aufstellen, um die Schmelze voranzutreiben. Sobald sich das Eis lockert, können Sie es vorsichtig entfernen. Benutzen Sie allerdings keinesfalls ein Messer oder einen anderen scharfen Gegenstand, um das Eis zu lösen! Das kann zu Schäden an Kühl- und Gefrierschrank führen.
Mit dem Handfeger lässt sich am Boden angesammeltes Eis zusammenkehren und direkt in den Abfluss geben. Dann schmilzt es nicht und es führt nicht zu unnötig viel Wasserbildung. Handtücher vor dem Kühlschrank fangen das Wasser, das sich durch das Abtauen automatisch bildet, auf.
Diese Abtau-Fehler kosten Geld oder das Gerät
- Eis mit Messer oder spitzen Gegenständen abkratzenbeschädigt schlimmstenfalls die Kühlwände und damit das Gerät.Besser: Schüssel mit warmem Wasser hineinstellen und das Eis von selbst schmelzen lassen.
- Gerät beim Abtauen am Strom lassenverschwendet Energie und birgt beim Reinigen der Rückseite Stromschlag-Gefahr.Besser: Vorher immer den Stecker ziehen.
- Feuchte Flächen sofort wieder befüllenführt direkt zur nächsten Eisschicht an den Innenwänden.Besser: Alle Flächen trockenwischen, erst dann einräumen und einschalten.

Schritt 5: Reinigen Sie Kühlschrank und Gitter!
Beim Abtauen bietet es sich natürlich an, den Kühlschrank gleich einmal von Essensresten, die sich über die Wochen angesammelt haben, zu befreien. Warmes Wasser mit etwas Spülmittel entfernt Schmutz und viele Oberflächenkeime; Essigwasser kann gegen Gerüche helfen, gehört aber nicht an Gummidichtungen. Wenn Sie gleich noch etwas für die Funktionalität Ihres Kühlschranks tun wollen, dann rücken Sie ihn nach vorn und reinigen Sie das Gitter an der Rückseite mit einem Handbesen! Grober Schmutz lässt sich auch mit einem Staubsauger entfernen.
Weitere Faktoren, die den Stromverbrauch des Kühlschranks nach oben treiben
Neben vereisten Kühlschrankwänden gibt es weitere Faktoren, die Einfluss auf den Verbrauch Ihres Kühlschranks haben.
- Alter
- Betriebstemperatur
- Nutzungsverhalten
- Größe
- Bauart
Je neuer ein Gerät ist, desto energieeffizienter arbeitet es im Normalfall. Herstellerangaben geben meist den Idealverbrauch, nicht aber den tatsächlichen Strombedarf an, der nötig ist, um Ihre Lebensmittel herunterzukühlen. Grundsätzlich gilt jedoch, je besser die Energieeffizienzklasse, desto weniger verbraucht ein Gerät an Strom. Durch ein Strommessgerät zwischen Steckdose und Gerät können Sie den tatsächlichen Verbrauch bestimmen. Als Orientierung des Umweltbundesamts gilt: Aus Klimasicht lohnt der Austausch eines funktionierenden Kühlschranks ohne Gefrierfach ab rund 240 kWh Jahresverbrauch, bei Kühl-Gefrier-Kombinationen ab rund 340 kWh – rein finanziell erst bei deutlich höheren Werten.

Bei der Betriebstemperatur gilt: 7 °C sind ideal. Je kälter Sie das Gerät einstellen, desto mehr Strom ist nötig, um die unnötig tiefen Temperaturen im Inneren zu gewährleisten. Pro Grad kälter sind es laut Verbraucherzentrale etwa sechs Prozent mehr Energie, die fürs Kühlen notwendig sind. Im Gefrierschrank sind übrigens -18 °C die ideale Wahl.

Ein aufgeräumter Kühlschrank ist ein weiterer Faktor, der über den Verbrauch bestimmt. Wenn Sie genau wissen, wo die Lebensmittel stehen, die Sie benötigen und Sie nicht unnötig nach Käse, Butter und Co suchen müssen, bleibt die Kühlschranktür nicht zu lange auf und weniger Wärme dringt in die Innenräume.

Nicht zuletzt sind auch Größe und Bauart Ihres Kühlschranks entscheidend. Größe und ein zusätzlicher Gefrierbereich können den Verbrauch erhöhen; bei aktuellen Geräten ist aber der Jahresverbrauch in Kilowattstunden auf dem EU-Energielabel der belastbare Vergleichswert. Ein größeres effizientes Gerät kann ähnlich viel oder sogar weniger verbrauchen als ein kleineres ineffizientes Modell.

Nie wieder abtauen? Was No-Frost-Geräte leisten
Viele neuere Kühl-Gefrier-Kombinationen werden mit No-Frost-Technik angeboten. Dabei wird die Luft im Gerät umgewälzt und entfeuchtet, sodass sich an den Innenwänden gar kein Eis mehr bildet – das manuelle Abtauen entfällt komplett. Diesen Komfort bezahlt man allerdings mit höheren Anschaffungskosten und einem etwas höheren Stromverbrauch als bei vergleichbaren Geräten ohne diese Funktion. Eine Zwischenlösung sind sogenannte Low-Frost-Geräte, die deutlich langsamer vereisen und seltener abgetaut werden müssen. Wer ein Gerät ohne diese Technik besitzt, fährt mit regelmäßigem Abtauen weiterhin am günstigsten.
Wie oft abtauen? Das hängt von Ihrem Gerät ab
Vier typische Situationen – und was jeweils zu tun ist.
WennIhr Gerät hat No-Frost-Technik
Dann Gar nicht manuell abtauen
Die Umluft-Entfeuchtung verhindert Eisbildung von selbst. Dafür sind Anschaffung und Stromverbrauch etwas höher.
WennSichtbare Eisschicht an den Innenwänden
Dann Zeitnah abtauen
Ab etwa einem Zentimeter Eis steigt der Stromverbrauch laut Verbraucherzentrale um 10 bis 15 Prozent.
WennKein sichtbares Eis, Gerät ohne No-Frost
Dann Routine reicht
Regelmäßig prüfen und spätestens vor dem Urlaub abtauen, wenn das Gerät ohnehin leer ist.
WennHoher Verbrauch trotz Abtauens
Dann Austausch prüfen
Verbrauch mit Strommessgerät messen. UBA-Faustwerte: Austausch lohnt aus Klimasicht ab rund 240 kWh (Kühlschrank) bzw. 340 kWh (Kühl-Gefrier-Kombination) im Jahr.

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