Mehr Klarheit für Verbraucher durch EU-Label
Nahezu jedes Haushaltsgerät verbraucht Strom. Die Wahl des sparsamsten Gerätes war früher oft schwierig. Die EU-Energiekennzeichnung wurde in den 1990er-Jahren schrittweise eingeführt; heute müssen viele betroffene Gerätegruppen das EU-Label tragen – vom Kühlschrank über die Waschmaschine bis hin zum Trockner. Das Label zeigt auf einen Blick, wie energieeffizient das Gerät im Vergleich zu Modellen derselben Produktgruppe arbeitet. Das EU-Label gibt es in allen Mitgliedsstaaten, wodurch die Orientierung für Verbraucher europaweit einfacher wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Das EU-Energielabel ordnet Geräte seit 2021 wieder in die Klassen A bis G ein – die alten Plus-Klassen laufen schrittweise aus.
- Die Klasse allein verrät den Verbrauch nicht: Entscheidend ist die kWh-Angabe auf dem Label, bezogen auf Gerätegröße und Nutzung.
- Der QR-Code führt zur EU-Datenbank EPREL; seit Juni 2025 tragen auch Smartphones und Tablets ein Label samt Reparierbarkeitsindex.

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Das Energielabel muss im Handel gut sichtbar dem jeweiligen Produkt zugeordnet sein – im Geschäft am Gerät oder in unmittelbarer Nähe, online in der Nähe des Angebots. Die wichtigsten Verbrauchs- und Vergleichsdaten stehen direkt auf dem Label; weitere Detailangaben liefert das Produktdatenblatt beziehungsweise die EU-Datenbank EPREL. Das erleichtert den direkten Vergleich mit anderen Geräten derselben Produktgruppe.
Das EU-Label hat seit 2021 ein neues Design. Dieses wird nach und nach für alle Geräte gelten. Mehr dazu weiter unten.

Warum wurde das EU-Label entwickelt?
Mit dem EU-Label soll ein Anreiz geschaffen werden, besonders energieeffiziente Geräte anzuschaffen. Grundlage ist heute die unmittelbar geltende EU-Verordnung 2017/1369; in Deutschland regeln EnVKG und EnVKV vor allem Durchführung, Marktüberwachung und nationale Details.
Diese Geräte müssen gekennzeichnet werden
Laut EU-Bestimmungen besteht Kennzeichnungspflicht für eine Reihe von Elektrogeräten. Dazu gehören quasi alle Elektrogroßgeräte, aber auch Leuchtmittel, Klimageräte und Fernseher, Monitore und Heizungen. Eine Ausnahme sind Staubsauger: Ein EU-Gericht hat die frühere Kennzeichnung für nichtig erklärt, seit 2019 tragen neue Geräte deshalb kein Energielabel mehr; eine Neuauflage mit der Skala A bis G ist in Vorbereitung.

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Neues Label, neue Energieeffizienzklassen von A bis G
Mit den neuen EU-Labeln wurden die Energieeffizienzklassen geändert. Waren sie vorher in die Kategorien A+++ bis D aufgeteilt, sind sie nun in sieben Abstufungen eingeteilt. A kennzeichnet innerhalb der jeweiligen Produktgruppe die höchste Energieeffizienz, G die niedrigste; Zusatzwerte wie Wasserverbrauch werden nur bei passenden Gerätetypen ausgewiesen. Vor allem Geräte der Klasse G gelten als Stromfresser und sind für enorme Energiekosten verantwortlich. Inzwischen sind solche Geräte aber eher die Ausnahme.
Als Erleichterung sind die Kategorien in unterschiedlichen Farben gehalten und dadurch einfacher auseinander zu halten. Die Kategorie A hat als energieeffizienteste Gruppe die Farbe Grün. Die Geräte dieser Kategorie sind innerhalb der jeweiligen Produktgruppe am energieeffizientesten eingestuft. Die Energieeffizienzklasse G, also die der Stromfresser, ist dagegen mit Rot gekennzeichnet und sticht dadurch besonders hervor.
Energieeffizienzklassen geben Aufschluss darüber, wie sparsam ein Haushaltsgerät ist. Wie hoch der Stromverbrauch aber tatsächlich ist, verrät die Energieeffizienzklasse hingegen nicht. Die neue Einteilung soll einen Vergleich der Energieeffizienz der Geräte erleichtern. In der alten Einteilung waren die meisten Geräte in den Klassen A+++ und A++ zu finden, trotz der enormen Verbrauchsunterschiede. Deshalb wurden auch ganz neue Berechnungsmethoden entwickelt, nach denen Geräte den neuen Effizienzklassen zugeordnet werden. Diese neuen Algorithmen sollen den tatsächlichen Verbrauch realistischer abbilden.
Seit März 2021 wird das neue EU-Effizienzlabel nach und nach auf die verschiedenen Produktgruppen ausgerollt.
Label-Umstellung auf A bis G: der Zeitplan
- März 2021Neues Label für Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Waschtrockner sowie Fernseher und Monitore.
- September 2021Neues Label für Leuchtmittel.
- 20. Juni 2025Smartphones und Tablets erhalten erstmals ein Energielabel – inklusive Reparierbarkeitsindex.
- 1. Juli 2025Neues Label für Wäschetrockner (Skala A–G, Verbrauch je 100 Zyklen).
- Frühestens 2026Weitere Produktgruppen folgen, darunter Staubsauger, Dunstabzugshauben und Backöfen.
- Noch offenHeizungen und Warmwasserbereiter: Die Umstellung ist vorgesehen, der Zeitplan hängt von einer Überprüfung auf EU-Ebene ab.
Die neuen EU-Label enthalten mehr Informationen als die alten und sind angepasst an jede Geräte-Kategorie. Es finden sich zum Beispiel zusätzlich Informationen zu Geräuschemissionen, zum Wasserverbrauch oder zum Stromverbrauch je 1.000 Betriebsstunden.
Allen Labels gemeinsam ist, dass sie einen QR-Code enthalten. Dieser Code führt zu einer EU-Datenbank, die einen noch besseren Vergleich der Modelle ermöglicht.
Alle gelabelten Geräte sind in der offiziellen EU-Produktdatenbank EPREL registriert. Dort lassen sich Modelle direkt vergleichen, und es finden sich weitere Informationen zum EU-Label.
Label beim Gerätekauf richtig nutzen

Seit Juni 2025: Energielabel für Smartphones und Tablets
Seit dem 20. Juni 2025 tragen auch neue Smartphones und Tablets ein EU-Energielabel. Neben der Energieeffizienzklasse zeigt es erstmals einen Reparierbarkeitsindex sowie Angaben zur Haltbarkeit, etwa zur Lebensdauer des Akkus und zur Widerstandsfähigkeit gegen Stürze. So lassen sich langlebige, reparaturfreundliche Geräte schon beim Kauf erkennen – weitere Produktgruppen sollen folgen. Ob sich der Austausch eines noch funktionierenden Altgeräts überhaupt rechnet, zeigt für Haushaltsgeräte unser Rechner zum Vergleich von Alt- und Neugerät.
Weitere Ökolabels
Das EU-Label ist nicht die einzige Kennzeichnung, jedoch die einzig bindende. Darüber hinaus gibt es noch weitere, jedoch freiwillige Labels. Der Blaue Engel kennzeichnet besonders umweltschonende Produkte, darunter auch viele Elektrogeräte. Im Bereich Büro und Computer findet man das „TCO Certified“-Label. Es markiert Geräte, die nicht nur wenig Strom verbrauchen, sondern auch langlebig und wiederverwertbar sind. Die Ecoblume, auch „EU-Blume“ genannt, kennzeichnet Produkte aus festgelegten EU-Ecolabel-Produktgruppen, etwa elektronische Geräte oder Reinigungsprodukte, als besonders umweltschonend. Der amerikanische „EnergyStar“ spielte früher auch in Europa eine Rolle – das zugrunde liegende Abkommen zwischen EU und USA ist jedoch 2018 ausgelaufen.
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