Mit Sonnenenergie Strom sparen
Raumwärme und Warmwasser stehen zusammen für gut 80 Prozent der Endenergie, die private Haushalte pro Jahr verbrauchen – gemeint ist die gesamte Endenergie, also Wärme und Strom zusammen. Verbraucher versuchen daher zunehmend, Kosten zu sparen, indem sie auf alternative Energiequellen zurückgreifen. Als besonders effektiv hat sich die Solarenergie erwiesen. Daher nutzen immer mehr Verbraucher die Kraft der Sonnenstrahlen, und immer mehr Eigentümer überlegen, sich eine Solaranlage anzuschaffen.
Das Wichtigste in Kürze
- Photovoltaik senkt die Stromkosten vor allem über den Eigenverbrauch; eingespeister Strom bringt zusätzlich eine feste EEG-Vergütung.
- Solarthermie erzeugt keinen Strom, deckt aber übers Jahr rund 60 Prozent des Energiebedarfs für Warmwasser.
- Für Einsteiger ohne eigenes Dach sind Balkonkraftwerke mit bis zu 800 Voltampere eine unkomplizierte Option.

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Photovoltaik „fängt“ Sonnenenergie ein

Sonne sorgt das ganze Jahr über für Energie, man muss sie nur richtig nutzen. Und das geht hervorragend mit Photovoltaik. Das Prinzip der Photovoltaik funktioniert so, dass Sonnenstrahlen über Solarzellen „aufgenommen“ und dann in Strom umgewandelt werden. Auch die Anbringung der Solaranlage auf dem Dach ist einfacher als viele denken.
Moderne Solarmodule sind auf eine Nutzungsdauer von 25 bis 30 Jahren und mehr ausgelegt. Über diese Zeit lohnen sich Anschaffung und Aufwand in den meisten Fällen – vor allem durch den selbst verbrauchten Strom; überschüssiger Strom wird gegen eine Vergütung ins Netz eingespeist.
Photovoltaik oder Solarthermie: Was passt wann?
| Photovoltaik | Solarthermie | |
|---|---|---|
| Erzeugt | Strom für Haushalt und Einspeisung | Wärme für Warmwasser, optional Heizungsunterstützung |
| Senkt Stromkosten | direkt über Eigenverbrauch | nur, wenn Warmwasser bisher elektrisch erzeugt wird |
| Typischer Effekt | ersetzt teuren Netzstrom, Überschuss wird vergütet | deckt übers Jahr rund 60 % des Warmwasser-Energiebedarfs |
| Besonders sinnvoll | bei Stromverbrauch tagsüber, E-Auto oder Wärmepumpe | bei hohem Warmwasserbedarf und fossiler Heizung |

Staatliche Förderungen schaffen Anreize
Photovoltaik-Anlagen sind ein zentraler Baustein, um unabhängiger von fossilen Energien zu werden. Deshalb gibt es auch Förderungen und steuerliche Erleichterungen, die die Investition in eine Photovoltaik-Anlage attraktiver machen.
So erhalten Eigentümer nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) grundsätzlich eine feste Einspeisevergütung für eingespeisten Strom; der Förderzeitraum beträgt in der Regel 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr. Bei negativen Börsenstrompreisen kann die Vergütung für neue Anlagen zeitweise entfallen; der Förderzeitraum verlängert sich nach den EEG-Regeln, bei Solaranlagen anteilig als gesetzliches Zeitkontingent. Finanziell am attraktivsten ist meist ein hoher Eigenverbrauch, denn jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt teureren Netzstrom. Hinzu kommen steuerliche Erleichterungen: Für begünstigte Anlagen auf oder nahe Wohngebäuden gilt seit 2023 der Nullsteuersatz, und Einnahmen vieler kleiner Anlagen sind nach § 3 Nr. 72 EStG von der Einkommensteuer befreit.
Darüber hinaus bieten Bundesländer und Kommunen die ein oder andere Förderung, wobei vor allem Anlagen mit Speicher von den Mitteln profitieren.
Einige Energieversorgungsunternehmen bieten zudem attraktive Konditionen und fördern die Errichtung von Photovoltaikanlagen.
Balkonkraftwerk: der einfache Einstieg in den Solarstrom
Wer kein eigenes Dach zur Verfügung hat oder klein anfangen möchte, kann mit einem Steckersolargerät – besser bekannt als Balkonkraftwerk – eigenen Strom erzeugen. Die EEG-Sonderregeln gelten für Geräte mit bis zu 800 Voltampere Wechselrichterleistung und bis zu 2.000 Watt Modulleistung. Im Regelfall ohne Einspeisevergütung genügt für die netzbezogene Registrierung der Eintrag im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur; die frühere zusätzliche Anmeldung beim Netzbetreiber ist dann entfallen. Mieter und Wohnungseigentümer klären die Montage an Balkon oder Fassade zusätzlich mit Vermieter beziehungsweise Eigentümergemeinschaft – Steckersolargeräte sind inzwischen rechtlich privilegiert, die Zustimmung darf nur aus triftigen Gründen verweigert werden. Je nach Ausrichtung und Eigenverbrauch lassen sich nach Angaben des ADAC 10 bis 20 Prozent der jährlichen Stromkosten beziehungsweise theoretisch bis zu 300 Euro im Jahr sparen.
Schnell-Check: Welche Solar-Lösung passt zu Ihnen?
1. Haben Sie ein eigenes, geeignetes Dach (Eigentum, wenig Verschattung)?
Nein
Balkonkraftwerk als Einstieg
Bis 800 Voltampere Wechselrichterleistung – auch für Mieter geeignet. Zustimmung für Balkon/Fassade klären, Registrierung im Marktstammdatenregister.
Ergebnis
Ja
Gute Ausgangslage
Dann entscheidet Ihr Verbrauchsschwerpunkt.
→ Frage 2
2. Wo liegt Ihr größerer Kostenblock?
Stromkosten
Photovoltaik prüfen
PV senkt die Stromrechnung direkt über den Eigenverbrauch – besonders mit Verbrauch tagsüber, E-Auto oder Wärmepumpe. Den Ertrag fürs eigene Dach zeigt der Solarrechner.
Ergebnis
Warmwasser/Heizung
Solarthermie prüfen
Solarthermie deckt übers Jahr rund 60 % des Energiebedarfs fürs Warmwasser und kann die Heizung unterstützen. Alternativ: PV kombiniert mit Brauchwasser-Wärmepumpe.
Ergebnis
Einen guten Überblick und erste Informationen bietet die vom Bundeswirtschaftsministerium angebotene Förderdatenbank.

Warmes Wasser erzeugen mit der eigenen Solarthermieanlage

Wird Warmwasser elektrisch oder mit fossiler Heizung bereitet, kostet das laufend Energie. Hier bieten sich Solarthermie-Anlagen an: Sie können übers Jahr rund 60 Prozent des Energiebedarfs für die Warmwasserbereitung decken. Dies bedeutet eine große Entlastung des Geldbeutels. Auch bei bewölktem Himmel liefern die Kollektoren Wärme – übers Jahr gerechnet reicht das für diese Ersparnis aus.
Solaranlagen zur Warmwassergewinnung lassen sich sehr gut in bestehende Heizkreisläufe einbeziehen und sind eine gute Alternative zur Warmwasserbereitstellung. Darüber hinaus können größere Anlagen ihre Wärme auch als Heizungsunterstützung in den Heizkreislauf einspeisen.

Auch Ladegeräte mögen Sonne
Sonnenstrahlen können darüber hinaus noch viel mehr als nur für Heizkraft und warmes Wasser zu sorgen. Sie können auch hervorragend bei Ladegeräten zum Einsatz kommen. Vor allem für Verbraucher, die viele Batterien benötigen, kann ein Ladegerät, das über Solarenergie läuft, eine gute Alternative darstellen. Um Akkus aufzuladen, muss man das Gerät nicht in der Steckdose stecken. Man legt es stattdessen schlichtweg in die Sonne bzw. ans Fenster ins Licht. Auf diese Weise „tankt“ das Gerät genug Energie, um die eingelegten Akkus damit aufzuladen.
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