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Kostenfaktor Kühlschrank: So sparen Sie Strom

Stromsparen bei der Nutzung des Kühlschranks

Gemüse, Wurst, Käse, Fleisch, Reste des gekochten Essens – ohne den Kühlschrank in unserer Küche würden unsere Lebensmittel vor allem im Sommer schnell verderben. Daher gehört das Gerät zu den unverzichtbaren Haushaltsgeräten. In Deutschland verfügen 99,9 Prozent der Haushalte über einen Kühlschrank bzw. eine Kühl-Gefrier-Kombi.

Doch obwohl wir dank des Kühlschranks weniger Lebensmittel entsorgen müssen und wir damit Geld einsparen, ist der Betrieb des praktischen Haushaltshelfers auch mit Kosten verbunden. Wir wollen Ihnen mit den folgenden Tipps zeigen, wie Sie die Stromkosten für Ihr kühlendes Hilfsmittel herunterschrauben können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kühl- und Gefriergeräte verursachen rund 11 Prozent des Stromverbrauchs im Haushalt – Sparmaßnahmen lohnen sich hier besonders.
  • 7 Grad Celsius reichen im Kühlschrank aus; jedes Grad kälter kostet rund 6 Prozent mehr Strom.
  • Abtauen, freie Lüftungsgitter und intakte Dichtungen senken den Verbrauch spürbar – ganz ohne Neukauf.
Moderne Haushaltsgeräte © Destina
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Wieso sind die Stromkosten für den Kühlschrank so hoch?

Doch bevor wir mit den Spartipps beginnen, wollen wir Ihnen zunächst erklären, warum Stromspar-Maßnahmen gerade beim Kühlschrank sinnvoll sind. Das Gerät gehört nämlich zu den kostenintensivsten Haushaltsgeräten überhaupt. Auf Kühl- und Gefriergeräte zusammen entfallen laut BDEW etwa 11 Prozent des Stromverbrauchs im Haushalt. Zum Vergleich:

Haushaltsgerätbeispielhafter Jahresverbrauch in kWhjährliche Kosten in Euro beim durchschnittlichen Strompreis von 37 Cent/kWh (BDEW, Frühjahr 2026)
Elektroherd445165
Kühlschrank330122
Waschmaschine20074
TV19070
Wlan-Router13550
Tablet und Smartphone104

Wenn Ihr Kühlschrank älter ist, fallen die Kosten noch höher aus. Das liegt zum einen an der geringen Effizienz, zum anderen am Verschleiß, die das Kühlen noch energieintensiver machen.

Verantwortlich für den Betrieb und damit die Stromkosten ist der im Kühlschrank eingebaute Kompressor. Dieser verdichtet das im Kühlschrank enthaltene Kältemittel. Während bei den ersten Kühlschränken giftige Stoffe wie Methylchlorid, Ammoniak oder Schwefeldioxid eingesetzt wurden und später das ozonschädliche FCKW (in Deutschland seit 1995 verboten), kommt heute in Haushaltsgeräten fast immer das halogenfreie Isobutan (R600a) zum Einsatz – ein Kohlenwasserstoff ohne Ozonabbaupotenzial und mit sehr geringem Treibhauspotenzial. Bekannt wurde diese Technik in den 1990er-Jahren unter anderem als „Dortmunder Mischung“ aus Propan und Butan.

Doch egal, welches Kältemittel genutzt wird – die Wirkweise ist stets dieselbe. Durch die Verdampfung des Kältemittels wird dem Inneren Ihres Kühlschranks die Wärme entzogen und nach außen abgegeben. Im Prinzip funktioniert ein Kühlschrank wie eine Klimaanlage.

Tipps zur Reduzierung der Stromkosten

Kommen wir nun zu den Tipps, die Ihnen dabei helfen, die Kosten für den Betrieb Ihres Kühlschranks zu drosseln.

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Tipp 1: Die passende Temperatur wählen

Je mehr der Kompressor das Innere des Kühlschranks herunterkühlen muss, desto mehr Strom verbraucht er zwangsläufig. Die ideale Temperatur liegt bei 7 Grad Celsius – jedes Grad kälter erhöht den Stromverbrauch laut Verbraucherzentrale um rund 6 Prozent. Verfügt Ihr Kühlschrank nicht über ein eingebautes Thermometer, können Sie einfach eines in den Kühlschrank legen und messen, ob die passende Temperatur erreicht ist oder Sie die Kühlungsstufe noch ein wenig anpassen müssen. Die optimale Temperatur für den Gefrierschrank beträgt übrigens -18 Grad.

Beispielrechnung: Was kostet zu kaltes Kühlen?

Kühl-Gefrier-Kombination, normal eingestellt (7 °C)330 kWh → 122 €/Jahr
Dasselbe Gerät, 2 Grad kälter eingestellt (5 °C)≈ 370 kWh → 137 €/Jahr
Mehrkosten durch zu kaltes Kühlenrund 15 € pro Jahrvermeidbar
Eigenes Rechenbeispiel heizsparer.de – Annahmen: 330 kWh Jahresverbrauch, Strompreis 0,37 €/kWh (BDEW, Frühjahr 2026), rund 6 % Mehrverbrauch je Grad laut Verbraucherzentrale
kühlschrank richtig einstellen © auremar
Kühlschrank richtig einstellen © auremar

Tipp 2: Den passenden Standort wählen

Da der Kühlschrank rund um die Uhr damit beschäftigt ist, Ihre Lebensmittel zu kühlen, können Sie dem Kompressor ein wenig Arbeit abnehmen, indem Sie den passenden Standort wählen. Wenn Ihr Kühlschrank unnötiger Hitze ausgesetzt ist, braucht das Gerät sehr viel mehr Energie, um die ideale Temperatur von 7 Grad Celsius im Innenraum zu erreichen. Setzen Sie Ihren Kühlschrank daher nicht der direkten Sonneneinstrahlung aus! Auch ein Standort direkt neben dem Herd ist ungünstig. Dieser gibt nämlich automatisch Wärme an den Kühlschrank ab und sorgt für einen kostenintensiven Betrieb des Kühlschranks.

Kühlschrank nicht der Sonne und der Herdhitze aussetzen © Vadim Andrushchenko
Kühlschrank nicht der Sonne und der Herdhitze aussetzen © Vadim Andrushchenko

Tipp 3: Genug Platz zur Wand

Beim Betrieb des Kühlschranks wird, wie bereits erwähnt, die warme Luft aus dem Inneren nach außen abgeleitet. Diese entweicht durch das Kühlungsgitter an der Rückseite. Damit die Luft ungehindert nach draußen gelangt, sollten Sie darauf achten, den Kühlschrank nicht zu nah an der Wand aufzustellen. Außerdem lohnt es sich das Kühlungsgitter von Zeit zu Zeit vom Staub zu befreien, um dem Gerät das Kühlen zu erleichtern und damit die Stromkosten nach unten zu regulieren.

Tipp 4: Kühlschrank regelmäßig abtauen

Nach und nach vereisen die Innenseiten eines Kühl- und Gefrierschranks. Das erhöht die Stromkosten deutlich: Schon eine ein Zentimeter dicke Eisschicht steigert den Stromverbrauch laut Verbraucherzentrale um 10 bis 15 Prozent. Daher bietet es sich an, das Gerät regelmäßig abzutauen – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Abtauen finden Sie in unserem Ratgeber. Für dieses Vorhaben eignet sich vor allem der Urlaub. Bevor Sie in die wohlverdienten Ferien fahren, brauchen Sie vermutlich eh alle Lebensmittel auf und können damit das Gerät abschalten und so das in den Monaten zuvor gebildete Eis entfernen.

verevereister kühlschrank © anjajuli
vereister kühlschrank © anjajuli

Tipp 5: Kühlschrank gut sortieren

Sie sollten einen Überblick darüber haben, was sich an welcher Stelle in Ihrem Kühlschrank befindet. Je länger Sie nämlich die Kühlschranktür offenstehen und damit warme Luft einströmen lassen, desto mehr Energie braucht das Gerät, um das Innere wieder herunterzukühlen.

Kühlschrank © Africa Studio, stock.adobe.com
Kühlschrank © Africa Studio, stock.adobe.com
Strom sparen mit Kühl- und Gefrierschränke
Strom sparen mit Kühl- und Gefrierschränke

Tipp 6: Die richtige Kühlschrankgröße wählen

Ein großer Kühlschrank ist nicht immer von Vorteil. Wenn in Ihrem Haushalt nicht so viele Menschen leben, brauchen Sie kein überdimensioniertes Gerät. Fächer, die im Kühlschrank leer bleiben, füllen sich beim Öffnen mit sehr viel warmer Luft. Das Gerät braucht dann wieder viel Energie, um im Inneren wieder auf 7 Grad Celsius zu gelangen. Wenn Sie nur hin und wieder viel Platz im Kühlschrank benötigen und damit dennoch über ein großes Gerät verfügen, bietet es sich an, die leeren Fächer mit Wasserflaschen zu füllen. Wasser speichert die Kälte nämlich deutlich besser als Luft und beim Öffnen entweicht so weniger Kälte.

Der Kühlschrank ist zu groß?
Der Kühlschrank ist zu groß?

Tipp 7: Keine heißen Speisen in den Kühlschrank stellen

Wenn Sie Reste Ihres gekochten Essens im Kühlschrank verstauen wollen, sollten Sie die zubereiteten Lebensmittel zunächst abkühlen lassen. Wenn Sie warme Speisen in den Kühlschrank stellen, erhitzt sich natürlich auch das Innere des Geräts und der Kompressor hat eine Menge zu tun, um die eingestellten 7 Grad Celsius wieder zu erreichen.

Ein Kühlschranktablett für kürzere Öffnungszeiten
Ein Kühlschranktablett für kürzere Öffnungszeiten

Tipp 8: Dichtungen überprüfen

Der Kühlschrank läuft dauerhaft. Sieben Tage die Woche 24 Stunden am Tag müssen Ihre Lebensmittel gekühlt werden. Das ist auch der Grund für den hohen Energieverbrauch des Geräts. Wenn nun der Kühlschrank nicht 100-prozentig dicht ist, entweicht die vom Gerät stromintensiv gekühlte Innenluft nach außen und der Kompressor springt erneut an. Daher ist es wichtig für intakte Dichtungen zu sorgen. Prüfen Sie daher von Zeit zu Zeit die Dichtungen am Gerät. Vor allem, wenn der Kühlschrank älter ist. Ein einfacher Test der Verbraucherzentrale: Klemmen Sie einen Papierstreifen in die geschlossene Tür – lässt er sich ohne Widerstand herausziehen, schließt die Dichtung nicht mehr richtig. Defekte Dichtungen lassen sich übrigens problemlos austauschen.

Kühlschrank-Spar-Check für zwischendurch

Temperatur nachmessen: 7 °C im Kühlschrank, −18 °C im Gefrierfach.
Standort prüfen: nicht neben Herd oder Heizung, nicht in der Sonne.
Lüftungsgitter an der Rückseite entstauben und Abstand zur Wand lassen.
Türdichtung mit dem Papierstreifen-Test kontrollieren.
Spätestens ab einem Zentimeter Eisschicht abtauen.
Speisen erst abkühlen lassen, Tür nur kurz öffnen.
Quelle: Verbraucherzentrale, Umweltbundesamt

Wann lohnt der Austausch statt weiterer Sparmaßnahmen?

Irgendwann stoßen auch die besten Spartipps an ihre Grenze – nämlich dann, wenn das Gerät selbst zu viel verbraucht. Messen Sie dazu den tatsächlichen Verbrauch mit einem Strommessgerät zwischen Steckdose und Kühlschrank; viele Verbraucherzentralen und Stadtwerke verleihen solche Geräte kostenlos. Als Orientierung des Umweltbundesamts gilt: Aus Klimasicht lohnt der Austausch eines funktionierenden Kühlschranks ohne Gefrierfach erst ab einem Jahresverbrauch von rund 240 Kilowattstunden, bei einer Kühl-Gefrier-Kombination ab rund 340 Kilowattstunden. Rein finanziell rechnet sich ein Neukauf sogar erst bei deutlich höheren Verbräuchen – solange lohnt es sich, das vorhandene Gerät weiterzunutzen und bei einem Defekt zunächst eine Reparatur zu prüfen.

Steht der Neukauf tatsächlich an, zählen vor allem die passende Größe und ein niedriger Verbrauchswert auf dem EU-Energielabel. Worauf Sie dabei achten sollten und wie Sie Ihren eigenen Verbrauch einordnen, lesen Sie im Ratgeber Kühlschrank und Stromverbrauch.

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