Geht hier noch was? – Strom sparen beim Waschen
Wir haben alle so unsere Gewohnheiten. Das trifft insbesondere beim Haushalt zu. Denn um die eher wenig beliebten Arbeiten schnell und effektiv zu erledigen, greifen wir tagtäglich auf feste Arbeitsabläufe zurück. Auch beim Waschen. Die Frage lautet nun: Übersehen wir vielleicht, eben wegen der eingeschliffenen Arbeitsweise, wo noch Energie eingespart werden kann?
Die Waschmaschine, sagt die Statistik, verbraucht durchschnittlich 5 Prozent des gesamten Stroms im Haushalt. Hierbei gehen die Berechnungen von vier Waschgängen pro Woche aus. Ältere Vergleichsrechnungen nutzten häufig 220 Waschgänge im Jahr; das aktuelle EU-Energielabel nennt den Energieverbrauch dagegen pro 100 Waschzyklen im Programm „eco 40–60“. Doch wie oft wir die Maschine benutzen, hängt zum einen von der Größe der Familie ab: In einem Vier-Personen-Haushalt wird die Trommel wohl fast jeden Tag gefüllt, insbesondere wenn die Kinder bereits in jugendlichem Alter sind und viel Sport treiben. Ein Single-Haushalt kommt demgegenüber in der Regel mit zwei Durchläufen pro Woche aus. Auf der anderen Seite ist nicht nur die Größe des Haushalts maßgeblich, es spielen auch individuelle Kriterien eine große Rolle dabei: wie häufig wir etwa Hemd, Hose und Co. waschen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine volle Trommel wäscht mit fast derselben Strommenge deutlich mehr Wäsche – halb leere Maschinen verbrauchen pro Kilogramm am meisten.
- Leicht verschmutzte Wäsche bei 30 bis 40 statt 60 Grad waschen spart rund ein Drittel bis die Hälfte des Stroms.
- Das eco-Programm braucht trotz längerer Laufzeit weniger Strom; 60 Grad nur bei Hygienebedarf mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel.
- Beim Neukauf zählen die Energieeffizienzklasse (Skala A–G) und eine zur Haushaltsgröße passende Trommelgröße.
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Wie oft und wie gut fülle ich die Waschmaschine?
Bei der Häufigkeit des Waschens müsste in erster Linie der Verschmutzungsgrad der Kleidungsstücke entscheidend sein. Doch ist das wirklich so? Oder greifen viel mehr die anfänglich erwähnten Gewohnheiten. Gebe ich den Pullover, den ich nur einmal getragen habe, gleich wieder in den Korb für die Schmutzwäsche? Wie oft ziehe ich die Jeans an, bevor ich sie in die Trommel stecke, wie oft das Sweatshirt, das ich zu Hause zum Couching anziehe? Selbstverständlich kann das jeder so lösen, wie er es möchte. Doch vielleicht hat sich das Procedere so eingeschliffen, dass es durchaus infrage gestellt werden kann.
Ein weiterer Punkt ist das richtige Füllen der Trommel. Denn deren Kapazität sollte voll und ganz genutzt werden (Angaben zum Füllgewicht finden sich in der Bedienungsanleitung, die Kilogramm-Angaben beziehen sich übrigens auf die trockene Wäsche). Auch wenn die Maschine mit dem maximalen Gewicht beladen wird, schadet das weder dem Gerät noch wird die Wäsche weniger sauber. Allerdings ist das Einsparpotential erheblich. Teilbeladung macht den Verbrauch pro Kilogramm Wäsche ungünstig. Moderne Mengenautomatik senkt Strom und Wasser zwar etwas, gleicht eine halb leere Trommel aber – unabhängig von Temperatur oder Energieeffizienzklasse – nicht vollständig aus.

Wie geht eigentlich waschen?
Kaum jemand wird noch erlebt haben, wie früher – also vor Einsatz des Automaten – gewaschen wurde. Stark verschmutzte Wäsche wurde am Vorabend zum Waschtag eingeweicht. Kochwäsche, in der Regel aus Leinen und Baumwolle, erhitzte man auf dem Herd oder in einem großen Waschkessel über einem integrierten Ofen. Danach – nach händischem Bearbeiten und vielen Spülgängen – wurde die Wäsche zum Trocknen aufgehängt oder zum Bleichen auf die Wiese gelegt. Übrigens ein Prozess, der mindestens einen Tag in Anspruch nahm. Ein Grund dafür, dass die Wäsche nicht sehr häufig gewechselt wurde.

Das Prinzip Waschen
Geht man noch weiter zurück in die Vergangenheit, erscheinen Bilder von Frauen, die mit Waschbrettern am Fluss sitzen oder vor Bottichen stehen und die Wäsche reiben und schlagen, um die Schmutzpartikel zu entfernen. Als Reinigungsmittel haben sie Asche und später Soda verwendet. Das soll nicht auf die heutige Bequemlichkeit verweisen, doch interessant sind die verwendeten Mittel und Vorgehensweisen: Da ist zum einen der mechanische Teil, das Reiben und Schlagen, der chemische Teil, also das Waschmittel, weiterhin die Temperatur, etwa im Waschkessel. Nicht zuletzt spielt die investierte Zeit eine Rolle – beispielsweise beim Einweichen. Und das alles sind Größen, die einen Reinigungsprozess ausmachen – der so genannte Sinnersche Kreis bildet auch die Grundlage für die Konstruktion von Waschmaschinen.
- Zeit
- Mechanik
- Chemie
- Temperatur
Für ein gutes Ergebnis sollte die Summe aller 4 Faktoren gleichbleiben. Senkt man beispielsweise die Temperatur, so kann an der Zeitschraube oder an der Mechanik gedreht werden. Nimmt man ein stärkeres Waschmittel, kann Zeit eingespart oder Mechanik reduziert werden.
An den Einstell-„Schrauben“ drehen
Doch auch wir können die Faktoren beeinflussen, zum Beispiel die Temperatur. Wenn es sich um wenig verunreinigte Kleidung handelt, reichen meist schon 30 oder 40 Grad Celsius. Wer leicht verschmutzte Wäsche statt mit 60 Grad nur mit 40 Grad wäscht, spart nach Angaben des Umweltbundesamtes rund ein Drittel bis die Hälfte der Energie. Bei 30 Grad fällt der Stromverbrauch noch niedriger aus.
Häufig reicht es, das entsprechende Programm auszuwählen. Zudem kommt bei modernen Geräten das Eco-Programm zum Einsatz: Es arbeitet meist mit niedrigerer tatsächlicher Temperatur und längerer Laufzeit. Dadurch sinkt vor allem der Strombedarf fürs Aufheizen, auch wenn die Wasserersparnis je nach Gerät und Programm unterschiedlich ausfällt.
Falls die Wäsche hartnäckige Flecken aufweist, können wir sie einweichen – hier nutzen wir wiederum den Faktor Zeit. Auch das ist bei den Waschprogrammen ja vorgesehen, zudem spart man eine Vorwäsche ein. Alternativ kann die Wäsche mit einem Fleckspray vorbehandelt werden.
Welche Waschtemperatur wofür?
| Temperatur | Wofür geeignet | Strombedarf | Hygiene |
|---|---|---|---|
| 30 Grad | Leicht Getragenes, Feinwäsche, Buntes | am niedrigsten | für normale Alltagswäsche ausreichend |
| 40 Grad | Normal verschmutzte Alltagswäsche | niedrig | guter Standard für die meisten Textilien |
| 60 Grad | Unterwäsche, Hand-/Geschirrtücher, Bettwäsche | hoch | bei Hygienebedarf mit Vollwaschmittel wählen |

Aufheizen heizt auch die Stromrechnung an
Mehr als drei Viertel des Stroms gehen beim Stromverbrauch der Waschmaschine allein ins Aufheizen des Wassers – nicht in den eigentlichen Waschvorgang. Daher sollten Sie zusätzlich prüfen, ob Ihre Maschine für warmes Wasser geeignet ist. Lohnenswert kann das sein, wenn das Warmwasser günstiger als elektrisch erzeugt wird – etwa über Solarthermie, eine Wärmepumpe oder die Gas- bzw. Ölheizung. Wichtig sind ein geeignetes Gerät oder Vorschaltgerät, kurze Leitungswege und die Herstellerfreigabe; bei rein elektrisch erzeugtem Warmwasser bringt der Anschluss meist keine Einsparung.
Beispiel: Was kühleres Waschen spart
Für bunte Wäsche greift man allerdings auf Waschmittel zurück, die keine Bleichmittel enthalten, da ja sonst die Farben leiden.

Waschmaschinen in variablen Größen
Sie benötigen eine neue Waschmaschine? Dann stellt sich zuerst einmal die Frage: Wie groß ist Ihre Familie oder Ihre Wohngemeinschaft? Folgende Faustregel für das Fassungsvermögen gilt je nach Anzahl der Personen im Haushalt:
- Singlehaushalt: 3 bis 5 Kilogramm; abhängig davon, ob viel Sportwäsche und Handtücher anfallen
- Zwei- bis Drei-Personen-Haushalt: 5 bis 7 Kilogramm – die gängige Waschmaschinen-Modelle haben heute 7 Kilogramm Fassungsvermögen
- Vier- bis Fünf-Personen-Haushalt: 6 bis 9 Kilogramm
Selbstverständlich ist beim Kauf die Energieeffizienzklasse der Maschine wichtig. Die beste Energieeffizienzstufe auf dem Label ist A, die schlechteste G. Diese Skala von A bis G gilt für Waschmaschinen seit dem 1. März 2021. Damals wurden die früheren Plus-Stufen – zwischenzeitlich reichte die Bewertung bis A+++ als beste Stufe – abgeschafft, weil sich fast alle Geräte in den obersten Klassen drängten. In der Einführungsphase blieb die Spitzenklasse A oft noch frei, sodass viele sparsame Geräte zunächst in Klasse B zu finden waren.
Bei der Auswahl einer neuen Waschmaschine sollte darauf geachtet werden, dass Temperatur und Programm separat eingestellt werden können. Das bietet bessere individuelle Einstellmöglichkeiten.
Hier eine kleine Übersicht, wie stark sich Effizienz und Alter eines Geräts auf die Strom- und Wasserkosten auswirken – ausgegangen wird von rund 6 Kilogramm Füllmenge und 220 Waschgängen im Jahr:
| Gerätetyp | Sparsames Neugerät (A/B) | Älteres Gerät (ca. 10 Jahre) | Altgerät (15+ Jahre) |
|---|---|---|---|
| Stromverbrauch/Jahr | ca. 120 kWh | ca. 180 kWh | ca. 230 kWh |
| Stromkosten/Jahr* | ca. 45 Euro | ca. 65 Euro | ca. 85 Euro |
| Wasserverbrauch/Jahr | ca. 9.000 l | ca. 11.000 l | ca. 13.000 l |
| Wasserkosten/Jahr** | ca. 36 Euro | ca. 44 Euro | ca. 52 Euro |
| Gesamtkosten/Jahr | ca. 80 Euro | ca. 110 Euro | ca. 135 Euro |
Anhaltswerte bei rund 220 Waschgängen pro Jahr; Strom- und Wasserpreise auf dem Niveau von 2026 (Strom rund 0,37 € pro kWh, Wasser inklusive Abwasser rund 4 € pro m³). Je nach Tarif, Region und Nutzung weichen die Werte ab. Eigene Beispielrechnung heizsparer.de.
Das „eco 40–60“-Programm verstehen
Auf dem heutigen Energielabel werden Waschmaschinen nicht mehr im klassischen 60-Grad-Programm gemessen, sondern im Programm „eco 40–60“. Es darf Textilien, die für 40 und 60 Grad ausgewiesen sind, gemeinsam in einem Durchgang waschen – und arbeitet dabei mit niedrigeren tatsächlichen Temperaturen und einer längeren Laufzeit. Genau das spart Strom: Weil weniger aufgeheizt wird, sinkt der Verbrauch, obwohl das Programm länger dauert. Für normal verschmutzte Alltagswäsche ist das eco-Programm deshalb meist die sparsamste Wahl – auch wenn ein kurzes Programm auf den ersten Blick attraktiver wirkt.
Im Schleudergang – Vorbereitung für den Trockner
Falls Sie einen Trockner benutzen oder anschaffen wollen, ist die Umdrehungszahl beim Schleudern in der Waschmaschine als Vorbereitung wichtig. Reichen beim Trocknen auf der Leine 1.000 bis 1.200 Umdrehungen in der Minute, sollte die Wäsche für den Trockner möglichst mit 1.400 Umdrehungen geschleudert werden. Apropos Wäschetrockner – auch die sind um einiges energieeffizienter geworden. Stiftung Warentest unterscheidet zwischen energieeffizienten Kondensationstrocknern mit Wärmepumpe, weniger effizienten ohne Wärmepumpe und stromfressenden Ablufttrocknern. Effiziente Wärmepumpentrockner verursachen bei häufiger Nutzung grob 60 bis 95 Euro Stromkosten im Jahr; bei seltener Nutzung kann es deutlich weniger sein.
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