Rund ums Wasser: So spart man Strom
Auf die Erzeugung von Warmwasser entfällt ein großer Anteil des Energieverbrauchs im Haushalt – laut Umweltbundesamt durchschnittlich rund 12 % des gesamten Energieverbrauchs privater Haushalte. Es gibt jedoch Wege, diese Kosten zu senken, ohne sich beim Warmwasser zu stark einschränken zu müssen.
Das Wichtigste in Kürze
- Warmwasser steht laut Umweltbundesamt für rund 12 Prozent des Energieverbrauchs im Haushalt – wer elektrisch erwärmt, zahlt besonders viel.
- Die größten Hebel kosten nichts: niedrigere Waschtemperaturen, volle Maschinen, Eco-Programme und duschen statt baden.
- Bei Warmwasserspeichern zählt auch die Hygiene: zentrale Speicher auf 60 Grad halten, Absenken nur bei kleinen Geräten vertretbar.
- Brauchwasser-Wärmepumpe und Solarthermie senken den Energiebedarf für Warmwasser dauerhaft.

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So spart man beim Waschen
Wer richtig wäscht, kann viel Strom sparen, zum Beispiel mit der richtigen Temperatur. Kochwäsche bei 95 Grad ist heute praktisch nie nötig, um Wäsche sauber zu waschen. Für normal verschmutzte Wäsche reichen meist 30 bis 40 Grad – moderne Waschmittel reinigen auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig. Der Effekt ist groß, weil das Aufheizen des Wassers den größten Teil des Stroms kostet: Wer statt mit 60 Grad mit 30 Grad wäscht, spart pro Waschgang etwa die Hälfte des Stroms. Auch eine Vorwäsche ist in der Regel überflüssig.
Auch das Programm macht einen Unterschied: Schon- und Kurzprogramme arbeiten mit viel Wasser und nur teilgefüllter Trommel – pro Kilogramm Wäsche verbrauchen sie dadurch deutlich mehr Strom und Wasser als Standard- oder Eco-Programme. Zudem sollte die Maschine vor dem Einschalten gut gefüllt sein.

Nach Möglichkeit Energiesparprogramme verwenden
Ratsam ist außerdem die Verwendung von Energiesparprogrammen. Eco-Programme dauern meist etwas länger, sind aber so optimiert, dass sie möglichst wenig Strom und Wasser verbrauchen. Schon beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Maschine einen möglichst geringen Strom- und Wasserverbrauch hat und Geräte mit der besten Energieeffizienz-Klasse wählen.

Den Stromverbrauch kann man dadurch reduzieren, dass die Maschine an die Warmwasserleitung angeschlossen wird. Falls die Maschine keinen dafür vorgesehen Anschluss hat, können besondere Vorschaltgeräte helfen. Der Spareffekt greift aber nur dann, wenn das Wasser zum Beispiel mit Solarenergie erwärmt wird. Wird Wasser mit Strom erhitzt, ist der Spareffekt hinfällig.
Tipps zum Trocknen
Trockner verbrauchen sehr viel Strom. Daher ist es ratsam, zuvor die Wäsche auf der höchsten Stufe optimal zu schleudern, um der Wäsche so möglichst viel Flüssigkeit zu entziehen. Je höher die Umdrehungszahl, desto besser. Wer das Schleuderprogramm auf 1.400 bis 1.600 Umdrehungen pro Minute statt auf 800 bis 1.000 einstellt, senkt den anschließenden Stromverbrauch des Trockners spürbar – je nach Gerät um bis zu einem Viertel.

Am meisten Kosten spart man, wenn man seine Wäsche auf der Leine an der frischen Luft trocknet. Wer aufs Trocknen durch Wind und Sonne setzt und dafür auf den Wäschetrockner verzichtet, kann bei einem Vier-Personen-Haushalt mehrere hundert Kilowattstunden im Jahr sparen – bei rund 480 Kilowattstunden und einem Durchschnittsstrompreis von 37 Cent je Kilowattstunde sind das etwa 180 Euro.

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Elektroboiler sind ineffiziente Stromfresser
Noch größere Stromfresser als Wäschetrockner sind Elektroboiler, die Wasser zentral mit Strom erhitzen. Je nach Haushaltsgröße fallen dafür schnell mehrere tausend Kilowattstunden im Jahr an. Zum Vergleich: Der gesamte übrige Stromverbrauch eines Drei-Personen-Haushalts im Einfamilienhaus liegt laut Stromspiegel bei etwa 3.500 Kilowattstunden. Elektrische Warmwasserbereitung gehört damit zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt.
Wer dennoch nicht auf einen elektrischen Boiler verzichten möchte, sollte ein Gerät mit elektronischer Temperaturregelung wählen. Beim Absenken der Temperatur spielt allerdings die Hygiene mit: Bei kleinen Geräten ohne Zirkulationsleitung und mit kurzem Leitungsweg zur Zapfstelle kann eine etwas niedrigere Temperatur vertretbar sein; DVGW nennt 50 Grad als Untergrenze, besser 55 Grad. Für zentrale Warmwasserspeicher sehen die anerkannten Regeln der Technik (DVGW-Arbeitsblatt W 551) 60 Grad am Speicheraustritt vor, um Legionellen vorzubeugen; das Umweltbundesamt empfiehlt im Leitungssystem mindestens 55 Grad.
Für die Warmwassergewinnung ist eine Solaranlage eine gute Alternative.
Brauchwasser-Wärmepumpe: sparsame Alternative zum Elektroboiler
Eine moderne Alternative zum klassischen Elektrospeicher ist die Brauchwasser-Wärmepumpe (auch Warmwasser-Wärmepumpe). Sie entzieht der Umgebungsluft – etwa im Keller – Wärme und erzeugt daraus Warmwasser. Aus einer Kilowattstunde Strom macht sie so typischerweise das Zwei- bis Dreifache an Wärme; gegenüber einem reinen Elektroboiler sinkt der Stromverbrauch für Warmwasser damit um die Hälfte bis zwei Drittel. Besonders interessant ist die Kombination mit einer Photovoltaikanlage, deren Strom die Wärmepumpe tagsüber direkt nutzen kann.
Warmwasser elektrisch bereiten: Systeme im Vergleich
| System | Stromeinsatz fürs Warmwasser | Einordnung |
|---|---|---|
| Elektroboiler / Elektrospeicher | Strom wird 1:1 in Wärme umgesetzt – mehrere tausend kWh im Jahr möglich | hoher Verbrauch |
| Durchlauferhitzer (elektronisch geregelt) | erhitzt nur bei Bedarf, keine Speicherverluste – Verbrauch hängt stark vom Nutzerverhalten ab | mittlerer Verbrauch |
| Brauchwasser-Wärmepumpe | macht aus einer Kilowattstunde Strom das Zwei- bis Dreifache an Wärme | niedriger Verbrauch |
| Solarthermie (mit Heizung als Backup) | Sonne liefert übers Jahr rund 60 % der Warmwasser-Energie; zusätzlicher Stromeinsatz entsteht für Solarpumpe und bei elektrischem Backup | sehr niedriger Stromeinsatz |
Tipps fürs Spülen
Ähnlich wie bei Waschmaschinen, sollten Verbraucher auch bei Geschirrspülern ein Wasser sparendes Modell auswählen. Eine Spülmaschine sollte pro Durchlauf nicht mehr als 10 Liter verbrauchen. Ebenso sollten auch sie voll beladen sein, bevor sie eingeschaltet werden. Auch hier sollten grundsätzlich die verbrauchsoptimierten Eco-Programme laufen.

Duschen: Besser als Baden
Ein warmes Bad ist sicherlich wohltuend – allerdings nicht für den Geldbeutel, wenn man Energie sparen möchte. Rund 120 bis 180 Liter Wasser fasst eine normale Badewanne. Beim Duschen hängt der Verbrauch von Dauer und Duschkopf ab: Mit einem Sparduschkopf (etwa 6 bis 7 Liter pro Minute) kommt eine Fünf-Minuten-Dusche auf gut 30 bis 35 Liter – ein herkömmlicher Duschkopf verbraucht etwa das Doppelte. Wer beim Duschen noch weiter sparen möchte, der stellt das Wasser beim Einseifen komplett ab, durch Einhebelmischer ist dies einfach.
Sofort-Check: Strom sparen beim Warmwasser
Warmwasser durch die Kraft der Sonne
Immer mehr Verbraucher nutzen Solaranlagen, um Warmwasser zu erzeugen. Als Faustregel reichen ein bis zwei Quadratmeter Kollektorfläche pro Person, um übers Jahr rund 60 Prozent des Energiebedarfs für die Warmwasserbereitung zu decken – je nach Standort und Anlagengröße auch mehr.

Die globale Sonnenstrahlung reicht sogar aus, um während der warmen Jahreszeit den kompletten Bedarf an Warmwasser abzudecken.
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