Heizungsvergleich Einfamilienhaus

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Kostenvergleich der Heizungssysteme im Einfamilienhaus

Einfamilienhaus © stefanfister, stock.adobe.com
Einfamilienhaus © stefanfister, stock.adobe.com

Wer eine neue Heizungsanlage für sein Einfamilienhaus plant (siehe auch: Welche Heizung eignet sich für den Neubau?), hat in der Regel nur zwei Ausgangspunkte für seine Überlegungen: das eigene Budget oder die langfristigen Heizkosten. Wer im Bestand eine Heizungsanlage erneuert (siehe auch: Welche Heizung eignet sich für den Altbau?), kann seine Auswahl auch noch an den vorhandenen Energie- und Baustandards des Hauses entsprechend eingrenzen. Ob Alt- oder Neubau – für den Einbau einer neuen Heizungsanlage in ein Einfamilienhaus gelten bestimmte gesetzliche Vorgaben. Hier sind die Energieeinsparverordnung ENEV, das ErneuerbareEnergienWärmeGesetz (EEWärmeG) sowie das Klimaschutzgesetz ausschlaggebend.

Die Heizung der Zukunft läuft sicher ohne fossile Energieträger
Die Heizung der Zukunft läuft sicher ohne fossile Energieträger

Aus finanzieller Sicht ist die Anschaffung von Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energieträgern mit deutlich höheren Investitionskosten verbunden, als Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen. Auf lange Sicht betrachtet, profitiert man aber von günstigen Brennstoffen und einem klimafreundlichen Heizungsbetrieb. Denn das Klimaschutzgesetz sieht ab 2021 einen CO2-Preis für fossile Brennstoffe vor. Damit wird das Heizen mit Öl und Gas deutlich teurer.

Heizkosten © M. Schuppich, stock.adobe.com
Heizkostenvergleich im Einfamilienhaus © M. Schuppich, stock.adobe.com

Wer dennoch auf preiswertere Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas zurückgreift, muss bei der Kalkulation aufpassen. Das Klimaschutzgesetz verpflichtet nämlich auch zum Einsatz regenerativer Energien, was die Investitionskosten deutlich erhöht. So dürfen Öl- und Gasheizungen nur noch in Verbindung mit Solaranlagen betrieben werden.

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Den schnellen Überblick der Möglichkeiten und deren finanzielle Aufwendungen finden Sie in der folgenden Tabelle (Alle Zahlen sind Eurobeträge):

Heizungsvarianten und deren Kosten eines Einfamilienhauses

Heizung Anschaffungskosten Installationskosten Gesamtinvestition Betriebsmittel inkl. Strom im 1. Jahr Gesamtkosten im 1. Jahr Wartungskosten inkl. Schornsteinfeger Betriebsmittelkosten im 10. Jahr Gesamtkosten nach 10 Jahren
Öl-Brennwert 8.000 1.000 9.000 1.700 10.700 250 3.650 12.900
mit Solarthermie 16.000 2.500 18.500 1.190 19.690 350 2.555 21.405
Gas-Brennwert 7.000 1.000 8.000 1.470 9.470 200 2.160 10.360
mit Solarthermie 12.000 1.500 13.500 1.029 14.529 300 1.512 15.312
Wärmepumpe 15.000   15.000 800 15.800 150 830 15.980
Blockheizkraftwerk (Gas) 20.000   20.000 1.470 21.470 650 2.160 22.810
Holzpellet 12.000 1.500 13.500 1.000 14.500 300 1.350 15.150
Kaminofen (Holz) 2.500 600 3.100 600 3.700 150 620 3.870

Die Tabelle ist lediglich ein Anhaltspunkt. Alle Preise sind Mittelwerte! Regionale Differenzen auch in Abhängigkeit der Energieversorgers sind bei der persönlichen Entscheidung zu beachten. Bei allen im Vergleich berechneten Varianten wurden Preissteigerungen der fossilen Brennstoffe sowie Strom nach den bisher bekannten Erhöhungsmodalitäten wie auch gesetzgeberischen Vorgaben berücksichtigt. Bei allen Varianten muss aber immer das individuelle Nutzerverhalten der Heizungsanlage vor Ort betrachtet werden.

Öl und Gas sind faktisch „out“

„Ab 2026 dürfen keine neuen Ölheizungen und andere ausschließlich fossil betriebenen Heizungsanlagen neu in Gebäuden installiert werden“, heißt es im Klimaschutzgesetz. Das könnte der Formulierung nach auch Erdgasanlagen einschließen. Die Einsatzdauer einer neuen Heizungsanlage mit fossilen Brennstoffen ist auf 30 Jahre begrenzt.

Die Investitionskosten für Gas- und Ölheizungen sind zwar gering, doch das Klimaschutzprogramm sieht eine CO2-Steuer auf Heizöl und Gas vor. Schon ab 2021 ist damit zu rechnen, dass Gas und Öl um drei Cent pro Liter oder Kubikmeter teurer werden. Nach der völligen Freigabe des CO2-Emissionshandels könnten die Öl- und Gaspreise um etwa 20 Cent ansteigen.

Gas- oder Ölheizungen unterliegen dem Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG). Es verpflichtet zu einem gewissen Anteil umweltfreundliche Energieträger bei der Beheizung einzusetzen. Wie hoch der Prozentsatz ausfällt, hängt vom ausgewählten fossilen Heizungssystem ab. In der Regel handelt es sich bei der Zusatzmaßnahme um eine Solaranlage. Damit relativieren sich die Investitionskosten zu Heizungsanlagen, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Unter diesen Voraussetzungen sind Öl- und Gasheizungen ein Auslaufmodell.

Holz, Sonne und Luft auf dem Vormarsch

Langfristig kommen nur noch Anlagen mit erneuerbaren oder umweltneutralen Energieträgern in Frage. War Holz als Energieträger bisher eine Nischenanwendung, haben moderne Holzheizungen im Zuge der Klima-Diskussion deutlich an Bedeutung gewonnen. Eine Alternative zu Holz: die Wärmepumpe. Sie entzieht der Umgebung Wärme und wandelt sie durch Kompression zu Heizungswärme um. Wärmepumpen gibt es als Luft-, Erd- oder Solewärmepumpen.

Zeitgemäß heizen heißt klimaneutral heizen
Zeitgemäß heizen heißt klimaneutral heizen

Grundwasser (Sole) als Wärmequelle ist aus energetischer Sicht ideal, bedeutet aber durch notwendige Bohrungen einen höheren Aufwand und damit höhere Kosten. Erdwärmepumpen beziehen ihre Wärme entweder aus einer Bohrung mit darin verbrachten Sonden oder aus im Boden ausgebrachten Rohrleitungen. Das setzt aber genügend Garten voraus. In der Anschaffung am günstigsten sind Luft-Wärmepumpen, da die Wärmequelle Luft mit wenig Aufwand erschlossen werden kann. Allerdings werden nur etwa 75% der Wärme (je nach Ausführung) dem Grundwasser, der Erde oder der Luft entzogen. Die restlichen 25% entstehen durch Strom.

Regenerativ heizen © zolwik, stock.adobe.com
Regenerativ heizen © zolwik, stock.adobe.com

Solaranlagen können nur als energiesparendes zusätzliches Heizungsmodul gesehen werden. Aufgrund der geringen Sonneneinstrahlung im Winter decken Solarkollektoren rund 60% des Warmwasserjahresbedarfs und benötigen deshalb eine Zusatzbeheizung. Empfehlenswert ist daher eine Kombination von Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung, bei der ein Warmwasserspeicher auch als Wärmequelle für die Heizung genutzt wird.

Solarthermie zur Trinkwassererwärmung
Solarthermie zur Trinkwassererwärmung
Solarthermie zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung
Solarthermie zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung

Die in der Tabelle günstigste Variante des Kaminofens ist allerdings nur als Zusatzheizung zu bewerten und kann nur in seltenen Fällen als Komplettversorgung eines Einfamilienhauses betrachtet werden. Elektroheizungen sind zwar noch in Altbauten zu finden, sind aber für den Neubau hinsichtlich der Energiekosten nicht mehr empfehlenswert. Fernwärme kann als Heizmöglichkeit in Ballungsgebieten und Neubaugebieten mit einer geplanten Grundversorgung aus der zentralen Kraftwärmekopplung in Betracht gezogen werden. Hier gibt es allerdings deutliche regionale Preisunterschiede.

Die bestmögliche Lösung der Heizungsvariante für Ihr Einfamilienhaus kann nur durch eine individuelle Beratung erfolgen. Ein erfahrener Energieberater oder Heizungsfachmann kann auf Ihre individuellen Wünsche, die technischen Möglichkeiten und die gesetzlichen Vorschriften eingehen. Er wird Sie entsprechend beraten.

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