Vergleich Gasheizung und Ölheizung – Alternative Wärmepumpe
Bis Mitte der 2010er-Jahre waren Gasheizungen im Neubau sehr verbreitet; seit 2021 sind Wärmepumpen die häufigste primäre Heiztechnik in neuen Wohngebäuden. 2025 wurden knapp drei Viertel der fertiggestellten Wohngebäude hauptsächlich mit Wärmepumpen beheizt. Bei einer Sanierung der Heizung im eigenen Haus oder nach dem Kauf eines gebrauchten Hauses mit Ölheizung, stellt sich für viele Hauseigentümer die Frage: Lohnt sich ein Wechsel oder nicht?
Bleibe ich beim Energieträger Öl oder ist es noch sinnvoll, eine Gasheizung einzubauen? Die Behauptung, eine Gasheizung sei einfach besser, wurde jahrelang kaum hinterfragt. Ein übersichtlicher Vergleich von Öl- und Gasheizung soll eine kleine Hilfestellung bieten und die Argumente verdeutlichen. Dieser Vergleich wird erweitert um die Alternative Wärmepumpe.
Das Wichtigste in Kürze
- In Neubauten dominieren längst Wärmepumpen – reine Öl- und Gasheizungen gelten als Auslaufmodell.
- Im Vergleich Öl/Gas/Wärmepumpe liegt die Wärmepumpe in fast allen Kriterien vorn (Umwelt, Zukunft, Förderung).
- Öl und Gas werden durch den steigenden CO₂-Preis teurer.
- Fördermittel gibt es für klimafreundliche Heizungen und Gebäude-/Wärmenetz-Anschlüsse – nicht für reine Öl- oder Gasheizungen.

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Dabei sind die wesentlichen Vergleichsparameter: Bauliche Voraussetzungen und Platzbedarf, Kosten, Umweltfreundlichkeit und Fördermöglichkeiten.
Bauliche Voraussetzungen und Platzbedarf
Für die Gasheizung ist ein Gasanschluss notwendig, der jedoch nicht in allen Straßen und Wohngebieten vorhanden ist. Alternativ könnte sich hier Flüssiggas anbieten, das aber hinsichtlich Umweltfreundlichkeit, Kosten und Platzbedarf dieselben Einschränkungen wie Heizöl aufweist.
Gasheizungen, vor allem als wandhängende Geräte, benötigen sehr wenig Platz, teilweise können sie sogar in Schränken, kleinen Nischen oder auf dem Dachboden untergebracht werden. Eventuell muss natürlich Platz für den Pufferspeicher eingeplant werden, vor allem bei der Kombination mit Solarthermie.

Ölheizungen sind dagegen nicht als Wandgeräte verfügbar. Neben dem Platz für die Heiztherme ist auch hier ggf. ein Pufferspeicher aufzustellen. Zusätzlich muss bei Ölheizungen der entsprechende Platzbedarf für den Tank im Haus oder Garten eingeplant werden.

Bei beiden Heizsystemen ist eine geeignete Abgasführung nötig; ob eine neue Abgasleitung verlegt oder ein vorhandener Schornstein angepasst wird, hängt vom Bestand ab.
Wärmepumpen benötigen einen Aufstellplatz und je nach Modell weitere Erschließungsmöglichkeiten. Gerade Luft-Wasser-Wärmepumpen sind sehr flexibel aufstellbar und können auch außerhalb des Hauses aufgestellt werden. Es ist keine Abgasleitung notwendig und außer einem Stromanschluss auch keine weiteren Anschlüsse.

Kosten
Gasheizungen sind preiswerter als Ölheizungen. Muss jedoch der Gasanschluss noch verlegt werden, ist der Preisvorteil schnell aufgebraucht. Die laufenden Kosten bewegen sich in einem ähnlichen Rahmen. Jahrelang war Heizöl teurer als Gas, das hat sich in den letzten Jahren, in denen die Erdgaspreise wegen des Kriegs in der Ukraine gestiegen sind, geändert. Durch geschicktes Planen des Heizöleinkaufs besteht immer die Chance, einen günstigen Preis für das Heizöl zu erzielen. Der Wechsel des Lieferanten ist deutlich einfacher als bei dem Gasversorger.
Die CO2-Bepreisung von fossilen Brennstoffen sorgt dafür, dass die Preise sowohl von Erdgas wie Heizöl weiter steigen: 2026 liegt der nationale CO₂-Preis bei 55 bis 65 Euro je Tonne, ab 2028 greift der EU-Emissionshandel (ETS 2) voll; feste Preisobergrenzen entfallen dann. Zudem sollen ab 2045 keine fossilen Brennstoffe mehr genutzt werden.


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Wärmepumpen sind zwar erheblich teurer in der Anschaffung als eine Öl- oder Gasheizung. Entscheidend beim Anschaffungspreis ist hier auch die Wahl der Technik, Bohrungen für Erdsonden oder Grundwassersonden sind teuer, Luft-Wasser-Wärmepumpen dagegen am preiswertesten. Wärmepumpen benötigen zum Betrieb nur Strom, wobei die durchschnittlichen jährlichen Kosten unter denen für Erdgas oder Heizöl liegen können. Viele Energieversorger bieten spezielle Stromtarife für Wärmepumpen an. In der Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage wird das Gesamtbild noch günstiger.

Umweltfreundlichkeit
Erdgas verursacht je Kilowattstunde Brennstoff (inkl. Vorketten) weniger CO₂-Äquivalente als Heizöl. Moderne Öl- und Gasbrennwertkessel erreichen jedoch beide hohe Wirkungsgrade; im direkten fossilen Vergleich ist Gas daher klimatisch günstiger, bleibt aber ein fossiler Energieträger. Beide Systeme wiederum lassen sich hervorragend mit Solarthermie kombinieren. Neue reine Ölheizungen sind seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) wieder zulässig; wer sie in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss ab 2029 aber steigende Anteile klimafreundlicherer Brennstoffe einsetzen – erfüllbar unter anderem als Hybridlösung mit erneuerbaren Energien. Aber unabhängig davon bleibt bei Öl- und Gasheizungen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bestehen. Das heißt, es fehlt an Zukunftsfähigkeit bei Öl- und Gasheizungen. Wasserstoff ist nur in eng geregelten Fällen eine Option, etwa bei gesichertem Wasserstoffnetz oder erneuerbaren Brennstoffanteilen; als Standard-Ausweg sollten Eigentümer damit nicht planen.

Eine wirklich umweltfreundliche Alternative stellen Wärmepumpen dar. Sie nutzen die Wärme aus der Umwelt und können in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen betrieben werden.
Wärmepumpe als Alternative: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Nutzt kostenlose Umweltwärme; die jährlichen Betriebskosten können unter denen von Öl und Gas liegen.
- Keine fossile Verbrennung und kein CO₂-Preis – besonders klimafreundlich mit Ökostrom oder eigener Photovoltaik.
- Wird staatlich gefördert; kein Gasanschluss, kein Öltank und keine Abgasleitung nötig.
Nachteile
- Höhere Anschaffungskosten als Öl oder Gas, je nach Technik (Erdsonden teurer als Luft-Wasser-Wärmepumpe).
- Effizienz hängt von Dämmung und Vorlauftemperatur ab – im unsanierten Altbau genau prüfen.
- Braucht einen Aufstellplatz und einen passenden Stromtarif.


Fördermöglichkeiten
Fördermittel für reine Öl- oder Gasheizungen gibt es nicht mehr. Gefördert werden vor allem klimafreundliche Heizungen und Anschlüsse an Gebäude- oder Wärmenetze: Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Solarthermie, Brennstoffzellenheizungen, wasserstofffähige Heizungen bei Investitionsmehrausgaben und innovative erneuerbare Heiztechnik.

Hier noch einmal der Kriterien Schnell-Check
| Vergleich | Voraussetzung | Platzbedarf | Kosten | Umwelt | Förderung |
|---|---|---|---|---|---|
| Gasheizung | – | ++ | + | – | – |
| Ölheizung | + | — | – | – | – |
| Wärmepumpe | ++ | ++ | – | ++ | ++ |
Fazit
Der Vergleich von Öl- und Gasheizungen sowie Wärmepumpen zeigt in den meisten Bewertungskriterien einen eindeutigen Vorteil für die Wärmepumpe. Ein gesetzliches Betriebsende für fossile Heizungen im Jahr 2045 gibt es nicht mehr; geplant ist stattdessen, dass Heizbrennstoffe ab 2045 vollständig klimaneutral sein müssen. Die Kosten für Heizöl und Erdgas werden durch die steigende CO2-Abgabe deutlich höher. Angesichts der hohen Fördermittel für den Umstieg auf eine klimafreundliche Heizung können Öl- und Gasheizungen bei einer Sanierung nicht mehr empfohlen werden.
Öl- oder Gasheizung ersetzen – lohnt sich der Wechsel?
1. Ist Ihre Öl- oder Gasheizung über 20 Jahre alt – womöglich ein alter Konstanttemperaturkessel (die frühere 30-Jahre-Austauschpflicht ist seit Juli 2026 aufgehoben)?
2. Ist Ihr Gebäude gut gedämmt oder hat es Flächenheizungen bzw. große Heizkörper?
3. Fehlt ein Gasanschluss bzw. wäre eine neue Tank- oder Anschlusslösung nötig?
Austauschpflicht für alte Öl- oder Gasheizungen: Wann muss die Heizung raus? Besitzer von Öl- oder Gasheizungen können ihre Heizungsanlage weiter… weiterlesen




