Schimmel vermeiden: Richtig heizen und lüften

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Schimmel trotz Lüften und Heizen

Viele Haus- und Wohnungsbesitzer sind der Meinung, durch Heizen und ständige Kipplüftung, Schimmel und den oft damit verbundenen typischen Geruch zu vermeiden. Leider ist dem nicht so. Schimmel bildet sich sehr gern an versteckten, schwer einsehbaren Orten, weil dort wenig Luftzug herrscht. Zu den häufigsten Orten zählen Wandnischen, hinter Möbeln und in Hohlräumen. Daher ist die Herstellung einer unschädlichen Luftfeuchtigkeit ein wesentlicher Punkt, Schimmelbildung zu vermeiden.

Schimmel am Fenster © fevziie, stock.adobe.com
Schimmel am Fenster © fevziie, stock.adobe.com

Die Entstehung von Schimmelbefall lässt sich oft auf wenige Fehler beim Heizen und Lüften zurückführen. Zum Wachstum von Schimmel sind vier Dinge nötig: eine warme Temperatur, Feuchtigkeit, organische Substanzen sowie Schimmelsporen. Die übliche Zimmertemperatur beim Heizen reicht aus, um Schimmelpilze entstehen zu lassen. Die erforderlichen organischen Substanzen finden sich in Tapeten und im Putz. Und Schimmelsporen sind grundsätzlich ein Bestandteil in unserer Raumluft. Sobald sich Feuchtigkeit an den Wänden bildet, setzen sich die Schimmelsporen fest und beginnen zu wachsen.

Schimmel sieht nicht nur unschön aus, er kann einzelne Bauteile zerstören. Und er kann sich über die Luft weiter ausbreiten und auf Gebrauchsgegenstände übergehen. Er riecht unangenehm modrig und, was als schlimmste Folge des Schimmelbefalls bewertet werden muss: Er ist gesundheitsschädlich! Wird der Schimmelpilz, beziehungsweise seine Sporen, die sich über die Luft verbreiten, eingeatmet, kann das zu Atemwegserkrankungen, wie beispielsweise Asthma führen. Deswegen sollte Schimmel immer entfernt werden!

Lüften – aber nicht „Dauerkippen“!

Um feuchte Wände zu vermeiden, ist ein regelmäßiges Lüften und daran angepasstes Heizen Grundvoraussetzung. Viele machen den Fehler, die Fenster lediglich zu kippen, oft sogar über mehrere Stunden. Dies fördert den Schimmel, da kein kompletter Luftaustausch im Raum stattfinden kann. Außerdem kühlen Wände und Möbel so stark aus, dass nachher viel Heizenergie aufgewendet werden muss, um wieder die Raumtemperatur zu erreichen.

Tipp: Kipplüften ist völlig ineffektiv! Lüften Sie stattdessen mit weit geöffneten Fenstern und Innentüren, um eine größtmögliche Luftzirkulation zu erlauben.
Richtig Lüften: Stosslüften, nicht Dauerkipp
Richtig Lüften: Stosslüften, nicht Dauerkipp

Auch wenn Stoßlüften kalt und ungemütlich ist, sollten alle Fenster zum Lüften ganz geöffnet werden. Je größer der Temperaturunterschied zwischen Außenluft und Innenraum ist, desto stärker ist der Austausch der Luft. Deshalb spielt die Jahres- und Tageszeit beim Lüften eine entscheidende Rolle. Im Sommer besitzt die warme Außenluft besonders viel Feuchtigkeit. Gelangt diese durch Lüften in kühle Räume, steigt dort die Luftfeuchtigkeit an. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zu Kondenswasserbildung an kalten Oberflächen.

Ist die Außenluft, wie im Winter, hingegen kalt, nimmt diese besonders viel Feuchtigkeit auf. Deshalb ist Lüften im Winter besonders effektiv. Im Sommer ist der beste Zeitraum zum Lüften, wenn die Außenluft besonders kalt ist. Das ist in der Regel früh morgens und spät abends der Fall.

Es reicht völlig aus, mehrmals täglich fünf bis zehn Minuten durchzulüften. In besonders feuchten Räumen wie Küche oder Bad, in denen beim Kochen oder Duschen sehr schnell und sehr viel Feuchtigkeit entsteht, muss direkt gelüftet werden. Daher ist es sinnvoll, vorhandene Abluftanlagen über dem Herd und im Bad zu nutzen. Wirkungsvoll ist es auch Spritzwasser auf Fliesen oder an der Duschkabine mit einem Abzieher abzustreifen.

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Schlafzimmer ist zu kalt

Viele Menschen schlafen in einem kalten Schlafzimmer besser, als in einer warmen Umgebung. Im Winter oft bei geschlossenem Fenster, aber ohne Heizung. Doch wenn das Schlafzimmer sehr kalt ist, führen schon relativ geringe Mengen an Verdunstung sehr schnell zu hoher Luftfeuchtigkeit – und somit zu erhöhtem Schimmelrisiko. Zumal der Mensch während des Schlafs bis zu einem Liter Feuchtigkeit abgibt.

Insbesondere, wenn das Schlafzimmer in der kalten Jahreszeit gar nicht oder nur sporadisch geheizt wird, sind die Wände und Fensternischen oft ausgekühlt. An diesen Oberflächen steigt die Luftfeuchtigkeit dann besonders stark an oder es bildet sich dort sogar Kondenswasser.

Räume richtig temperieren: Nicht zu warm aber auch nicht zu kalt
Räume richtig temperieren: Nicht zu warm aber auch nicht zu kalt

Deshalb sollte das Schlafzimmer nicht auskühlen. Kurzfristiges Heizen vor dem Schlafengehen reicht jedoch nicht aus, um die Wände zu erwärmen. Experten empfehlen 15 bis 18°C als ideale Schlafzimmertemperatur. Im Winter sollte man das Heizungsthermostat dauerhaft darauf eingestellt lassen.

Zu den größten Fehlern gehört das Aufhängen nasser Wäsche in der Wohnung. Sie erzeugt beim Trocknen besonders viel Feuchtigkeit. Wer dann auch noch die Heizung aufdreht, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen, sorgt für reichlich Wasserdampf in der Raumlauft.

Wäsche aufhängen © Bacho Foto , stock.adobe.com
Schimmel: Zu den größten Fehlern gehört das Aufhängen nasser Wäsche in der Wohnung ohne ausreichendes Lüften © Bacho Foto , stock.adobe.com
WICHTIG: Drehen Sie die Heizung während des Lüftens ab! Begrenzen Sie die Lüftungsvorgänge auf fünf bis zehn Minuten.

Da sich Schimmel bevorzugt an schlecht belüfteten Außenwandflächen bildet, wie hinter Schränken und Kommoden, sollte ein Kleiderschrank möglichst nicht an der Außenwand und alle übrigen Möbel mit einem Abstand von fünf bis zehn Zentimetern von der Wand abstehen. So ist ausreichend Platz für die Belüftung der Wand vorhanden. Wichtig ist auch, dass die Luft unter den Möbeln zirkulieren und somit an die Wand gelangen kann.

Woran viele nicht denken: Zimmerpflanzen sehen zwar schön aus, sorgen aber ebenfalls für eine höhere Luftfeuchtigkeit. Viele Zimmerpflanzen in einem Raum können ebenfalls für Schimmel sorgen. Unter anderem weil sich in der Blumenerde besonders viele Sporen befinden. Räume mit vielen Pflanzen sollten deshalb häufiger gelüftet werden oder die Pflanzen auf andere Räume verteilt werden.

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Andere Zimmer nicht „mitheizen“

Da „Energiesparen“ angesagt ist, glauben viele Haus- und Wohnungsbesitzer, nur einen Raum beheizen zu müssen, um dann sämtliche Türen offen stehen zu lassen. In der Hoffnung die anderen Räume würden von der Wärme dieses Raumes mitgeheizt. „Überschlagenlassen“ nennt der Heizungsfachmann das Mitheizen eines Raumes durch einen anderen. Es ist schlicht falsch, dass sich so Energie sparen lässt. Das Gegenteil der Fall. Die Heizung des Raumes muss über ihre berechnete Auslegung hinaus Energie aufwenden. Zudem strömt ständig warme, mit Feuchtigkeit angereicherte Luft in das unbeheizte Zimmer. Diese Feuchtigkeit schlägt sich dort an den kalten Wänden nieder und fördert die Schimmelbildung. Besser ist es, die Zimmertüren zu schließen und den zweiten Raum auf niedriger Heizstufe eigenständig zu beheizen.

Geschlossene Türen reduzieren Heizkosten und vermeiden Schimmel
Geschlossene Türen reduzieren Heizkosten und vermeiden Schimmel

Gebäudemängel

In einigen Fällen können auch bauliche Mängel Ursache für Schimmel sein. Dabei spielt die Wärmedämmung der Außenwände eine wichtige Rolle. Wer saniert, sollte deshalb mit entsprechenden Dämmstoffen für warme Wandflächen sorgen und somit Feuchtigkeitsansammlungen entgegenwirken.

Wenn an Innenwänden bereits Schimmel entstanden ist, muss er beseitigt werden. Wer bei der Sanierung gute raumklimatische Bedingungen schaffen möchte und somit Schimmel vermeiden will, hat drei Möglichkeiten:

  1. mit Kalkputz und Kalkfarben arbeiten,
  2. kapillaraktive Baustoffe verwenden oder
  3. Bauplatten aus Polyurethan anbringen, die mit ihrer eingearbeiteten Silikat-Schicht Feuchtigkeit aufnehmen.

Des Weiteren trägt eine Horizontalsperre im Mauerwerk einen wichtigen Teil zur Vorbeugung von Schimmel bei. Eine Horizontalsperre hat die Aufgabe, das Mauerwerk vor aufsteigender Bodenfeuchtigkeit zu schützen. Wasser, das aus dem kühlen Erdreich hochsteigt, wird durch die Sperre aufgehalten und verhindert ein Verdunsten des Bodenwassers an der Wandfläche. Bei Altbauten sind entsprechende Dichtfolien häufig undicht oder gar nicht vorzufinden. Sanierer schaffen hier Abhilfe, wenn sie nachträglich Horizontalsperren einbringen.

Da Schimmel immer auf Wasser angewiesen ist, können auch defekte Rohrleitungen die Ursache sein. Deshalb sollte generell bei jedem Schimmelbefall eine Ursachenforschung durchgeführt werden. Es ist ratsam, dabei einen Fachmann hinzuzuziehen. Denn Wasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstands. Die Schadstelle muss deshalb nicht zwingend hinter dem Schimmelfleck liegen.

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