Heizung Neubau

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Welche Heizung eignet sich für den Neubau: Moderne Technik für das neue Haus

Wer eine Heizungsanlage für seinen Neubau sucht, kann sich aus dem reichhaltigen Angebot zahlreicher Heizungssysteme seine individuelle Lösung suchen. Sie werden schnell feststellen, dass sich die Anschaffungskosten zwischen ökologischen Heizungssystemen und Heizungen mit fossilen Brennstoffen sehr stark unterscheiden. Deshalb sollten Sie vorab überlegen, auf was Sie bei der Anschaffung Ihrer Heizung Wert legen und welcher Investitionsrahmen Ihnen zur Verfugung steht.

Neubau © schulzfoto, fotolia.com
Neubau: Welche Heizung soll es sein? © schulzfoto, fotolia.com

Aus finanzieller Sicht ist die Anschaffung von Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energieträgern mit deutlich höheren Investitionskosten verbunden. Auf lange Sicht betrachtet, profitieren Sie aber von günstigen Brennstoffen und einem klimafreundlichen Heizungsbetrieb. Laut neuem Klimaschutzgesetz werden Sie mit modernen Heizungsanlagen, die auf der Basis von erneuerbaren Energieträgern heizen, auch auf lange Sicht keine gesetzgeberischen Probleme bekommen.

Heizungswahl: Beim Neubau haben Sie die Qual der Wahl
Heizungswahl: Beim Neubau haben Sie die Qual der Wahl

Wenn Ihnen niedrige Investitionskosten wichtig sind, dürfte letztendlich nur noch eine Gasheizung in Frage kommen. Laut den Eckpunkten des neuen Klimagesetzes sind bei Neubauten auch weiterhin der Einbau von Gas- und Öl-Heizungsanlagen erlaubt, doch der Betrieb von Ölheizungsanlagen wird auf 30 Jahre begrenzt. Danach muss auf ein Heizungssystem mit erneuerbaren Energieformen umgestiegen werden. Ab 2026 wird der Einbau von Ölheizungsanlagen generell verboten.

WICHTIG: „Ab 2026 dürfen keine neuen Ölheizungen und andere ausschließlich fossil betriebenen Heizungsanlagen neu in Gebäuden installiert werden“, heißt es in den Eckpunkten des Klimagesetzes der Bundesregierung – das könnte der Formulierung nach auch Erdgas-Anlagen einschließen.

Weiterhin sollten Sie unbedingt daran denken, dass die Investitionskosten für Gas- und Ölheizungen zwar gering sind, doch die Bundesregierung in ihrem Klimaschutzprogramm eine CO2-Steuer auf Heizöl und Gas beschlossen hat. Damit wird der Brennstoff in absehbarer Zukunft deutlich teurer. Schon ab 2021 ist damit zu rechnen, dass Gas und Öl um drei Cent pro Liter oder Kubikmeter teurer werden. Nach der völligen Freigabe des CO2-Emissionshandels könnte Öl und Gas um etwa 20 Cent teurer werden.

Öl-Brennwertgerät © IWO
Öl-Brennwertgerät: Noch sinnvoll in Zeiten des Klimaschutzes? © IWO

Wer beim Neubau dennoch auf eine Gas- oder Ölheizung setzt, muss außerdem daran denken, dass Neubauten dem Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG) unterliegen. Es verpflichtet Sie zu einem gewissen Anteil umweltfreundliche Energieträger bei der Beheizung einzusetzen. Wie hoch der Prozentsatz ausfällt, hängt vom Heizungssystem ab. In der Regel handelt es sich um eine Solaranlage. Damit relativieren sich die Investitionskosten zu Heizungsanlage, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden.

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Schon in der Planungsphase des Neubaus sollten Sie Ihre Heizungsanlage mit einbeziehen. So können bauliche Maßnahmen, wie beispielsweise die Vorratshaltung von Holzpellets oder den Standort einer Wärmepumpe, den Verlauf der Rohrleitungen, einer Fußbodenheizung oder die Anbindung einer Solaranlage ans Heizungssystem berücksichtigten.

Beim Neubau kann die Heizung frei geplant werden, zum Beispiel eine Pelletheizung mit Pelletlager
Beim Neubau kann die Heizung frei geplant werden, zum Beispiel eine Pelletheizung mit Pelletlager

Holzheizungen

War Holz als Energieträger bisher eine Nischenanwendung, haben moderne Holzheizungen im Zuge der Klima-Diskussion deutlich an Bedeutung gewonnen. Vom Prinzip her ähneln sie den Gas- oder Ölheizungen. Die Verbrennungshitze wird zum Erwärmen eines Wasserkreislaufs verwendet, mit dessen Hitze die Heizkörper erwärmt werden und diese Wärme abstrahlen. Heizungssysteme mit Holz arbeiten mit drei Varianten: Es werden ganze Holzscheite verbrannt, kleine „Hackschnitzel“ verwendet oder Holzpellets verheizt.

Holzheizung © Oleksandr Delyk, stock.adobe.com
Holzheizung © Oleksandr Delyk, stock.adobe.com

Heizungssysteme mit Holz sind klimaneutral, aber keineswegs emissionsfrei oder umweltschonend! Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Und jeder Baum der verbrannt wird, hat während seines Wachstums genau so viel CO2 aufgenommen, wie er beim Verbrennungsprozess abgibt. Dennoch: beim Verbrennen wird CO2 abgegeben. Holzheizungen sind somit nicht emissionsfrei. Und insbesondere bei der Verbrennung von Holzscheiten werden beträchtliche Mengen mikroskopisch kleiner Rußpartikel freigesetzt, sprich Feinstaub erzeugt.

Heizen mit Holz
Heizen mit Holz

PRO Holz

  • Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und klimafreundlich
  • Hackschnitzel- und Pellet-Systeme funktionieren vollautomatisch
  • Hackschnitzel- und Holzscheitanlagen können mit allen Holzarten betrieben werden
  • keine Wartung
  • Kombination mit Solaranlage möglich

CONTRA Holz

  • CO2– und Feinstaub-Emissionen
  • Holzscheit-Systeme müssen manuell bestückt werden
  • Lagerraum notwendig
  • schwankender Holzpreis

Wärmepumpen

Eine Alternative zu Holz: die Wärmepumpe. Sie entzieht der Umgebung Wärme und wandelt sie durch Kompression zu Heizungswärme um. Dafür benötigt sie allerdings einen gewissen Stromanteil. Wärmepumpen gibt es als Luft-, Erd- oder Solewärmepumpen.

Luftwärmepumpe © Kange Studio, stock.adobe.com
Luftwärmepumpe © Kange Studio, stock.adobe.com

Grundwasser (Sole) als Wärmequelle ist aus energetischer Sicht ideal, bedeutet aber durch notwendige Bohrungen einen höheren Aufwand und damit höhere Kosten. Erdwärmepumpen beziehen ihre Wärme entweder aus einer Bohrung mit darin verbrachten Sonden oder aus im Boden ausgebrachten Rohrleitungen. Das setzt aber genügend Garten voraus.

In der Anschaffung am günstigsten sind Luft-Wärmepumpen, da die Wärmequelle Luft mit wenig Aufwand erschlossen werden kann. Man unterscheidet Modelle zur Innen- oder Außenaufstellung beziehungsweise so genannte Split-Anlagen, wo in der Regel Ventilator, Verdichter und Verdampfer in der Außeneinheit verbleiben, während Verflüssiger, Umwälzpumpe, Hydraulik und Regelung im Hausinneren aufgestellt werden. Eine individuelle Wirtschaftlichkeitsbetrachtung aller in Frage kommenden Varianten ermittelt die günstigste Wärmepumpe.

Wärmepumpe: Effikivität und Effizienz hängt von der Temperatur des Mediums ab
Wärmepumpe: Effikivität und Effizienz hängt von der Temperatur des Mediums ab

Allerdings werden nur etwa 75% der Wärme (je nach Ausführung) dem Grundwasser, der Erde oder der Luft entzogen. Die restlichen 25% entstehen durch Strom. Im Sommer kann die Wärmepumpe (je nach Ausführung) allerdings auch kühlen.

PRO Wärmepumpe

  • kein Platzbedarf; kann nach örtlichen Begebenheiten auch außerhalb des Hauses aufgestellt werden
  • kein CO2-Ausstoß; emissionsfrei
  • kein Kamin notwendig
  • wärmt im Winter, kühlt im Sommer
  • Kombination mit Solaranlage möglich

CONTRA Wärmepumpe

  • hohe Installationskosten bei Erdwärme- und Solewärmepumpen
  • Stromverbrauch
  • Flächen- oder Niedertemperatur-Heizkörper notwendig

Solaranlagen

Solaranlagen können nur als energiesparendes zusätzliches Heizungsmodul gesehen werden. Aufgrund der geringen Sonneneinstrahlung im Winter decken Solarkollektoren rund 60% des Warmwasserjahresbedarfs und benötigen deshalb eine Zusatzbeheizung. Empfehlenswert ist daher eine Kombination von Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung, bei der ein Warmwasserspeicher auch als Wärmequelle für die Heizung genutzt wird.

Solarthermie Installation © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Solarthermieanlage wird installiert © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Dabei wird der Vorlauf für den Heizkreislauf dem oberen Teil des Warmwasserspeichers entnommen, weil dort höhere Temperaturen herrschen. Ist die Sonneneinstrahlung zu gering, heizt ein separater oder in den Warmwasserspeicher integrierter Wärmeerzeuger die Wassertemperatur nach. Auf diese Weise können rund 25% des Heizenergiebedarfs mit Solarenergie gedeckt werden.

Solarthermie: Solare Trinkwassererwärmung macht besonders im Sommer Sinn
Solarthermie: Solare Trinkwassererwärmung macht besonders im Sommer Sinn

Solarkollektoren stellen die umweltfreundlichste Variante der Wärmeerzeugung dar, da durch sie keinerlei CO₂-Emissionen erzeugt werden.

PRO Solaranlage

  • Solaranlagen verbrauchen keine Energie außer der Solarumwälzpumpe
  • kein CO2-Ausstoß; emissionsfrei

CONTRA Solaranlage

  • Effektivität abhängig von der Dachfläche und Dachneigung

Förderangebote

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützen moderne ökologische Heizungsanlagen bei Neubauten.

Fördermittel nutzen © tech_studio, stock.adobe.com
Fördermittel nutzen © tech_studio, stock.adobe.com

Die BAFA bezuschusst:

  • Biomasseanlage bis zu 8.000 Euro pro Vorhaben
  • Wärmepumpe Wasser, Luft und Erde bis zu 15.000 Euro pro Vorhaben

Die KfW bietet die Programme:

  • KfW-Effizienzhaus-Standard
  • Einzelmaßnahme Programm 430, maximal 5.000 Euro
  • Heizungspaket 430, maximal 7.500 Euro

Fazit

Die „beste“ Heizung für Ihren Neubau gibt es leider nicht, weil nicht nur die eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen eine Rolle spielen, um das passende Heizsystem für den Neubau zu finden. Jede Heizungsart selbst stellte bestimmte Bedingungen an das Gebäude. So benötigt beispielsweise eine Pelletheizung ein Pelletlager, eine Wärmepumpe beispielsweise Grundwasser oder ausreichend Gartenfläche.

Bei der Heizung sollte nicht kurzfristig gespart werden
Bei der Heizung sollte nicht kurzfristig gespart werden: Wer langfristig denkt, gewinnt

Wer auf fossile Brennstoffe, wie Gas oder Öl, setzt, macht sicherlich keinen Fehler, weil er 30 Jahre Bestandschutz hat. Er setzt sich aber hinsichtlich der Klima-Diskussion und der absehbaren Preisentwicklung der Brennstoffe erheblichen Risiken aus.

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