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Was ist eine Wohnraumlüftung

Was ist eine Wohnraumlüftung und wie funktioniert sie?

Da die Häuser immer besser gedämmt sind, ist die Gebäudehülle so luftdicht geworden, dass zu wenig Luftaustausch stattfindet. Dies kann zu schlechter Raumluft und zu Schimmelbildung führen, wenn nicht ausreichend gelüftet wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine kontrollierte Wohnraumlüftung tauscht automatisch verbrauchte gegen frische Luft – unabhängig davon, ob jemand zu Hause ist.
  • Sie schützt luftdichte Neubauten vor Feuchte und Schimmel; Geräte mit Wärmerückgewinnung nutzen die Abluftwärme und sparen Heizenergie.
  • Man unterscheidet zentrale Anlagen mit Kanalnetz und dezentrale Einzelgeräte zur Nachrüstung im Bestand.
  • Für Neubauten und größere Sanierungen schreibt die DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept vor.
Zentrale Wohnraumlüftung © Kermi GmbH
Zentrale Wohnraumlüftung © Kermi GmbH
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Um diesen regelmäßigen Luftaustausch zu gewährleisten, egal ob die Bewohner anwesend sind oder nicht, gibt es die kontrollierte Wohnraumlüftung. Diese automatisierte Lüftungsanlage sorgt dafür, dass im Wohnraum entstehende Feuchtigkeit nach außen transportiert wird und genügend Frischluft einströmt.

Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reduziert Lüftungswärmeverluste
Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reduziert Lüftungswärmeverluste

Wie solch eine Wohnraumlüftung funktioniert und welche Systeme unterschieden werden, lesen Sie hier.

Funktionsweise einer kontrollierten Wohnraumlüftung

Bei der automatisierten Wohnraumlüftung wird verbrauchte Luft im Innenraum abgezogen und nach draußen geführt. Gleichzeitig kann frische Außenluft nachströmen. Die Luftmenge kann dabei individuell eingestellt werden, damit ist ein konstantes Raumklima gewährleistet.

Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung © Gerd, stock.adobe.com
Das Zentralgerät einer kontrollierten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist sehr kompakt und benötigt nur wenig Platz © Gerd, stock.adobe.com

In der Lüftungsanlage befinden sich zusätzliche Filter, die die Außenluft filtern, bevor sie ins Innere kommt. Das ist besonders für Allergiker interessant, führt aber auch allgemein zu weniger Staub im Wohnraum.

Als energetisch sinnvoll haben sich Wohnraumlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung herausgestellt. Diese nutzen die in der Abluft enthaltene Wärme über einen Wärmetauscher und heizen damit die Zuluft vor. Dadurch wird die Energie optimal genutzt: Der Wärmebereitstellungsgrad solcher Geräte liegt je nach Modell bei rund 80 bis 90 Prozent, hochwertige zentrale Anlagen erreichen bis zu etwa 95 Prozent.

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Zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen

Zentrale Wohnungslüftung © Buderus
Zentrale Wohnungslüftung © Buderus © Buderus

Bei einer zentralen Zu- und Abluftanlage verteilt ein Kanalnetz gefilterte Zuluft in Wohn- und Schlafräume und führt Abluft aus Küche, Bad oder WC ab. Außen kommen Ansaugung für Außenluft und Auslass für Fortluft hinzu. Dies erfordert aufwändige Installationsarbeiten, deshalb ist die zentrale Variante besonders bei Neubauten interessant.

Funktionsschemas: Zentrale und Dezentrale Lüftungsanlagen in der Übersicht
Funktionsschemas: Zentrale und Dezentrale Lüftungsanlagen in der Übersicht

Bei einer hochwertigen zentralen Lüftungsanlage kann jeder Raum einzeln reguliert werden. Es gibt auch einfachere Varianten, bei denen Schlaf- und Wohnräume an die Zuluft und lediglich Bad und WC an die Abluftleitungen angeschlossen sind.

Dezentrale Lüftungsanlagen bestehen aus Einzelgeräten, die in den jeweiligen Räumen angebracht sind und autark funktionieren. Sie eignen sich besonders zur Nachrüstung im Bestandbau, oder wenn nur wenige Räume belüftet werden sollen.

Zentrale und dezentrale Wohnraumlüftung im Vergleich

KriteriumZentrale AnlageDezentrale Anlage
AufbauEin Zentralgerät, Luftkanäle in alle RäumeEinzelgeräte direkt in der Außenwand
Einbau-Aufwandhoch (Kanalnetz)gering
Nachrüstung im Bestandaufwendiggut geeignet
WärmerückgewinnungSehr hohe Wärmebereitstellungsgrade möglichMöglich, meist paarweise im Pendelbetrieb
RegelungZentral; hochwertige Geräte regeln jeden Raum einzelnPro Raum bzw. Gerät einzeln
Typischer EinsatzNeubau, KomplettsanierungBestand, einzelne Räume

Welches System besser passt, hängt vor allem vom Bauzustand ab. Details lesen Sie im Ratgeber zentrale und dezentrale Wohnraumlüftung.

Quelle: Bundesverband für Wohnungslüftung
Dezentrale Wohnraumlüftung © Buderus
Dezentrale Wohnraumlüftung © Buderus

Bedarfsorientierte Lüftung

Damit ein Mindestluftwechsel gewährleistet ist, muss die kontrollierte Wohnraumlüftung auf einen bestimmten Volumenstrom ausgelegt sein, der dann das Kohlendioxid und die Schadstoffe zuverlässig aus den Räumen bringt und ausreichend Frischluft zuführt.

Die DIN 1946-6 unterscheidet dabei vier Lüftungsstufen, an denen sich die Auslegung orientiert: Die Lüftung zum Feuchteschutz läuft dauerhaft und unabhängig von den Bewohnern, damit auch bei längerer Abwesenheit keine Bauschäden durch Feuchtigkeit entstehen. Die reduzierte Lüftung sichert hygienische Mindeststandards bei zeitweiliger Abwesenheit ab, die Nennlüftung deckt den Normalbetrieb bei üblicher Nutzung und Anwesenheit ab und die Intensivlüftung fängt kurzzeitige Spitzen auf – etwa beim Kochen, Duschen oder wenn viele Personen anwesend sind.

Besonders komfortabel und sicher sind diesbezüglich bedarfsorientierte Lüftungsanlagen. Bei diesen messen CO2– und Feuchtigkeitssensoren den tatsächlichen Gehalt im Raum und werden so optimal gesteuert.

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Blower-Door-Test weist Luftdichtheit nach

Damit eine automatisierte Lüftungsanlage ordnungsgemäß und effektiv arbeiten kann, muss die Gebäudehülle dicht sein. Deshalb raten die Experten, einen Blower-Door-Test machen zu lassen.

Ist das Gebäude nicht luftdicht, kann es zu unangenehmen Zugerscheinungen kommen und wertvolle Wärmeenergie geht verloren. Damit erreichen Sie weder ein angenehmes Raumklima, noch sparen Sie Energie ein.

Blower Door Test
Blower Door Test

Der Blower-Door-Test ist ein Differenzdruck-Messverfahren, bei dem Lecks in der Gebäudehülle aufgefunden werden können. Bei der Durchführung wird ein spezieller Rahmen in eine Tür- oder Fensteröffnung eingespannt. Ein leistungsstarker Ventilator erzeugt je nach Einbaurichtung Unter- oder Überdruck. Ein Messgerät misst die Druckdifferenz zwischen innen und außen vor, während und nach der Messung.

Blower-Door-Test  © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Mit einem Blower-Door-Test wird die Dichtheit der Gebäudehülle nachgewiesen © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Die Kosten für einen Blower-Door-Test belaufen sich bei einem Einfamilienhaus auf etwa 400 bis 800 Euro; umfangreiche Messungen mit Leckage-Ortung kosten mehr.

Tipp: Mit dem Blower-Door-Test lassen sich Leckagen finden und die Luftwechselrate bei 50 Pascal ermitteln. Für den Luftdichtheitsnachweis nach dem GModG ist DIN EN ISO 9972:2018-12 maßgeblich; DIN EN 13829 ist die Vorgängernorm.
Blower-Door-Test © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Blower-Door-Test

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) verlangt für Neubauten eine dauerhaft luftdichte Gebäudehülle (§ 13 GModG); eine Blower-Door-Messung ist… weiterlesen

Gesetzliche Vorgaben zur Wohnraumlüftung

Das Gebäudemodernisierungsgesetz — bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz — begrenzt bei Neubauten vor allem den Jahres-Primärenergiebedarf und die energetische Qualität der Gebäudehülle. Dadurch sind Neubauten gegenüber älteren Baustandards deutlich energieeffizienter zu planen.

In § 13 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (Dichtheit) ist festgelegt, dass die wärmeübertragende Gebäudehülle dauerhaft luftundurchlässig nach den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet sein muss. Damit werden unkontrollierte Wärmeverluste über Fugen und Spalten in der Gebäudehülle begrenzt.

Zugleich bleibt der für Gesundheit, Beheizung und Feuchteschutz erforderliche Mindestluftwechsel zu berücksichtigen. Die DIN 1946-6 sieht dafür ein Lüftungskonzept vor, insbesondere bei Neubauten und bestimmten Sanierungen.

Im Lüftungskonzept ist die „Lüftung zum Feuchteschutz“ die niedrigste Stufe: Sie soll Feuchteschäden auch ohne regelmäßiges Fensteröffnen vermeiden. Reicht die natürliche Infiltration dafür nicht aus, können lüftungstechnische Maßnahmen nötig werden.

Wann ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 nötig?

Neubau: Für jede neue Wohnung bzw. jedes neue Wohngebäude ist grundsätzlich ein Lüftungskonzept zu erstellen.
Fenstertausch im Bestand: wenn mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht wird (Ein- und Mehrfamilienhaus).
Dachsanierung im Einfamilienhaus: wenn mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet wird.
Zweck: Das Konzept prüft, ob die Lüftung zum Feuchteschutz auch ohne Zutun der Bewohner sichergestellt ist – oft ist dafür eine ventilatorgestützte Lüftung nötig.
Quelle: DIN 1946-6:2019-12 (Lüftung von Wohnungen)
Zentrale Wohnraumlüftungsanlage © Wolf GmbH
Für wen lohnt sich eine Lüftungsanlage?

Für welche Zielgruppe lohnt sich eine Lüftungsanlage eigentlich? Eine kontrollierte Wohnraumlüftung führt den Räumen regelmäßig frische Luft zu und sorgt… weiterlesen

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