Was ist eine Wohnraumlüftung

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Was ist eine Wohnraumlüftung und wie funktioniert Sie?

Da die Häuser immer besser gedämmt sind, ist die Gebäudehülle so luftdicht geworden, dass zu wenig Luftaustausch stattfindet. Dies kann zu schlechter Raumluft und zu Schimmelbildung führen, wenn nicht ausreichend gelüftet wird.

Zentrale Wohnraumlüftung © Kermi GmbH
Zentrale Wohnraumlüftung © Kermi GmbH

Um diesen regelmäßigen Luftaustausch zu gewährleisten, egal ob die Bewohner anwesend sind oder nicht, gibt es die kontrollierte Wohnraumlüftung. Diese automatisierte Lüftungsanlage garantiert, dass im Wohnraum entstehende Feuchtigkeit nach außen transportiert wird und genügend Frischluft einströmt.

Eine Lüftungsanlage vermeidet Wärmeverlust
Eine Lüftungsanlage vermeidet Wärmeverlust

Wie solch eine Wohnraumlüftung funktioniert und welche Systeme unterschieden werden, lesen Sie hier.

Funktionsweise einer kontrollierten Wohnraumlüftung

Bei der automatisierten Wohnraumlüftung wird verbrauchte Luft im Innenraum abgezogen und nach draußen geführt. Gleichzeitig kann frische Außenluft nachströmen. Die Luftmenge kann dabei individuell eingestellt werden, damit ist ein konstantes Raumklima gewährleistet.

Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung © Gerd, stock.adobe.com
Das Zentralgerät einer kontrollierten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist sehr kompakt und benötigt nur wenig Platz © Gerd, stock.adobe.com

In der Lüftungsanlage befinden sich zusätzliche Filter, die die Außenluft filtern, bevor sie ins Innere kommt. Das ist besonders für Allergiker interessant, führt aber auch allgemein zu weniger Staub im Wohnraum.

Als energetisch sinnvoll haben sich Wohnraumlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung herausgestellt. Diese nutzen die in der Abluft enthaltene Wärme über einen Wärmetauscher und heizen damit die Zuluft vor. Dadurch wird die Energie optimal genutzt, der Wirkungsgrad dieser Geräte liegt bei 95 Prozent und mehr.

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Zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen

Zentrale Wohnungslüftung © Buderus
Zentrale Wohnungslüftung © Buderus © Buderus

Bei einer zentralen Anlage gibt es zwei Ausgänge, einen für die Zuluft und einen für die Abluft. Im Haus sorgt ein Leitungssystem für die Verteilung der Frischluft und die Aufnahme der verbrauchten Raumluft. Dies erfordert aufwändige Installationsarbeiten, deshalb ist die zentrale Variante besonders bei Neubauten interessant.

Funktionsschemas: Zentrale und Dezentrale Lüftungsanlagen in der Übersicht
Funktionsschemas: Zentrale und Dezentrale Lüftungsanlagen in der Übersicht

Bei einer hochwertigen zentralen Lüftungsanlage kann jeder Raum einzeln reguliert werden. Es gibt auch einfachere Varianten, bei denen Schlaf- und Wohnräume an die Zuluft und lediglich Bad und WC an die Abluftleitungen angeschlossen sind.

Dezentrale Lüftungsanlagen bestehen aus Einzelgeräten, die in den jeweiligen Räumen angebracht sind und autark funktionieren. Sie eignen sich besonders zur Nachrüstung im Bestandbau, oder wenn nur wenige Räume belüftet werden sollen.

Dezentrale Wohnraumlüftung © Buderus
Dezentrale Wohnraumlüftung © Buderus

Bedarfsorientierte Lüftung

Damit ein Mindestluftwechsel gewährleistet ist, muss die kontrollierte Wohnraumlüftung auf einen bestimmten Volumenstrom ausgelegt sein, der dann das Kohlendioxid und die Schadstoffe zuverlässig aus den Räumen bringt und ausreichend Frischluft zuführt.

Besonders komfortabel und sicher sind diesbezüglich bedarfsorientierte Lüftungsanlagen. Bei diesen messen CO2– und Feuchtigkeitssensoren den tatsächlichen Gehalt im Raum und werden so optimal gesteuert.

Blower-Door-Test weist Luftdichtheit nach

Damit eine automatisierte Lüftungsanlage ordnungsgemäß und effektiv arbeiten kann, muss die Gebäudehülle dicht sein. Deshalb raten die Experten, einen Blower-Door-Test machen zu lassen.

Ist das Gebäude nicht luftdicht, kann es zu unangenehmen Zuerscheinungen kommen und wertvolle Wärmeenergie geht verloren. Damit erreichen Sie weder ein angenehmes Raumklima, noch sparen Sie Energie ein.

Blower Door Test
Blower Door Test

Der Blower-Door-Test ist ein Differenzdruck-Messverfahren, bei dem Lecks in der Gebäudehülle aufgefunden werden können. Bei der Durchführung wird ein spezieller Rahmen in eine Tür- oder Fensteröffnung eingespannt. Ein leistungsstarker Ventilator erzeugt ja nach Einbaurichtung Unter- oder Überdruck. Ein Messgerät misst die Druckdifferenz zwischen innen und außen vor, während und nach der Messung.

Blower-Door-Test  © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Mit einem Blower-Door-Test wird die Dichtheit der Gebäudehülle nachgewiesen © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Die Kosten für einen Blower-Door-Test belaufen sich ungefähr auf 300 bis 600 Euro.

Tipp: Mit dem Blower-Door-Test können nicht nur Leckagen festgestellt werden, sondern es kann auch die Luftwechselrate berechnet werden, die nach DIN EN 13829 nötig ist.

Gesetzliche Vorgaben zur Wohnraumlüftung

Im Zuge der immer strenger werdenden Richtlinien der Energieeinsparverordnung müssen besonders Neubauten gut gedämmt und energieeffizient sein. Der Jahresenergiebedarf eines Hauses, also die benötigte Heizwärme, ist um gut ein Drittel gesunken.

Im §6 der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist festgelegt, dass ein Neubau dauerhaft luftundurchlässig sein muss. Damit werden Wärmeverluste über Fugen und Spalten in der Gebäudehülle ausgeschlossen.

Gleichzeitig muss der vorgeschriebene Mindestluftwechsel eingehalten werden. Das fordert nicht nur die Energieeinsparverordnung, sondern auch die DIN 1956-6, die ein Lüftungskonzept für Neubauten erforderlich macht.

Unter Mindestluftwechsel versteht man die „Lüftung zum Feuchtschutz“, damit sich keine Feuchtigkeit im Wohnraum ansammelt. Um dies zu gewährleisten, ist in vielen Fällen eine kontrollierte Wohnraumlüftung notwendig.

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