Vorteile von Wärmepumpen
Alternative Energien liegen voll im Trend. Zum einen durch die politische Entwicklung – weg von der Atomenergie, hin zum Ausbau regenerativer Energiequellen – und zum anderen durch die damit verbundenen attraktiven Förderprogramme. Wärmepumpen bieten in diesem Bereich einen guten Ansatz, punkten dabei aber längst nicht nur durch ihre Umweltfreundlichkeit.
Das Wichtigste in Kürze
- Wärmepumpen heizen effizient mit Umweltwärme, verursachen im Betrieb keine direkten Emissionen und können auch kühlen.
- Sie sind wartungsarm, langlebig und sparen bei reinen Wärmepumpenanlagen die Schornsteinfeger-Kosten.
- Wie hoch die Ersparnis ausfällt, hängt von Jahresarbeitszahl, Strompreis und Gebäudezustand ab.

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Niedrige Emissionswerte
Natürlich steht die Umweltfreundlichkeit in der Wärmepumpentechnik im Vordergrund. Doch warum ist eine Wärmepumpe überhaupt freundlich zur Umwelt? Wärmepumpen nutzen die in Luft, Wasser oder Erde gespeicherte Sonnenenergie, um sie mit Hilfe einer (strombetriebenen) Wärmepumpe auf ein für Heizzwecke nötiges Temperaturniveau zu bringen. In der Praxis entscheidet die Jahresarbeitszahl: Eine JAZ von 4 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom rund 4 kWh Wärme werden; gemessene Anlagen im Bestand liegen je nach System und Auslegung teils darunter oder darüber. Hinzu kommt, dass Wärmepumpen bei ihrem Betrieb selbst keine direkten Emissionen verursachen, sie sind schließlich nicht auf einen Verbrennungsvorgang angewiesen, wie etwa Gas- oder Ölheizungen. Indirekte CO2-Emissionen entstehen vor allem durch den Strommix; zusätzlich können Kältemittelverluste Treibhausgasemissionen verursachen. Je mehr regenerativ erzeugter Strom genutzt wird, desto größer ist der Klimaeffekt.

Niedrige Heizkosten
Da die Wärmepumpe nur einen geringen Anteil an Strom benötigt, um die aus Luft, Wasser oder Erde gewonnenen Wärme so weit zu temperieren, dass sie für Heizzwecke nutzbar ist, wartet sie mit einer deutlich geringeren Verlustrate auf, als Öl- oder Gasheizungen. Aus einem Teil Strom können bei guter Planung mehrere Teile Wärme werden. Ob die Wärmepumpe den Geldbeutel langfristig schont, hängt vor allem von Jahresarbeitszahl, Wärmepumpenstromtarif, Wärmebedarf und Investitionskosten ab.

Multitalent Wärmepumpe
Wärmepumpen können nicht nur die eigenen vier Wände heizen und für warmes Wasser sorgen, sondern auch zum Kühlen verwendet werden. Je nach Gerät und Wärmequelle ist aktive oder passive Kühlung möglich; dafür müssen Wärmepumpe, Regelung und Wärmeverteilung geeignet sein. Bei aktiver Kühlung wird der Kältekreis umgekehrt, bei passiver Kühlung wird die niedrige Temperatur von Erdreich oder Grundwasser über Wärmetauscher genutzt. Bei Erdsonden kann der Kühlbetrieb im Sommer die Wärmequelle thermisch regenerieren und die Effizienz in der Heizperiode unterstützen. Wie groß der Effekt ausfällt, hängt von Auslegung, Boden und Nutzungsprofil ab.

Kein Schornstein und kein Schornsteinfeger
Betreiber einer Wärmepumpe können sich die Kosten für den Schornsteinfeger sparen. Das regelmäßige Kehren und die jährliche Abgaskontrolle entfallen, da der Betrieb einer Wärmepumpe nicht auf dem Verbrennungsprinzip beruht. Wärmepumpen arbeiten mit Hilfe der Kompression und dabei entstehen keine Emissionen, was gleichzeitig auch den Schornstein überflüssig macht. Bestandsbauten sind zwar in der Regel mit einem Schornstein versehen, dieser wird für den Betrieb einer Wärmepumpe allerdings nicht mehr benötigt. Im Neubaubereich spart das dann auch noch die Baukosten für den Schornstein.

Ein langes Leben (fast) ohne Wartung
Wärmepumpen sind im Vergleich zu Verbrennungsheizungen wartungsarm, aber nicht völlig wartungsfrei. Regelmäßige Sicht- und Funktionsprüfungen sind sinnvoll; gesetzliche Dichtheitskontrollen hängen vor allem von Kältemittelart und Füllmenge ab, Filterwechsel – etwa bei der Luft-Luft-Wärmepumpe – von der Gerätebauart. In Sachen Haltbarkeit sind Wärmepumpen hingegen beinahe unschlagbar. Kein Wunder, ist die (Kühlschrank-) Technik doch schon seit Jahrzehnten etabliert und beruht auf nur wenigen mechanischen Komponenten. Der Verschleiß vieler Bauteile ist zwar geringer als bei Verbrennungsheizungen; ein dauerhaft gleichbleibender Wirkungsgrad lässt sich daraus aber nicht pauschal ableiten. Planung, Einstellungen, Wartung und Betriebsbedingungen bleiben für zuverlässigen und effizienten Betrieb entscheidend.

Stromverbrauch und Betriebskosten von Wärmepumpen: Das müssen Sie wissen Ein Blick auf die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen führt an den folgenden… weiterlesen
Wertsteigerung der Immobilie
Bei Verkauf oder Neuvermietung müssen Eigentümer nach dem GEG in der Regel einen Energieausweis vorlegen; seit der EnEV 2014 sind zudem Pflichtangaben in kommerziellen Immobilienanzeigen deutlich geregelt. Eine energetische Sanierung und nicht zuletzt ein effizientes und kostengünstiges Heizsystem gewinnt immer mehr an Bedeutung. Eine Wärmepumpe kann die energetische Bewertung verbessern, ersetzt aber keine notwendige Gebäudesanierung. Ob zuerst Heizung, Wärmedämmung oder eine Kombination sinnvoll ist, hängt von Wärmebedarf, Vorlauftemperatur, Investitionskosten und Förderung ab; pauschale Prozentwerte sind ohne Gebäudeberechnung nicht belastbar.
Ein Energieausweis dokumentiert Energiekennwerte und kann eine bessere energetische Bewertung sichtbar machen. Das kann Vermietung oder Verkauf unterstützen; die tatsächliche Wertwirkung hängt aber vom gesamten Gebäudezustand, Markt und Energiepreisniveau ab.
Für wen lohnt sich eine Wärmepumpe besonders?
Am meisten profitieren gut gedämmte Gebäude und Heizsysteme mit niedriger Vorlauftemperatur – etwa eine Fußbodenheizung oder ausreichend große Heizkörper. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage und Ökostrom fällt die Klimabilanz besonders günstig aus. Im weniger gedämmten Altbau lohnt sich vorab eine Heizlastberechnung, oft zusammen mit dem Austausch einzelner Heizkörper.
Wärmepumpe: die Vorteile – und was Sie bedenken sollten
Vorteile
- Nutzt kostenlose Umweltwärme: aus einer Kilowattstunde Strom werden mehrere Kilowattstunden Wärme
- Im Betrieb keine direkten Abgase – mit Ökostrom oder PV eine deutlich bessere Klimabilanz
- Heizt und kühlt mit nur einer Anlage
- Wartungsarm, langlebig, kein Schornsteinfeger
- Kann den Wert der Immobilie steigern
Nachteile
- Höhere Anschaffungskosten als ein Gas- oder Ölkessel
- Effizienz hängt von niedriger Vorlauftemperatur und gutem Gebäudezustand ab
- Luft-Wärmepumpen können Betriebsgeräusche verursachen

Nachteile von Wärmepumpen Auch Wärmepumpen sind nicht nur mit Vorteilen behaftet. Wenn eine Wärmepumpe zu Heizzwecken oder zur Erwärmung des… weiterlesen




