Brennerstörung: Was tun, wenn der Brenner nicht anspringt?
Fällt der Brenner an einem kalten Wintertag aus, ist schnelle Hilfe angesagt. Auch ohne allzu viel technisches Wissen können Sie einige Ursachen ausschließen. Lesen Sie im folgenden Artikel, was Sie als Erstes überprüfen sollten und wann der Fachbetrieb ran muss.
Das Wichtigste in Kürze
- Vier Checks vor dem Anruf: Notschalter, Wasserdruck am Manometer, Brennstoffzufuhr und Störungsanzeige.
- Ölheizung: Entstörtaste als Laie nur einmal nach Bedienungsanleitung drücken — bleibt die Störung, übernimmt der Fachbetrieb.
- Die Kosten für einen Brennertausch hängen von Modell, Leistung und Montageaufwand ab; holen Sie vorab einen Kostenvoranschlag ein.

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Welche Funktion hat der Brenner?
Sowohl bei Gas- als auch bei Ölheizungen wandelt der Brenner die chemische Energie des Brennstoffs in Wärme um. Im Kessel sorgen Wärmeübertrager dafür, dass diese Wärme das Wasser aufheizt, die dann im Heizungskreislauf zirkuliert.
Damit die Verbrennung stattfindet, sind eine ständige Brennstoffzufuhr sowie Sauerstoff aus der Luft und eine Flamme notwendig. Was einfach klingt, erfordert ausgefeilte Technik. So erzeugt die Verbrennung bei geringer Sauerstoffzufuhr mehr Schadstoffe. Zu viel Luft sorgt wiederum für einen hohen Energieverbrauch.

Bei einem Ölbrenner muss das Heizöl zudem aufbereitet werden. Es gelangt in feinen Tröpfchen oder gasförmig zum Brenner, damit während der Verbrennung kein Ruß entsteht. Auch moderne Gasbrenner gewährleisten eine optimale Verbrennung und verbrauchen im Vergleich zu älteren Modellen weniger Energie. Sogenannte Gebläsebrenner vermischen in einer Düse das Gas mit Luft, um den Wirkungsgrad zu erhöhen. Besonders sparsam arbeiten katalytische Brenner, bei denen das Gas ohne Flamme oxidiert.
Zudem handelt es sich bei den neueren Geräten um modulierende Gasbrenner, die die Leistung an den Wärmebedarf anpassen. Ältere Gasheizungen können eine dauerhaft brennende Zündflamme haben; viele Anlagen zünden jedoch bedarfsabhängig. Bei neueren Geräten erfolgt die Zündung häufig elektronisch, etwa per Zündfunken.
Warum bleibt der Brenner aus?
Springt der Brenner nicht an, kann das mehrere Ursachen haben. Einige einfache Gründe können Sie auch als Laie selbst ausschließen. Bei einem Defekt prüft der Fachbetrieb zunächst, ob eine Reparatur wirtschaftlich und sicher möglich ist; erst dann kommt ein Austausch in Betracht. Im Schnitt hält ein Brenner 15 bis 20 Jahre, manche versagen aber schon früher. Zunächst sollten Sie aber überprüfen, ob andere Probleme bestehen.
Brenner aus? Der Selbstcheck in 4 Schritten
Notschalter prüfen
Leuchtet die LED am Heizungsnotschalter nicht, wurde er versehentlich betätigt — wieder einschalten.
Wasserdruck ablesen
Zeiger unter dem für Ihre Anlage markierten Sollbereich? Prüfen Sie die Bedienungsanleitung; Wasser nur nach Herstellervorgabe nachfüllen.
Brennstoffzufuhr kontrollieren
Gashahn offen? Öltank gefüllt und Entnahmeventil auf? Bei Gas im Zweifel den Versorger nach Störungen fragen.
Störungsanzeige beachten
Ölheizung nach Bedienungsanleitung als Laie nur einmal entstören; bleibt die Störung, Fachbetrieb mit Fehlercode anrufen.

Heizung aus Versehen ausgeschaltet
Diese einfachste Ursache kommt relativ häufig vor. Der Notschalter, der an der Wand neben dem Kessel montiert wird, soll bei einer Fehlfunktion der Anlage Schäden verhindern. Drückt ihn jemand in der Dunkelheit jedoch aus Versehen, schaltet er damit die Heizung aus. Ob das der Fall ist, sehen Sie an der kleinen LED-Leuchte am Schalter. Leuchtet sie nicht, wurde der Schalter betätigt. Schalten Sie die Heizung wieder ein, sollte sie wieder ordnungsgemäß funktionieren.

Zu niedriger Wasserdruck
Im Heizungskreislauf ist ein gewisser Druck notwendig, damit das Wasser zirkuliert und alle Heizkörper erreicht. Wie hoch der optimale Druck ist, hängt von den Gegebenheiten Ihres Hauses ab. In der Regel beträgt er aber zwischen 1,0 und 2,0 bar. Der statische Anlagendruck entsteht durch korrektes Befüllen und das Ausdehnungsgefäß; die Umwälzpumpe sorgt vor allem dafür, dass das Heizungswasser zirkuliert. Sinkt der Druck, liegt meist Wasserverlust oder ein Problem am Ausdehnungsgefäß, an einem Ventil oder an einer Undichtigkeit vor. Bei deutlich zu niedrigem Anlagendruck kann die Regelung eine Störung melden oder die Anlage abschalten; maßgeblich sind die Angaben des Herstellers.
Ob der Wasserdruck in Ihrer Heizungsanlage dem Sollwert entspricht, sehen Sie am Manometer. Befindet sich der Zeiger im grünen Bereich, ist alles in Ordnung. Ist der Druck zu niedrig, rutscht er dagegen in den roten Bereich. Bei neueren Anlagen erfolgt die Anzeige digital. Dabei blinkt bei zu niedrigem Wasserdruck das Display oder ein Fehlercode erscheint.

Gründe für einen zu niedrigen Wasserdruck sind unter anderem ein defektes Membrandruckausgleichsgefäß, ein undichtes oder falsch ausgelegtes Sicherheitsventil oder zu wenig Wasser in der Anlage. Ohne tiefe Kenntnisse in der Materie können Sie lediglich nach Leckagen suchen und die Anlage nachfüllen. Bei allen anderen Fehlfunktionen wenden Sie sich dagegen an einen Heizungsinstallateur.

Die Brennstoffzufuhr ist unterbrochen
Gelangt kein Brennstoff in den Brenner, findet logischerweise keine Verbrennung statt. Bei einer Gasheizung sollten Sie kontrollieren, ob der Hahn aus Versehen geschlossen wurde. Ist der Gashahn offen und besteht der Verdacht einer Versorgungsstörung, kontaktieren Sie den Netzbetreiber. Ist das nicht der Fall, kommt ein Defekt der Brennerdüse in Frage. Einen solchen Fehler kann aber nur ein Techniker nachweisen.

Sicherheit geht vor: Gasgeruch und Gasleitungen
- Nie selbst an Gasleitungen arbeitenBei unsachgemäßen Eingriffen kann Gas austreten und sich entzünden — Arbeiten am Gasstrang gehören ausschließlich in Fachhände.
- Bei Gasgeruch sofort handelnKeine Schalter oder Geräte betätigen, Fenster öffnen, Gashahn schließen, Gebäude verlassen und den Störungsdienst des Netzbetreibers anrufen.
Haben Sie eine Ölheizung, kontrollieren Sie den Tank. Befindet sich kaum mehr Öl, sollten Sie ihn nachfüllen. Auch sollten Sie verifizieren, dass das Entnahmeventil geöffnet ist. Es kann aber auch sein, dass Verschmutzungen die Leitungen oder Ventile blockieren. Auch in diesem Fall ist ein Fachmann unabdingbar.
Die Störungsleuchte ist an
Haben Sie alle oben beschriebenen Ursachen ausgeschlossen und leuchtet die Störungsleuchte, liegt wahrscheinlich eine Fehlfunktion des Brenners vor. Bei Ölheizungen können Sie die Störung einmal über die Entstörtaste am Feuerungsautomaten quittieren — springt der Brenner danach an und bleibt die Störung aus, war es eine einmalige Fehlzündung. Richten Sie sich nach der Bedienungsanleitung; als allgemeine Faustregel gilt: Entstören Sie als Laie nur einmal. Bei jedem Startversuch wird Öl eingespritzt, und wiederholtes Entstören kann Brenner beziehungsweise Ölpumpe beschädigen oder unverbrannten Brennstoff in den Feuerraum bringen. Eine genaue Fehlerdiagnose kann darüber hinaus nur der Heizungsfachmann vornehmen. Müssen Sie den Brenner austauschen, hängen die Kosten von Modell, Leistung, Ersatzteilen und regionalem Montageaufwand ab. Holen Sie vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag ein. Ist der Kessel selbst schon in die Jahre gekommen, lohnt vor dem Brennertausch der Vergleich mit einem kompletten Heizungstausch. Wichtig zu wissen: Bestehende Öl- und Gasheizungen dürfen weiter betrieben und repariert werden — auch alte Konstanttemperaturkessel. Das frühere Betriebsverbot nach § 72 GEG ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) entfallen, das seit dem 29. Juli 2026 gilt; ebenso gestrichen sind die 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Wärme und die Beratungspflicht vor dem Einbau einer Öl- oder Gasheizung. Wer den Kessel ersetzt, hat damit freie Wahl unter den Anlagentypen. Für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 neu in ein bestehendes Gebäude kommen, gilt allerdings ein steigender Mindestanteil klimafreundlicherer Brennstoffe an der bereitgestellten Wärme (§ 43 GModG). Der Umstieg auf erneuerbares Heizen wird staatlich gefördert; die aktuellen Bedingungen stehen im Ratgeber zu Fördermitteln.
Der Heizungs-Check Beim Heizungs-Check handelt es sich um ein Prüfverfahren, das das Energiesparpotential insbesondere älterer Heizungsanlagen aufzeigen soll. Entwickelt wurde… weiterlesen




