Tipps zur Regelungstechnik der Warmwasserheizung in Wohngebäuden
Austausch von Thermostatventilen
Thermostatventile regeln die Raumtemperatur. Dabei dehnt sich ein Medium im Thermostatkopf aus und drückt auf einen kleinen Stab, der den Durchfluss des Heizkörpers mit Heizwasser regelt. Diese Ventile unterliegen einem normalen Alterungsprozess, was bedeutet, dass sie mit der Zeit träge werden. Einher geht damit, dass die eingestellte relative Raumtemperatur stärker variiert als bei leichter gängigen Thermostatventilen. Der Austausch von diesen Ventilen kostet jedoch nur relativ wenig. Daher sind Einbau und Austausch von Thermostatventilen ein vergleichsweise günstiger Einstieg in die Kleinsanierung der Regelungstechnik. Moderne Ventilköpfe können zudem auch mit einem Zeitprogramm und anderen Regelgrößen gesteuert werden. Auf diese Weise erhöht sich das Potential nochmals entsprechend. Bei Wohnräumen, die tagsüber leer stehen — etwa bei Berufstätigen —, ist das Potenzial am höchsten.
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Das Wichtigste in Kürze
- Träge gewordene Thermostatventile austauschen ist der günstigste Einstieg in eine bessere Regelung.
- Heizkurve: Parallelverschiebung vorsichtig absenken spart vor allem bei zu hoher Grundeinstellung Energie.
- Eingriffe an der Kessel-Regelung wie Nachlaufzeiten oder Maximaltemperatur gehören in Fachbetriebs-Hand.


Einstellung der Heizungsanlagen
Die Regelungstechnik der Warmwasserheizung sorgt für den automatischen Betrieb der Heizungsanlage. Hier werden in verschiedenen Abhängigkeiten die Systemgrößen automatisch geändert und dabei Verbrennungsluft, Brennstoffzufuhr, Pumpen, Ventile, Klappen gesteuert. Diese Technik ist für den Energieverbrauch einer Anlage wesentlich. Sie befindet sich meist an den Kesseln der Heizungsanlagen.

Dabei können Nutzer bis zu einem bestimmten Grad „von Hand“ bestimmte Vorgaben erteilen. Ohne etwas Grundwissen führt das allerdings selten zum Optimum. Diejenigen hingegen, die sich ein wenig mit der Materie auseinandersetzen kennen die Beeinflussbarkeit der so genannten Heizkurve. Diese beschreibt die Wasservorlauftemperatur der Heizung in Abhängigkeit der Außentemperatur. Grundsätzlich wird diese so geführt, dass die Vorlauftemperatur höher wird, je kälter die Außentemperatur ist. Laienhaft gesprochen ist die Vorlauftemperatur dabei die Wasseraustrittstemperatur aus dem Kessel.
Die Regelung kennt dabei zwei Stellgrößen:
- die Parallelverschiebung
- die Steilheit
Die Steilheit gibt an, um wie viel Grad die Soll-Vorlauftemperatur je °C Außentemperatur ansteigen soll gegenüber dem Grundwert.


Faustwerte für die Einstellung:
Heizkurve: Wann flacher, wann steiler?
| Gebäude / Heizsystem | Steilheit |
|---|---|
| Sehr gut gedämmtes Gebäude | flacher |
| Fußbodenheizung | flacher |
| Wandheizung | flacher |
| Normaler Heizkörper | steiler |
| Älteres, unsaniertes Gebäude | steiler |
Die Parallelverschiebung ist der eigentliche Angriffspunkt für den Laien. Davon ausgehend, dass ein Handwerker eine Grundeinstellung vornehmen würde, die im Zweifelsfall den Raum gut warm werden lässt, kann folgendes empfohlen werden:
Zunächst mit der Parallelverschiebung den Wert sukzessive senken bis zu dem Punkt, an dem sich ein gewisses Unwohlsein einstellt. Anschließend wieder leicht nach oben korrigieren. Damit lässt sich vor allem bei zu hoher Grundeinstellung Energie sparen; für eine richtig eingestellte Heizungsregelung nennen die Verbraucherzentralen etwa fünf Prozent als Orientierungswert.
Parallelverschiebung selbst optimieren
Ausgangswert notieren
Aktuelle Einstellung der Parallelverschiebung am Regler festhalten — so finden Sie jederzeit zurück.
Schrittweise absenken hier entsteht die Ersparnis
Den Wert in kleinen Stufen reduzieren und jeweils ein bis zwei Tage abwarten.
Komfortgrenze finden
Stellt sich ein leichtes Unwohlsein ein, ist die Grenze erreicht.
Leicht zurückkorrigieren im Zweifel Fachbetrieb
Einen kleinen Schritt nach oben — fertig. Bei Problemen den Fachbetrieb auf Heizkurve und Abgleich schauen lassen.
Maximaltemperaturbegrenzer
Der Maximaltemperaturbegrenzer ist vor allem eine Sicherheitseinrichtung: Er verhindert, dass zulässige Kessel- oder Systemtemperaturen überschritten werden. Als Energiespar-Hebel eignet sich für Nutzer daher nicht der Sicherheitsbegrenzer selbst, sondern die fachgerechte Begrenzung der maximalen Vorlauftemperatur beziehungsweise die Anpassung der Heizkurve. Solche Einstellungen sollten Wartung oder Fachbetrieb prüfen, weil sie zum jeweiligen Wärmeerzeuger und Heizsystem passen müssen.
Steuerung der Nachlaufzeiten der Heizungspumpe
Ein weiterer noninvestiver Energiespartipp ist die Steuerung der Nachlaufzeiten der Pumpen. Beispielweise sorgt die Kesselpumpe in jeder Heizungsanlage dafür, dass in der Nachlaufzeit noch genügend Wasser durch die Wärmetauscher fließt, obwohl die eigentliche Verbrennung bereits beendet ist. Dies ist unabdingbar, damit keine Überhitzung des Brennraumes stattfindet. Bei der Optimierung bewertet der Fachbetrieb, wie lange die Pumpe nachlaufen sollte, um Restwärme sicher abzuführen. Vor- und Rücklauftemperaturen können dafür ein Hinweis sein, ersetzen aber nicht die herstellerspezifischen Vorgaben. Bei manchen Regelungen lässt sich eine zu lange Pumpennachlaufzeit reduzieren; wie groß die Stromersparnis ausfällt, hängt vor allem von Pumpentyp, Laufzeiten und Regelung ab.
Erst die Regelung, dann der Abgleich
Die beste Regelung stößt an Grenzen, wenn die Wärme ungleich im Haus verteilt wird. Wer Thermostatventile erneuert und die Heizkurve angepasst hat, sollte deshalb im zweiten Schritt einen hydraulischen Abgleich prüfen lassen — erst dann kommen die optimierten Einstellungen in jedem Raum wirklich an. Seit 1. Oktober 2024 schreibt § 60b GEG für wassergeführte ältere Heizungsanlagen in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen eine Heizungsprüfung und erforderliche Optimierung vor, wenn die Anlage keine Wärmepumpe ist — vor dem 1. Oktober 2009 eingebaute Anlagen bis zum 30. September 2027, jüngere innerhalb eines Jahres nach 15 Jahren Betriebszeit; beim Neueinbau einer wassergeführten Heizung ist in solchen Gebäuden zusätzlich der hydraulische Abgleich nach § 60c GEG vorgeschrieben.
Heizungssteuerung und Heizungsregelung Heizungssteuerung und Heizungsregelung sind Teil der Systemtechnik und sorgen dafür, dass alle Komponenten bestens ineinandergreifen und die… weiterlesen




