Heizungssteuerung und Heizungsregelung
Heizungssteuerung und Heizungsregelung sind Teil der Systemtechnik und sorgen dafür, dass alle Komponenten bestens ineinandergreifen und die Wärme wohldosiert und zuverlässig über die Heizkörper oder Heizflächen in die Wohnräume transportiert wird. Häufig werden die beiden Begriffe „Heizungssteuerung“ und „Heizungsregelung“ so benutzt, als wären sie dasselbe. Doch es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Steuerung schaltet die Heizung allein nach einer Eingangsgröße wie der Außentemperatur, ohne das Ergebnis im Raum zurückzumessen.
- Eine Regelung vergleicht laufend Soll- und Ist-Wert und gleicht Störungen wie offene Fenster oder Sonneneinstrahlung aus.
- Witterungsgeführte Systeme nutzen Außentemperaturfühler und Heizkennlinie; raumtemperaturgeführte richten sich nach einem Raumfühler.
- § 63 GEG verlangt grundsätzlich raumweise Temperaturregelung bei wassergeführten Heizungen; smarte Thermostate ergänzen Zeitprogramme und App-Bedienung.

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Vereinfacht ausgedrückt, gibt eine Heizungssteuerung anhand vorgegebener Eingangsgrößen Befehle an die Anlage, etwa Ein-/Ausschalten oder eine Ziel-Vorlauftemperatur. Beispiel: Unterschreitet die Außentemperatur einen hinterlegten Wert, startet die Anlage nach Programm oder Heizkurve. Ob die gewünschte Raumtemperatur tatsächlich erreicht ist, prüft eine reine Steuerung nicht laufend über den Raum zurück – genau das unterscheidet sie von einer Regelung.
Die Heizungsregelung geht einen deutlichen Schritt weiter. Sie verarbeitet nicht nur eine Eingangsgröße zu einer Soll-Größe, sondern überwacht auch das Erreichen der Soll-Größe. Die Regelung vergleicht dabei die Soll-Größe (gewünschte Raumtemperatur) mit dem Ist-Wert (tatsächliche Raumtemperatur). Die Heizungsregelung berücksichtigt deshalb auch Störfaktoren, wie beispielsweise geöffnete Fenster oder zusätzliche Wärme durch Sonneneinstrahlung.

In der Praxis ist der ganze Wärmeprozess jedoch um einiges komplexer. Moderne Heizungsanlagen arbeiten mit einer Kombination aus Heizungssteuerung und Heizungsregelung. Entsprechende Heizkessel besitzen deshalb elektronische Reglungssysteme und elektronische Steuergeräte, die in der Lage sind, unzählige Informationen von Eingangs- und Soll-Größen sowie Ist-Werten zu verarbeiten. Ab hier redet man in der Regel nur noch über eine Heizungssteuerung. Ob Groß- oder Mittelkessel, Kleinkessel oder Wandgerät oder Wärmepumpe, für jedes Heizungssystem gibt es eine passende Steuerung. Eine optimal eingestellte und einwandfrei funktionierende Heizungssteuerung hilft energiesparend zu heizen.
Steuerung und Regelung im direkten Vergleich
| Merkmal | Steuerung | Regelung |
|---|---|---|
| Wirkungsweise | offene Kette: Eingangsgröße → Stellgröße | geschlossener Regelkreis mit Rückmeldung |
| Ist-Wert-Rückmeldung | nein | ja |
| Umgang mit Störungen | Störungen wie offene Fenster bleiben unberücksichtigt | gleicht Störungen (Fenster, Sonne, Personen) aktiv aus |
| Typisches Beispiel | zeit- oder witterungsgeführtes Ein-/Ausschalten | raumtemperaturgeführte Anpassung über einen Raumfühler |
Regelungsarten
Aus technischer Sicht unterscheidet man Heizungsreglungen in sogenannte Regelungsarten und Reglertypen. Reglertypen unterscheiden sich entsprechend der Stellgröße. Regelungsarten nach der Art und Weise, wie der Regler die Stellgröße beeinflusst.
Heizungsregelungen werden häufig nach ihrer Führungsgröße unterschieden: raumtemperaturgeführt oder außentemperaturgeführt. Bei der raumtemperaturgeführten Regelung misst ein Raumthermostat oder Thermostatkopf die Raumtemperatur und vergleicht sie mit dem eingestellten Sollwert. Ein Thermostatventil am Heizkörper verändert dabei nicht die Vorlauftemperatur, sondern den Durchfluss des Heizwassers durch den Heizkörper.

Ein Raumthermostat gibt der Heizungsregelung des Heizkessels oder Wärmeerzeugers den gemessenen Ist-Wert und den eingestellten Sollwert vor. Die Regelung kann daraus den Wärmebedarf ableiten und je nach System Brenner, Pumpe, Mischer oder Vorlauftemperatur anpassen. Am Thermostat wird also die gewünschte Raumtemperatur eingestellt – nicht direkt die Temperatur des Heizwassers am Heizkörper.
Bei außentemperaturgeführten Heizungsregelungen ist die Außentemperatur die Führungsgröße. Sie wird mit einem Außentemperaturfühler gemessen und der Wert anhand der eingestellten Heizkurve (Heizkennlinie) auf die Vorlauftemperatur angewandt. Diese heizkurvenbasierte Vorlauftemperatur ist der Soll-Wert, um die Temperatur im Heizkessel der Heizungsanlage zu steuern. Bei außentemperaturgeführten Heizungsanlagen ist es empfehlenswert, Thermostatventile an den Heizkörpern zu installieren, um mit deren Hilfe das Temperaturniveau in den Räumen genauer zu regeln.
Steuerungsarten
Auch bei der automatischen Heizungssteuerung wird im Wesentlichen zwischen raumtemperaturgeführten und außentemperaturgeführten Systemen unterschieden. Bei einer raumtemperaturgeführten zentralen Regelung misst ein Raumfühler Soll- und Ist-Wert der Raumtemperatur; daraus kann die Anlagenregelung je nach System Brenner, Pumpe, Mischer oder Soll-Vorlauftemperatur anpassen. Ein Thermostatventil am Heizkörper ist davon zu unterscheiden: Es verändert nicht die Vorlauftemperatur, sondern den Heizwasserdurchfluss durch den einzelnen Heizkörper.
Bei der außentemperaturgeführten Heizungsteuerung wird die Außentemperatur gemessen und mittels Heizkurve die Vorlauftemperatur ermittelt, die zur Witterung passt. Die Vorlauftemperatur ist dann der Soll-Wert, um die Temperatur des Heizkessels zu steuern.
Einzelraumregelung: vom Gesetzgeber gefordert
Neben der zentralen Regelung über den Wärmeerzeuger spielt die raumweise Temperaturregelung eine wachsende Rolle. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt in § 63 vor, dass wassergeführte Heizungen mit selbsttätig wirkenden Einrichtungen zur raumweisen Temperaturregelung ausgestattet sein müssen – in der Praxis sind das Thermostatventile an jedem Heizkörper. Fehlt diese sogenannte Einzelraumregelung in einem Bestandsgebäude, besteht grundsätzlich eine Nachrüstpflicht; § 63 GEG nennt jedoch Ausnahmen, etwa Fußbodenheizungen in Räumen unter sechs Quadratmetern und bestimmte Einzelheizgeräte. So lässt sich jeder Raum unabhängig auf die gewünschte Temperatur einstellen, statt das ganze Gebäude über eine einzige Stellgröße zu beheizen. Genau hier setzen auch smarte Thermostate an: Sie übernehmen die Einzelraumregelung und ergänzen sie um Zeitprogramme, Anwesenheitserkennung und App-Bedienung.
Regler- und Steuerungstypen
Bei einer manuellen Einstellung wird kein externer Raumregler genutzt: Über ein Hand- oder Thermostatventil am Heizkörper wird der Heizwasserdurchfluss verändert. Die Vorlauftemperatur stellt dagegen die zentrale Heizungsregelung ein.
Statt einer manuellen Heizungsregelung kann der Regler auch mithilfe einer Fernbedienung bedient werden. Je nach Fernbedienungstyp lassen sich ein oder mehrere Heizkreise damit steuern. Je nach Modell werden dabei auch die wichtigsten Werte der Heizungsanlage angezeigt.
Bei einer Funksteuerung werden Funkthermostate verwendet, die per App bedient werden. Hier werden die einzustellenden Parameter des Heizungssystems per Funk an die einzelnen Komponenten übermittelt. Neueste Funkthermostate sind zusätzlich mit Sprachassistenten kompatibel, um die Raumtemperatur zu steuern.
Eine smarte Heizungssteuerung erweitert die Funktionen der Heizungssteuerung durch deutlich mehr Bedienmöglichkeiten. Ihr größter Vorteil liegt in der Kombination automatischer Abläufe, wie beispielsweise durch bestimmte Ein- und Ausschaltzeiten oder ganzer Heizpläne, mit flexiblen Bedienmöglichkeiten per App oder Sprache. Bei smarten Heizungssteuerungen werden in der Regel Thermostate verwendet, die per App oder Sprache gesteuert werden. Zusätzlich werden beispielsweise Werte einer Wetterapp, Mitteilungen von Bewegungsmeldern und viele anderen Smart-Home-Komponenten hinzugefügt. Alle übermittelten Werte werden von der Heizungssteuerung berücksichtigt und mit der gewünschten Raumtemperatur verknüpft. Mit einer smarten Heizungssteuerung lässt sich die gewünschte Raumtemperatur in jedem Raum des Hauses oder der Wohnung per Mobiltelefon von überall einstellen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Heizungsfachmann bei Störungen mit nur einem Fingertipp helfen kann.
Funktionen, die ein moderner Heizungsregler bieten sollte

Da die Digitalisierung stetig fortschreitet, lassen sich Heizungssteuerungen durchaus nachrüsten. „Intelligente“ Nachrüstsätze gibt es von mehreren Anbietern. Einzelne smarte Heizkörperthermostate sind 2026 bereits ab rund 50 Euro pro Stück erhältlich; ein kompletter Nachrüstsatz für die ganze Wohnung samt Funk-Steuerzentrale kostet je nach Zahl der Heizkörper schnell mehrere hundert Euro. Vor einer Umrüstung sollte man dennoch einen Heizungsfachmann kontaktieren – nicht jede Anlage lässt sich gleich gut smart nachrüsten.
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