Home » Heizkosten sparen » Heizung optimieren » Heizungsanlage: Wasser nachfüllen

Heizungsanlage: Wasser nachfüllen

Stimmt der Druck in den Heizungsrohren nicht mehr, bleiben die Heizkörper kalt. Liegt es an fehlendem Wasser, können Sie das Problem in Eigenregie beheben. Wir erklären, wann das notwendig ist und wie das geht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kalte Heizkörper trotz aufgedrehtem Thermostat? Oft fehlt Wasser — bei intakter Anlage mit Füllarmatur kann man selbst nachfüllen (EFH-Druck meist 1–2 bar).
  • Vorher die Ursache klären: Leckage, defektes Sicherheitsventil oder Ausdehnungsgefäß gehören zum Fachbetrieb, nicht nur nachfüllen.
  • Nicht direkt per Schlauch ans Trinkwasser anschließen — das ist nach DIN EN 1717 unzulässig; nötig ist ein Systemtrenner.
Wasserdruck Anzeige © flashpics, stock.adobe.com
Wasserdruck Anzeige © flashpics, stock.adobe.com
Heizung-Konfigurator:
 

Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!

Heizung-Konfigurator

Warum ist der richtige Druck in der Heizungsanlage wichtig?

Im Heizungssystem sorgt die Umwälzpumpe dafür, dass alle Heizkörper mit Warmwasser versorgt sind. Damit das geschieht, darf der Wasserdruck in den Rohren einen bestimmten Wert nicht unterschreiten.

In diesem Zusammenhang spricht man von „Höhenunterschied“. Da sich in einem Haus der Heizkessel oft im Keller und die Heizkörper in den oberen Etagen befinden, benötigt das Heizungswasser einen bestimmten Druck, um die Schwerkraft zu überwinden. Pro 10 Meter Höhenunterschied beträgt dieser Druck 1,0 bar. In einem Einfamilienhaus liegt der optimale Druck in der Regel zwischen 1,0 und 2,0 bar.

Rechnen Sie den optimalen Druck für Ihre Heizung aus
Rechnen Sie den optimalen Druck für Ihre Heizung aus

Aber auch, wenn alle Heizkörper und der Heizkessel oder die Gastherme auf der gleichen Ebene liegen, braucht das System einen bestimmten Druck, um die Widerstände der Rohre zu überwinden. Diesen Druck berechnet der SHK-Fachmann, wenn er das System entwirft.

Unser Tipp: Den für Ihr Heizungssystem empfohlenen Wasserdruck finden Sie in der Betriebsanleitung Ihrer Heizung, die Sie bei der Installation bekommen. Ist diese Information nicht darin enthalten, wenden Sie sich an den zuständigen Techniker.

Wie lese ich den Wasserdruck meines Heizungssystems ab?

Stimmt der Wasserdruck im Heizungssystem?
Stimmt der Wasserdruck im Heizungssystem?

Bei neueren Heizungsanlagen zeigt ein Display den Systemdruck. Durch die Einheit „bar“ wissen Sie, dass es sich bei dem angegebenen Parameter um den Wasserdruck handelt.

Haben Sie eine ältere Heizungsanlage, erfolgt die Anzeige analog. Das Manometer verfügt über eine Skala, an der man den Wert abliest. Oft ist der empfohlene Wasserdruck farblich gekennzeichnet. Auch ist der Bereich, in dem er noch ausreichend ist, grün markiert.

Heizung: Druckprüfung vor Inbetriebnahme © anatoliy_gleb, stock.adobe.com
Heizung: Druckprüfung vor Inbetriebnahme © anatoliy_gleb, stock.adobe.com

Zu niedriger Druck: Welche anderen Ursachen kommen in Frage?

Das erste Anzeichen, dass der Wasserdruck im Heizungssystem nicht stimmt, sind kalte Heizkörper, obwohl das Thermostat maximal aufgedreht ist. Vor allem die Heizkörper, die von der Wärmequelle am weitesten entfernt sind, werden nicht warm.

Heizung bleibt kalt © lassedesignen, stock.adobe.com
Heizung bleibt kalt © lassedesignen, stock.adobe.com

Ist das auch bei Ihnen der Fall und der Druck in der Anlage tatsächlich zu niedrig, kommen mehrere Ursachen in Frage:

  • Die Heizungsanlage verliert WasserLeckagen merken Sie direkt nur, wenn die Heizungsrohre außen verlaufen. Sind sie unter Putz verlegt worden, liefern nasse Wände oder Schimmelflecken einen Hinweis. Mithilfe einer Wärmebildkamera lässt sich das Leck eingrenzen, ohne den ganzen Putz abschlagen zu müssen.
Wasserverlust im Heizungssystem sollte nicht ignoriert werden
Wasserverlust im Heizungssystem sollte nicht ignoriert werden
  • Das Sicherheitsventil ist zu klein – indem es sich bei zu hohem Druck öffnet und Wasser ablässt, schützt das Sicherheitsventil die Anlage vor Schäden. Ist es jedoch unterdimensioniert, öffnet es sich zu früh und lässt zu viel Wasser ab. In diesem Fall sollten Sie sich an den SHK-Techniker Ihres Vertrauens wenden, der das Ventil ersetzt und die Anlage nachfüllt.
Das Sicherheitsventil schützt vor Überdruck
Das Sicherheitsventil schützt vor Überdruck
  • Das Membrandruckausgleichsgefäß ist kaputt – der zylindrische Behälter enthält ein Gas (meist Stickstoff), das mittels einer Kunststoffmembran von dem Wasser der Heizungsanlage getrennt ist. Der Vordruck des Membran-Ausdehnungsgefäßes wird an der drucklosen Anlage passend zur statischen Höhe und nach Herstellervorgabe eingestellt; der Fülldruck der Anlage liegt üblicherweise etwas über diesem Vordruck. Steigt der Druck in der Heizungsanlage, drückt das Wasser gegen die Membran, komprimiert das Gas und kann sich somit ausdehnen. Kühlt es ab, verliert es an Druck und tritt wieder aus dem Behälter in die Anlage. Versagt die Membran oder stimmt der Gasdruck nicht, entfällt dieser regulierende Mechanismus und der Druck schwankt. Sowohl eine Fehlfunktion feststellen als auch das Gefäß reparieren oder ersetzen kann nur ein Fachmann.
So testen Sie das Ausdehnungsgefäß
So testen Sie das Ausdehnungsgefäß
  • Zu viel Wasser ist beim Entlüften ausgelaufen – das regelmäßige Entlüften der Heizungsanlage ist wichtig, damit sie optimal funktioniert. Entweicht jedoch zu viel Wasser, stimmt der Druck nicht mehr. In diesem Fall reicht es, Wasser nachzufüllen.
Ein Druckverlust kann verschiedene Ursachen haben
Ein Druckverlust kann verschiedene Ursachen haben
Heizungswasser nachfüllen: Wenn Sie unsicher sind lassen Sie den Fachmann ran
Heizungswasser nachfüllen: Wenn Sie unsicher sind lassen Sie den Fachmann ran
Wasserdruck Anzeige © flashpics, stock.adobe.com
Wasserdruck Heizungsanlage

Der Wasserdruck in der Heizungsanlage: Was tun, wenn der Druck abfällt? In jeder Heizungsanlage herrscht ein bestimmter, optimierter Druck, um… weiterlesen

Wie fülle ich Wasser in der Anlage nach?

Einmaliges Nachfüllen können Sie nur dann selbst übernehmen, wenn die Anlage dafür eine vorgesehene Füllarmatur mit Systemtrenner besitzt, das passende Füllwasser verwendet wird und die Ursache des Druckverlusts plausibel ist – etwa nach dem Entlüften. Fehlt die geeignete Vorrichtung, fällt der Druck wiederholt oder sind Sie unsicher, sollte ein SHK-Fachbetrieb nachsehen.

  1. Schalten Sie die Umwälzpumpe aus. Das geschieht entweder über einen Schalter oder, bei moderneren Anlagen, über eine digitale Steuerung.
  2. Drehen Sie die Thermostate der Heizkörper auf.
  3. Die Folgeschritte hängen von der Nachfüllvorrichtung Ihrer Heizungsanlage ab.

Normgerecht Heizungswasser nachfüllen: Schritt für Schritt

1

Voraussetzungen prüfen

Nur nachfüllen, wenn eine dafür vorgesehene Füllarmatur mit Systemtrenner vorhanden ist und der benötigte Solldruck bekannt ist.

2

Füllwasser klären

In der Anleitung prüfen, ob normales, enthärtetes oder entsalztes Füllwasser vorgeschrieben ist. Bei Unklarheit den Fachbetrieb fragen.

3

Anlage vorbereiten

Umwälzpumpe ausschalten, Thermostate öffnen und am Manometer den aktuellen Druck ablesen.

4

Füllarmatur nach Anleitung öffnen

Langsam befüllen und den Druck am Manometer laufend beobachten. Nicht über den zulässigen Solldruck hinaus füllen.

5

Bei Solldruck schließen

Füllarmatur wieder schließen, Pumpe einschalten und die Anlage entlüften, falls Luftgeräusche auftreten.

6

Druck erneut kontrollieren

Nach kurzer Laufzeit den Druck erneut prüfen. Fällt er wieder ab, liegt wahrscheinlich eine Störung vor — dann Fachbetrieb beauftragen.

So befüllen Sie Ihre Heizungsanlage
So befüllen Sie Ihre Heizungsanlage

Bis zu 30 % sparen

Heizung Fachbetriebe: Preise vergleichen und sparen

  • Bundesweit
  • Unverbindlich
  • Qualifizierte Anbieter
  • Top Preise

Direkte Verbindung (Schlauch) zwischen Trinkwasser und Heizkreislauf

Diese Art der Nachfüllung ist nicht mehr gestattet, da der Trinkwasser- und der Heizungskreislauf aus hygienischen Gründen nicht direkt verbunden sein sollten. Dennoch ist eine solche Konstruktion bei alten Anlagen häufig zu finden.

An dem Hahn des Heizungskreislaufs ist ein Füllschlauch angeschlossen, der mit einem zweiten Wasserhahn auf der Seite des Trinkwassers verbunden ist. Drehen Sie beide Hähne auf, steigt der Druck in der Heizungsanlage. Jedoch empfehlen wir, diese Vorrichtung nicht zu benutzen und stattdessen einen Fachmann zu kontaktieren, der einen sogenannten Systemtrenner BA einbaut. Das Teil sorgt dafür, dass das Heizungswasser nicht das Trinkwasser kontaminiert, wenn es nach dem Befüllen zurückläuft.

Trinkwasser schützen beim Nachfüllen

  • Keine direkte Trinkwasser-VerbindungHeizungswasser darf nicht über einen einfachen Schlauch direkt ans Trinkwassernetz. Nach DIN EN 1717 ist dafür ein Systemtrenner (Bauart BA/CA) vorgeschrieben — auch beim kurzen Befüllen.Besser: über eine normgerechte Füllarmatur befüllen, Einbau durch den Fachbetrieb.
  • Richtiges Füllwasser verwendenNeuere Anlagen brauchen aufbereitetes, enthärtetes oder entsalztes Wasser nach Herstellervorgabe und VDI 2035 — sonst drohen Kalkablagerungen und Korrosion.

Anlage mit Vorrichtung zur Wasseraufbereitung

Neuere Heizungsanlagen haben häufig konkrete Anforderungen an das Füll- und Ergänzungswasser. Maßgeblich sind die Herstellervorgaben und die Wasserqualität nach VDI 2035; je nach Anlage kommt enthärtetes, entsalztes oder anderweitig aufbereitetes Wasser zum Einsatz. Wenn eine Füllstation mit Wasseraufbereitung vorhanden ist, befüllen Sie nur nach Anleitung und beobachten den Druck am Manometer. Sind Sie unsicher, lassen Sie die Befüllung vom Fachbetrieb durchführen.

Spartipp

Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice

Angebote von Heizungs-Fachbetrieben vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen

Kein Füllhahn vorhanden: nicht improvisieren

Fehlt ein vorgesehener KFE- oder Füllanschluss, sollten Sie die Heizungsanlage nicht über den Warmwasserspeicher oder eine andere Trinkwasserstelle improvisiert befüllen. Trinkwasser- und Heizkreis dürfen nur über eine geeignete Sicherungseinrichtung getrennt verbunden werden. Lassen Sie in diesem Fall eine normgerechte Füllarmatur mit Systemtrenner und – falls erforderlich – Wasseraufbereitung vom SHK-Fachbetrieb nachrüsten.

Heizungsanlage im Keller © R. R. Hundt
Heizungsanlage im Keller © R. R. Hundt
Heizungsanlage © R. R. Hundt, stock.adobe.com
Heizungswasser

Heizungswasser richtig konditionieren Wenn es um die Beheizung eines Hauses geht, stehen in der Regel zwei Dinge im Fokus: Mit… weiterlesen

Bis zu 30 % sparen

Heizung Fachbetriebe – Kauf, Einbau, Reparatur

  • Unverbindlich
  • Qualifizierte Anbieter
  • Kostenlos