Heizung regelmäßig entlüften hilft Heizkosten zu senken
Das Entlüften der Heizung wird schon mal gerne vergessen. Dabei sollte es eigentlich eine jährliche Routine sein. Luft in der Heizung kann der Grund dafür sein, dass ein Heizkörper nicht richtig warm wird. Aber spätestens, wenn die Heizkörper anfangen zu gluckern, sollten sie entlüftet werden. Sobald diese störenden Geräusche entstehen, kann die Wärmeabgabe des betroffenen Heizkörpers nachlassen; die Anlage arbeitet dann nicht mehr mit dem optimalen Wirkungsgrad eines luftfreien Heizkreislaufs.

Heizung-Konfigurator:
Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!
Und das wiederum wirkt sich negativ auf die Heizkosten aus. Wer seine Heizung regelmäßig entlüftet, vermeidet unnötige Energieverluste. co2online beziffert das Sparpotenzial je nach Wohnsituation mit etwa 50 bis 90 Euro pro Jahr; pauschale Prozentwerte sind ohne Ausgangslage des Heizsystems jedoch nur grobe Richtwerte. Idealerweise wird die Heizung einmal jährlich vor dem Start der Heizperiode entlüftet.
So entsteht das gluckernde Geräusch
Im Laufe der Zeit kann sich in Heizungsrohren und Heizkörpern zunehmend Luft ansammeln. Der eigentliche Wärmeträger, das Heizungswasser, das für die Erwärmung der Heizung zuständig ist, wird weniger und die Luft zirkuliert in Form kleiner Luftblasen mit. Da aber die Wärmekapazität von Luft deutlich niedriger als die von Wasser ist, werden die Heizkörper nicht mehr richtig warm. Da Luft leichter ist als Wasser, sammelt sie sich meist in der oberen Hälfte des Heizkörpers an. Ist also ein Heizkörper ungleichmäßig warm, ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass ein Entlüften der Heizungsanlage ansteht.

Was muss man beim Entlüften beachten?
Heizkörper zu entlüften, ist kein Hexenwerk – das kann jeder Eigentümer oder Mieter schnell selbst erledigen. Je nach Anzahl der Heizkörper sollte das Entlüften in maximal 10 Minuten erledigt sein.

Was braucht man fürs Entlüften?
Das Praktische am Heizung Entlüften: Es ist in vielen Fällen einfach. Für das normale Entlüften reicht ein Entlüftungsschlüssel mit Vierkant-Aufnahme; den gibt es für wenige Euro im Baumarkt. Eine Rohrzange sollte nur vorsichtig und nur bei passenden alten Ventilformen eingesetzt werden. Sitzt das Ventil fest oder lässt es sich nicht kontrolliert öffnen, ist Vermieter, Hausverwaltung oder Fachbetrieb die bessere Anlaufstelle.

Übrigens kostet ein Entlüftungsschlüssel wenige Euro, auf dem Markt sind auch Entlüftungsschlüssel mit integriertem Auffangbehälter erhältlich.
Vor dem Entlüften sollte der Heizkörper warm sein: Drehen Sie das Thermostatventil auf die höchste Stufe. Bei einer eigenen Heizungsanlage stellen Sie anschließend die Umwälzpumpe kurz ab; so wird die Luft nicht weiter im System herumgewirbelt und kann am Entlüftungsventil entweichen. In Mietwohnungen mit zentraler Anlage sollten Sie die Hausverwaltung fragen, bevor Sie an Pumpe oder Anlagendruck etwas verändern.
Heizung in 6 Schritten entlüften

Der erste Schritt besteht nun darin, die Umwälzpumpe der Heizungsanlage vorübergehend auszuschalten, damit die Luft sich auch in den Heizkörpern sammeln kann und nicht mit umgewälzt wird. Am besten wartet man dann rund 10 min, damit die Luft sich oben in den Heizkörpern sammeln kann.
Zum Entlüften besitzt jeder Heizkörper ein sogenanntes Entlüftungsventil, das meist oben an der Heizung gegenüber des Thermostatventils zu finden ist.
Hierauf setzt man den Entlüftungsschlüssel und dreht entgegen dem Uhrzeigersinn. Dabei sollte man langsam und mit Bedacht vorgehen, da in der Heizung Druck besteht. Nach kurzer Zeit ist ein Zischgeräusch zu hören. Das bedeutet, dass nun Luft aus dem Heizkörper entweicht.
Ist die Luft komplett entwichen, tritt irgendwann Wasser aus dem Heizkörper aus. Deshalb sollte man auch nicht vergessen, ein Gefäß zum Auffangen unter das Ventil zu halten. Sinnvoll kann auch ein alter Lappen sein, sodass auf jeden Fall verhindert wird, dass schmutziges Heizungswasser auf den Boden tropft. Nach einer Weile tritt nur noch Heizungswasser aus dem Ventil aus. Das ist der Moment, in dem das Ventil im Uhrzeigersinn wieder zugedreht werden muss. Sobald nur noch Wasser ohne Zischen austritt, kann das Ventil wieder geschlossen werden — die dabei auffangene Wassermenge ist in der Regel klein.
Verbrühungsgefahr — heißes Heizungswasser
Das aus dem Ventil austretende Heizungswasser kann sehr heiß sein; heißes Wasser kann bereits nach kurzer Einwirkzeit Verbrühungen verursachen. Deshalb beim Entlüften immer einen ausreichend großen Auffangbehälter unter das Ventil halten, ein dickes Tuch zwischen Hand und Heizkörper legen und langsam aufdrehen. Bei Heizkörpern in Kinderzimmern sicherstellen, dass Kinder während des Entlüftens den Raum nicht betreten.
Am Schluss sollte noch überprüft werden, ob der Druck in der Heizungsanlage in Ordnung ist. Durch die Entlüftungsaktion kann sich dieser nämlich verändert haben. Dann muss bei Bedarf Wasser nachgefüllt werden.

Automatisch die Heizkörper entlüften
Meist werden Heizkörper auf die vorhin beschriebene Weise mit einem Spezialschlüssel entlüftet. Es gibt aber auch Ventile, die eigenständig entlüften. Diese Art von Ventilen lässt permanent überschüssige Luft ab – und das selbstständig, sodass das jährliche manuelle Entlüften entfällt.
Der Austausch eines Entlüftungsventils gelingt nur dann ohne größeren Wasseraustritt, wenn der einzelne Heizkörper sicher abgesperrt werden kann: Thermostatventil schließen und – falls vorhanden – auch die Rücklaufverschraubung absperren. Fehlt eine absperrbare Rücklaufverschraubung, muss der Heizkreis beziehungsweise die Anlage drucklos gemacht werden; dann ist ein Fachbetrieb sinnvoll. In Mietwohnungen sollten Sie solche Arbeiten vorher mit Vermieter oder Hausverwaltung abstimmen.

Danach kann man die alten Ventile herausschrauben und die neuen Ventile anbringen. Dann können die Sperrventile wieder geöffnet werden. Verbraucher, die ihre Heizung weiter von Hand entlüften möchten, können das auch mit automatischen Ventilen problemlos tun. Das Vorgehen ist dann dasselbe wie oben beschrieben.
Die Kosten für die Umrüstung auf automatische Heizkörperentlüfter sind überschaubar: einfache automatische Entlüftungsventile kosten je nach Hersteller und Ausführung etwa 8 bis 20 Euro pro Stück, für ein typisches Einfamilienhaus mit 8-12 Heizkörpern liegt der Materialaufwand also bei rund 60 bis 240 Euro. Der Einbau ist nur bei absperrbarem Heizkörper und eigenem Anlagenzugriff eine typische Heimwerkerarbeit; andernfalls sollte ein Fachbetrieb übernehmen.

Fazit
Regelmäßiges Entlüften der Heizung ist notwendig und sinnvoll, da nur dann die Heizungsanlage optimal läuft und ein Heizkreislauf ohne Luft weniger Energie verbraucht. Die manuelle Entlüftung sollte zur jährlichen Routine gehören und findet am besten vor dem Start der Heiz-Saison statt.
Die Schritte Umwälzpumpe abstellen, Thermostate voll aufdrehen, Entlüften, Heizungsdruck kontrollieren und ggf. Wasser nachfüllen nehmen nicht mehr als eine halbe Stunde für die gesamte Wohnung oder das Haus in Anspruch. Noch komfortabler sind automatische Entlüftungsventile. Auch hierbei sollte der Heizungsdruck aber regelmäßig überprüft werden.
Automatischer Heizkörperentlüfter
Automatischer Heizkörperentlüfter Regelmäßiges Entlüften der Heizkörper sorgt dafür, dass diese immer vollständig und schnell warm werden. Damit Sie nicht mehr… weiterlesen










