Informationen zu den Strompreisen in Deutschland
Die Strompreise in Deutschland – gemeint sind hier die Endverbraucherpreise – gehören europaweit zur Spitzengruppe; im zweiten Halbjahr 2025 lag Deutschland laut Eurostat hinter Irland auf Rang zwei. Die Gründe für die hohen Preise sind vielfältig. Hierzu tragen vor allem staatliche Preisbestandteile, Netzentgelte und Beschaffungskosten bei; beim Lieferantenwettbewerb sieht die Bundesnetzagentur hingegen eine hohe Angebotsvielfalt. Seit 2024 ist der durchschnittliche Strompreis gesunken – 2026 liegt er im Mittel bei rund 37 Cent je Kilowattstunde, vor allem wegen niedrigerer Netzentgelte und Beschaffungskosten. Mittelfristig dürften die Preise aber eher wieder steigen – vor allem wegen des teuren Netzausbaus und der CO₂-Kosten fossiler Kraftwerke im EU-Emissionshandel; die nationale CO2-Abgabe betrifft dagegen vor allem das Heizen mit Öl und Gas. Aber es gibt Möglichkeiten, den Preissteigerungen zumindest zum Teil entgegenzuwirken.
Das Wichtigste in Kürze
- Haushalte zahlen 2026 im Schnitt rund 37 Cent je Kilowattstunde – etwas weniger als 2025 (gut 39 Cent), vor allem dank gesunkener Netzentgelte.
- Nur knapp die Hälfte des Preises entfällt auf Erzeugung und Vertrieb; Netzentgelte und vor allem Steuern und Abgaben machen den Rest aus.
- Den größten Hebel haben Verbraucher beim Tarif: Ein Wechsel spart laut Bundesnetzagentur 2026 im Schnitt rund 95 Euro im Jahr.

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Zusammensetzung der Strompreise für Endverbraucher
Die Preise, die Stromanbieter von ihren privaten Endkunden verlangen, setzen sich zusammen aus einem Grundpreis und dem sogenannten Arbeitspreis, der pro kWh erhoben wird. Bei der Darstellung der Strompreise werden die Grundpreise anteilig hochgerechnet. Die Energiebeschaffungskosten für die Stromanbieter ergeben sich wiederum aus den Großhandelspreisen an den Strombörsen.
Der Gesamtpreis für eine Kilowattstunde Strom setzt sich vorrangig aus drei großen Bestandteilen zusammen:
- Kosten für Energieerzeugung- und Lieferung
- Netznutzung
- Steuern, Abgaben und Umlagen

Der Anteil der reinen Stromkosten – also Erzeugung und Transport der Energie - an den Endverbraucher-Preisen ist vergleichsweise gering und beträgt weniger als die Hälfte der Kosten. Gleichzeitig ist er der einzige wirklich variable Bestandteil im Strompreis, mit dem die Stromanbieter gleichzeitig ihren Gewinn erwirtschaften müssen. Denn die anderen Bestandteile wie Netzentgelte (2026 rund ein Viertel der Kosten) und vor allem die Steuern und Abgaben (rund ein Drittel der Kosten) landen nicht bei den Anbietern.
Was kostet Strom im Jahr? Beispiel 3-Personen-Haushalt
Entwicklung der Strompreise
Die 1998 eingeläutete Liberalisierung der Strom-Märkte sollte zu einem stärkeren Wettbewerb auf dem Strom-Markt und somit zu niedrigeren Preisen für die Verbraucher führen.
Mythos-Check: Börsenpreise und Stromrechnung
In der Praxis hat die Liberalisierung des Strommarktes und die beinahe unübersichtliche Anzahl an Stromanbietern jedoch nicht zu niedrigeren Preisen geführt. Auch bei fallenden Börsenpreisen für Strom sind die Verbraucherpreise zumeist angestiegen, während steigende Einkaufspreise direkt an die Verbraucher weitergegeben werden. Kritiker werfen den Stromanbietern vor, auf diese Weise ihre Gewinne zu steigern, statt die günstigeren Konditionen an die Verbraucher weiterzugeben. Vor allem die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs führten zu so hohen Strompreisen, dass zur Kompensation die EEG-Umlage abgeschafft wurde. Hierdurch konnte der Strompreis ab dem zweiten Halbjahr 2022 deutlich gesenkt werden.
2026 ist der durchschnittliche Haushaltsstrompreis sogar weiter gefallen – auf rund 37 Cent je Kilowattstunde, nach gut 39 Cent im Jahr 2025. Hauptgrund sind die gesunkenen Netzentgelte: Ein milliardenschwerer Zuschuss des Bundes zu den Übertragungsnetzentgelten hat diesen Posten 2026 spürbar verbilligt. Für die Folgejahre bleibt der Druck nach oben jedoch bestehen – der steigende CO₂-Preis und der teure Netzausbau dürften die Entlastung nach und nach wieder aufzehren.
Strompreis 2026 auf einen Blick
Möglichkeiten zur Preissenkung von Strom
Prognosen gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren kaum mit stark sinkenden Strompreisen zu rechnen ist. Der Strompreis wird nicht zuletzt wegen der Kopplung des Strompreises an die Preise für fossile Brennstoffe steigen. Aber auch die immer teurer werdenden Netzentgelte werden die Strompreise weiter verteuern.

Für die Verbraucher kommen damit eigentlich nur zwei Möglichkeiten in Betracht, um die Stromkosten senken zu können. Zum einen können sie versuchen, möglichst viel Strom zu sparen. Die zweite Möglichkeit besteht darin, regelmäßig die Angebote und Konditionen der Stromanbieter zu vergleichen und gegebenenfalls den aktuellen Anbieter zu wechseln.
Stromkosten senken – in dieser Reihenfolge
| Schritt | Das bringt es | Aufwand |
|---|---|---|
| 1 · Tarif vergleichen & wechseln | Der größte Hebel ohne Komfortverlust – 2026 laut Bundesnetzagentur im Schnitt rund 95 Euro pro Jahr | gering |
| 2 · Stromfresser entlarven | Mit dem Strommessgerät aufspüren, Standby-Geräte konsequent abschalten | gering |
| 3 · Effiziente Geräte | Beim Neukauf auf eine hohe Effizienzklasse achten, alte Stromfresser gezielt ersetzen | mittel |
| 4 · Selbst Strom erzeugen | Balkonkraftwerk oder PV-Anlage senkt den Netzbezug dauerhaft | hoch |

Stromtarife mit Preisbindung
Beim Vergleich der verschiedenen Stromanbieter lohnt es sich, vor allem Angebote mit einer langfristigen Preisgarantie zu berücksichtigen. Diese Tarife schützen wenigstens für eine gewisse Zeit vor steigenden Strompreisen. Auf der anderen Seite kann der Verbraucher für den Fall, dass die Preise sinken, von einem Preisrückgang nicht profitieren.

Wer sich für einen Vertrag mit Preisgarantie entscheidet, sollte unbedingt die Vertragskonditionen sehr genau prüfen. Außerdem ist es ratsam, verschiedene Angebote sowie das aktuelle Preisniveau genau miteinander zu vergleichen. Preissteigerungen durch steigende Abgaben und Steuern werden auch bei diesen Verträgen bisweilen an den Kunden weitergegeben, sodass der Strom trotz Tarifbindung teurer werden kann. Einen Vergleich sind diese Tarife aber allemal wert.
Fazit
Die Strompreise für Endverbraucher sind in Deutschland im EU-Vergleich weiterhin sehr hoch. Dabei machen die eigentlichen Kosten für Erzeugung und Vertrieb nicht einmal die Hälfte des Strompreises aus. Vor allem Netzentgelte und Steuern und Abgaben bestimmen den Strompreis. Verbraucher haben aber die Möglichkeit, durch den Wechsel ihres Stromanbieters möglichst günstige Tarife zu wählen. Daher lohnt es sich, regelmäßig die Tarife zu vergleichen. Wer die Möglichkeit dazu hat, kann außerdem durch die eigene Stromproduktion durch eine Photovoltaikanlage oder ein Balkonkraftwerk die Kosten senken.
Stromtarife in Deutschland Privatkunden stehen bei der Suche nach einem geeigneten Stromtarif heute vor einer nahezu unüberschaubaren Auswahl. Vor allem… weiterlesen



