Stromtarife

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Stromtarife in Deutschland

Stromtarife © Doc Rabe Media, stock.adobe.com
Stromtarife © Doc Rabe Media, stock.adobe.com

Im Allgemeinen ist die Auswahl für potenzielle Privatkunden bei der Suche nach einem geeigneten Stromtarif heute groß. Vor allem im Internet findet man viele Anbieter, die mit noch viel mehr Tarifen um potentielle Kundschaft buhlen. Laut der Studie „Energiemarkt Deutschland 2020“ des BDEW Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft gibt es in Deutschland rund 1.300 Stromlieferanten. Die Anzahl der bundesweit insgesamt verfügbaren Stromtarife dürfte deutlich darüber liegen.

Stromtarife vergleichen kann sich lohnen
Stromtarife vergleichen kann sich lohnen

Günstiger Strom aus einem breiten Strommix oder umweltfreundlicher Ökostrom – für alle Ansprüche findet sich ein passendes Angebot. Viele Menschen verbleiben jedoch bei ihren gewohnten Energieversorgern, wechseln den Stromtarif eher selten und nehmen dabei in der Regel hohe Preise in Kauf. Dabei muss es nicht einmal unbedingt der Wechsel des Stromanbieters sein, wenn man sich finanzielle Vorteile sichern möchte. Oft ist es bereits vorteilhaft, sich ohne Anbieterwechsel für einen anderen als den bisherigen Stromtarif desselben Anbieters zu entscheiden.

Die aus individueller Sicht optimale Lösung für die Stromversorgung findet man aber nur, wenn man auch einen Anbieterwechsel nicht ausschließt. Genau davor scheuen viele Menschen aber zurück. Gerade bei Älteren existiert oft die Sorge, dass beim Wechsel zu einem vielleicht weniger renommierten Versorger im Insolvenzfall die eigene Energieversorgung auf dem Spiel steht. Aber die Sorge ist völlig unbegründet. In solchen Fällen (Anbieterausfall) sind die Grundversorger nämlich in der Pflicht, einzuspringen und die Verbraucher weiter mit Strom zu beliefern.

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Stromtarif – Vergleich empfiehlt sich

Viele Verbraucher empfinden den Strompreis mittlerweile als belastend. In einer Umfrage des Portals Verivox aus 2019 gab mehr als jeder zweite Befragte (55 Prozent) an, dass er den Strompreis als zu hoch empfinde und dass für ihn die Schmerzgrenze erreicht sei. Völlig aus der Luft gegriffen, ist die Einschätzung nicht. So ergab zum Beispiel eine weitere Studie von Verivox in einem internationalen Vergleich, dass die Strompreise in Deutschland besonders hoch sind. Die Studie wurde in 135 Ländern mit den Daten des Energiedienstes Global Petrol Prices durchgeführt und 2020 veröffentlicht.

Günstige Stromtarife finden mit einem Tarifrechner
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Laut der Studie ist der Strom in Deutschland durchschnittlich 163 Prozent teurer als in der übrigen Welt und erreicht im Durchschnitt Kosten pro Kilowattstunde von 32,10 Cent. Nimmt man kaufpreisbereinigte Werte und berücksichtigt das unterschiedliche Preisniveau in den Ländern, kommt Deutschland immerhin auf Platz 16 der teuersten Länder und auf Platz 1 der G-20-Staaten. Trotz alledem herrscht in Deutschland grundsätzlich eine Akzeptanz für Veränderungen auf dem Strommarkt. Laut der im August 2019 vom Umweltbundesamt veröffentlichten „Marktanalyse Ökostrom II“ stieg die Menge an genutztem Ökostrom von 2013 auf 2017 um 22 Prozent auf 95,6 Terrawattstunden (TWh). Nicht wenige stehen einem Wechsel zu einem Ökostromangebot aufgeschlossen gegenüber. Auf der anderen Seite gibt es bis heute Menschen, die einen Wechsel des Stromanbieters fast schon kategorisch ausschließen. Dabei lohnen sich ein Vergleich und ein Wechsel sehr oft, wenn man Produkteigenschaften wie den Grundpreis, den Preis pro Kilowattstunde (kWh) sowie den eigenen Stromverbrauch beim Vergleich berücksichtigt.

Stromtarife vergleichen kann sich lohnen © coloures-pic, stock.adobe.com
Stromtarife vergleichen kann sich lohnen © coloures-pic, stock.adobe.com

Den eigenen Stromverbrauch kann man der letzten Rechnung entnehmen. Hat man keine Rechnung zur Hand, kann man ihn auch abschätzen: Als Single verbraucht man ca. 1.500 Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr, als Paar ungefähr 2.800 kWh. Kleine Familien benötigen etwa 4.000 kWh pro Jahr und größere in etwa 6.000 kWh. Als Grundregel gilt: Ein geringerer Grundpreis geht einher mit einem höheren kWh-Preis. Umgekehrt bieten Tarife mit einem hohen Grundpreis häufig günstigere kWh-Einheiten. Daher sollte man stets den Grundpreis in Verbindung mit dem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis beachten und auf Basis des eigenen Verbrauchs beurteilen.

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Der Weg zum günstigen Stromtarif

Im Internet bietet sich für Verbraucher die Möglichkeit, die verschiedensten Stromtarife mit einem Strom-Tarifrechner zu vergleichen. Bei solch einem Vergleich wird anhand der eingegebenen Verbrauchswerte und des Standortes eine Liste verfügbarer Anbieter generiert.

Die Liste gibt Aufschluss über die zu zahlenden Strompreise für die jeweiligen Stromtarife sowie über das eigene Sparpotential. Dass sich über Vergleichsrechner Geld beim Stromtarif sparen lässt, hat auch die Stiftung Warentest herausgefunden. Laut eines 2019 veröffentlichten Tests lag die durch einen Vergleich realisierte jährliche Ersparnis bei 73 bis zu über 400 Euro. Abhängig war sie unter anderem vom Wohnort des jeweiligen Konsumenten sowie von dessen bisherigen Strom­kosten und seinem bisherigen Stromverbrauch.

Ein günstiger Stromtarif hängt vom Stromverbrauch ab
Ein günstiger Stromtarif hängt vom Stromverbrauch ab

Zusätzliche Ersparnis versprechen einige Anbieter mit speziellen Vorauskasse-Tarifen, Strom-Paketpreisen und Wechselboni. Eine dieser Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen, kann im Einzelfall durchaus vorteilhaft sein. Es ist jedoch ratsam, stets den kompletten Tarif durchzurechnen und in Beziehung zu anderen Tarifen und Anbietern zu setzen. Man sollte sich nie von einem hohen Wechselbonus blenden lassen. Einige Anbieter setzen ihre Tarife so zusammen, dass sie auf den ersten Blick in Internet-Tarifrechnern besonders günstig erscheinen, ohne dass sie dies auch in allen Fällen tatsächlich sind.

Manche Anbieter versprechen einen Wechselbonus

Um wechselwillige Verbraucher zu locken, versprechen einige Anbieter teils hohe Wechselboni. Doch hier ist Vorsicht geboten: Häufig verstecken sich hinter Wechselboni und Willkommensgeschenken bspw. höhere kWh-Preise. Sie werden erst dann wirklich erkennbar, wenn man den Durchschnittspreis für die gesamte Vertragslaufzeit durchrechnet. Der Wechselbonus für die Anfangszeit fließt dann in die Kalkulation der Verbrauchseinheiten mit ein und reduziert diese temporär. Nicht selten zeigt sich dabei, dass die Boni im Vergleich über die gesamte Vertragslaufzeit nicht sehr positiv ins Gewicht fallen.

Genau prüfen: Ist der Tarif für Neukunden wirklich so günstig?
Genau prüfen: Ist der Tarif für Neukunden wirklich so günstig?

Vorsicht bei Vorauskasse-Stromtarifen

Vorauskasse bedeutet für Unternehmen Planungssicherheit und einen geringeren Verwaltungsaufwand. Einige Stromanbieter bieten ihren Kunden im Gegenzug für eine im Voraus entrichtete Bezahlung und die ihnen daraus erwachsenen Vorteile deutlich günstigere Tarife an. Doch Vorsicht: In der Regel handelt es sich um einen hohen Betrag, mit dem man in Vorleistung tritt und den man bei einer Pleite des Stromanbieters im schlimmsten Fall nicht mehr wiedersieht. Dass so etwas geschehen kann, haben im Sommer 2011 die Kunden von Teldafax am eigene Leibe erfahren. Experten raten daher, auf günstige Vorauskasse-Tarife zu verzichten oder sich zu vergewissern, dass es sich um ein solides Unternehmen mit entsprechender Reputation am Markt handelt.

Sparen mit Strom-Paketpreisen oder Strom Preisgarantie?

Einige Anbieter offerieren sogenannte Strompakete. Sie bieten also eine bestimmte Energiemenge zu einem festen, günstigeren Preis. Ähnlich wie bei der Vorauskasse bedeutet dies für die Unternehmen eine gewisse Planungssicherheit, die sie mit günstigeren Preisen honorieren. Für Kunden ist aber auch hier Vorsicht geboten: Wird mehr Strom als die im Tarif vereinbarte Menge benötigt, kann es für Kunden richtig teuer werden. Wird dagegen weniger Strom verbraucht, verfällt der Rest des gebuchten Stroms nicht selten.

Daneben existiert häufig die Möglichkeit, Strom mit einer Preisgarantie zu kaufen. Hierbei handelt es sich um Tarife, die dem Kunden für einen bestimmten Zeitraum einen festen Preis garantieren. Die Garantie gilt bisweilen allerdings nicht für die komplette Vertragslaufzeit. Möglicherweise erhöhen sich die Preise auch bei automatischen Vertragsverlängerungen oder die Garantien gelten nicht bei staatlichen Abgabeerhöhungen. Man spricht dann von einer eingeschränkten Preisgarantie des Strompreises. In allen Fällen empfiehlt es sich, auf das Kleingedruckte zu achten.

Die Bedingungen der Stromtarife bitte genau prüfen
Die Bedingungen der Stromtarife bitte genau prüfen
Weitere Tipps finden Sie in unseren FAQs zu Stromtarifen

Zeitvariable Stromtarife als Zukunftsmodell?

Um den Energieverbrauch besser zu verteilen und gleichzeitig Impulse zum Strom sparen zu setzen, hat die Politik die Energiewirtschaft angeregt, zeitvariable Stromtarife für die Verbraucher zu schaffen. Ende 2010 ist das Energiewirtschaftsgesetz in Kraft getreten, welches die Stromversorger zum Auflegen solcher zeitabhängiger Programme verpflichtet. Hinzu kamen 2016 das sogenannte Messstellenbetriebsgesetz, das beispielsweise für einige Stromverbraucher den Einbau intelligenter Stromzählsysteme vorsieht, sowie das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW). Die meisten privaten Stromkunden sind davon allerdings nicht betroffen. Für sie herrscht möglicherweise die Pflicht des Einbaus eines digitalen Stromzählers. Digitale Stromzähler ersetzen die alten analogen. Sie können mit einer Kommunikationseinheit verbunden werden und werden dadurch zu einem smarten (intelligenten) Stromzähler.

Das bedeutet: Digitale Stromzähler können zu einem intelligenten Stromzähler werden, sind es aber nicht automatisch. Intelligente Stromzähler ermöglichen den Datenaustausch zwischen dem Stromkonsumenten und dem Stromversorger. Intelligente Stromzähler bilden unter anderem den Stromverbrauch transparenter ab und ermöglichen variablere Stromtarife. Nach einer sogenannten Markterklärung des Bundesamtes für Informationstechnik (BSI) kann seit dem 24. Februar mit dem Einbau der neuen Geräte beginnen. In einigen Fällen müssen sie es tun. Eine Pflicht besteht beispielsweise für Haushalte mit einem Stromverbrauch, der jährlich bei mehr als 6000 Kilowattstunden (kWh) liegt.

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