Heizstrom – Strom zum Heizen zu Sondertarifen
Strom, der zum Heizen genutzt wird, also etwa für Heizungen wie Nachtspeicheröfen, aber auch Wärmepumpen, gibt es unter dem Stichwort „Heizstrom“ zu besonderen Bedingungen bei den Energieversorgern.
Das Wichtigste in Kürze
- Heizstrom für Wärmepumpen oder Nachtspeicher ist meist günstiger als normaler Haushaltsstrom.
- Für Wärmepumpe und Wallbox gibt es seit 2024 reduzierte Netzentgelte (§ 14a EnWG) – rund 110 bis 190 Euro im Jahr.
- Nachtspeicherheizungen bleiben teuer und ineffizient; sinnvoll ist Stromheizen vor allem mit Wärmepumpe und Ökostrom.

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Stromheizungen: Ohne Ökostrom zu teuer und schlecht fürs Klima
Mit dem Begriff „Stromheizung“ sind einerseits Speicherheizungen wie die Nachtspeicherheizung und andererseits Direktheizungen gemeint. Das sind Heizsysteme wie eine mit Strom betriebene Infrarotheizung, die den zugeführten Strom direkt in Wärmeenergie umsetzen. Verbraucherzentrale.de warnte schon im September 2020: Während die Nachtspeicherheizung mit vergünstigtem Heizstrom betrieben werden kann, lassen sich für Infrarotheizungen nur selten vergünstigte Heizstromtarife nutzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Nachtspeicherheizungen eine finanziell oder gar ökologisch überzeugende Art der Wärmeerzeugung sind. Das Funktionsprinzip dieser Heizungen ist einfach: Elektrischer Strom wird in Wärme umgewandelt und in dem gut isolierten Heizkörper gespeichert. Anschließend wird die Wärme konstant wieder abgegeben.

Im Vergleich zu vielen anderen Heizsystemen sind die Betriebskosten einer Nachtspeicherheizung heute jedoch in der Regel deutlich höher. Für Heizstrom – ob für Nachtspeicheröfen oder Wärmepumpen – liegen die Arbeitspreise meist bei rund 20 bis 30 Cent pro Kilowattstunde und damit unter dem normalen Haushaltsstrom. In der Klima-Bilanz muss man unbedingt berücksichtigen, wie der als Heizstrom verkaufte Strom erzeugt wurde. Wie klimafreundlich Stromheizen ist, hängt stark vom Strommix ab: Mit dem 2024 auf rund 55 Prozent gestiegenen Ökostromanteil fällt die Bilanz besser aus als noch vor einigen Jahren. Eine ineffiziente Nachtspeicherheizung verbraucht aber ein Vielfaches einer Wärmepumpe – wirklich sinnvoll wird Stromheizen daher vor allem mit Ökostrom und effizienter Technik.
Fakt ist: Nachtspeicherheizungen sind mittlerweile zwar die Ausnahme, aber ganz wenige Haushalte sind es nicht, die noch immer mit diesem Heizsystem ausgestattet sind. Laut der aktualisierten BDEW-Auswertung heizten 2023 rund 1,1 Millionen von 42,2 Millionen Wohnungen mit (Nacht-)Stromspeicheröfen. Nimmt man alle Varianten des Heizens mit Strom inklusive Wärmepumpen, lag der Anteil bei rund 6,0 Prozent.
Nachtspeicherheizung: teure Stromheizung
- Hoher VerbrauchNachtspeicher- und Infrarotheizungen wandeln Strom 1:1 in Wärme um und brauchen ein Vielfaches einer Wärmepumpe.
- Nicht von § 14a begünstigtNachtspeicherheizungen sind von den reduzierten Netzentgelten nach § 14a EnWG ausdrücklich ausgenommen.
- Nur mit Ökostrom vertretbarKlimafreundlich wird Stromheizen erst mit Ökostrom – effizienter ist fast immer eine Wärmepumpe.

Stromzähler bei Heizstrom
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Heizstrom und Haushaltsstrom getrennt zu erfassen. Neben Doppeltarifzählern, die beiden Verbräuche erfassen, ist es auch möglich, zwei Eintarifzähler für jeweils Heiz- und Haushaltsstrom zu nutzen. Tatsächlich ist es damit auch möglich, Heizstrom und Haushaltsstrom von zwei verschiedenen Anbietern zu beziehen. Seit 2025 werden zudem nach und nach intelligente Messsysteme (Smart Meter) eingebaut, die bei höherem Verbrauch und für steuerbare Geräte wie Wärmepumpen zur Pflicht werden.
Wichtig für die Kosten: Wer eine Wärmepumpe oder Wallbox betreibt, kann seit 2024 über § 14a EnWG reduzierte Netzentgelte nutzen. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Geräte in Spitzenzeiten kurz drosseln. Die pauschale Entlastung nach Modul 1 liegt je nach Netzgebiet bei rund 110 bis 190 Euro im Jahr – und anders als früher ist dafür kein separater Zähler mehr nötig.
Heizstrom: die wichtigsten Zahlen
Kostensenkung durch Sondertarife
Für den Betrieb von Nachtspeicheröfen werden besondere Stromtarife angeboten. Der sogenannte Nachtstrom oder auch Niedertarifstrom (NT). Im Vergleich zum regulären Tagstrom oder Hochtarif (HT) ist der Nachtstrom etwas günstiger. Um den Nachtstrom nutzen zu können, ist allerdings ein spezieller Stromzähler nötig, der den Stromverbrauch in den unterschiedlichen Tarifen erfasst.
Inzwischen mehr Tarifwahl für Heizstrom
Unter Heizstrom werden Tarife vermarktet, mit denen Strom für Nachtspeicherheizungen oder Wärmepumpen angeboten werden. Heizstrom-Tarife sind meist preiswerter als normale Stromtarife. Ein Nachteil für Verbraucher ist, dass die Auswahl bei Tarifen für den Heizstrom geringer ist. Trotzdem lohnt sich vielfach auch der Vergleich zwischen verschiedenen Heizstrom-Anbietern, der mit unserem Heizstromrechner möglich ist.
Heizstrom-Sondertarif: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Arbeitspreis meist niedriger als beim normalen Haushaltsstrom
- Für Wärmepumpe und Wallbox zusätzlich reduzierte Netzentgelte (§ 14a EnWG)
- Eigener Tarif lässt sich getrennt vergleichen und wechseln
Nachteile
- Geringere Anbieter- und Tarifauswahl als beim Haushaltsstrom
- Teils eigener Zähler beziehungsweise Smart Meter nötig
- Für Direkt- und Nachtspeicherheizungen bleibt Strom eine teure Heizart

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Sonder-Stromtarife für Wärmepumpen
Mit Heizstrom sind auch die Tarife gemeint, die für den Betrieb vieler Wärmepumpen genutzt werden. Wärmepumpenstrom ist ein weiterer für ihn genutzter Name. Im Gegensatz zur Nachtspeicherheizung sind Wärmepumpen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch sinnvoll und notwendiger Bestandteil der Energiewende. Mit unserem Heizstromrechner können Sie die Tarife inzwischen vergleichen.

Wärmepumpen gewinnen die Wärme zum Heizen aus der Umwelt, etwa aus dem Boden oder dem Grundwasser. Deshalb benötigen sie zur Wärmeerzeugung keine Brennstoffe wie Öl oder Holz. Zum Betrieb wird aber Strom benötigt. Trotzdem gilt: Die Wärmepumpe sollte genau auf die benötigte Wärmeleistung angepasst sein, damit diese im Prinzip sehr umweltfreundliche Technik nicht mehr Strom als nötig verbraucht. Besonders sinnvoll ist es, Wärmepumpen mit Photovoltaik-Anlagen zu koppeln.
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