Nachtstrom

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Ratgeber Nachtstrom

Haus erleuchtet in der Dämmerung © Dariusz Jarzabek, stock.adobe.com
Haus erleuchtet in der Dämmerung © Dariusz Jarzabek, stock.adobe.com

Vor allem lokale Stromversorger haben auch sogenannten Nachtstrom in ihrem Tarifangebot. Dieser Tarif ist zumeist günstiger als reguläre Stromtarife. Aber nicht alle Tarife sind wirklich rentabel und nicht jeder Verbraucher kann von den Tarifen profitieren. Mit der zunehmenden Verwendung erneuerbarer Energien könnte sich das aber ändern.

Was ist Nachtstrom?

Hinter der Bezeichnung Nachtstrom verbirgt sich im Grunde genommen ein spezieller Tarif, der zu besonderen Zeiten während der Nacht gilt. Häufig wird dieser Tarif auch als Niedertarif bezeichnet. Den regulären und für die übrige Zeit des Tages geltenden Tarif nennt man im Gegensatz zum Nachtstrom dagegen häufig Hochtarif oder Tagstrom. Da kein Verbraucher nur am Tag oder nur in der Nacht Strom bezieht, erhalten Nutzer von Nachtstrom immer Strom zu unterschiedlichen Tarifen. Um den Nachtstrom nutzen zu können, benötigen sie deshalb zwei Stromzähler. Als Alternative dazu ist ein Stromzähler mit zwei separaten Zählwerken möglich. Sie messen den Stromverbrauch innerhalb des jeweiligen Tarifes.

Nachtstrom ist ein preiswerter Stromtarif
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Für wen lohnt sich Nachtstrom?

In einem durchschnittlichen Haushalt wird nachts kaum Strom verbraucht. Diesen Verbrauch gesondert zu erfassen, macht daher kaum Sinn. Anders sieht es aus, wenn nachts große Mengen an Strom verbraucht werden. Das ist vor allem bei den Besitzern von sogenannten Nachtspeicher-Heizungen der Fall. Diese Heizungen werden durch die Stromzufuhr über einen bestimmten Zeitraum mit Wärme aufgeladen.

Die gespeicherte Wärme wird anschließend ohne weiteren Stromverbrauch nach und nach wieder abgegeben. Werden solche Heizungen mit dem günstigeren Nachtstrom aufgeladen, ergibt sich theoretisch ein Kostenvorteil. Das gilt allerdings nur im Vergleich zum regulären Tagstrom. Im Vergleich zu Gas- und Erdölheizungen ist das Heizen mit Strom deutlich teurer. Zudem fällt auch die Klimabilanz bei den meisten Stromheizungen nicht besonders gut aus, selbst wenn Nachtstrom genutzt wird.

Bei der Nachtspeicherheizung kann günstiger Nachtstrom verwendet werden
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Bislang zu wenig Wettbewerb für Nachtstrom

Wer in seinem Haus oder seiner Wohnung mit Nachtspeicher-Heizungen heizt und sich den Wechsel der Heizungsanlage nicht leisten kann oder will, kann die Verbrauchskosten nur mithilfe von Nachtstrom senken. Nachtstrom-Tarife werden jedoch nur von relativ wenigen Stromversorgern angeboten. Der Kunde ist daher häufig in seiner Auswahl eingeschränkt. Steigen die Preise, gibt es nur wenige Wechselmöglichkeiten. Ist der günstigste Nachtstromversorger immer noch relativ teuer, lohnt es sich bisweilen sogar, auf Nachtstrom zu verzichten und den regulären Tarif eines anderen Anbieters zu nutzen. In diesem Fall entfällt auch die Nutzung eines speziellen Stromzählers, die häufig zusätzliche Kosten verursacht.

Ein Vergleich der Stromtarife lohnt sich in jedem Fall. Auf den geringen Wettbewerb für Nachtstrom hat in der Vergangenheit das Bundeskartellamt reagiert und mit einem Urteil dafür gesorgt, dass der Markt geöffnet wird. Den Verbrauchern sollen damit mehr Tarife für Nachtstrom als zuvor zur Auswahl stehen. Inzwischen gibt es deutlich mehr Anbieter von Nachtstrom, die man mit unserem Heizstromrechner vergleichen kann.

Nachtstrom bietet nicht nur Nachteile

Kann man Nachtstrom zu guten Konditionen beziehen, bietet er an sich keine Nachteile. Es ist schließlich der gleiche Strom wie zu jeder anderen Tageszeit auch. Nachteile liegen bislang in der besonders ineffizienten Verwendung zum Betreiben von Nachtspeicherheizungen. Diese Art des Heizens ist im Vergleich zu anderen Heizungsarten sehr teuer und erzeugt deutlich mehr CO2-Emissionen. Interessant könnte die Nutzung von Nachtstrom jedoch wieder werden, wenn Haushaltsgeräte mit einem hohen Stromverbrauch zeitgesteuert zu Zeiten mit günstigen Tarifen betrieben werden können.

Nachtspeicherheizungen können nachts produzierten Ökostrom speichern
Nachtspeicherheizungen können nachts produzierten Ökostrom speichern

Mit der zunehmenden Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien könnte die Idee des Nachtstroms daher wieder interessant werden, da auf diese Weise der Stromverbrauch gleichmäßiger verteilt wird. Verbrauchsspitzen am Tag könnten reduziert und zu Zeiten mit besonders geringem Verbrauch ausgeglichen werden.

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